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Gesundheitsmärkte

Gesundheitsmärkte

29.09.2020

Deutsche Wirtschaft erholt sich erst 2021

Die Welt wartet auf einen Impfstoff: Ohne wirksames Mittel gegen das Coronavirus bleibt die Situation in der Weltwirtschaft angespannt. Selbst das robuste deutsche Gesundheitswesen verzeichnet Verluste.

Die Corona-Pandemie schickt die Konjunktur in Deutschland auf Talfahrt. Die im Sommer getroffenen Vorhersagen renommierter Institute gehen von einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung in Höhe von vier bis zehn Prozent aus. Im zweiten Quartal ist das deutsche Bruttosozialprodukt um 11,7 Prozent gesunken, so stark wie noch nie.

Wie hoch der erwartete Aufschwung im kommenden Jahr ausfallen und wann dieser beginnen wird, hängt vom Verlauf der Pandemie ab. 2021 sehen viele Prognosen die deutsche Wirtschaft in einem Wachstumskorridor zwischen zwei und sechs Prozent. Die nur verhaltene Erholung der Wirtschaft nach dem starken Einbruch im zweiten Quartal 2020 wird darauf zurückgeführt, dass die Beeinträchtigungen durch die Pandemie erst nach und nach zurückgehen und immer wieder Rückschläge durch regionale Ausbrüche möglich sind. Zudem ist die Weltwirtschaft weiterhin extrem krisenanfällig, unter anderem weil viele Länder stärker von der Pandemie betroffen sind als Deutschland.

Übereinstimmend wird mit einer breiten Erholung der Weltwirtschaft gerechnet, sobald ein seriös durchgetesteter Impfstoff gegen das Coronavirus vorliegt.

Zahnärzte verlieren mehr als das BSP

Ganz im Zeichen der Pandemie stehen auch die Honorarzahlen für das erste Halbjahr 2020. Am schwersten betroffen sind die Zahnärzte, deren Honorare (GKV und privatärztlich) in den ersten sechs Monaten des Jahres um 13,4 Prozent – stärker als das Bruttosozialprodukt – zurückgingen. Moderater – aber auch im Minus – verlief die Entwicklung bei den Klinikbehandlungen (minus 1,1 Prozent) und bei der ambulanten Behandlung (minus 0,9 Prozent). Einzig die Kosten für Arznei- und Verbandsmittel lagen mit sieben Prozent im positiven Bereich.


29.09.2020

Dentalmarkt wird vielfältiger

Einzelpraxis, BAG, MVZ – die Vielfalt an Organisationsformen im ambulanten zahnärztlichen Bereich bietet jungen Zahnärzten heute viele Optionen. Inhaber und damit Arbeitgeber der jungen Zahnärzte sind bei MVZ nicht immer auch Kollegen.

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zeigen im deutschen Dentalmarkt ein dynamisches Wachstum: Laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) erreicht allein die Zahl der rein zahnärztlichen MVZ im Sommer den Stand von 1.040 Einrichtungen. Deutliche Zuwächse meldet die Körperschaft auch im Bereich investorengetragener MVZ. Von diesen gab es im Dezember 2015 erst zehn in ganz Deutschland. Im März 2020 war ihre Zahl auf 207 angestiegen. Ihr Anteil am gesamten MVZ-Markt belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 21 Prozent, Tendenz steigend.

Ballungsräume bevorzugt

Unter Zahnärzten wird diese Entwicklung aufmerksam registriert. Die KZBV beobachtet nicht ohne Sorge, dass sich die investorengetragenen MVZ vorwiegend in gut versorgten, urbanen Gegenden ansiedeln. In eher strukturschwächeren Regionen dagegen beteiligten sie sich eher selten an der Versorgung. Nur sieben Prozent dieser MVZ seien in ländlichen Regionen mit geringerer Kaufkraft zu finden.

Der Bundesverband für nachhaltige Zahnheilkunde (BNZK) dagegen betont Vorteile der Entwicklung bei MVZ. Er verweist darauf, dass Praxen dank der Investoren nicht mangels Nachfolger schließen müssen und dass über diesen Weg in die Modernisierung investiert wird. Die Zahlen sprächen dagegen, dass investorengetragene MVZ Einzelpraxen verdrängen werden. Laut KZBV sind derzeit zwölf Groß- und Finanzinvestoren im Dentalmarkt tätig, die ein globales Investitionsvolumen von rund 94 Milliarden Euro aufweisen. Die Körperschaft bemängelt auch intransparente Beteiligungsstrukturen.


Kurzarbeit: viele Praxen betroffen

   
Anzahl der Arzt- und Zahnarztpraxen, die in der ersten Pandemiewelle Kurzarbeit beantragt haben:  48.300
Anteil der zahnärztlichen Praxen, die Kurzarbeit
angemeldet hatten:
70 %
Anzahl der Praxis-Beschäftigten, für die im März Kurzarbeit beantragt wurde:
40.977

Anzahl der Beschäftigten in Arzt- und Zahnarztpraxen, für die im April Kurzarbeit beantragt wurde:

259.662
Anzahl der Praxis-Beschäftigten, für die im Mai Kurzarbeit beantragt wurde:
26.041 
Anzahl der Kliniken, die im Frühjahr Kurzarbeit beantragt haben:

1.200

Anzahl der Klinik-Beschäftigten, für die schon im März Kurzarbeit beantragt wurde:
7.616

Anzahl der Klinik-Beschäftigten, für die im April Kurzarbeit beantragt wurde:

60.769
Anzahl der Klinik-Beschäftigten, für die im Mai Kurzarbeit beantragt wurde:
14.919
Anteil der Kliniken, die laut Prognose ihrer Manager 2020 rote Zahlen schreiben werden:
57 %

Quelle: Krankenhausstudie 2020; Bundesministerium für Arbeit und Soziales; BZÄK

Redaktion:
Springer Medizin, Postfach 2131, 63243 Neu-Isenburg, Hauke Gerlof (V. i. S. d. P.)