Der Niedrigzins bietet Möglichkeiten und sorgt zugleich für Verunsicherung. Einerseits ist Fremdkapital günstig wie selten zuvor. Andererseits bringen Bankguthaben derzeit kaum mehr Zinserträge ein. Das stellt so manche Finanzplanung auf den Kopf – und kann unter anderem bei den Betriebsrenten zu Problemen führen.

Sparen oder investieren? Kurz- oder langfristig planen? Ruhig bleiben oder etwas riskieren? In Zeiten, in denen zum Teil sogar Verwahrentgelte für das eigene Bankguthaben anfallen, ist es nicht so einfach, den Durch- und Überblick zu bewahren. Investitionen sollten daher gut durchdacht sein. Die folgenden fünf Aspekte zur Zinssituation am Kapitalmarkt können Sie dabei unterstützen, bei der Finanzierung Ihrer Unternehmenspläne Entscheidungen zu treffen.

Die Niedrigzinsphase in Europa wird voraussichtlich vorerst anhalten

Der Niedrigzins hängt maßgeblich mit den Vorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen. Sie senkte den Leitzins im März 2016 auf null Prozent – und daran dürfte sich nach Einschätzung der Deutschen Bank vor Mitte 2019 auch nichts ändern. Für Mittelständler bedeutet das, dass sie auch in den nächsten Jahren aller Voraussicht nach noch zu vergleichsweise günstigen Konditionen Fremdkapital aufnehmen können. Könnte jetzt also ein guter Zeitpunkt für Investitionen sein? Ein Blick auf das niedrige Zinsniveau lässt diese Schlussfolgerung nicht ganz abwegig erscheinen.

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Zeit zu investieren und zu expandieren

Ist erst mal der Entschluss gefasst zu investieren, stellt sich die Frage: in was, und handelt es sich bei der angedachten Investition um ein gewinnbringendes Projekt? Kleinere Investitionen können viele Firmen dank vorhandener Barmittel oftmals selbst stemmen. Aber sollten neue Gebäude nötig sein, teure Maschinen angeschafft oder die Digitalisierung vorangetrieben werden, kann der Bankkredit eine vergleichsweise günstige Möglichkeit bieten. In Niedrigzinsphasen ergreifen Unternehmen auch vermehrt die Chance auf anorganisches Wachstum. Durch eine Firmenübernahme – welche zunächst mit Kosten verbunden ist – können neue Wirtschaftsbereiche erschlossen werden.

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Cash-Reserven anlegen

Nicht nur Investitionen sollten gut durchdacht sein, sondern auch die Verwaltung des Kapitals. Denn wer seine Cash-Reserven auf einem Bankkonto belässt, erhält aktuell kaum noch Zinsen. Für mittelständische Unternehmen wird das Liquiditätsmanagement damit zunehmend zur Herausforderung. Wie Sie Ihr finanzielles Polster anlegen können, hängt von der jeweiligen Situation ab: Wird das Geld bald wieder benötigt? Oder planen Sie eher eine mittelfristige Anlage? Und wie ist es um die Risikobereitschaft der Finanz- und Firmenchefs bestellt? Mehr über Ihre Möglichkeiten erfahren Sie in unserem Artikel.

Mittelstand bei Betriebsrenten in Bedrängnis

Eine ganz andere Baustelle ergibt sich für viele Mittelständler bei der betrieblichen Altersversorgung. Das Problem: Viele mittelständische Unternehmen haben ihren Angestellten Leistungszusagen für die Rente in Zeiten gegeben, in denen es noch vergleichsweise hohe Zinsen gab. In der Niedrigzinsphase erweisen sich die von ihnen angesparten Rücklagen aber oftmals als zu niedrig. Unter Umständen müssen Mittelständler weiteres Kapital nachlegen, um ihre zugesagten Betriebsrenten bezahlen zu können. Nichtsdestotrotz bietet die betriebliche Altersversorgung auch weiterhin Vorteile für Arbeitgeber: beispielsweise durch die Senkung der Lohnnebenkosten dank des geringeren Bruttoeinkommens, die Imageförderung für das Unternehmen und die höhere Mitarbeiterbindung.

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Deutsche Unternehmen profitieren von globaler Konjunktur

Ungeachtet der politischen Risiken wächst die globale Konjunktur aktuell synchron mit dem stärksten Wachstum seit dem Jahr 2010. Davon profitiert Deutschland mit seinen exportorientierten Unternehmen in besonderem Maße. Seit 2010 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jedem Jahr gestiegen, 2016 laut Angaben des Statistischen Bundesamts um 1,9 Prozent. Diese wirtschaftliche Dynamik schlägt sich auch in den Verkaufszahlen der deutschen Unternehmen nieder: So profitieren einerseits viele Branchen vom gestärkten Binnenmarkt – laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts konnten die Einzelhandelsumsätze im September 2017 um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zulegen. Andererseits werden deutsche Industrieprodukte stark im Ausland nachgefragt. So stiegen die deutschen Exporte im August auf Jahressicht um 7,2 Prozent. Mit soliden Wachstumsraten ist auch in den nächsten Jahren zu rechnen: Für 2017 und 2018 prognostiziert die Deutsche Bank ein Wachstum des BIP in Deutschland von 1,9 und 1,8 Prozent.