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Finanzen und Kapitalanlage

29.09.2020

Jetzt Praxisstrategie anpassen

Die Hochphase der Corona-Pandemie hat die Ertragslage für viele Praxen verändert. Gleichzeitig ergeben sich weitere Herausforderungen. Dazu zählen etwa der Einzug der Telematikinfrastruktur, geänderte Patientenansprüche und gesundheitspolitische Entscheidungen. Darauf sollten Ärzte nun angemessen reagieren.

Die Folgen der Corona-Pandemie sind in den Arztpraxen der Republik deutlich spürbar. Der Lockdown im Frühjahr und das zurückhaltende Patientenverhalten danach führten zu teils massiven Rückgängen in den Behandlungszahlen. So versorgten Hausärzte rund 22 Prozent weniger Fälle, bei Fachärzten gab es einen Einbruch um bis zu 37 Prozent. Die für viele Vertragsärzte wichtigen Privathonorare sind im Durchschnitt fast um ein Drittel geschrumpft. Gleichzeitig gaben Ärzte durchschnittlich mehr als 1.000 Euro pro Praxis für Schutzausrüstung aus.1 Gestiegenen Praxis- und konstanten Personalkosten stehen sinkende Einnahmen gegenüber. Die Auswirkungen auf die Honorare und die Liquidität der Praxen sind kaum absehbar. Denn die abgerechneten Honorare werden quartalsweise ausgezahlt. Durch diese Verzögerung werden niedergelassene Ärzte die Ertragseinbußen erst in den kommenden Herbstmonaten in vollem Umfang spüren. Einige Praxisbetriebe könnten so trotz staatlichem Schutzschirm und Corona-Hilfe in Liquiditätsengpässe geraten. Insbesondere Zahnärzte dürften davon betroffen sein, da das Gesundheitsministerium für sie keine besonderen Schutzschirmmaßnahmen vorsieht – abgesehen von der bis Ende September möglichen Corona-Hygiene-Pauschale von 14,23 Euro, die nur bei privatversicherten Patienten angewandt werden kann.

Die aktuelle Verunsicherung der Ärzte über ihre künftige Einnahmesituation verschärft einen Trend, der schon länger zu beobachten ist: Praxisinhaber investieren deutlich weniger, als es nach ihrer eigenen Einschätzung notwendig wäre. Allein für Medizingeräte, IT und EDV sahen Vertragsärzte laut einer Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) und der Universität Bayreuth schon vor drei Jahren jeweils einen offenen Investitionsbedarf von 15.000 Euro.2 Je nach Praxis lag der nicht umgesetzte Investitionsbedarf deutlich darüber. Internistisch tätige Arztpraxen gaben etwa an, 27.500 Euro an offenen Investitionen bei Medizingeräten zu haben und 10.000 Euro allein bei der IT und EDV. Hinzu kommen weitere Bereiche, in die nicht oder nur zurückhaltend investiert wird, wie etwa die Praxiseinrichtung und Mitarbeiterqualifizierung.

Fördermittel für Investitionen nutzen

Dass sich Investitionsstaus bilden konnten, liegt unter anderem auch daran, dass sich Ärzte beim Kauf von medizinischem Gerät oft auf dessen Technik und Nutzen konzentrieren, ein optimiertes Finanzierungskonzept hingegen vernachlässigt wird. Sie finanzieren ihre Anschaffungen überwiegend aus Eigenmitteln und greifen nur selten auf öffentliche Fördermittel zurück. Zudem übersehen sie zuweilen steuerliche Effekte, die sich aus Finanzierungen ergeben. Über die mögliche Minderung der jährlichen Steuerbelastung durch die Berücksichtigung von Zinsen für betriebliche Darlehen wissen Ärzte oft nur wenig.

Strategisch planen und handeln

Um den Praxiserfolg angesichts des sich verändernden Marktumfelds zu sichern, müssen Ärzte neue Entwicklungen mehr denn je frühzeitig erkennen und die richtigen Weichen stellen. So kann etwa ein Vorabcheck zur Standortbestimmung eine gute Grundlage für die weitere Planung sein. Die Deutsche Bank stellt Ärzten hier
zwei spezielle, auf sie zugeschnittene Tools zur Verfügung: Der PraxisCheck vergleicht Kennzahlen einer Praxis mit denen anderer, ähnlich großer Praxen der gleichen Fachgruppe in derselben Region. Der Vergleich kann Hinweise geben, wo Investitionen nötig und Verbesserungen möglich sind. Mit dem InvestitionsCheck lässt sich jede geplante Investition durchrechnen. So können Ärzte einen ersten Eindruck davon gewinnen, ob und ab wann sich eine Anschaffung rechnet. Diese Tools sind zwei von mehreren Bausteinen, die Ärzten Wege aufzeigen, wie sie ihre Praxen weiterentwickeln können.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, eine Standortbestimmung vorzunehmen und bei Anschaffungen die gesamte Finanzierungsstruktur mit allen geschäftlichen und privaten Verbindlichkeiten zu betrachten.

Hierbei versteht sich die Deutsche Bank als Sparringspartner, der im Gespräch alle Aspekte des Praxisbetriebs beleuchtet. Geht es um eine konkrete Finanzierung, profitieren Ärzte übrigens von den besonderen Konditionen und Vergabekriterien, die die Deutsche Bank Ärzten einräumt. Möglich ist das, weil die Deutsche Bank im Bereich Heilberufe langjährige Erfahrung hat und die Ertragssituation, Verlässlichkeit und Bonität von Ärzten, Zahnärzten und Apothekern realistisch einzuschätzen weiß und entsprechend würdigt.

Quellen:
1 Deutsche Bank AG, Quo Vadis Arztpraxis, 05. August 2020, REBMANN RESEARCH;
www.pvs.de/presse/pressemitteilungen/details/erhebliche-honorareinbrueche-bei-privataerztlichen-leistungen; www.aerzteblatt.de/praxis/management?s=&p=1&n=1&nid=115367;
2 www.zi.de/presse/archiv/presseinformationen/2017/30-august-2017/?L=0