Chris Ratcliffe / Bloomberg / Getty Images

Eine Reihe von Rohstoffen profitiert vom Trend zur Dekarbonisierung – Eisenerz gehört nicht dazu. Das Gemenge ist zentraler Bestandteil der Stahlerzeugung, die eine hohe Belastung für die Umwelt darstellt. So ergaben Berechnungen, dass jede 2018 produzierte Tonne Stahl einen Kohlendioxidausstoß von durchschnittlich 1,85 Tonnen bewirkt hat. Insgesamt war die Stahlproduktion für rund 8 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich.

Um ihre Klimavorgaben zu erreichen, nehmen zahlreiche Länder die Stahlproduktion zunehmend ins Visier. So hat China, weltweit größter Produzent, das Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft bis 2060 ausgegeben. Erste Folgen zeichnen sich bereits ab. Die lokale Regierung in Tangshan hat angekündigt, den klimaschädlichen CO2-Ausstoß der Stahlwerke der Stadt 2021 gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent zu reduzieren. Dafür wurde die Auslastung der Hochöfen auf zuletzt 54 Prozent gesenkt. Das entspricht einer Drosselung der chinesischen Stahlproduktion um 5 Prozent. Strengere Umweltvorgaben könnten auch den Einsatz von Lichtbogenöfen (EAF) zur Stahlerzeugung fördern. EAFs nutzen Stahlschrott zur Produktion und sind „grüner“ als Hochöfen. Die Eisenerzpreise dürften aber wohl erst ab Sommer unter Druck geraten. Die Stärke des Bausektors und höhere Margen der Stahlwerke sollten die Nachfrage im zweiten Quartal stützen.

Starker Auftakt

Die OPEC und ihre zehn Kooperationspartner (OPEC+) hielten sich zuletzt diszipliniert an ihre Beschlüsse und überraschen den Markt weiterhin positiv – für April belässt das Öl-Kartell die Förderquoten unverändert. Analysten hatten mit einer Produktionsausweitung um 1,5 Millionen Barrel (1 Fass = 159 Liter) pro Tag gerechnet. Außerdem erwägt Saudi-Arabien, die Förderung nach der freiwilligen Produktionskürzung von 1 Million Barrel pro Tag nur langsam zu erhöhen. Zusätzlich profitiert das Kartell von der Zurückhaltung der US-Schieferölproduzenten. Die OPEC+ muss sich bei ihrem Plan, den Markt so schnell wie möglich wieder ins Gleichgewicht zu bringen, aktuell nicht um Wettbewerb und Marktanteile sorgen.

WTI-Ölpreisentwicklung

Quelle: Bloomberg L.P.; Stand: 30.03.2021. Wertentwicklungen der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

Seit Jahresbeginn sind die Rohölpreise um knapp 25 Prozent gestiegen – trotz einer Korrektur aufgrund schwacher Nachfrage aus Europa. Die US-Lagerbestände sind im selben Zeitraum um mehr als 55 Prozent gesunken. Gleichzeitig liegt die Zahl der aktiven Bohrlöcher noch rund 30 Prozent unter dem Niveau, das bei der OPEC eine Produktionsanpassung erfordern würde. Die Eindämmung der Pandemie könnte die Ölnachfrage stützen. Die Deutsche Bank erwartet ein tägliches Angebotsdefizit von 1,7 Millionen Barrel – und prognostiziert mittelfristig steigende Notierungen.

Schwacher Start

Für die Freunde des gelben Metalls endete das erste Quartal frustrierend. Der Goldpreis verlor auf US-Dollar-Basis seit Jahresbeginn 10 Prozent – der schlechteste Jahresstart seit 1982. Optimisten könnten nun zwar Hoffnung schöpfen, denn damals verlor der Goldpreis im ersten Quartal sogar 19,5 Prozent. Am Jahresende hatten die Notierungen aber dann doch im Vergleich zum Vorjahr um rund 15 Prozent zugelegt.

Aktuell machen allerdings die altbekannten Antagonisten der Krisenwährung das Leben schwer. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen kletterte von 0,9 Prozent zu Jahresbeginn bis auf 1,77 Prozent, was bereits die Nachfrage nach dem weder zins- noch dividendenträchtigen Gold dämpft. Hinzu kommt, dass der US-Dollar seit Jahresbeginn gegenüber den übrigen aus der Gruppe der meistgehandelten Währungen (G10) rund 4 Prozent an Wert gewann, was das Edelmetall außerhalb der USA verteuerte. Mittelfristig könnte Gold als vermeintlicher „Inflationsschutz“ wieder mehr Zuspruch erfahren. Zunächst müssten allerdings der Anstieg der Kapitalmarktzinsen und des US-Dollars wenigstens gebremst werden.

Aktuelle Marktkommentare erhalten Sie im täglichen Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“.

Redaktionsschluss: 07.04.2021, 14 Uhr