Die Finanzplanung ist für viele Handwerker ein ungeliebtes Kind. Aber auch in Zeiten voller Auftragsbücher können sich Chefs von Handwerksbetrieben Vorteile verschaffen, wenn sie ihre Liquidität im Blick haben.

Die Auftragslage im deutschen Mittelstand ist gut. Viele kleine Betriebe sagen sogar schon Aufträge ab, Kunden müssen oft lange auf einen Termin warten. Für die Geschäftszahlen wie den Umsatz und die Eigenkapitalausstattung bedeutet das: Sie kennen nur eine Richtung – nach oben. Da bedarf es doch keiner ausführlichen Finanzplanung mehr, oder?

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Andreas Wellner von der AW Automatisierungstechnik GmbH aus Stadtlohn, Nordrhein-Westfalen, hat da so seine Erfahrungen gemacht. Seinen Betrieb hat er 1997 nach bestandener Meisterprüfung gegründet. Er ist auf den Objektbau und die Installation von elektrischen Anlagen spezialisiert. Zu Beginn hat er seine Firma noch als selbstständiger Handwerker geführt und haftete somit auch mit seinem Eigenkapital. „Ich kannte die Risiken“, sagt Wellner, „und habe immer sehr aufs Geld geachtet. Bei einem Fehler drohen ja sonst schnell auch private Geldprobleme.“

2006 hat er seine Firma in eine GmbH umgewandelt. „Das war ein wichtiger Schritt, um mich finanziell abzusichern und dafür zu sorgen, dass die Firma immer flüssig ist“, erzählt der heute 50-Jährige. Die Finanzplanung war dabei von Anfang an Chefsache. „Aus meiner Zeit als Selbstständiger hatte ich Erfahrungswerte, wie aufwendig Projekte sind. Das hat mir dabei geholfen, meine Einnahmen und Ausgaben zu kalkulieren.“ Die größte Herausforderung war aber nicht die Gründung der GmbH, sondern das, was 2011 folgte.

Mut zur größten Investition seines Lebens

Seine Firma war in ihren frühen Jahren mehrfach umgezogen. 2011 entschloss sich Wellner dann dazu, eine eigene Lagerhalle samt Büroräumen zu bauen. „Das war die größte Investition meines Lebens“, berichtet der Unternehmer, „natürlich bin ich da nervös gewesen.“ Wellner suchte nach der passenden Finanzierung – und fand sie bei der Deutschen Bank. „Das Angebot der Deutschen Bank war rundum top – von den Konditionen, von der Beratung und auch von der Geschwindigkeit, in der mein Kreditantrag bearbeitet wurde.“

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Die neue, große Lagerhalle hat viele Vorteile für seine Firma. Im Bereich der Elektro- und Automatisierungstechnik müssen Unternehmen teils große Maschinen vorhalten. Die wichtigsten davon hat Wellner nun immer auf Lager und kann bei Kundenanfragen sehr schnell reagieren. „Darüber freuen sich unsere Kunden natürlich und arbeiten deshalb sehr gerne mit uns zusammen.“ Aber wie wirkt sich das große Lager auf die Liquidität seiner Firma aus? „Wir haben schon sehr viel gebundenes Kapital“, sagt Wellner. „Aber die Vorteile überwiegen für mich.“

Die Finanzen immer genau im Blick

Zu den Vorteilen gehört auch der positive Eindruck, den Kunden gewinnen, wenn sie in Wellners Büro kommen. „Meine Besucher sind ziemlich beeindruckt, wenn sie unsere großen Räumlichkeiten und die vielen Maschinen und Geräte sehen. Das stärkt das Vertrauen in uns.“ Die Investition hat sich also gelohnt. Und um Liquiditätsprobleme zu vermeiden, hat er Vorkehrungen getroffen, von denen jeder Handwerksbetrieb profitieren kann.

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Folgende Konditionen gelten für seine Kunden:

  • Klare Zahlungsziele vereinbaren: Seine Kunden müssen innerhalb von acht Tagen zahlen.
  • Anreiz zur schnellen Zahlung: Er bietet seinen Kunden Skonto.
  • Zahlungen splitten: Seine Kunden zahlen in Chargen. So erhält er bereits während der Ausführung eines Auftrags Geld.

Folgende Vorteile kann er dank seines Liquiditätsmanagements im Einkauf nutzen:

  • Vergünstigte Einkaufskonditionen: Er nutzt Skonto bei seinen Lieferanten.
  • Keine Angst vorm Dispo: Mit dem Kontokorrentkredit überbrückt er kurzfristige Engpässe.
  • Es ist günstiger, den Kreditrahmen in Anspruch zu nehmen und die Zahlung unter Abzug von Skonto zu beauftragen, als auf Skonto, das man als Zahlungspflichtiger nutzen kann, zu verzichten.

Wellner beschäftigt seit 2017 einen Mitarbeiter, der ihn beim Liquiditätsmanagement unterstützt. Das wurde nötig, weil der administrative Aufwand in der Firma seit dem Bau der Lagerhalle stark gestiegen ist. Mehr Aufträge, mehr Mitarbeiter, mehr Umsatz: Alleine war die Finanzplanung nicht mehr zu bewältigen.

Vom Praktiker zum Planer

Wellner hat dank seines Kollegen mehr Zeit für die Auftragskalkulation und den Kontakt mit Kunden. Akribisch rechnet er jeden Auftrag durch. „Passt der Zeitplan? Stehen Budget und Aufwand in einem akzeptablen Verhältnis? Können wir unserem Kunden ein noch besseres Angebot machen, beispielsweise indem wir vergünstigte Einkaufskonditionen von einem Lieferanten in Anspruch nehmen? Das wäge ich immer ab und bespreche die Details mit den Kunden persönlich oder am Telefon.“

So hat sich seine Tätigkeit gewandelt – vom Praktiker zum Planer. Auf der Baustelle ist er deshalb nur noch selten. „Das ist zwar schade“, sagt Wellner, „aber ich habe mich ja von Anfang an viel mit der Finanzplanung beschäftigt. Darüber sollte man als Firmenchef schon einen guten Überblick haben.“ Und wenn doch mal etwas Unvorhergesehenes passiert, hat er schnell den Kontakt zu seinem Bankberater.

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