Liquidität – 07.12.21

Die Zügel werden leicht angezogen

Die wichtigsten Fakten:

  • Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Fed, bekommt voraussichtlich eine weitere Amtszeit.
  • Die EZB schickt sich an, ihre geldpolitische Unterstützung im kommenden Jahr etwas zu verringern.

Quelle: PeJo / Adobe Stock

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird voraussichtlich vier weitere Jahre von Jerome Powell geführt. Die Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden. Der Markt preist nun eine erste Zinsanhebung der Fed im Sommer 2022 ein. Bis dahin dürfte die Fed ihr Anleihekaufprogramm, das sie seit Mitte November zurückfährt, beendet haben.

Die Währungshüter werden die US-Inflationsentwicklung genau beobachten, eine restriktivere Geldpolitik als bislang geplant ist inzwischen möglich. In den USA dürften Basiseffekte, Angebotsengpässe und Nachholeffekte auf der Nachfrageseite die Inflationsrate im Jahresvergleich noch einige Monate hochhalten. Die Deutsche Bank erwartet für 2021 eine Kernrate der US-Inflation in Höhe von 3,7 Prozent, die sich 2022 auf 2,8 Prozent abschwächen könnte – damit aber über der langfristigen 2 Prozent-Zielmarke der Fed bliebe.

Kleine Korrektur

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte im Dezember eine Anpassung der Anleihekäufe im Rahmen ihres Corona-Krisenprogramms PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) vornehmen. Die Währungshüter gehen mehrheitlich davon aus, dass der Preisdruck 2022 nachlässt, dürften aber im Dezember die Inflationsprognose nach oben anpassen. Das PEPP könnte im März 2022 auslaufen, im Anschluss aber eine Anhebung der Wertpapierkäufe im Rahmen des APP (Asset Purchase Programme) bis Ende 2022 beschlossen werden. 2022 dürfte die geldpolitische Unterstützung geringer ausfallen als 2021.

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Redaktionsschluss: 03.12.2021, 18 Uhr