Rechtzeitige Gestaltung der Nachfolge ist wesentlich

Weil die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland immer älter werden, steht den Praxen im ambulanten Bereich ein massiver Generationenwechsel bevor. Für die abgebenden sowie die übernehmenden Mediziner ergeben sich dabei Chancen und Möglichkeiten. 

Ein Drittel der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ist über 60 Jahre alt, das Durchschnittsalter liegt derzeit bei gut 54 Jahren – in den kommenden zehn, 15 Jahren werden sich hierzulande Zehntausende Mediziner in den Ruhestand verabschieden 1). Um die Praxis zu einem angemessenen Preis zu verkaufen, braucht es heute jedoch mehr als eine Zulassung, die Praxisausstattung und einen Patientenstamm.

Kooperationen immer gefragter

Heutige Medizinstudenten denken immer häufiger anders als noch Ihre Wegbereiter. Sie suchen vermehrt die Kooperation mit ihren ärztlichen Kollegen. Die Gründe hierfür finden sich unter anderem darin, dass administrative Aufgaben wie das Praxis- und Qualitätsmanagement, die Einhaltung von gesetzlichen Regelungen und Regulatorik, Personalführung, Digitalisierung oder gestiegene Ansprüche von Patientenseite an Leistungsspektrum oder Praxisöffnungszeiten mit einer Einzelpraxis als kaum oder gar nicht mehr erfüllbar wahrgenommen werden. Zudem fehlen gute Fachkräfte nicht nur in den Pflegeberufen. Gut ausgebildete und zuverlässige Mitarbeiter werden in nahezu jeder Praxis gesucht.

Rahmenbedingungen für Übergabe

Gerade junge Ärzte, die von ihren Ausbildungskrankenhäusern oft gute medizinische Ausstattung gewohnt sind und deren Gehälter in der stationären Anstellung sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt haben, erwarten dies natürlich auch in einer ambulanten Praxis. All diese Rahmenbedingungen haben Praxisinhaber zu beachten, wenn sie sich auf die Übergabe an die folgende Generation vorbereiten. Idealerweise fangen sie mit angemessenem Vorlauf an, ihre Praxis wettbewerbsfähig und attraktiv gerade auch in Hinblick auf die Übergabe zu machen – beziehungsweise zu erhalten.

Die Suche nach dem Nachfolger

Natürlich gehört zur Vorbereitung auch die Frage, wer die Praxis übernehmen soll. Ist es sinnvoll, sie – etwa durch eine Übergangsgemeinschaft oder Jobsharing – schrittweise zu übergeben? Sie in eine Berufsausübungsgemeinschaft oder ein Medizinisches Versorgungszentrum einzubringen? Kann es interessant sein, ein Investorenangebot anzunehmen – oder möchte der Arzt als Unternehmer selbst noch gestaltend tätig werden? Und überhaupt: Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abgeben.

Standortbestimmung ist hilfreich

Daneben hat der Arzt auch bei der Übergabe bestimmte gesetzliche Regelungen zu beachten, die – neben dem Patientenwohl und der privaten Absicherung – von Bedeutung sind. Deshalb bespricht der Heilberufe-Betreuer mit dem Praxisinhaber dessen Zukunftspläne und begleitet ihn auf dem Weg zur Verwirklichung. Dafür öffnet der Heilberufe-Betreuer sein Netzwerk zu anderen Experten des Gesundheitswesens sowie möglichen Praxiskooperationspartnern oder Nachfolgern. Ein PraxisCheck der Deutschen Bank dient als solide Standortbestimmung. Er zeigt etwaige Verbesserungsmöglichkeiten und kann ein guter Ausgangspunkt sein, um weitere Entscheidungen zu treffen.

Wir begleiten Sie gern bei Ihren wichtigen Überlegungen – nicht nur mit durchdachten Finanzkonzepten. Vereinbaren Sie mit Ihrem Deutsche Bank Heilberufe-Betreuer einen Termin für ein strategisches Gespräch und einen PraxisCheck. Eine solche Analyse kann Ihnen zur Standortbestimmung dienen: Sie hilft Ihnen, möglichst genau einzuschätzen, wo Sie als Praxisinhaber stehen – und wie Sie die Übergabe Ihrer Praxis am besten vorbereiten

1)Quellen:
http://gesundheitsdaten.kbv.de/cms/html/16397.php
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58336/