Marktwissen

Wohnträume werden kleiner – und realistischer

Der Wohnungs- und Häusermarkt hat sich normalisiert, erklärt Jochen Möbert, Immobilienexperte von Deutsche Bank Research. Bau- und Kaufinteressierte scheinen dies zunehmend zu realisieren – und passen ihre Wunschvorstellungen den Gegebenheiten an.

Getty Images/Klaus Bargheer

In den Metropolregionen hierzulande dürfte die Angebotslücke auf dem Wohnungsmarkt über das kommende Jahrzehnt hinaus bestehen bleiben – und Wohneigentum daher auf Sicht kaum günstiger werden. Diese Erkenntnis beeinflusst offenbar bereits die Wohnträume der Menschen hierzulande, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

„Weil der Neubau hinter dem strukturellen Bedarf zurückbleibt, werden viele Haushalte künftig auf kleineren Wohnraum oder ungünstigere Lagen zurückgreifen müssen“, sagt Jochen Möbert, Immobilienexperte der Deutsche Bank Research, in einem exklusiven Statement für unseren Newsletter. Zur Begründung nennt er die ungebrochen große Nachfrage, die auf mehreren Faktoren fußt: „Die Zahl der Haushalte steigt weiter, sie werden kleiner, ältere Miethaushalte haben hohe Anreize, in ihren potenziell zu großen Wohnungen wohnen zu bleiben, und die Binnenwanderung verstärkt den Druck in Wachstumsregionen“, so der Experte.

Jochen Möbert, Immobilienexperte Deutsche Bank Research

Wohntrends einschätzen

Möbert bezieht sich dabei auf Erkenntnisse aus seiner Studie „Bevölkerungsprognose und Wohnungsmarkt bis 2040“ aus dem Jahr 2024. Auf Basis von Daten u. a. des Statistischen Bundesamts werden darin erkennbare Trends der Vergangenheit modifiziert zu einer Projektion in die Zukunft fortgeschrieben. Die Studie liefert damit gegliedert nach drei unterschiedlichen Regionstypen ein Tool, mit dem sich die Aussichten auf dem Immobilienmarkt in den 400 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands einschätzen lassen.

Auf die Entwicklung scheinen Immobilieninteressierte bereits zu reagieren: Ihre Wunschvorstellungen von den eigenen vier Wänden werden offenbar bescheidener – und realistischer. So zeigt z. B. die „Wohntraumstudie 2025“ der Interhyp, dass die dafür Befragten durchaus bereit sind, in auch finanziell angespannten Zeiten Abstriche bei den eigenen Immobilienwünschen zu machen.

Zwar rangiert demnach das freistehende Einfamilienhaus mit 54 Prozent noch immer an der Spitze der Wunschobjekte – im Vergleich zur Vorjahresbefragung ist das allerdings ein Rückgang um zwei Prozentpunkte. Dagegen legten die Suchen nach kleineren Lösungen wie Mehrfamilienhaus (+5 PP) und Doppelhaushälfte (+3 PP) im Jahresvergleich zu.

Besonders wichtig ist den Bundesbürgerinnen und -bürgern der Umfrage zufolge v. a. ein schönes Zuhause: 97 Prozent der Befragten nannten diesen Punkt – nur Gesundheit rangiert demnach mit 98 Prozent knapp davor, dahinter folgt mit 94 Prozent Sicherheit im Alter.


Immobilien geben Sicherheit

Sicherheit in unruhigen Zeiten spielt der Befragung zufolge für Kauf- und Bauinteressenten, die in den kommenden zwei Jahren ein Immobilienvorhaben angehen möchten, die entscheidende Rolle: 93 Prozent nennen die Absicherung im Alter als Motiv, 89 Prozent geben eine sichere Geldanlage an und 87 Prozent wollen unabhängig von Vermieterinnen und Vermietern werden und sich z. B. gegen Eigenbedarfskündigungen absichern sowie Mietzahlungen sparen.

Tragen Sie diese Trends gern an Ihre Kundinnen und Kunden heran, um mit ihnen passgenaue Lösungen für den persönlichen Bedarf und die individuellen Möglichkeiten zu erarbeiten und mithilfe der Deutschen Bank umzusetzen!

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