Liquidität – 09.05.2022

Liquidität: Nicht zu aggressiv

Die wichtigsten Fakten:

  • Die US-Notenbank Fed plant für die kommenden Sitzungen keine höheren Zinsschritte als 50 Basispunkte.
  • EZB-Direktoriumsmitglieder bereiten aktuell die Märkte verbal auf eine Zinserhöhung in der Eurozone vor.

Quelle: PeJo / Adobe Stock

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat wie erwartet Anfang Mai wegen der hohen Inflation und der guten Lage am Arbeitsmarkt den Leitzinskorridor um 50 Basispunkte auf 0,75 Prozent - 1,0 Prozent angehoben. Zusätzlich soll ab Juni die Bilanz verkürzt werden – um 30 Milliarden US-Dollar bei US-Staatsanleihen, um 17,5 Milliarden bei hypothekenbesicherten Papieren. Nach drei Monaten soll der Abbau verdoppelt werden. Die Fed betonte, dass die wirtschaftliche Aktivität auch wegen der Corona-Maßnahmen in China im 1. Quartal etwas nachgelassen hat. Bis zum Jahreswechsel erwartet der Markt nun einen Leitzins von knapp 3 Prozent. Befürchtungen, dass die Währungshüter künftig noch aggressiver vorgehen könnten, zerstreute Jerome Powell. Der Notenbank-Chef schloss größere Zinsschritte als 0,5 Prozentpunkte für die nächsten Fed-Sitzungen aus.

Hohe Flexibilität

Trotz Rekordinflation hat die Europäische Zentralbank (EZB) im April die Geldpolitik im Euroraum unverändert gelassen. Damit bleiben die Währungshüter bei ihrem Plan, erst die Nettoanleihekäufe im Rahmen des Asset Purchase Programme (APP) auslaufen zu lassen, bevor Zinserhöhungen beschlossen werden. EZB-Direktoriumsmitglied Isabell Schnabel hält einen ersten Zinsschritt im Juli für möglich. Bis zum Jahresende erwartet die Deutsche Bank einen Anstieg des Einlagenzinssatzes. Schnabels irischer Kollege Philip R. Lane erklärte, die EZB werde sich an der Datenlage orientieren und ihre Instrumente flexibel einsetzen, um mittelfristig Preisstabilität herzustellen.

Aktuelle Marktkommentare erhalten Sie im täglichen Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“.

Redaktionsschluss: 05.05.2022, 18 Uhr