Das Working Capital oder Betriebskapital ist eine wichtige Kennzahl, wenn es darum geht, die Liquidität zu sichern und zu optimieren. Konsequentes Working Capital Management liefert Hinweise auf Verbesserungspotenzial, beispielsweise in der Lagerhaltung, beim Forderungsmanagement oder der Finanzierungsstruktur.

Die Berechnung des Working Capital ergibt sich aus der Differenz von Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Auf Deutsch wird dieser Wert auch als Betriebskapital bezeichnet. Betriebswirtschaftlich sinnvoll ist ein deutlich positives Working Capital. Ein Wert über null bedeutet, dass nicht nur Ihr Anlagevermögen, sondern auch ein Teil Ihres Umlaufvermögens durch langfristiges Kapital sicher finanziert sind. Ergibt sich dagegen ein negatives Working Capital (Wert unter null), übersteigen Ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten das Umlaufvermögen. Auch ein Teil Ihres Anlagevermögens ist somit also kurzfristig finanziert. Konsequenz: Fallen beispielsweise Forderungen aus oder lassen sich Lagerbestände nicht verkaufen, drohen unter Umständen gefährliche Liquiditätsengpässe.

Was sagt die Working Capital Ratio aus?

Das Working Capital Management zielt deshalb idealerweise darauf ab, die finanzielle Stabilität Ihres Unternehmens zu sichern. Anstelle absoluter Werte hat sich im Controlling die Working Capital Ratio (WCR) als Gradmesser etabliert. Diese Kennzahl drückt aus, welcher prozentuale Anteil des Umlaufvermögens langfristig finanziert ist. Die Rechnung lautet:

Working Capital Ratio I = Working Capital / Umlaufvermögen x 100 %

Als optimal gilt bei dieser Berechnungsweise eine Working Capital Ratio um die 30 Prozent. Eine alternative Formel für die Working Capital Ratio errechnet sich aus dem Verhältnis von Umlaufvermögen zu kurzfristigen Verbindlichkeiten. Also:

Working Capital Ratio II = Umlaufvermögen / kurzfristige Verbindlichkeiten x 100 %

Das Ergebnis sollte in diesem Fall deutlich über 100 Prozent liegen. Ein Wert um die 200 Prozent kann Ihr Rating positiv beeinflussen.

Ist Ihr Unternehmen optimal finanziert?

Lassen Sie sich persönlich beraten

Je nach betrieblicher Situation ergeben sich im Rahmen des Working Capital Managements verschiedene Ansatzpunkte zur Sicherung Ihrer Liquidität. Dazu zählt insbesondere eine angemessene Finanzierungsstruktur. Langfristig im Unternehmen gebundenes Kapital sollte auch langfristig finanziert sein. Wer kurzfristige Kreditlinien regelmäßig bis zum Anschlag ausschöpft, sollte deshalb rechtzeitig mit seinem Bankberater über Finanzierungsalternativen sprechen.

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Finanzielle Stabilität versus Rentabilität

Wichtig: Grundsätzlich spricht ein hohes Working Capital zwar für finanzielle Stabilität. Allerdings erkaufen Sie sich diese Sicherheit unter Umständen durch Abstriche bei der Rentabilität. Lange Transportzeiten, hohe Lagerbestände oder lange Zahlungsziele für die Kunden binden beispielsweise Liquidität im Umlaufvermögen, für die es möglicherweise rentablere Einsatzmöglichkeiten gäbe. Dazu zählen das Ausnutzen von Lieferanten-Skonti, ein geringerer Bedarf an Fremdkapital oder aussichtsreiche Investments. Ihr Bankberater unterstützt Sie gerne bei einer individuellen Analyse.