"Alleinerziehend oder Patchwork: So sorgen Sie optimal für Ihre Kinder vor."

Kinder wachsen nicht immer in der klassischen Kernfamilie auf: Alleinerziehende und Patchwork-Familien sind ebenfalls weit verbreitet. Daraus ergeben sich Herausforderungen für alle, die für ihre Kinder sparen und anlegen wollen. Doch dafür gibt es gute Lösungen. 

Familienmodelle

Familie wird in Deutschland vielfältig gelebt. Am weitesten verbreitet ist das Modell der verheirateten Eltern mit Kindern – dem aktuellen Familienreport des Bundesfamilienministeriums zufolge leben rund 5,5 Mio. Familien so. Doch neben der Konstellation „Mama, Papa, Kind“ gibt es auch immer mehr alternative Familienmodelle, in denen sich etwa geschiedene oder wiederverheiratete Partner gemeinsam oder  allein um ihre Kinder kümmern. Zudem gibt es immer mehr Alleinerziehende: Im Jahr 2015 wuchsen 2,3 der insgesamt 13 Millionen Kinder bei nur einem Elternteil auf.

Gerade in solchen Szenarien kann Finanzplanung und Vorsorge für Kinder zur Herausforderung werden. Wir haben mit Yvonne Werner, Privatkunden-Beraterin der Deutschen Bank, über Möglichkeiten gesprochen, wie Alleinerziehende und Patchwork-Familien für den Nachwuchs sparen und anlegen können.

Familienreport

Zur Website des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Szenario 1:
die gut verdienende Alleinerziehende

Sarah (39) lebt seit drei Jahren getrennt von Ex-Mann Christian. Die fünfjährige Tochter Ella und der siebenjährige Sohn August leben zwei Drittel der Zeit bei ihr, ein Drittel beim Vater. Sie ist Anwältin, arbeitet 30 Stunden pro Woche in einer Kanzlei, verdient rund 4.500 Euro brutto. Ihr Ex-Mann ist ebenfalls berufstätig. Die Vorsorge für den Nachwuchs tragen beide gemeinsam. Dafür investieren sie für beide Kinder zusammen monatlich zwischen 100 und 150 Euro.

Sarah möchte langfristig anlegen – etwas Rendite soll bei der Anlage schon herauskommen. Aber bitte nicht zu viel riskieren! Und wenn Sarah nach der Arbeit – nachdem Sie die Kinder von Kita und Schule abgeholt und das Abendessen auf den Tisch gestellt hat – noch ein wenig Zeit hat, möchte sie sich ungern mit Finanzfragen beschäftigen.

Yvonne Werner:

„Leben Mutter und Vater getrennt, muss das nicht bedeuten, dass auch die Vorsorge für gemeinsame Kinder separat läuft. Wichtig ist das Sparen für das Kind an sich. Es ist egal, ob die Sparbeträge von getrennten Konten kommen. Wichtig ist, sich vorher Antworten zu einigen Fragen zu überlegen: Wie viel können die Eltern sparen? Mit welchem Risiko möchten sie anlegen? Wie lange wollen sie anlegen? Anhand dieser Eckdaten lassen sich im Beratungsgespräch schnell Modelle identifizieren, die infrage kommen."

Tipp:

Sarah könnte eine fondsgebundene Rentenversicherung für ihr Kind abschließen. Diese gemanagte Fondsanlage bietet 80 Prozent Kapitalschutz und könnte daher ideal für Sarah sein, weil sie einerseits das Risiko möglichst gering halten kann und sich andererseits nicht fortlaufend um die Anlage kümmern möchte.


Szenario 2:
die geringverdienende Alleinerziehende

Tina (45) lebte schon vor der Geburt ihres 13-jährigen Sohns Leon getrennt vom Vater. Dieser beteiligt sich nicht am Unterhalt für das gemeinsame Kind. Dasselbe gilt für die finanzielle Vorsorge. Tina ist auf sich gestellt. Sie arbeitet seit einiger Zeit wieder als Pflegekraft und verdient 1.700 Euro brutto im Monat. Diesen Job konnte sie erst annehmen, als sie Leon nicht mehr am frühen Nachmittag abholen musste.

Das Einkommen deckt die wichtigsten Grundkosten ab. Mehr jedoch nicht: Wie sie darüber hinaus noch Vorsorge betreiben soll, kann sich Tina nicht vorstellen. Ein kleines Polster für den Start in Ausbildung oder Studium würde sie ihrem Sohn schon gern ermöglichen – und sei es, um die Ausstattung fürs erste WG-Zimmer zu bezahlen.

Yvonne Werner:

„Kann sich nur ein Elternteil an der Vorsorge beteiligen, erhöht das die "Belastungen für Alleinerziehende enorm. Doch es gibt auch hier mögliche Ansätze: Mutter oder Vater können für das Kind beispielsweise zunächst ein kostenloses Girokonto anlegen. Selbst wenn nur wenig Mittel zum Sparen da sind, können Eltern ihren Kindern so zeigen, wie man mit Geld umgeht. Die Kinder lernen, dass es überhaupt so etwas wie Sparen gibt. Gerade Geringverdiener sollten so früh wie möglich mit dem Sparen anfangen. Das gilt für alle Sparvorhaben – unabhängig davon, ob man in Fonds, Rentensparpläne oder auf
Sparkonten einzahlt. Tina sollte sich überlegen, ob sie das Geld doch noch am Kapitalmarkt anlegt, und sich dazu beraten lassen."

Tipp:

Auch mit einem Bausparvertrag könnte sie mit einer monatlichen Sparrate ein kleines Polster anlegen. Und in drei Jahren – wenn Leon 16 wird – kann er zudem von der Wohnungsbauprämie profitieren, die ab 2021 von 8,8 auf 10 Prozent angehoben wird. Hier ist aber wichtig: Der Vertrag muss mindestens sieben Jahre laufen.


Szenario 3:
die Patchwork-Familie

Jonas (49) und Luisa (39) sind seit sechs Jahren verheiratet und haben eine gemeinsame Tochter: die fünfjährige Lara. Aus erster Ehe hat Jonas zwei weitere Kinder, die Zwillinge Felix und Max. Die beiden leben gut zwei Drittel der Zeit bei Jonas und Luisa, das andere Drittel verbringen sie bei ihrer Mutter. Sie besuchen die Oberstufe des Gymnasiums und wollen im kommenden Jahr ein Studium aufnehmen.

Jonas arbeitet als Abteilungsleiter in einer Versicherung und verdient rund 6.000 Euro brutto, Luisa arbeitet halbtags in der Personalabteilung einer Stiftung. Jonas ist bei der finanziellen Vorsorge wichtig, dass er für alle Kinder gut vorsorgen, sparen und anlegen kann. Er sucht aber nach Lösungen, die auch dann noch funktionieren, wenn die Mutter der Zwillinge sich nicht mehr an der gemeinsamen Vorsorge für Felix und Max beteiligen kann – und für den Fall, dass es bei ihm selbst Einschränkungen gibt.

Yvonne Werner:

"Patchwork-Familien sollten darauf achten, dass ihr Vorsorgemodell flexibel ist. Vor allem, wenn die Kinder altersmäßig weit auseinanderliegen. Wenn Kinder groß werden, wachsen auch Bedürfnisse und Wünsche. Erstklässler sind noch mit Spielzeug zufrieden. Eine 17-Jährige möchte vielleicht ein Jahr im Ausland verbringen. Eltern können sich darauf vorbereiten, indem sie zum Beispiel für jedes Kind Sparpläne anlegen und daraus nach Bedarf Teilbeträge entnehmen."

Tipp:

Eine gute Möglichkeit ist hier ein Fondssparplan oder ein Produkt, das auf einer fondsgebundenen Rentenversicherung basiert. In beide Produkte zahlen Eltern monatlich eine Sparrate ein. Sie können dabei flexible Änderungen, Entnahmen oder Zuzahlungen vornehmen.

Beim Fondssparplan ist wichtig: Es handelt sich um eine Wertpapieranlage. Diese ist immer mit Risiken verbunden und nur für einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont geeignet. Sie bietet aber auch Chancen auf höhere Renditen. Anleger müssen Schwankungen aushalten können. Wer kontinuierlich und mit langem Anlagehorizont spart, sollte Kursdellen nach unten sowieso ausnutzen: Denn man bekommt in diesen schwachen Phasen mehr Anteile für seine Sparbeträge.

Hinweis:

Die hier dargestellten Einzelfälle stellen Beispiele dar und dienen der Veranschaulichung. Sie sind keine Handlungsempfehlung und ersetzen keinesfalls eine persönliche individuelle Beratung durch einen Vorsorgespezialisten.

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