Crowdfunding ist für viele Start-ups und Kreative ein angesagter Weg, ihre Ideen zu finanzieren. Doch lohnt sich Crowdfunding? Und wo liegen die Vor- und Nachteile eines Kredits im Vergleich zum Crowdfunding?

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Kaum eine Woche dauerte es, da hatte Stromberg seine erste Million zusammen. Nein, nicht das Büro-Ekel in der gleichnamigen Serie. Die Rede ist von „Stromberg“, dem Film, für dessen Produktion die Kölner Firma Brainpool 2011 binnen sieben Tagen die erstaunliche Summe von einer Million Euro einwerben konnte – allein durch Crowdfunding. Mehr als 3.000 Anleger steuerten zwischen 50 und 1.000 Euro zur Finanzierung der Komödie bei, die schließlich 2014 ins Kino kam. Ein Jahr später freuten sich die Crowdfunder über eine Rendite von mehr als 16 Prozent auf ihre Einlage. „Stromberg“ war an den Kinokassen ein Riesenerfolg.

Damit ist erstmals eine Finanzierungsform ins Licht der deutschen Öffentlichkeit gerückt, die heute in vielen Branchen gang und gäbe ist. Bioläden sammeln ihr Startkapital ebenso auf diese Weise ein wie Restaurants, Musiklabels, IT-Entwickler oder Sozialunternehmen. Sogar Kunstsammlungen setzen auf das Prinzip, um – wie ein Beispiel in München zeigt – Werke von Künstlern wie dem Street-Art-Meister Banksy zu erwerben. Insgesamt wurden im Jahr 2015 dem Crowdfunding-Monitor des Internetportals Für-Gründer.de zufolge rund 115 Millionen Euro in Crowdfunding-Projekte investiert.

Was ist Crowdfunding?

Crowdfunding ist nicht gleich Crowdfunding. Hier die feinen Unterschiede:

  • Crowdinvesting: Die Finanzierung des Kinofilms „Stromberg“ zum Beispiel ist ein sogenanntes Equity-based Crowdfunding. Die Anleger erhalten für ihr Geld einen Anteil am Unternehmen oder Gewinn (oder beides) und erwarten dafür irgendwann die Auszahlung einer Rendite.
  • Crowdlending: Dabei geben Privatpersonen kleine bis mittlere Darlehen, die sie vom Unternehmer später zurückbekommen.
  • Klassisches Crowdfunding: Bei der auch Reward-based Crowdfunding genannten Variante erhalten die Investoren hingegen kein Geld als Rendite, sondern werden durch einen ideellen Gewinn belohnt: Eintrittskarten, die ersten fertiggestellten Produkte, Einkaufsgutscheine usw.

Hohe zweistellige Zuwachsraten, wie sie bei Crowd-Finanzierungen in den vergangenen Jahren allgemein zu beobachten waren, verzeichnet laut dem Portal Für-Gründer.de derzeit noch das Crowdlending. Ansonsten schwächt sich der Boom der vergangenen Jahre ein wenig ab. Die Zahl der finanzierten Unternehmungen schrumpft demnach sogar. Was mancher unterschätzt: Crowdfunding ist ein aufwendiger Prozess. Er erfordert viel Kommunikation – erst recht im Zeitalter der sozialen Medien – und das Talent, andere Menschen zu begeistern. Viele Projekte leben vor allem davon, dass sich die Investoren mit den Produkten und Angeboten identifizieren. „Stromberg“ zum Beispiel hatte als TV-Serie schon eine große Fangemeinde gewonnen.

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Nachteile der Schwarmfinanzierung

Zudem braucht und bedeutet Crowdfunding Transparenz. Der Schwarm der Geldgeber will meist nicht nur Einblick in den Crowdfunding-Prozess erhalten, sondern auch Business- und gegebenenfalls Konstruktionspläne sehen, Geschäftszahlen prüfen können sowie am Ende einen angemessenen Gewinn erzielen. Der Gesetzgeber hat die Rechte der Anleger im vergangenen Jahr durch die Reform des Kleinanlegerschutzgesetzes gestärkt. Crowdinvesting und Crowdlending werden seitdem auch durch das Vermögensanlagengesetz und das Kreditwesengesetz reguliert.

Wer Geld von der Crowd will, muss sie gründlich über sein Projekt informieren.

Die Grenze zwischen Transparenz für den Investor und öffentlicher Aufmerksamkeit ist dabei fließend; Erfolg und Misserfolg sind für alle sichtbar. Auch eine Bank verlangt Informationen über ein zu finanzierendes Projekt. Aber sie kann ihrem Geschäftskunden Vertraulichkeit bieten. Und Zuverlässigkeit. Denn beim Crowdfunding kann es oft lange nicht abschätzbar sein, ob das Projekt die Finanzierungshürde nimmt. Denn anders als bei „Stromberg“ zieht sich manches Crowdfunding über Monate hin. Konkret planen lässt sich so schwerlich und manches Projekt kann zur echten Hängepartie werden. Experten schätzen, dass zwischen 40 und 50 Prozent der Projekte die Finanzierung nicht schaffen.

Sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, können kleine und mittlere Unternehmen dagegen von ihrer Hausbank in der Regel zügig den erwünschten Geschäftskredit erhalten, vor allem bei überschaubaren Summen bis 50.000 Euro – und das in der Regel zu besseren Konditionen als die Crowd.

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