Liquidität – 03.11.21

Liquidität: Normalisierung in Sicht

Die wichtigsten Fakten:

  • Die EZB hat sich zuletzt intensiv mit dem Thema Inflation beschäftigt – und Marktschwankungen ausgelöst.
  • In den USA trübt sich die Wirtschaftslage ein. Ein Kurswechsel der Federal Reserve ist aber unwahrscheinlich.

Quelle: nicoolay / Getty Images

Es ist ein schmaler Grad, auf dem sich die Europäische Zentralbank (EZB) bewegt. Die Währungshüter rechnen inzwischen über einen längeren Zeitraum mit erhöhten Inflationsraten, erwarten aber eine weiter nachlassende Wachstumsdynamik. Für EZB-Präsidentin Christine Lagarde war es im Anschluss an die jüngste Notenbanksitzung entsprechend schwierig, die richtige Balance zu finden: Unterstützung zu signalisieren und auf die gestiegenen Inflationsgefahren hinzuweisen. Lagardes Bemerkung, die Hauptthemen im EZB-Rat seien „Inflation, Inflation, Inflation“ gewesen, hat die Anleger hochgradig nervös gemacht. Die geänderte Inflationseinschätzung hat insbesondere in südeuropäischen Staaten zu einem Anstieg der Anleiherenditen geführt. Offenbar bereitet auch die EZB den Beginn einer geldpolitischen Normalisierung vor.

Klarer Kurs

Der jüngste Konjunkturbericht (Beige Book) der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) macht Lieferkettenengpässe, Arbeitskräftemangel und die Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus für die Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums verantwortlich. Trotz der sich eintrübenden Wirtschaftslage in vielen Regionen des Landes geht die Deutsche Bank nicht davon aus, dass US-Notenbanker von ihrem Plan einer Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe noch abweichen könnten. Bis es zu einer ersten Zinsanhebung in den USA kommt, dürfte jedoch noch etwas Zeit vergehen. Marktteilnehmer rechnen damit erst Ende kommenden Jahres.

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Redaktionsschluss: 02.11.2021, 18.00 Uhr