Digitalisierung, Energiewende, E-Mobilität – mittelständische Unternehmen stehen vor vielen Herausforderungen. Eine wesentliche ist, qualifiziertes Personal zu finden.

Der Wettbewerb um gut ausgebildete Mitarbeiter nimmt zu. Um qualifizierte Fachkräfte für sich zu begeistern, sollten mittelständische Unternehmen ihre Stärken gegenüber großen Marken oder coolen Start-ups optimal in Szene setzen.

Noch immer herrscht in der Wirtschaft in vielen Bereichen eher Old School als New Work: Stellenanzeigen, die fordern statt bieten, Bewerbungen, die wochenlang unbeantwortet bleiben, Kontrolle statt Eigenverantwortung, Routine statt Innovation, starre Hierarchien anstelle agiler Teams.

Egal ob Mittelständler oder Konzern, Maschinenbauunternehmen oder Arztpraxis: Mitarbeiter und Bewerber einfach nur zu verwalten und bei Bedarf zu ersetzen, ist keine Option für die Zukunft. Denn die Arbeitswelt ist im Wandel. Vor allem junge, gut ausgebildete Menschen und (hoch) qualifizierte Fachkräfte kennen heute ihren Wert – und wissen, dass sie auf dem Arbeitsmarkt selbstbewusst verhandeln und aus (zahlreichen) Optionen wählen können. Wer sich als Arbeitgeber nicht rechtzeitig auf ihre Wünsche und Erwartungen einstellt, setzt wirtschaftlichen Erfolg, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstumschancen aufs Spiel.

Digitalisierung verschärft Fachkräftemangel

Bereits 1997 prägte die Unternehmensberatung McKinsey den Begriff „War for Talents“. Auch wenn der drohende Kampf um Talente und der wachsende Fachkräftemangel seither schon so oft in den Medien beschworen wurden, dass mancher Unternehmer das Problem kaum noch hören mag, ist der Fachkräftemangel ein reales Problem, das sich nicht ignorieren lässt. Von Quartal zu Quartal meldet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB neue Rekordlücken, Mitte 2018 erreichte die Zahl der offenen Stellen einen neuen Höchstwert von mehr als 1,2 Millionen. Betroffen sind nicht nur MINT-Berufe wie Ingenieure, Techniker oder IT-Spezialisten, sondern eine Vielzahl von Profilen, angefangen beim Landarzt bis zum Lkw-Fahrer.

Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Komplexe Herausforderungen, wie Digitalisierung oder E-Mobilität einerseits, der demografische Wandel und das altersbedingte Ausscheiden von Wissensträgern andererseits, werden den Fachkräftemangel quer durch alle Branchen weiter verschärfen. Bis zum Jahr 2030 könnten deutschen Unternehmen bereits fast fünf Millionen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, schätzt die Beratungsgesellschaft Korn Ferry. Gerade in mittelständischen Unternehmen mit ohnehin eher dünner Personaldecke bedeuten offene Stellen oft finanzielle Einbußen – sei es durch unerledigte Aufträge, unzufriedene Kunden oder überlastete Arbeitnehmer, die krank werden oder Fehler machen.

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Die Zukunft beginnt jetzt

Statt tatenlos abzuwarten, sollten vorausschauende Unternehmer der sich abzeichnenden Fachkräftelücke frühzeitig und strategisch begegnen. Eine ausgewogene Erfolgsstrategie umfasst dabei drei Komponenten. Erstens: neue Mitarbeiter finden und für sich gewinnen. Zweitens: bestehende Mitarbeiter langfristig an das eigene Unternehmen binden. Drittens: die Belegschaft durch passende Angebote fachlich und gesundheitlich fit halten. Mit Letzterem begegnen Sie als Arbeitgeber dem demografischen Wandel und veränderten fachlichen Anforderungen. Ebenso erfüllen Sie den persönlichen Wunsch vieler Fachkräfte, sich weiterzuentwickeln, mehr selbst zu entscheiden und neue Aufgaben zu übernehmen.

1. Talente finden: digital plus analog

Eine übersichtliche und aussagekräftige Karriere-Webseite gehört heute zum Pflichtprogramm. Die Digital Natives der Generation Y und ihre jüngeren Nachfolger sind über Social Media bestens vernetzt und kommunizieren am liebsten online. Als moderner Arbeitgeber sollten Sie in der Bewerberansprache neue Wege ausprobieren. Mit gepflegten Profilen und authentischen Aktivitäten in sozialen Netzwerken können Sie vor allem bei jüngeren Kandidaten punkten. Warum dabei nicht die eigenen Mitarbeiter zum Social-Media-Botschafter machen? Online und Offline sollten sich ergänzen: Präsentieren Sie sich auf Karriere- und Jobmessen, bei Branchentreffen, Veranstaltungen der Kammern oder auf Schul- und Hochschulevents – und berichten Sie online darüber.

2. Talente binden: Fairness und Wertschätzung zählen

Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub, betriebliche Altersvorsorge – die klassischen Instrumente der Mitarbeiterbindung haben zwar nicht ausgedient, doch sie sind weniger wichtig. Sehr beliebt sind stattdessen faire und transparente Gehaltsstrukturen. Wichtiger als ein klangvoller Titel oder ein repräsentatives Büro sind eine sinnvolle Aufgabe und die Chance, eigene Ideen einzubringen.

Fachkräfte zu binden ist auch ohne üppiges Personalbudget möglich. Wertschätzung können Unternehmen jeder Größe bereits beweisen, indem sie möglichst offen und flexibel auf die individuellen Wünsche und unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen. Wer Kinder hat, wünscht sich flexible Arbeitszeiten, Angebote zur Kinderbetreuung und die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für junge Leute ohne Familie bedeutet Work-Life-Blending dagegen vielleicht eher eine Viertagewoche, die Freiheit, öfter mal im Homeoffice zu arbeiten oder ein Sabbatical einzulegen. Auch ein ergonomisch nach den persönlichen Bedürfnissen gestalteter moderner Arbeitsplatz, unterschiedliche Angebote zur Mobilität, wie beispielsweise Carsharing oder E-Bikes, aber auch der gesunde Obstteller im Pausenraum und die kostenlose Rückenschule zeigen: Du bist mir wichtig!

3. Talente entwickeln: Investment mit Erfolgsgarantie

Es gelingt Ihnen, Mitarbeiter von sich zu überzeugen und im Unternehmen zu halten? Glückwunsch! Je nach Branche und Region ist es bereits ein großer Erfolg, wenn Sie Ihren Bedarf an Fachkräften decken und offene Stellen schnell neu besetzen können. Achten Sie aber auch darauf, dass Ihre Mitarbeiter sich fachlich und persönlich weiterentwickeln können. Vom Sprachkurs bis zum berufsbegleitenden Management-Studium gibt es heute für jedes Ziel und jeden Bedarf das passende Angebot zur Weiterbildung. Auch individuelles Coaching, Körpersprache-Training oder Mentoring sorgen für starke, zufriedene und motivierte Mitarbeiter. Die bringen nicht nur Ihr Unternehmen voran, sondern sind auch im Wettbewerb um junge Talente Ihr überzeugendstes Argument.

Investitionen ins Arbeitsumfeld zahlen sich aus

Unternehmen benötigen Talente. Doch Talente benötigen auch den richtigen Rahmen, um sich zu entfalten: Mit den richtigen Mitarbeitern zahlen sich Investitionen in moderne, gut ausgestattete Arbeitsplätze sowie in aktuelle IT, hochwertige Werkzeuge oder moderne Maschinen doppelt aus. Indem Sie als Arbeitgeber ein optimales Arbeitsumfeld schaffen, steigern Sie nicht nur die Zufriedenheit, sondern vor allem auch die Produktivität Ihrer Mitarbeiter – die beste Voraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.

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