Liquidität – 08.04.2022

Liquidität: Höheres Tempo, steilerer Anstieg

Die wichtigsten Fakten:

  • Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat im März den Leitzinskorridor um 25 Basispunkte angehoben.
  • Als Folge der hohen Inflation in den USA könnte der Abbau der Fed-Bilanz bereits im 2. Halbjahr beginnen.

Quelle: PeJo / Adobe Stock

Die Steuerung der Geldpolitik ist auch deshalb heikel, weil die Wirkung auf die Realwirtschaft erst mit einer Verzögerung von gut einem Jahr erkennbar wird. Der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) trauen die Investoren aber offenbar eine geldpolitische Straffung mit Augenmaß zu, die das Wachstum in den USA nicht übermäßig gefährdet. So jedenfalls lassen sich die kaum nennenswerten Marktreaktionen im Anschluss an die erste Leitzinserhöhung der Fed seit Dezember 2018 lesen. Wie erwartet haben die Währungshüter im März ihren Leitzinskorridor um 25 Basispunkte auf 0,25 Prozent - 0,50 Prozent angehoben – Turbulenzen blieben aus.

Neue Daten

Das Erwartungsmanagement von US-Notenbankchef Jerome Powell funktioniert gut. Die Anleger haben inzwischen auch die beabsichtigte schnellere Verringerung des Anleihebestands in der Fed-Bilanz verdaut. Die Verkürzung startet voraussichtlich im 2. Halbjahr. Anders als bei einer Leitzinserhöhung hat die quantitative Straffung aber nur indirekten Einfluss auf die Kreditvergabe. Die Währungshüter steuern durch das Auslaufenlassen von Anleihen letztlich nur zum Teil die Finanzierungsbedingungen und entziehen dem Markt die Liquidität, die sie ihm über die vergangenen zwei Jahre zugeführt hatte. Die aktuell hohe Inflation bewegt die Fed zu einer schnelleren geldpolitischen Straffung – sie stellt für 2022 eine steile Leitzinsanhebung auf ein Niveau von 1,9 Prozent in Aussicht. Der Markt rechnet aktuell sogar mit einem Anstieg bis auf 2,58 Prozent im Dezember.

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Redaktionsschluss: 07.04.2022, 18 Uhr