Frankfurt, Kapstadt, Los Angeles – fast die Hälfte des Jahres verbringt er auf Reisen. Özgür Albayrak ist erfolgreicher Werbefotograf. Seine Bilder sind in den Kampagnen bekannter Marken zu sehen. Dass sich Kreativität und Geschäftssinn aber keineswegs ausschließen, beweist der Berliner durch eine kluge Finanzierungsstrategie.

Stimmungsvolle Landschaften, lebendige Porträts und perfekt inszenierte Autos – Özgür Albayrak fängt Situationen mit Liebe zum Detail und Sinn für Ästhetik ein. „Für mich ist ein Bild dann gut, wenn es eine Aussage hat und im Gedächtnis bleibt“, sagt Albayrak. „Bilder müssen in den Menschen ein Echo finden, etwas zum Schwingen bringen.“ Wenn er Fotos macht, hält er genau diesen magischen Moment fest.

Seit fast 20 Jahren ist Albayrak als Fotograf, unter anderem für Werbekampagnen großer Marken unterwegs. „Meine Bilder müssen es außerdem schaffen, eine Verbindung von Emotionen zur Marke herzustellen“, erzählt er. Seine Kunden kommen aus allen Branchen: Autos und Luftfahrt, Mode und Kosmetik, aber auch weniger glamouröse wie Finanzen und Technologie. Der 38-Jährige ist vielseitig und viel gefragt.

Aus Kunst wird ein Beruf

Dass er etwas mit Bildern machen möchte, war dem gebürtigen Darmstädter schon als Teenager klar. Fotografie fand er besonders interessant. Doch ein Kunstlehrer erkannte früh sein Talent und förderte ihn, er fand Freunde mit Dunkelkammer und Künstlereltern: „Dann habe ich irgendwann realisiert: Das ist ja ein Beruf.“

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Im Jahr 2000 ist Albayrak nach Berlin gezogen, wo er heute noch wohnt. Einziges Manko seiner großzügigen Altbauwohnung mit dem typisch verwinkelten Berliner Zimmer: Es gebe zu wenig Licht, bemängelt der Fotograf. Aber für seine Jobs ist er sowieso den größten Teil des Jahres unterwegs. Spanien, Südafrika oder Kalifornien – Wetter und Licht sind dort zum Fotografieren einfach besser. Angefangen hat er als Studioassistent, dann einen kurzen Abstecher an die Kunsthochschule unternommen und später den Einstieg als Fotograf für Zeitschriften geschafft. Schnell riefen etablierte Medien wie SZ-Magazin, Zeit-Magazin und brand eins bei ihm an. Seit 2011 verlagerte er seinen Schwerpunkt in die Werbung. „Und das ist ziemlich gut aufgegangen für mich“, sagt er rückblickend.

Seine Karriere nahm schnell Fahrt auf: Der Umsatz ist kontinuierlich gestiegen. Sein Erfolgsrezept? „Ich bringe Kreativität mit, mir macht aber auch die Konzeption gemeinsam mit den Kunden im Vorfeld viel Spaß.“ Doch hat ihn der Erfolg fast ein bisschen überrannt. „Ich habe schon jahrelang als Fotograf mein Geld verdient, aber es hat gedauert, bis ich mich wirklich etabliert gefühlt habe“, erinnert er sich.

Das Business finanzieren

Als die Budgets immer größer und die Aufträge immer mehr wurden, war außerdem klar: „Ich muss mich mehr mit der Businessseite beschäftigen.“ Einzelkämpfer konnte er nicht bleiben. Mittlerweile hat Albayrak eine GmbH gegründet und kann als Unternehmen für seine Kunden die komplette Organisation und Produktion der Shootings übernehmen. Um diesen Schritt zu gehen, brauchte er eine Anschubfinanzierung.

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Zuerst hatte er über eine KfW-Finanzierung nachgedacht, aber sich dann für den Kredit der Bank entschieden. Davon hat er Equipment gekauft, das für große Fotoproduktionen notwendig ist: Kameras, Objektive, Fotolampen und -scheinwerfer beispielsweise. „Das ist jetzt ein richtiger Apparat, der hinter einem brummt“, sagt er über sein Unternehmen. „Aber es ist auf jeden Fall sinnvoll, den Apparat zu besitzen, um die oft hohe Taktzahl der Aufträge reibungslos zu bewältigen.“

„Der Finanzbereich war natürlich Neuland für mich – aber ich habe mich bei meiner Hausbank gut aufgehoben gefühlt“, erinnert sich Albayrak. Auch wenn er in der Filiale der Einzige ohne Businessanzug war, „für mich war das immer eine positive Erfahrung und ich wurde sehr ernst genommen. Im folgenden Jahr hat er bei seiner Bank noch ein Finanzierungspaket nachgelegt und sich damit an einer Firma beteiligt, die Equipment verleiht. Nach dem Sharing-Economy-Prinzip können Fotografen ihre Ausrüstung dort zur Verfügung stellen – oder ausleihen. So arbeiten die Kameras auch, wenn der Fotograf frei hat. „Mir macht diese ganze Businessseite mittlerweile schon auch Spaß, ich fuchse mich sogar gerne in die Finanzdinge rein“, so Albayrak.

Freiheit auf Reisen

Doch auch wenn die geschäftliche Seite wichtig ist, bleibt er ein Kreativer. „In meinem Beruf kann man sich nicht wirklich ausruhen, ich muss meinen Kunden ja immer wieder inspirierende Ideen bieten“, sagt Albayrak. Deshalb lade er seine kreativen Batterien regelmäßig auf. Er schaut sich viel Kunst an und geht in Museen. Und er fotografiert ganz ohne Auftrag und Ziel. „Das Tolle dabei ist, dass mir dann die Bilder über den Weg laufen. Das ist so ganz anders als bei meinem Beruf.“ Oft sind das einfache Dinge, sei es ein schönes Licht oder der Grashalm am Straßenrand. „Manchmal inspiriert einen ja auch eher ein Ton, eine Farbigkeit, irgendwas, was man versucht, noch weiter mitzunehmen.“

Trotz der vielen beruflichen Reisen ist er in seiner Freizeit am liebsten unterwegs. Das Schöne am Reisen sei, dass dann das Schauen so wichtig wird. „Dinge, die neu oder fremdartig sind, sind für das Auge einfach interessanter.“ Aber öfter werden dann doch eher „working holidays“ draus, weil er an den Konzepten für seine nächsten Jobs sitzt. „Das Schöne an meinem Beruf ist aber einfach diese Freiheit, an vielen Orten zu arbeiten.“

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