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Ende 2020 dominierte an den Märkten noch die Auffassung, dass die Zentralbanken der großen vier Währungsblöcke auf absehbare Zeit keinen Gedanken an Zinserhöhungen verschwenden würden. Nun aber hat sich die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) als erste aus der Deckung gewagt. Fed-Chef Jerome Powell und die Mitglieder des zuständigen Offenmarktausschusses überraschten im Juni die Märkte damit, dass die Leitzinsen anstatt 2024 bereits 2023 oder sogar schon 2022 erhöht werden könnten.

Nicht nur die Zinsprognose wurde angehoben, auch die Erwartungen für das US-Wirtschaftswachstum und die Inflation fallen teilweise höher aus. Ihre Anleihekäufe will die Fed aber so lange fortsetzen, bis „substanziell weitere Fortschritte“ bei der Erholung der US-Wirtschaft erzielt worden sind. Auffällig stark bemühte sich Fed-Chef Powell, die Wirkung der Zinsprognose nicht zu verwässern – und fokussierte sich eher auf die überraschend hohen Inflationsraten als auf den weiterhin schwächelnden US-Arbeitsmarkt.

Keine Kursänderung

Derartige Gedankenspiele sind von der Bank of Japan (BoJ), der Bank of England (BoE) und der Europäischen Zentralbank (EZB) bislang nicht bekannt. Die EZB hat im Juni ihre sehr lockere Geldpolitik bestätigt. Leitzinsen und die sie betreffende Marktorientierung (Forward Guidance) blieben unverändert. Die Deutsche Bank rechnet frühestens ab September mit einem Hinweis aus der EZB auf eine Verringerung der Anleihekäufe (tapering).

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Redaktionsschluss: 08.07.2021, 14 Uhr