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Die Währungshüter aus der Eurozone haben auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juli die Zinswende tendenziell nach hinten verschoben. Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet nun, dass „die Zinsen auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau verharren, bis die Inflation deutlich vor dem Ende des Projektionszeitraums das 2-Prozent-Ziel erreicht und dort dauerhaft bleibt“. Zuvor war eine Zinswende an die Bedingung geknüpft worden, dass die Inflation das „alte“ Ziel von „unter, aber nahe 2 Prozent“ innerhalb des Projektionszeitraums erreicht. Da die EZB laut ihren aktuellen Projektionen 2023 eine Inflation von nur 1,4 Prozent erwartet, müssen sich Anleger im Euroraum noch auf eine längere Phase sehr niedriger Zinsen einstellen.

Neue Diskussionen

Die Inflation in den USA hat den höchsten Stand seit 30 Jahren erreicht. Kein Wunder also, dass die Diskussionen um ein mögliches Zurückfahren der Anleihekäufe auch innerhalb der der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) begonnen haben. Mit der Festlegung eines entsprechenden Zeitplans ist aber vor dem Herbst nicht zu rechnen. Eine erste vorsichtige Zinserhöhung könnte ab Mitte 2022 auf die Fed-Agenda rücken. Die konjunkturellen Risiken haben angesichts der grassierenden Delta-Variante des Coronavirus zuletzt aber wieder zugenommen. Außerdem hat sich der US-Arbeitsmarkt noch nicht vollständig erholt. Aktuell hält die Deutsche Bank einen ersten Schritt aber nicht vor 2023 für wahrscheinlich. Der Zinserhöhungszyklus dürfte dann voraussichtlich bis 2025 laufen und bei 2,5 Prozent enden.

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Redaktionsschluss: 05.08.2021, 14 Uhr