Junge Unternehmen in der Anlauf- und Wachstumsphase benötigen Liquidität. Fördermittel helfen weiter, wenn die eigenen Ersparnisse nicht ausreichen – und bieten Vorteile gegenüber Risikokapital oder Crowdfunding.

Startups gelten als risikofreudig, doch Studien zeigen: Deutsche Gründer sind überraschend solide. Laut aktuellem „Startup Monitor“ der Wirtschaftsberatung KPMG finanzieren 84 Prozent ihren Start in die Selbstständigkeit auch aus eigenen Ersparnissen. Mehr als jeder Fünfte greift sogar ausschließlich auf Erspartes zurück. Rund 30 Prozent leihen sich zudem Geld für ihr junges Unternehmen im Freundes- und Familienkreis.

Ebenfalls zum Einsatz kommt laut KPMG-Studie sogenanntes Wagnis- oder Risikokapital, das beispielsweise Business Angels (23 Prozent), Venture-Capital-Geber (19 Prozent) oder Inkubatoren und Company Builder (8 Prozent) bereitstellen. Vorteil: In der Regel können die Risikokapitalgeber neben Geld auch Know-how und nützliche Kontakte bieten. Allerdings interessieren sie sich oft nur für neue, besonders innovative Geschäftsmodelle. Als Gegenleistung müssen Sie als Gründer in der Regel Geschäftsanteile abtreten und den privaten Geldgebern Mitspracherecht einräumen.

Sorgfältige Liquiditätsplanung notwendig

Schnelles Wachstum und die Produktentwicklung stehen auf der Agenda vieler Startups weit oben, doch komplett aus eigener Finanzkraft können das die wenigsten Gründer stemmen. Gerade in der Startphase eines Unternehmens ist es ganz normal, dass die Auszahlungen oftmals größer sind als die Einzahlungen. Wichtig ist deshalb eine sorgfältige Liquiditätsplanung: Welche Auszahlungen sind unvermeidbar (beispielsweise Miete, Sozialversicherungsbeiträge, fällige Lieferantenrechnungen), welche lassen sich ggf. kürzen (z. B. Privatentnahmen) oder verschieben (z. B. geplante Investitionen)? Und mit welchen Einnahmen kann man bis wann sicher rechnen (z. B. Anzahlungen, fällige Forderungen, Gründungszuschüsse, Einlagen von Gesellschaftern oder Investoren, bewilligte Förderdarlehen)? Diese Fragen sollten Sie bedenken. Eine sorgfältige und realistische Planung bewahrt Sie vor vermeidbaren Zahlungsschwierigkeiten und zeigt Ihnen, ob und bis wann Sie zusätzliche liquide Mittel benötigen.

Gründer können Fördermittel beanspruchen

Alternativ oder ergänzend zu Bankdarlehen nutzen mehr als ein Drittel aller Gründer staatliche Fördermittel. Damit stellen Förderprogramme wie beispielsweise der ERP-Gründerkredit die zweitwichtigste Finanzierungsquelle deutscher Startups dar. Tatsächlich bieten Ihnen Fördermittel einige Vorteile: Das Geld steht bei Bedarf langfristig und zu verlässlich planbaren Konditionen zur Verfügung. Niedrige Zinsen und tilgungsfreie Jahre schonen die Liquidität Ihres Unternehmens – gerade in der Anlaufphase. Nicht zuletzt sorgen Fördergelder für eine breitere Kapitalbasis und verbessern Ihren Zugang zu Fremdkapital, denn zum Teil haben die Programme eigenkapitalähnlichen Charakter und erfordern weniger Sicherheiten. Fördermittel beantragen Sie grundsätzlich über Ihre Hausbank.

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