Mehr finanzielle Freiheit mit Avalen

Die hohe Nachfrage nach Rüstungsgütern beschert der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH enormes Wachstum. Mit einer syndizierten Avallinie kann das Unternehmen die dafür notwendigen Sicherheiten für seine Kunden stellen.

Foto: FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH

In einer Welt mit geopolitischen Spannungen, hybriden Bedrohungen und Angriffen auf die internationale Ordnung brauchen Demokratien glaubwürdige Abschreckung. Aus wirtschaftlicher Perspektive kommt diese Zeitenwende insbesondere bei Rüstungsunternehmen an, deren Produkte inzwischen eine extreme Nachfrage erfahren.

Das gilt auch für die FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH. Basierend auf einer jahrzehntelangen Erfahrung in der Instandsetzung und Modernisierung von gepanzerten Ketten- und Radfahrzeugen für die Bundeswehr und andere Armeen hat sich das Unternehmen zum Fahrzeughersteller und Systemhaus weiterentwickelt. Entstanden sind dabei unter anderem das Kettenfahrzeug Wisent 2, der als Berge-, Pionier- oder Minenräumpanzer eingesetzt wird, sowie der ACSV, der mit verschiedenen Missionsmodulen ausgestattet werden kann.

„Mit der Avallinie können wir unseren Auftraggebern die notwendigen Anzahlungsgarantien stellen.“

Frank Dobroszczyk, Leiter Treasury bei der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH

Seit 2022 verzeichnet die FFG dank hoher Ordereingänge aus dem In- und Ausland ein enormes Wachstum. Um dieses Wachstum auch finanziell abzusichern, hat das Unternehmen unter Federführung der Deutschen Bank einen syndizierten Kredit im Volumen von 265 Millionen Euro refinanziert, davon 250 Millionen Euro als Garantiefazilität. „Mit der Avallinie können wir unseren Auftraggebern die notwendigen Anzahlungsgarantien stellen“, erklärt Frank Dobroszczyk, Leiter Treasury der FFG – Usancen, die im Rüstungsgeschäft aufgrund langer Vertragslaufzeiten und hoher Volumina üblich sind. Bereits im Vertrag angelegt ist die Möglichkeit der Ziehung eines Joint-Signature-Avals, bei dem mehrere Kreditinstitute gemeinsam als Avalgeber auftreten, was im Vergleich zum Fronting Kosten reduziert.

Wegen des dynamischen Branchenumfelds und der hohen Wahrscheinlichkeit substanzieller Folgeaufträge gelang es Dobroszczyk mit dem langjährigen Finanzierungspartner Deutsche Bank, eine Erhöhungsoption von weiteren 285 Millionen Euro und die Erweiterung des Konsortiums um zwei neue Kreditgeber zu vereinbaren. Auch die Laufzeit von fünf Jahren, verbunden mit der Möglichkeit, die Fazilität zwei Mal um jeweils ein weiteres Jahr zu verlängern, zahlt auf die neuen Realitäten ein. „Das gibt uns ein enormes Maß an Flexibilität und Planungssicherheit“, sagt Dobroszczyk – Voraussetzungen, die für Rüstungsunternehmen im aktuellen Umfeld unerlässlich sind.

Steckbrief

  • Refinanzierung und Erhöhung des Konsortialkredits mit Aufstockungsoption und maximal siebenjähriger Laufzeit
  • Integriertes Muster eines Joint-Signature-Rahmenvertrages, um Fronting-Kosten zu vermeiden

Risiken im Konsortium absichern

Als häufig geforderte Sicherungsmittel sind Avale in der Unternehmensfinanzierung nicht mehr wegzudenken. Banken übernehmen dabei für den Auftraggeber des Avals die Funktion des Garanten und verpflichten sich, den Begünstigten unter bestimmten Voraussetzungen schadlos zu halten. Vor allem im internationalen Geschäft hilft das, neue Märkte und Kunden zu erobern. Üblich sind Avale in vielen Branchen, insbesondere im Baugewerbe, im Maschinen- und Anlagenbau und in der Rüstungsbranche.

Vor allem großvolumige und komplexe Avalkredite lassen sich in der Praxis aber nur noch aufbringen, wenn sie von einem Konsortium aus mehreren Banken getragen werden: als syndizierte Avalfazilität. Dabei koordiniert mindestens eine Bank als Bookrunner den gesamten Prozess – von der Strukturierung über die Erstellung der Kreditdokumentation bis zur Syndizierung an weitere Kreditgeber.

Der Schuldner erspart sich damit die Mühe, eine Vielzahl einzelner Avale aufzunehmen – bei verschiedenen Kreditinstituten und mit möglicherweise unterschiedlichen Kreditbedingungen. „Zudem bietet eine syndizierte Avalfazilität die Möglichkeit besonders langer Laufzeiten und damit Planungs- und Preissicherheit während der gesamten Vertragsdauer“, beschreibt Kay Göllnitz-Balls, Firmenkundenbetreuer von FFG bei der Deutschen Bank, die Vorteile. Nicht zuletzt aufgrund ihres globalen Filial- und Korrespondenzbankennetzes ist die Deutsche Bank im großvolumigen Aval- und Garantiegeschäft dabei ein verlässlicher Partner.

„Zudem bietet eine syndizierte Avalfazilität die Möglichkeit besonders langer Laufzeiten und damit Planungs- und Preissicherheit während der gesamten Vertragsdauer.“

Kay Göllnitz-Balls, Firmenkundenbetreuer für die FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH bei der Deutschen Bank

Weiterer Vorteil: Syndizierte Avalkredite bieten eine hohe Flexibilität in der Vertragsgestaltung. Sie können als reine Avallinie oder als Teil einer revolvierenden Kreditfazilität strukturiert werden. Auch unterschiedliche Laufzeiten der Avallinie sowie der darunter ausgereichten Avale sind möglich.

Merkmale auf einen Blick

  • Hohe Volumina und lange Laufzeiten möglich
  • Planungssicherheit für den Kreditnehmer
  • Flexibilität in der Strukturierung

Bei der Strukturierung des Avalkredits kann sich der Kreditnehmer zwischen dem Fronting- und dem Joint-Signature-Modell entscheiden. Beim Joint-Signature-Modell treten mehrere Kreditinstitute über einen Koordinator gemeinsam als Avalgeber auf. Jeder der Konsorten übernimmt dabei nur einen vorab festgeschriebenen Teilbetrag der Garantiesumme. Keine Bank muss also das volle Ausfallrisiko tragen. Zudem kann der Schuldner gezielt Institute auswählen, die für bestimmte Länder, Branchen oder von Auftraggebern akzeptiert werden.

Beim Fronting-Konzept legt die sogenannte Fronting-Bank – stellvertretend für das Konsortium – die Avale aus. Um das Risiko der Fronting-Bank zu verringern, werden Rückavale der teilnehmenden Banken an die Fronting-Bank ausgestellt. Für dieses Rückhaftungsrisiko wird eine Gebühr fällig.

Grafik: Konsortiale Avalkredite im Rahmen eines Joint-Signature-Modells

04/2026

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