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In den USA stellt sich zunehmend die Frage, ob die Notenbank Federal Reserve (Fed) mit ihrer Inflationseinschätzung Recht behält. Um 4,2 Prozent haben die US-Verbraucherpreise im April gegenüber dem Vorjahresmonat zugelegt. Aktuell sehen die Währungshüter nur einen vorübergehenden Anstieg der Teuerungsrate – obwohl einige Frühindikatoren einen nachhaltigen Trend signalisieren. Doch auch angesichts zuletzt schwacher Arbeitsmarktdaten wird die Fed vorerst wohl keine Änderung der Kommunikation, des Anleihekaufprogramms oder der Leitzinsen vornehmen. Nach Einschätzung der Deutschen Bank könnte Fed-Chef Jerome Powell im August das jährliche Zentralbank-Symposium in Jackson Hole aber dazu nutzen, eine Reduktion des Anleihekaufprogrammes aktiv zu kommunizieren.

Höheres Volumen

Die Sorgen vor langfristig höheren Verbraucherpreisen haben auch in der Eurozone deutlich zugenommen. Aktuell preisen die Marktteilnehmer bereits für das Jahr 2023 eine Leitzinserhöhung von zehn Basispunkten in der Eurozone ein. Dieses Szenario scheint allerdings ambitioniert. Laut der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt eine Leitzinserhöhung erst infrage, wenn zuvor die Anleihekäufe beendet wurden. Das zur Bekämpfung der Corona-Krise aufgelegte Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) läuft nach derzeitiger Planung zwar im März 2022 aus. Doch die Währungshüter dürften ihre Ankäufe im Rahmen der anderen bestehenden Programme fortsetzen.

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Redaktionsschluss: 02.06.2021, 14 Uhr