7 außergewöhnliche Investment-Möglichkeiten

Alternative Investments

Aktien, Fonds oder doch das gute, alte Sparbuch für die Rente? Private Altersvorsorge ist richtig und wichtig. Doch wer nach ungewöhnlichen Geldanlagen sucht, sollte sich auch mit Sneakers, Briefmarken oder Comics beschäftigen.

Riester-Rente, betriebliche Altersvorsorge, das Sparbuch oder Fonds gehören zu den gängigen Möglichkeiten für die private Altersvorsorge. Wer bereit ist, etwas Risiko einzugehen, kann aber auch mit schmalem Geldbeutel, etwas Insiderwissen und viel Leidenschaft gutes Geld verdienen – zum Beispiel mit Bonsai-Bäumen oder Turnschuhen. Wir stellen Ihnen sieben alternative Investments vor.

1. Briefmarken: klebrige Altersvorsorge

Briefmarken galten jahrzehntelang als alternatives, aber auch belächeltes Investment. An diesem Image hat sich wenig geändert. Gestiegen ist nur das Interesse von Anlegern, die nach besonders teuren Exemplaren suchen. Doch was macht eine Briefmarke eigentlich wertvoll? In erster Linie bestimmt die Seltenheit ihren Wert. Aber auch der Poststempel oder der Brief, auf dem sie klebt, treibt ihren Preis nach oben. Das Problem: Wer nicht gerade einige Briefmarken-Alben von Opa erbt, muss sich wirklich gut auskennen und ein bisschen Kleingeld mitbringen, um eine als Altersvorsorge lohnende Sammlung aufzubauen. Denn die wirklich wertvollen Marken sind über 100 Jahre alt und kosten zwischen einigen tausend und über eine Million Euro.

2. Whiskey: hochprozentige Geldanlage

Whiskey ist nicht nur ein Getränk für Gentlemen, sondern auch ein alternatives Investment. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen guten und seltenen Schnaps als Altersvorsorge entdecken. Besonders erfolgversprechend sind Investitionen in speziellen Sorten und alten Flaschen. Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Whiskey-Spekulation: Der Käufer kennt sich mit Schnaps aus und beweist ein gutes Näschen. Mit schmalem Geldbeutel sollte man vor allem auf Raritäten und Glücksgriffe setzen. Flaschen aus alten Brennereien sind kaum erschwinglich und befinden sich vor allem in Sammlerhänden. Wertsteigernd wirken bei jungen Flaschen vor allem gute Marken-Geschichten. Stammen sie aus einer kleinen Brennerei aus Schottland oder wurde der Whiskey nach altem Piraten-Rezept hergestellt? Sehr gut. Sowas steigert den Wert. Ein großer Vorteil: Scheitert die flüssige Altersvorsorge, kann man immer noch einen guten Tropfen mit Freunden genießen.


3. Turnschuhe: Altersvorsorge am Fuß!?

Sneaker gehören längst zur Popkultur und sind zum Milliardengeschäft geworden – nicht nur für Marken wie Nike, Puma oder Adidas, sondern auch für geschäftstüchtige Sammler. Limitierte Modelle und beliebte Kooperationen von Turnschuhmarken mit Promis sind gefragt und werden im Internet hoch gehandelt. Doch wer seltene Schuhe erwerben will, muss schnell und hartnäckig sein. Die limitierten Auflagen werden vor allem online oder in ausgewählten Turnschuhläden verkauft. Nicht selten campen die Fans vor dem Release vor der Ladentür. Nur sie bekommen den Schuh zum Herstellerpreis und haben damit Chancen auf hohe Renditen beim Weiterverkauf. Meist sind die Schuhe am Tag ihres Erscheinens am wertvollsten. Einige steigern ihren Wert im Lauf der Zeit – dann sollten sie allerdings ungetragen sein.

Alternative Investments

4. Bonsai: mit grünem Daumen zur Rendite

Wer nach einem filigranen alternativen Investment sucht, kann sich mit Bonsais beschäftigen. In Asien zahlen Liebhaber bis zu 100.000 Euro für die kleinen Bäumchen – jedenfalls, wenn sie alt genug und kunstvoll gestaltet sind. Einziger Haken an dieser Geldanlage: Bonsais brauchen ständige Pflege und viel Zuwendung – und zwar über Jahre hinweg. Ohne Liebe gehen sie schnell ein und die ganze Mühe war umsonst. Wer aber ohnehin einen grünen Daumen und ein bisschen Platz in der Wohnung hat, für den sind Bonsais durchaus eine potentielle Altersvorsorge. Für alle anderen bleiben die Zier-Bäumchen immerhin eine schöne Dekoration für die Fensterbank.



5. Kois: Geldanlage aus dem Gartenteich

Die Koi-Zucht hat in China eine jahrtausendelange Tradition. Für besonders schöne Tiere sind Sammler bereit, vier- bis fünfstellige Beträge auszugeben. Das klingt nach einem guten Investment. Schließlich kosten junge Kois kaum mehr als 100 bis 200 Euro. Doch ein Gartenteich und etwas Futter reichen für die schwimmende Altersvorsorge nicht aus. Dafür braucht es schon etwas mehr Know-how. Die Koi-Zucht ist ziemlich zeitaufwendig und braucht viel Fingerspitzengefühl. Nur wenn ein Karpfen über Jahre gehegt und gepflegt wird, kann er auch viel Geld bringen. Noch ein Haken: Günstige Tiere aus dem Baumarkt oder dem Zoofachhandel taugen nicht als alternatives Investment. Der einfache Grund: Sie sind „Ausschussware“ vom asiatischen Markt und echten Sammlern nicht „hübsch“ genug. Die Profis importieren ihre Kois deshalb direkt aus Asien.

6. Comics: Rendite für Superhelden

Deutlich pflegeleichter sind da schon Comics. Wer mit Superman oder Mickey Mouse Geld verdienen will, muss nicht mehr machen als alte Hefte kaufen und sie sicher lagern. So entdeckte in den USA ein Dachdecker auf seinem Dachboden eine Erstausgabe von Superman. Im Jahr 1938 war sie noch 10 Cent wert, knapp 70 Jahre später unfassbare 175.000 US-Dollar. Doch es geht noch mehr. Für eine guterhaltene Erstausgabe von Batman wurden bei einer Versteigerung schon 3,3 Millionen US-Dollar bezahlt. Das wäre doch ein nettes Polster für die Rente. Einziger Nachteil: Die Comics müssen sehr alt und sehr gut erhalten sein. Außerdem ist in Deutschland der Markt noch sehr klein. Richtige Nachfrage gibt es nur in den USA. Die „Lustigen Taschenbücher“ aus Mamas Keller liefern also zwar nette Kindheitserinnerungen, taugen aber kaum zur Aufstockung der gesetzlichen Rentenversicherung.

7. Star-Wars-Spielzeug: Möge das Investment mit dir sein

Nicht nur Comics taugen als Geldanlage, sondern auch kleine, bunte Plastik-Klötze. Seltene, nicht mehr verkaufte Lego-Bausätze vervielfachen oft ihren Wert. Ein Beispiel: Im Jahr 2007 wurde ein Eiffelturm für 199 Euro verkauft. Mittlerweile ist der ein Meter hohe Turm in Sammlerkreisen über 800 Euro wert. Einige Bausätze aus dem Harry-Potter-Universum steigerten ihren Wert sogar um 1.000 Prozent. Grund dafür sind eine (er)wachsende Anhängerschaft und eine starke Limitierung vieler alter Sets. In Lego als privater Vorsorge zu investieren, mag verlockend klingen, doch dahinter steckt viel Fachwissen und Mühe. Selbst Experten fällt es oft schwer vorauszusagen, welche Sets durch die Decke gehen werden und welche nicht.


Wer sich also seine kindliche Freude am Zusammenbauen erhalten will, sollte vielleicht doch auf konventionelle Absicherungen wie die betriebliche Altersvorsorge oder die Riester-Rente setzen. Das ist zwar weniger spannend als ein Millennium Falcon, kann aber die monatliche Rente am Lebensabend sichern.


Bei allen genannten Investments muss man jedoch festhalten, dass ihre Wertentwicklung schwer vorherzusagen ist und dass sie für die meisten Kunden die klassische Vorsorge nicht ersetzen können.

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