"Wie schließe ich die Rentenlücke – in jedem Alter?"

Wer den Ruhestand antritt, möchte finanziell abgesichert sein. Doch dafür reicht die staatliche Rente allein meist nicht aus. Hier erfahren Sie, wie Sie privat zusätzlich fürs Alter vorsorgen können – und was unser Online-Tool „FinanzCheck“ dazu beitragen kann.

Alter

In vielen Fällen genügt die gesetzliche Rente nicht, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Zwar übernimmt der Staat prinzipiell die finanzielle Versorgung im Alter. Allerdings nur zu einem Teil – und dieser schrumpft kontinuierlich.


Der „Standardrentner“ erhält heute 1.370 Euro, vor Steuern.

Einen Einblick in diese Entwicklung gibt der Max Mustermann der Rentenstatistik, im Fachjargon „Standardrentner“  genannt. Er hat 45 Jahre lang ein Durchschnittsentgelt verdient und davon Beiträge an die Deutsche Rentenversicherung (DRV) entrichtet. Mit welchen Zahlungen kann er nun im Alter rechnen? Zwischen 1970 und 2010 betrug seine Durchschnittsrente 50 bis 60 Prozent seines Durchschnittseinkommens – im Jahr 2020 sind es jedoch nur noch 48,2 Prozent. Laut Berechnungen der DRV bedeutet das: rund 1.370 Euro monatlich, nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und vor Steuern.

Wer mehr erwartet, sollte zwei Punkte berücksichtigen. Erstens: Unser Rentensystem gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht, weil die Bevölkerung in Deutschland immer stärker altert – und somit die in die Rentenkasse einzahlenden Arbeitnehmer für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Und daher zweitens: Die gesetzliche Altersrente ist inzwischen eher ein Basisbaustein, den Sie durch eine private Vorsorge ergänzen sollten. Das empfiehlt auch die DRV und verweist kontinuierlich auf die „Versorgungslücke“ – zum Beispiel in den Renteninformationsmitteilungen, die Arbeitnehmer erhalten, wenn sie mindestens 27 Jahre alt sind und fünf Jahre oder länger DRV-Beiträge geleistet haben.


Das Drei-Schichten-Modell:

Der Begriff „Versorgungslücke“ bezeichnet die Differenz zwischen dem Betrag, der im Alter idealerweise Ihren gewohnten Lebensstandard sichern soll – in der Regel 80 Prozent Ihres aktuellen Nettoeinkommens–, und der Höhe Ihres gesetzlichen Rentenanspruchs, der gegebenenfalls durch Einkünfte aus bereits bestehender privater oder betrieblicher Altersvorsorge ergänzt wird. Beim Schließen der Versorgungslücke unterstützt der Staat Sie mit einer Vielzahl von Anreizen. Der Mix der verschiedenen Rentenformen wird „Drei-Schichten-Modell“ genannt:

Schicht 1 – Basisvorsorge:

Sie umfasst die gesetzliche Rente sowie für Selbstständige und überdurchschnittlich verdienende Arbeitnehmer die Basisrente („Rürup-Rente“).

Schicht 2 – kapitalgedeckte Zusatzvorsorge:

Hierzu zählen die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge (bAV).

Schicht 3 – Kapitalanlageprodukte:

Im Fokus stehen hier neben privaten Renten- und Kapitallebensversicherungen auch Kapitalmarktprodukte.

Mit Blick auf das Drei-Schichten-Modell hebt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) einen wichtigen Faktor hervor, der oft unterschätzt wird: den Kaufkraftverlust. Wer also die Versorgungslücke errechnet, sollte laut DIA zunächst das künftig benötigte Einkommen definieren. Dann fügen Sie für jedes Jahr zwischen heute und dem Renteneintritt 1,4 Prozent Inflation hinzu. Und von diesem Betrag ziehen Sie die vorgesehene DRV-Rente ab. 


Der "Deutsche Bank FinanzCheck":

Der „Deutsche Bank FinanzCheck“ ist ein Online-Tool und liefert Analysen für Finanzen und Versicherungen. Er berücksichtigt auch den Faktor Inflation.

Es bietet außerdem zahlreiche weitere wichtige Funktionen. Sie können das Tool nutzen, um Ansatzpunkte für eine Analyse Ihrer Finanzen und Versicherungen zu sammeln – die im Nachgang von einem Experten umfassend durchgeführt werden sollte. Auch lassen sich mit dem FinanzCheck Szenarien dazu erstellen, wie viel Geld Sie monatlich in die Altersvorsorge investieren können.

FinanzCheck starten


Beispiel-Rechnungen für drei Altersgruppen:

Ganz unabhängig von Ihrer individuellen finanziellen Situation gilt dabei immer: Auch wer erst vergleichsweise spät im Berufsleben mit der privaten Altersvorsorge beginnt, hat noch gute Möglichkeiten, seine Rentenlücke zumindest teilweise zu schließen. Das zeigen die folgenden Beispielrechnungen für repräsentative Vertreter aus drei Altersgruppen, die bisher ausschließlich auf die gesetzliche Rente gesetzt haben.

Der Berufseinsteiger:

Alter: 20
Beruf: Wirtschaftsingenieur, 
duales Studium, 1. Ausbildungsjahr
Familienstand: ledig
Kinder: keine
Nettoeinkommen: 800 Euro

Der Berufseinsteiger hat einen Nettorentenanspruch von 326 Euro. Seine Versorgungslücke beträgt unter  Berücksichtigung einer durchschnittlichen Inflation von 1,4 Prozent pro Jahr 904 Euro

Der angehende Wirtschaftsingenieur wird voraussichtlich noch 47 Jahre bis zum Rentenbeginn arbeiten. Altersvorsorge?

Jetzt? Auf jeden Fall! Gerade in jungen Jahren zahlt sich der Einstieg besonders aus – dank des Frühspareffekts: Durch Zins und Zinseszins bringen die Beiträge über einen längeren Zeitraum bessere Erträge. Wer also früh startet, muss weniger zurücklegen, um das gleiche Versorgungsziel zu erreichen. Sinnvoll bei einem relativ geringen Einkommen ist eine Lösung, die auf die Unterstützung des Staats setzt. So wie die Riester-Rente. Und das nicht nur wegen des Berufseinsteigerbonus von 200 Euro für alle unter 25 Jahren.

Wer riestert, erzielt Renditen allein schon durch die jährlichen Zulagen (jährlich bis zu 175 Euro) und gegebenenfalls weitere Steuervorteile – absetzbar ist ein Jahresbeitrag von bis zu 2.100 Euro pro Jahr. Wissenswert ist dabei: Die Riester-Rente unterliegt einer nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet, dass die Auszahlungen im Alter mit dem persönlichen Steuersatz voll versteuert werden müssen. Bis es so weit ist, können gerade junge Menschen das Angesparte etwa auch als „Wohn-Riester“ für die Finanzierung eines Eigenheims verwenden. Alles in allem sollten gerade Berufseinsteiger im Blick haben, wie viel sie monatlich für die Rente erübrigen können, da gerade sie oft Liquidität für kurzfristige Anschaffungen benötigen – sei es ein Umzug, Urlaub oder ein Auto. Die Faustregel lautet hier: vor anderen Sparaktivitäten zunächst rund drei Nettomonatseinkommen zur Seite legen. 

Die Berufserfahrene:

Alter: 35
Beruf: Mediengestalterin
Familienstand: verheiratet
Kinder: 2
Nettoeinkommen: 2.500 Euro

Die Berufserfahrene hat einen Netto-Rentenanspruch von 1035 Euro. Ihre Versorgungslücke liegt unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Inflation von 1,4 Prozent pro Jahr bei 2.065 Euro.

Die angestellte Mediengestalterin muss voraussichtlich noch 32 Jahre bis zum Rentenbeginn arbeiten. Wenn sie jetzt
beginnt, privat für ihren Ruhestand vorzusorgen, wäre die staatliche Förderung der Riester-Rente eine sinnvolle Option: Außer mit der Grundzulage (bis zu 175 Euro jährlich) kann die zweifache Mutter jährlich auch mit einer Kinderzulage von insgesamt bis zu 600 Euro (bis zu 300 Euro pro Kind) rechnen, sofern der Nachwuchs nach 2008 zur Welt gekommen ist. Bei Geburt der Kinder vor 2008 beträgt die Kinderzulage bis zu 185 Euro jährlich.

Doch die Riester-Rente allein reicht nicht aus. Eine vielversprechende Ergänzung könnte für die Mediengestalterin eine private, fondsgebundene Rentenversicherung sein: Während der Ansparphase fällt keine Abgeltungsteuer an. Zusätzlich kann die heute 35-Jährige die Fonds steuerfrei wechseln, was sich langfristig positiv auf die Höhe ihrer Rente auswirken kann. Sie kann nicht nur den Rentenbeginn frei wählen, sondern auch Zuzahlungen und Entnahmen während der Vertragslaufzeit umsetzen.

Der Berufssenior:

Alter: 50
Beruf: Informatiker
Familienstand: verheiratet
Kinder: 1
Nettoeinkommen: 4.500 Euro

Der Berufssenior hat unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Inflation von 1,4 Prozent einen  Nettorentenanspruch von 1.772 Euro pro Jahr. Seine Versorgungslücke beträgt 2.778 Euro.

Der Informatiker wird voraussichtlich noch 17 Jahre bis zum Rentenbeginn arbeiten. Er hat zwar noch nicht privat vorgesorgt, jedoch ein überdurchschnittliches Einkommen – und damit vermutlich Reserven. Da in seinem Fall der Ruhestand vergleichsweise nah ist, wäre es für ihn ratsam, zunächst mit einem größeren Einmalbetrag und dann weiter monatlich in eine private, fondsgebundene Rentenversicherung zu investieren.

Zudem sollte sich der Berufssenior mit der Basisrente („Rürup-Rente“) auseinandersetzen. Es ist möglich, sie einmalig oder laufend zu bedienen. Im Kalenderjahr 2020 liegt der förderfähige Höchstbetrag bei 25.046 Euro. Davon können 90 Prozent (22.541 Euro) bei der Steuererklärung als Sonderausgabe angerechnet werden – der stetig steigende Prozentsatz wird 2025 bei 100 Prozent liegen. Dadurch sinkt das zu versteuernde Einkommen, und es kommt zu teils enormen Steuerersparnissen. Die Rentenleistung wird hingegen nachgelagert besteuert. Die Höhe des steuerpflichtigen Anteils der Rente hängt von dem Jahr des Rentenbeginns ab. Die volle Besteuerung erfolgt erst, wenn der Rentenbeginn im Jahr 2040 oder später liegt.


Altersvorsorge: Starten statt Warten!

Die vorgestellten Lösungen stellen keine individuelle Vermögens- oder Anlageberatung dar. Welche Instrumente aus dem Drei-Schichten-Modell individuell zu Ihnen passen, hängt von Ihrem Einkommen und Ihrem Alter ab – sowie von der Frage, welchen Gehaltsanteil Sie für die Altersvorsorge verwenden möchten. Und: Alle Anlageformen haben unterschiedliche Chancen und Risiken. Lassen Sie sich daher von einem Experten beraten. Dieser prüft, welche Produkte für Sie in Frage kommen, und berücksichtigt auch Aspekte wie Steuern, Inflation sowie Ihre persönliche Lebenssituation.

Beim Schließen der Rentenlücke gilt jedoch grundsätzlich: Starten statt Warten! Sehen Sie die private Vorsorge vor allem als Chance, Ihre Zukunft in die Hand zu nehmen – damit Ihr Ruhestand auch in finanzieller Hinsicht möglichst sorgenfrei ist.

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