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Aus der Praxis

Praxis

29.09.2020

Mehr Sprechstunden per Video

Die Videosprechstunde boomt. Dieses ergänzende Angebot in vielen Praxen ermöglicht Patienten eine Arztkonsultation ohne Ansteckungsgefahr im Wartezimmer.

Seit Beginn der Corona-Pandemie setzen Ärzte Videosprechstunden verstärkt ein. Laut einer repräsentativen bundesweiten Umfrage der Stiftung Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem health innovation hub des Bundesgesundheitsministeriums boten im Frühsommer etwas mehr als die Hälfte der Ärzte (52,3 Prozent) Videosprechstunden an, weitere zehn Prozent planen dies in Kürze. In vielen Fällen gab die Nachfrage der Patienten den Ausschlag für die Einführung der Videosprechstunde. Bei rund einem Drittel der Ärzte, die die Videosprechstunde schon eingerichtet hatten, war dies der Fall. 37,6 Prozent der befragten Ärzte gaben an, keine Videosprechstunde einführen zu wollen. Ärztinnen zeigen sich laut Umfrage aufgeschlossener für Videosprechstunden als ihre männlichen Kollegen. Erklärbar ist dies mit dem hohen Frauenanteil im psychologisch-psychotherapeutisch-psychiatrischen Bereich (PP-Fächer), wo die Videosprechstunde in 80,5 Prozent aller Praxen angeboten wird und somit eine größere Rolle spielt als bei nichtoperativ tätigen Fachärzten (39,5 Prozent), in der Allgemeinmedizin (33,9 Prozent) und bei den operativ tätigen Fachärzten (24,5 Prozent).

Junge Ärzte sind viel aktiver

Die Umfrage zeigt auch, dass Alter und Standort beim Einsatz der Videosprechstunde eine Rolle spielen. 80 Prozent der Ärzte unter 40 Jahren setzten im Mai 2020 Videosprechstunden ein, ein Fünftel von ihnen lehnte sie ab. In der  Altersgruppe der 41- bis 60-Jährigen lehnte ein Drittel die Videosprechstunde ab, bei den über 60-Jährigen waren es 43 Prozent. Am höchsten ist der Anteil der Videosprechstunde zwar in städtischen Regionen. Die Studie zeigt aber, dass auch Ärzte auf dem Land das Potenzial erkannt haben. Sie sehen in dem Instrument hohes Entwicklungspotenzial. Rund drei Viertel der befragten Ärzte erwarten, dass künftig 20 Prozent der Sprechstunden per Video erfolgen werden.

Honorarzuwächse

29.09.2020

Die wichtigsten Regeln zur Videosprechstunde

Welcher Anbieter ist der richtige? Welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Was ist abrechenbar? Rund um die Videosprechstunde stellen sich Praxisinhabern zahlreiche Fragen. Auf der KBV-Homepage gibt es Antworten.

Die KBV hat im Web zusammengefasst, was Praxisinhaber bei Videosprechstunden beachten müssen und was sie abrechnen können. Eine der zentralen Fragen ist die nach dem Dienstleister. Dieser muss zertifiziert sein, wenn Ärzte die Leistung abrechnen wollen. Für den Überblick hat die KBV eine Liste aller zertifizierten Videoanbieter online veröffentlicht. Das Angebot der Videosprechstunde muss bei der KV angezeigt werden. Die Verfahren dafür sind je nach KV unterschiedlich.

Mengenbegrenzung ausgesetzt

Ein Thema, das für Gesprächsstoff sorgt, ist die Regelung, dass maximal 20 Prozent der erbrachten Leistungen im Quartal per Videosprechstunde erfolgen dürfen. Wegen der Pandemie ist diese Regelung bis einschließlich viertes Quartal ausgesetzt.

Für die Organisation der Videosprechstunde nennt die KBV fünf Schritte:
— Registrierung bei einem zertifizierten Dienstanbieter: Der Anbieter übermittelt Informationen zum Einwählen.
— Terminvereinbarung: Der Patient erhält über die Praxis oder über den Videodienstanbieter einen freien Termin.
— Einwilligung: Der Patient muss vor der ersten Videosprechstunde seine Einwilligung erklären.
— Einwahl: Der Patient und der Arzt wählen sich bei dem Videodienstanbieter ein. Der Patient wartet im Online-Wartezimmer, bis er dazu geschaltet wird.
— Abmeldung: Ist die Videosprechstunde beendet, melden sich beide Seiten von der Website ab. Der Arzt dokumentiert die Behandlung in der EDV.
— Die KBV-Tipps im Web: https://www.kbv.de/html/videosprechstunde.php


29.09.2020

ZFA-Ausbildung auch in der Krise

Die Auswirkungen der Pandemie auf den Ausbildungsmarkt für ZFA und MFA sind derzeit schwer abschätzbar. Fest steht, dass die Ausbildung des Personals zuletzt kaum Priorität haben konnte. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Verband medizinischer Fachberufe vermuten, dass die Praxen sich bei der Ausbildung derzeit zurückhalten. Um aber einen Fachkräftemangel zu vermeiden, haben beide Verbände dazu aufgerufen, die Ausbildung auch in Krisenzeiten zu unterstützen. Die allgemeine Knappheit an Ausbildungsplätzen könnte zugleich eine Chance sein, gut qualifizierte Bewerber zu finden.


29.09.2020

TI wird jetzt medizinisch

Die Telematikinfrastruktur (TI) wird für die Ärzte konkret: Die ersten gut 120.000 Praxen haben im Sommer nach der Zulassung des E-Health-Konnektors ihres Anbieters Zugriff auf medizinische Anwendungen wie Notfalldatenmanagement oder E-Medikationsplan. Um diese nutzen zu können, ist ein Update des Konnektors sowie ein elektronischer Heilberufeausweis der zweiten Generation (eHBA G2) erforderlich. Auch die Voraussetzungen für eine Anbindung der ärztlichen und zahnärztlichen Körperschaften sind erfüllt, so dass in Zukunft über die Plattform Kommunikation im Gesundheitswesen (KIM) mit Kollegen und mit der KV kommuniziert werden kann.

Redaktion:
Springer Medizin, Postfach 2131, 63243 Neu-Isenburg, Hauke Gerlof (V. i. S. d. P.)