„Welche Altersvorsorge passt zu mir?“

Die gesetzliche Rente reicht für viele Deutsche nicht mehr aus, um ihren Lebensstandard im Alter zu halten.
Daher ist es wichtig, passend abgesichert zu sein. Hier erfahren Sie, für wen welche Altersvorsorge geeignet ist.

„Welche Altersvorsorge passt zu mir?“

Die gesetzliche Rente reicht für viele Deutsche nicht mehr aus, um ihren Lebensstandard im Alter zu halten. Daher ist es wichtig, passend abgesichert zu sein. Hier erfahren Sie, für wen welche Altersvorsorge geeignet ist.

Riester-Rente, Rürup oder doch ein Fondssparplan? Einmal investieren oder regelmäßig einzahlen? Eine Orientierung für die Altersvorsorge bietet das Drei-Schichten-Modell, das sich aus Basis-, Zusatz- und Privatvorsorge zusammensetzt.

  • Zur Basisvorsorge zählen neben der gesetzlichen Rente beziehungsweise der Beamtenpension die Versorgungswerke für einzelne Berufsgruppen sowie die private Basisrentenversicherung, auch Rürup-Rente genannt.
  • Die kapitalgedeckte Zusatzvorsorge umfasst die betriebliche Altersversorgung (bAV) sowie die Riester-Rente, die beide steuerlich begünstigt werden können.
  • Zur privaten Vorsorge gehören alle Anlageklassen, mit denen Geld angespart und langfristig Vermögen gebildet werden kann. Dazu zählen zum Beispiel private Renten- oder Kapitallebensversicherungen.

Die Schichten lassen sich nach und nach aufbauen. Aber nicht jedes Element passt zu jedem, Ansprüche und finanzielle Voraussetzungen unterscheiden sich schließlich von Mensch zu Mensch. Hier die Antworten auf vier wichtige Fragen dazu.


1. Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente richtet sich vor allem an Unternehmer, Freiberufler, Selbstständige und Angestellte mit vergleichsweise hohem Einkommen, die beachtliche Steuervorteile nutzen wollen. Mit der Rürup-Rente investieren die Beitragszahler in der Regel in eine klassische oder fondsgebundene Rentenversicherung. Bis zu 90 Prozent der Beiträge können sie im Jahr 2020 steuerlich absetzen, das sind für Alleinstehende bis zu 25.046 Euro und für Ehepaare sogar bis zu 50.092 Euro. Der maximal absetzbare Betrag steigert sich noch bis 2025 jährlich um zwei Prozentpunkte.


2. Für wen lohnt sich die betriebliche Altersversorgung (bAV)?

Die betriebliche Altersversorgung lohnt sich vor allem dann, wenn der Arbeitgeber einen signifikanten Anteil beisteuert. Seit 2019 ist das für neue Verträge Pflicht – der Mindestzuschuss liegt bei 15 Prozent dessen, was der Arbeitnehmer einbezahlt. Derzeit besitzt jeder vierte deutsche Arbeitnehmer eine betriebliche Altersversorgung und zahlt dafür einen Teil seines monatlichen Bruttolohns in einen Rentenvertrag ein. Der Vorteil: Er muss weniger Geld versteuern, und seine Sozialabgaben verringern sich. Der Nachteil: Ihm steht weniger Geld zur Verfügung, und er zahlt weniger in die gesetzlichen Sozialsysteme ein. So kann es später zu entsprechend geringeren Leistungen aus diesen Systemen kommen.


3. Für wen lohnt sich die Riester-Rente?

16,5 Millionen Riester-Verträge haben die Deutschen abgeschlossen. Sie zahlen auf jeden Vertrag bis zu vier Prozent ihres jeweiligen Bruttojahreseinkommens ein, um für das Alter zu sparen. „Riestern“ lohnt sich besonders für Familien und Alleinerziehende mit mehreren Kindern, denn der Staat zahlt pro Jahr eine Zulage in Höhe von 300 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind. Bei Kindern, die vor 2008 geboren sind, sind es immerhin noch 185 Euro. Außerdem gibt es für jeden Sparer eine jährliche Grundzulage von bis zu 175 Euro. So kann Riestern auch für Berufseinsteiger und Angestellte sinnvoll sein. Wichtig ist, sich vor Vertragsunterzeichnung beim Anbieter einen genauen Überblick über die Abschluss- und Verwaltungskosten zu verschaffen, sie können zum Teil erheblich differieren. Wer einen Riester-Vertrag abschließt, kann allerdings in den Genuss von Steuervorteilen kommen: Bis zu 2.100 Euro sind pro Jahr steuerlich absetzbar. Das Finanzamt führt automatisch eine sogenannte Günstigerprüfung durch. Dabei wird ermittelt, ob die betroffene Person mehr Vorteile durch staatliche Zulagen oder über den Sonderausgabenabzug hat.


4. Welche weiteren Modelle gibt es?

Wer weder in die Riester- noch in die Rürup-Rente einzahlen möchte, kann natürlich auch auf andere Art und Weise für die Rente vorsorgen. Eine Möglichkeit ist ein Fondssparplan zum Vermögensaufbau, in den monatlich eine kleine Summe investiert wird. Der wesentliche Vorteil eines Sparplans besteht darin, dass er die Chance auf einen günstigen Durchschnittspreis beim Erwerb der Fondsanteile gibt. Das heißt, bei fallenden Kursen erwirbt der Anleger mit seinem festen Beitrag mehr Anteile an dem Fonds. Steigt der Kurs, profitiert er vom höheren Wert der Fondsanteile, erhält auf der anderen Seite jedoch eine geringere Anzahl von Anteilen für seinen monatlichen Betrag. Kursschwankungen und Verluste sind jederzeit möglich.

Eine weitere Möglichkeit sind ETFs (Exchange-Traded Funds). ETFs sind eine Sonderform klassischer Investmentfonds, die an der Börse gehandelt werden. Diese Fonds bilden einen Index wie den DAX, EURO STOXX 50, S&P 500 und viele mehr nach. Auf diese Weise kann man über ein Wertpapier an der Wertentwicklung aller im Index enthaltenen Werte teilhaben. Der Vorteil: ETFs sind sehr viel flexibler als klassische Altersvorsorgeprodukte. Unter anderem kann der Anleger über die Höhe seiner Beiträge selbst bestimmen, und natürlich kann er jederzeit Kapital entnehmen und für andere Zwecke verwenden. Allerdings muss man beachten, dass ETFs sich nicht für kurzfristige Investments eignen. Der falsche Verkaufszeitpunkt kann die Rendite schmälern.

Investments an der Börse unterliegen jedoch Schwankungen, daher kann es jederzeit zu Verlusten kommen. Dieses Risiko sollte jedem bewusst sein, der mit Aktien oder anderen Wertpapieren zusätzlich für die Rente sparen will. Deshalb empfiehlt sich diese Form der Altersvorsorge vor allem für diejenigen, die langfristig investieren wollen.


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