Makro- und Anlageklassenausblick – 15.09.2026
Alternative Anlagen: unterschiedliche Pfade nach Assetklasse
Die wichtigsten Fakten:
- Bei Infrastruktur und Wagniskapital könnten sich Chancen eröffnen.
- Weniger Private-Equity- und Private-Credit-Transaktionen. Selektivität ist entscheidend.
- Immobilien und Hedgefonds erfordern differenziertes Handeln.
THANANIT/ Adobe Stock
Die weltweite Transaktionsaktivität im Bereich Private Equity ist weiterhin relativ verhalten. Der US-Markt war insgesamt weniger stark betroffen als Europa oder APAC. In einigen Teilsegmenten zieht die Aktivität wieder an und Bereiche wie Logistik bleiben gefragt. Eine breitere Erholung erfordert jedoch mehr Anlegervertrauen. Globale Wagniskapital-Investitionen blieben trotz der Unsicherheiten robust. Chancen könnten in Segmenten mit langfristigen Strukturthemen wie Deep Technologies und Defence Technologies fortbestehen. Europa positioniert sich dabei zunehmend als attraktiver Wachstumsmarkt.
Chancen bei Infrastruktur und Wagniskapital – mehr Selektivität bei PE/Credit, Immobilien und Hedgefonds.
Private Infrastruktur befindet sich in einer strukturellen Wachstumsphase. Die USA dürften zwar der größte Markt bleiben, jedoch könnte Europa dank öffentlicher und privater Investitionen überdurchschnittlich wachsen. Die Finanzierungslücke zwischen öffentlichem und privatem Kapital eröffnet Chancen in den Bereichen Infrastrukturmodernisierung, Energiewende, KI und Verteidigung. Kerninfrastruktur kann einen gewissen Inflationsschutz bieten, während höhere Zinsen, Regulierung und veränderte öffentliche Prioritäten die zentralen Risiken bleiben.
Der globale Private-Credit-Markt hat sich abgeschwächt und Anleger sind selektiver geworden. Die USA bleiben der größte Markt und Refinanzierungsbedarf, mehr Pay-in-Kind-Strukturen sowie länger hohe Zinsen sprechen für einen Qualitätsfokus. Europa zeigt sich relativ robust: Refinanzierungen und Direct Lending stützen das Wachstum, wenn auch langsamer als im Vorjahr. APAC ist kleiner und fragmentiert. Indien und Australien dürften hier die besten Chancen bieten, wobei grundsätzlich in APAC die rechtliche Komplexität sowie Währungs- und Umsetzungsrisiken belastend wirken können.
Der globale Markt für private Immobilien hat sich in den vergangenen fünf Jahren erheblich verändert, wobei die Entwicklungen je nach Immobilienart unterschiedlich verliefen. Mit Blick nach vorn dürfte die Nachfrage nach Wohnimmobilien in Ballungsräumen möglicherweise vergleichsweise stabil bleiben. Einige Spezialsegmente, darunter Logistikimmobilien und Rechenzentren, könnten weiterhin von strukturellen Nachfragetreibern profitieren. Gleichzeitig dürften Einzelhandels- und Büroimmobilien weiterhin Anpassungen an veränderte Nutzerbedürfnisse gegenüberstehen. Der Ausblick bleibt mit Unsicherheit behaftet und von Faktoren wie Zinsen, Regulierung und Demografie geprägt.
Bei Hedgefonds erzielten Aktienstrategien in diesem Jahr die höchsten Renditen, wenn auch geringere als in den vergangenen drei Jahren. Eine hohe Aktienstreuung könnte diese Strategien weiter stützen. Makrostrategien lieferten dank geldpolitischer Divergenz und geopolitischer Fragmentierung solide Ergebnisse etwa auf dem Durchschnittsniveau der vergangenen drei Jahre. Multi-Asset-Strategien entwickelten sich ebenfalls positiv, blieben aber hinter den Ergebnissen der zuvorgenannten Strategien zurück. Quantitative und systematische Manager profitierten meist von höherer Volatilität und den anhaltenden Trends bei Rohstoffen, Zinsen und Währungen. Risiken für alle Strategien umfassen vor allem Fehlpositionierungen, das Limitmanagement, veränderte Marktbedingungen und Phasen hoher Volatilität.
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Redaktionsschluss: 09.09.2026, 15.00 Uhr