Liquidität – 14.03.2022

Liquidität: In schwieriger Mission

Die wichtigsten Fakten:

  • Russlands Notenbank hat auf die Sanktionen des Westens mit einer deutlichen Leitzinserhöhung reagiert.
  • Die Europäische Zentralbank gewährt sich maximale Flexibilität hinsichtlich einer Leitzinswende.

Quelle: PeJo / Adobe Stock

Den Russland-Ukraine-Krieg beantwortet der Westen mit massiven Sanktionen, die das russische Finanzsystem isolieren sollen. Die Notenbank hat keinen Zugriff mehr auf ihre Devisen- und Goldreserven im Westen, ein Großteil der rund 630 Milliarden Dollar wurden eingefroren. Das behindert Stützungskäufe, die den Rubelkurs (RUB) stabilisieren könnten. Die Währungshüter reagierten mit einer Leitzinserhöhung von 9,5 Prozent auf 20 Prozent und schließen weitere Anhebungen nicht aus. 

Neue Daten

Unterdessen stehen die Notenbanker in den Industriestaaten vor der Herausforderung, einerseits ihre Glaubwürdigkeit in puncto Inflationsbekämpfung nicht zu verlieren. Andererseits werden sie sich so viel Flexibilität wie möglich lassen wollen, um die Finanzierungsbedingungen in der aktuellen Gemengelage nicht zusätzlich zu verschlechtern. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) dürfte aber an ihrem Kurs festhalten und könnte bis zum 1. Quartal 2023 sechs Leitzinserhöhungen beschließen. Davon ist die Europäische Zentralbank (EZB) noch ein gutes Stück entfernt – wagt aber einen Schritt in Richtung Normalisierung der Geldpolitik: Die Währungshüter wollen ihre Netto-Anleihekäufe im Rahmen des Asset Purchase Programme (APP) schneller als geplant zurückzufahren. Nach einer vorübergehenden Aufstockung soll das Kaufvolumen Ende Juni wieder auf 20 Milliarden Euro reduziert werden. Eine Leitzinserhöhung erwägt die EZB nun „einige Zeit danach“ – und hält sich so alle Optionen offen.

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Redaktionsschluss: 11.03.2022, 18 Uhr