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Im Fokus

29.09.2020

Der nächste Kraftakt für die Praxen

Die Bedeutung des ambulanten Gesundheitssektors ist in der Corona-Krise deutlich geworden. Nun müssen Ärzte und Zahnärzte bei wieder höheren Infektionszahlen ihren Praxisbetrieb aufrechterhalten. Erfahrungen aus dem Frühjahr helfen.

Arzt- und Zahnarztpraxen stehen das zweite Mal in diesem Jahr vor einem medizinischen und wirtschaftlichen Kraftakt:Nach der ersten Pandemiewelle im Frühjahr gilt es im Herbst, bei voraussichtlich steigenden Corona-Zahlen und einer Grippewelle die Regelversorgung aufrechtzuerhalten.
Eine der vielen Herausforderungen für die Praxisinhaber: Sie müssen in der Lage sein, ihren Praxisbetrieb flexibel auf wechselnde Entwicklungen einzustellen. Das Frühjahr hat gezeigt, dass sie dafürgut aufgestellt sind: Der ambulante Sektor hatte hohen Anteil daran, dass die Kliniken in Deutschland nicht überlastet wurden.

Hohe Standards für die Versorgung

Gelungen ist das, weil die Praxen mit ihren hohen Standards für die Versorgung der Patienten bereitstanden. Die vergleichsweise niedrigen Zahlen an erkrankten Ärzten und Praxismitarbeitern haben gezeigt, dass betrieblicher Gesundheitsschutz, Hygienestandards und Organisation der Praxen auch einem Stresstest wie der Corona-Pandemie standhalten – obwohl sie mit massiven Problemen konfrontiert waren. 
Das verdeutlichen drei Beispiele:

— Umsatzeinbußen: Viele Patienten blieben Praxen aus Angst vor Ansteckung fern. Dies führte zum Teil zu Umsatzrückgängen, die teils über den Schutzschirm aufgefangen wurden. Für Zahnärzte sind nur Kredite vorgesehen (s. u.). Aufklärung der Patienten und Hygienekonzepte der Praxen helfen, erneute Einbußen im Herbst zu vermeiden.

— Schutzausrüstung: Den Mangel im Frühjahr konnten Praxisinhaber oft nur mit Kreativität und hohen Kosten ausgleichen. Inzwischen sind die Bestände so aufgefüllt, dass dieses Problem nicht erneut auftreten sollte.

— Digitalisierung: Die Zahl der Praxen, die Videosprechstunden anbieten, ist durch Corona erheblich gestiegen und wird laut Umfragen weiter zunehmen (s. S. 5). Dies wird die Versorgung im Herbst erleichtern.


29.09.2020

Die elektronische Patientenakte kommt

Das Patientendaten-Schutz-Gesetz tritt im Herbst in Kraft. Ein wesentliches Element ist die elektronische Patientenakte (ePA), die die Krankenkassen ab Januar ihren Versicherten anbieten müssen. Für die Versicherten ist die Nutzung der Akte freiwillig, das analoge Datensystem bleibt bestehen. Für den erstmaligen Dateneintrag in eine ePA erhalten niedergelassene Ärzte 10 Euro. Mit dem Gesetz wird auch die Entwicklung einer App für das elektronische Rezept durch die gematik angestoßen.


29.09.2020

Schutzschirm und Liquiditätshilfen mit Grenzen

Die Corona-Pandemie hat für Praxisinhaber unmittelbare wirtschaftliche Auswirkungen. Für manche Praxen zeichnensich Liquiditätsprobleme ab. Banken und Steuerberater sind besonders gefragt.

Die von den regionalen KVen für die Vertragsärzte aufgespannten Schutzschirme halten die Auswirkungen für Praxisinhaberin Grenzen, zumindest was das vertragsärztliche Honorar angeht. Die Liquiditätshilfen garantieren 90 Prozent der im Jahr 2019 gezahlten Gesamtvergütung. Bei manchen Praxen sind dennoch Überbrückungshilfen, Steuerstundungen und Ähnliches erforderlich. Rechtzeitiges Gegensteuern mit Hilfe der Banken und Steuerberater hat in dieser Phase geholfen, die Liquidität zu erhalten.Stärker sind Zahnärzte und Privatärzte betroffen. Zahnärzte verzeichneten in der ersten Pandemiephase einen deutlichenRückgang etwa bei der professionellen Zahnreinigung. Laut KZBV haben die Praxen zwischen Mitte März und Mitte Mai Rückgänge im Leistungsvolumen um bis zu 50 Prozent im Vorjahresvergleich verzeichnet. Für Zahnärzte gibt es keinen Schutzschirm, sondern nur das Angebot einer Liquiditätshilfe in Form von Krediten. Die KZBV hat für das dritte Quartal 2020 dennoch nicht ausgeschlossen, dass es zu Liquiditätsengpässen kommen kann.

Redaktion:
Springer Medizin, Postfach 2131, 63243 Neu-Isenburg, Hauke Gerlof (V. i. S. d. P.)