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Die Mitglieder im Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ringen um den richtigen Zeitpunkt, das Anleihekaufprogramm zu drosseln (tapern). Laut FOMC-Sitzungsprotokoll könnte nach Meinung rund der Hälfte der stimmberechtigten Governors das Tapering noch in diesem Jahr beginnen. Auch Fed-Präsident Jerome Powell sieht das so. Auf dem Jackson-Hole-Symposium bestätigte er noch einmal, dass es „angemessen sein könnte, das Tempo der Wertpapierkäufe in diesem Jahr zu reduzieren, wenn sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen wie erwartet entwickelt.“ Die größte Notenbank der Welt bereitet die Märkte mit ihrer Forward Guidance behutsam auf eine Straffung der US-Geldpolitik vor.

Höhere Risiken

In der Eurozone ziehen die Preise kräftig an. Noch hält die Europäische Zentralbank (EZB) dies für ein temporäres Phänomen. Inzwischen sehen die EZB-Ratsmitglieder aber das Risiko, dass die Inflation im Euroraum nicht nur kurz-, sondern auch mittelfristig höher als erwartet ausfallen könnte, heißt es im Protokoll der letzten Notenbanksitzung. Die EZB dürfte frühestens 2025 die Leitzinsen anheben, könnte aber noch dieses Jahr das Tempo ihrer Anleihekäufe über das Krisenprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) drosseln. Robert Holzmann, EZB-Ratsmitglied und Chef der österreichischen Notenbank, stellt die Pandemie-Hilfe in Frage und plädiert öffentlich für eine vorzeitige Senkung der PEPP-Käufe.

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Redaktionsschluss: 08.09.2021, 18.00 Uhr