Immbilien – 08.04.2022

Stabile Nachfrage, knappes Angebot

Die wichtigsten Fakten:

  • Trotz des kräftigen Preisanstiegs deutscher Wohnimmobilien dürfte sich der Aufschwung 2022 fortsetzen.
  • Bestandsimmobilien könnten künftig wegen der gestiegenen Baukosten stärker nachgefragt werden.

Quelle: THANANIT / Adobe Stock

Trotz möglicher negativer Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs: Nach den Rekordinvestitionen an den europäischen Immobilienmärkten 2021 erscheinen in diesem Jahr die Aussichten bislang noch positiv. In Deutschland sind zuletzt die Preise für Wohnimmobilien weiter gestiegen. Bei Neubauten betrug der Anstieg im Februar mehr als 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, bei Bestandsimmobilien sogar gut 16 Prozent. Zu den großen Risiken für den Aufschwung zählen steigende Kapitalmarktzinsen, die Immobilienfinanzierungen spürbar verteuern könnten. Der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beschlossene Kapitalpuffer, den Banken zur Absicherung von Immobiliendarlehen bilden sollen, dürfte eine solche Entwicklung noch verstärken. Hinzu kommen verschärfte Klimaschutzauflagen, die insbesondere den Wohnungsneubau erheblich verteuern könnten.

Hohes Interesse

Höhere Kosten belasten die anfängliche Bruttorendite einer Investition in Wohneigentum. Nach Analyse der Bundesbank konnten die Mieten in den sieben größten deutschen Städten zuletzt nicht mit der Entwicklung der Kaufpreise mithalten. Doch Realzinsen, die aufgrund hoher Inflationsraten auf absehbare Zeit im negativen Terrain verharren, und vergleichsweise gute Finanzierungskonditionen dürften das Interesse von Investoren an Wohnimmobilien stützen. In den Fokus könnten zunehmend Bestandobjekte geraten, bei denen steigende Material- und Baukosten deutlich geringer durchschlagen als bei Neubauten. Die hohen Gesamtrenditen der Vorjahre werden am deutschen Wohnimmobilienmarkt aber wohl nicht mehr erreicht.

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Redaktionsschluss: 07.04.2022, 18 Uhr