Immobilien – 03.06.2022

Zyklus unter Beobachtung

Die wichtigsten Fakten:

  • Höhere Einkommen könnten die Bewertungen von Wohnimmobilien stützen.
  • Gute Perspektiven könnten weiterhin Logistikimmobilien bieten. Der Bürosektor steht vor Herausforderungen.

Quelle: THANANIT / Adobe Stock

Trotz der globalen Konjunktureintrübung haben sich seit Jahresbeginn die Immobilienpreise und Mieten auf den meisten Märkten weltweit robust entwickelt. Ausnahmen bilden die vom Russland-Ukraine-Krieg besonders betroffene Region Osteuropa sowie China. Vor dem Hintergrund bereits hoher Kaufpreise und Mieten, Materialengpässen, gestörter Lieferketten, steigender Zinsen und eines schwachen Wachstums rückt aber auch an anderen Immobilienmärkten die Frage nach dem Ende des starken Preissteigerungszyklus der vergangenen Quartale zunehmend in den Fokus.

Hohes Niveau

In den USA haben sich die Finanzierungskonditionen bereits deutlich verschlechtert. Mitte Mai erreichte der durchschnittliche Zinssatz für ein 30-jähriges Hypothekendarlehen mit 5,5 Prozent das höchste Niveau seit Juli 2009. Auch in der Eurozone dürfte sich die Immobilienfinanzierung weiter verteuern. Der robuste Arbeitsmarkt und steigende Nominallöhne sowohl in der Eurozone als auch in den USA sollten die Bewertungen von Wohnimmobilien vorerst noch auf ihrem aktuell hohen Niveau unterstützen. Allerdings könnten steigende Renditen institutionelle Anleger dazu veranlassen, wieder stärker an den Anleihemärkten zu investieren und Immobilien den Rücken zu kehren. Im gewerblichen Bereich bieten nach Einschätzung der Deutschen Bank Logistikimmobilien in Metropolregionen gute Perspektiven. E-Commerce und der Home-Office-Trend begünstigen den Sektor strukturell. Der Bürosektor muss langfristig auf eine veränderte Nachfrage reagieren. Stichworte sind hier Home-Office, Qualität der Bürofläche (Nachhaltigkeit) und umliegende Infrastruktur.

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Redaktionsschluss: 01.06.2022, 18 Uhr