Ende der Kapitalnot – wie Startups Liquiditätsproblemen zuvorkommen

Das Geschäftsmodell geht auf, das Produkt ist ein Verkaufsschlager – und trotzdem hakt es im finanziellen Business-Getriebe. Die Fixkosten sind viel höher als die Umsätze, Zuständigkeiten werden nicht klar kommuniziert und langsam, aber sicher geht der Überblick über Ein- und Ausgaben verloren. Eine leidige Situation, die vielen Gründern nur allzu gut bekannt ist. In Deutschland verschwinden mehr als zwei Drittel aller Startups innerhalb der ersten drei Geschäftsjahre wieder vom Markt. Einer der häufigsten Gründe für diese hohe „Scheiterquote“? Fehlende finanzielle Mittel.

Doch wer jetzt denkt, er sei über diese kritische Phase hinweg, der irrt möglicherweise, denn die Kapitalbeschaffung ist nicht nur für Early-Stage-Startups eine Hürde. Umso wichtiger ist es daher, die gesamte Klaviatur der Finanzierungsmöglichkeiten zu beherrschen – und in jeder Unternehmensphase zu wissen, welcher Geldgeber die aktuellen Bedürfnisse am besten erfüllt.

Doch an welchen Faktoren sollten Gründer diese Entscheidung festmachen? Die Antwort auf diese Frage setzt mitunter finanzielle Expertise voraus. Und diese bekommen junge Entrepreneure bei den Startup-Teams der Deutschen Bank. Im strategischen Dialog beraten sie Startups nicht nur in puncto Finanzierung, sondern geben auch wichtige Impulse zum Umgang mit eventuellen finanziellen Engpässen und für die Optimierung von Zahlungsströmen.

Ihr seid auf der Suche nach dem nötigen Start- oder Wachstumskapital? Die Startup-Teams der Deutschen Bank unterstützen euch bei der Wahl der passenden Finanzierungsform – alle Informationen dazu findet ihr hier!

So können Startups ihr Wachstum finanzieren

Von Bootstrapping bis Venture Capital, von Zuschüssen bis zum Wandeldarlehen: „Finanzierungsformen sind vielfältig und in ihrer Gesamtheit nahezu unmöglich darzustellen”, meint Shelley Louise Burke, die das Startup-Team in Hamburg koordiniert. „Trotzdem sollten sich Startups in der deutschen Finanzierungslandschaft einigermaßen zurechtfinden, um ihr Wachstum zu sichern.” Das hier sind acht vielversprechende und mehr oder weniger bekannte Finanzierungsmöglichkeiten.

1. Business Angels

Business Angels unterstützen Startups in der sehr frühen Phase mit Finanzspritzen, Branchen-Know-how und wertvollen Kontakten. Sie agieren häufig als Kapitalgeber und Mentor und sind deswegen ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor beim nachhaltigen Wachstum – den passenden Angel zu finden, ist allerdings fast so schwierig, wie die märchenhafte Bezeichnung vermuten lässt. „Im Hinblick auf das langfristige Wachstum sollten Gründer außerdem bedenken, dass Business Angels in der Regel nur bis zu einer gewissen Größenordnung investieren und eine weitere Kapitalsuche über andere Investoren oft nicht ausbleibt”, sagt Burke.

2. Inkubatoren und Acceleratoren

Es gibt eine Idee, aber für den schnellen Markteintritt reicht es noch nicht? Startups, die noch in der Ideenfindung sind, sind bei Acceleratoren und Inkubatoren gut aufgehoben, wobei bei Letzterem die Bindung zwischen Gründer und Förderer in der Regel noch intensiver ist. Burke erzählt: „Hier wird ihnen nicht nur in puncto Startkapital ausgeholfen, sie profitieren auch von Netzwerken und exklusivem Branchenwissen. Auch Coaching, die Bereitstellung von Arbeitsflächen sowie Unterstützung bei der Businessplan-Erstellung gehören zum angebotenen Paket dazu.” Daher überrascht es nicht, dass die Business-Brutkästen die Überlebenschancen des Unternehmens auf dem Markt deutlich steigern – und sie aus diesem Grund bei jungen Entrepreneuren hoch im Kurs stehen.

3. Company Building

Beim Company Building wird ein Investor direkt am Entstehen des jeweiligen Unternehmens beteiligt – und stellt neben Kapital auch Netzwerke und Manpower zur Verfügung. Dieses oftmals tiefgreifende Engagement in das Unternehmen hat trotz aller strategischen Vorteile auch seine Schattenseiten: „Der Zugang zu beispielsweise breiten Investorennetzwerken ist für Startups natürlich lukrativ. Ein nicht zu unterschätzender Nachteil liegt allerdings darin, dass bereits zu Beginn häufig wesentliche Anteile der Gründer abgegeben werden müssen”, erklärt Burke.

4. Mezzanine-Kapital

Irgendwo zwischen Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung gibt es das Mezzanine-Kapital, eine Art Zwischenlösung. „Startups, die in ihrem Lebenszyklus schon über die Seed-Phase hinaus, aber noch nicht reif für Fremdkapital sind, können mit dieser Möglichkeit der Finanzierung ihre Liquidität festigen – ohne dafür selbst große Sicherheiten stellen zu müssen”, erklärt Burke. Eine Form der Mezzanine-Finanzierung sind zum Beispiel stille Beteiligungen, bei denen Kapital verfügbar gemacht wird, ohne dafür im Gegenzug Mitspracherecht abgeben zu müssen. Einer Einflussnahme auf das Geschäftsmodell durch den Investor wird so entgegengewirkt, allerdings können so auch strategische Synergieeffekte entgehen.

Je eher Startups sich intensiv mit ihren Finanzfragen auseinandersetzen, desto besser. Die Startup-Teams der Deutschen Bank unterstützen Gründer bei der langfristigen Planung von Geldmitteln und sensibilisieren sie für alle wichtigen Finanzthemen. Hier gibt es alle wichtigen Informationen zum Betreuungsmodell.

5. Venture Capital

Wer strategisch gut aufgestellt ist und Kapital benötigt, um weiter zu wachsen, sollte sich auf die Suche nach einem Wagniskapitalgeber machen. Venture Capitalists helfen bei der Produktskalierung, sind ein Qualitätssiegel fürs junge Unternehmen und ein wertvolles Asset, wenn es an die Internationalisierung geht. Trotzdem ist laut Burke Vorsicht geboten: „VCs verlangen häufig nicht wenige Gesellschaftsanteile für ihr finanzielles Engagement und Risiko. Vor allem bezüglich der Unternehmensbewertung sind Startups daher gut beraten, sich Experten an die Seite zu holen, um sich strategisch nicht unter oder über Wert zu verkaufen.“

6. Förderkredite

„Startups, die keine Angst vor bürokratischem Aufwand und festen Rückführungsvereinbarungen haben, sollten Förderkredite als mögliche Finanzierungsform in Betracht ziehen”, so Burke. Verschiedene regionale Förderbanken stellen hier unterschiedliche Fördermittel zur Verfügung, die anschließend zu festgelegten Konditionen zurückgezahlt werden müssen. Doch auch wenn diese Form der Finanzierung aufgrund niedriger Zinsen verlockend sind und das für die Seed-Phase grundlegende Kapital sicherstellen können, schrecken viele Startups vor der Menge an erforderlichen Unterlagen und dem Zeitaufwand zurück.

7. Family Offices

Family Offices werden als Finanzierungsform von Startups häufig vernachlässigt – weil es alles andere als einfach ist, den notwendigen Zugang zu den privaten Großanlegern zu bekommen. Ihre Investitionsbereitschaft und die dahinterstehende Finanzkraft können für wachsende Startups allerdings eine positive Hebelwirkung entfalten. Zusätzlich gehen Investitionen dieser Art häufig mit einem begründeten Interesse an der Produktentwicklung des Startups einher; die emotionale Bindung kann daher größer sein als beispielsweise bei VCs, was für Gründer durchaus positiv sein kann. Doch: „Die Geldgeber sind in den seltensten Fällen risikoaffin – und legen gesteigerten Wert auf Profitabilität. Genau das steht gegebenenfalls im Gegensatz zu den Bestrebungen des Startups, für das Wachstum und die Marktdurchdringung oftmals im Vordergrund stehen – übergangsweise auch zu Lasten der Profitabilität”, so Burke.

8. Working-Capital-Finanzierung

„Sobald ein Startup eine bestimmte Wachstumsschwelle überschritten hat, der Proof of Concept geschafft ist und man auf einen zahlenden Kundenstamm blicken kann, wird die Working-Capital-Finanzierung interessant”, sagt Burke. Das heißt: Über eine Betriebsmittelkreditlinie wird Fremdkapital durch eine Bank zur Verfügung gestellt, welches flexibel zurückgezahlt werden kann. Das Beantragen erfordert allerdings eine gute Vorbereitung, denn die Bank muss die Zahlungsziele und den Kapitalbedarf genau nachvollziehen können. Ein zeitintensiver Aufwand, den nicht jeder Gründer gern auf sich nimmt – auch wenn er sich aufgrund der gegenüber Equity deutlich günstigeren Zinsen lohnt.

Die Bank ist ein wichtiger Partner bei der Klärung finanzstrategischer Fragen und sollte von Anfang an in die Unternehmensentwicklung mit einbezogen werden. Bei der Wahl der richtigen Finanzierungsform beraten euch die Startup-Teams der Deutschen Bank. Hier entlang für weitere Informationen!