Liquidität – 14.01.2022

Zinswende wird immer deutlicher

Die wichtigsten Fakten:

  • Die Bank of England hat sich überraschend klar zum „Team Zinserhöhung“ gesellt.
  • Die US-Notenbank Federal Reserve könnte in diesem Jahr vier Leitzinserhöhungen beschließen.

Quelle: PeJo / Adobe Stock

Eine ganze Reihe von Notenbanken in Europa hat im Dezember ihren vorläufigen geldpolitischen Kurs festgelegt und kommuniziert. Eine einheitliche Linie gibt es nicht. Im „Team Zinserhöhung“ befinden sich erwartungsgemäß Norwegen und Ungarn. Auch die Bank of England hat ihren Leitzins von 0,1 Prozent auf 0,25 Prozent angehoben. Dabei fiel das Votum der Notenbanker mit acht zu eins Stimmen überraschend deutlich aus. Auf der anderen Seite des Spektrums bewegt sich die türkische Notenbank. Trotz hoher Inflation und starker Abwertung der Türkischen Lira senkten die Zentralbanker auf Druck von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erneut den Leitzins – diesmal von 15 Prozent auf 14 Prozent. Dagegen ließen die Europäische Zentralbank und die Schweizerische Nationalbank wie erwartet die Zinsen unangetastet.

Restriktiver Kurs

Geldpolitische Entscheidungen dürften auch 2022 großen Einfluss auf die Bewegungen an den Zins- und Währungsmärkten haben. Anhaltender Inflationsdruck könnte weitere Notenbanken dazu veranlassen, die Zinswende in Angriff zu nehmen. Höhere Anleiherenditen und Kursverluste wären die Folgen. Die erste Handelswoche 2022 hat bereits Bewegung in die Märkte gebracht. Das nun veröffentlichte Protokoll der letzten US-Notenbank-Sitzung zeigt: Die Währungshüter erwägen nicht nur eine stärkere Rückführung der Anleihekäufe und eine kräftigere Erhöhung der Leitzinsen, sondern auch ein Abschmelzen der Bilanzsumme, also eine weitere Verknappung der Geldmenge.

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Redaktionsschluss: 13.01.2022, 18 Uhr