PERSPEKTIVEN am Morgen

Starten Sie gut informiert
in den Tag

Tägliche Kapitalmarkteinschätzungen von Dr. Ulrich Stephan,
Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden.
Jeden Morgen um 7.00 Uhr in Ihrem E-Mail-Postfach.

24. Mai 2024

Liebe Leserinnen und Leser,

das Wachstum in der Eurozone scheint an Schwung zu gewinnen, die Auftragslage von Schiffsbauern ist solide, und der regulatorische Gegenwind könnte für die großen US-Banken anhalten.


Eurozone: Stimmungsindikator deutet auf Wachstum

Das Wachstum in der Eurozone dürfte im Mai weiter an Schwung gewonnen haben – darauf deutet der Einkaufsmanagerindex hin, ein viel beachteter Frühindikator. Der Index für Industrie und Dienstleister zeigt nun den dritten Monat in Folge Wachstum an. Für Deutschland stieg er auf den höchsten Stand seit einem Jahr, was hauptsächlich auf einen unerwartet starken Zuwachs des Index der Verarbeitenden Industrie zurückzuführen ist. Die Auftragseingänge nahmen in einem robusten Tempo zu, was sich auch in einem stetigen Beschäftigungszuwachs widerspiegelte. Zudem hat sich die Inflation im Dienstleistungssektor im Vergleich zum Vormonat etwas abgeschwächt. Dass die Europäische Zentralbank (EZB) allerdings hinsichtlich der Inflationsentwicklung wachsam bleiben muss, zeigt sich am Lohndruck, der sich im Euroraum gemessen an einem von der EZB selbst erhobenen Indikator im ersten Quartal erhöht hat. Die ausgehandelten Löhne stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent, nachdem sie im vierten Quartal 2023 um 4,45 Prozent zugelegt hatten. Die Finanzmärkte reagierten auf die Daten kaum. Lediglich der Euro erholte sich spürbar von seinem Tagestief zum US-Dollar.


Schiffsbauer in gutem Fahrwasser

Die Auftragslage von Schiffsbauern ist solide. Zwischen Februar und April lag der Ordereingang sechs Prozent höher als im Vorjahr. Verantwortlich hierfür ist besonders, dass sich die Nachfrage nach LNG-Tankern auf einem historisch hohen Niveau einzupendeln scheint. Zudem sind auch Öltanker gefragt. Das gleicht den nach Jahren sehr hoher Nachfrage nun rückläufigen Bedarf an Containerschiffen aus. Gleichzeitig steigt der Preis für Schiffe: Der Clarksons-Preisindex für neue Schiffe ist seit 2021 um rund 40 Prozent gestiegen. Insgesamt also keine schlechte Lage für Aktien von Schiffsbauern und Zulieferern. Allerdings ist dies jedoch schon ausreichend in ihren Bewertungen berücksichtigt, die vielfach auf Mehr-Jahres-Hochs liegen. Entsprechend sehe ich aktuell keinen guten Einstiegszeitpunkt.


US-Banken: Regulatorik im Fokus

Der regulatorische Gegenwind könnte für die großen US-Banken zumindest kurzfristig anhalten. Dabei verfügen die Institute über ansehnliche Kapitalpuffer von rund zehn Prozent ihrer Marktkapitalisierung. Zudem deutet die jüngste Nachrichtenlage auf eine Abschwächung der Kapitalanforderungen, die sich aus der endgültigen Implementierung der Basel-III-Richtlinien ergeben sollen, hin. Mehrere US-Institute dürften jedoch aufgrund steigender Vermögenswerte auf der sogenannten G-SIB-Skala, die die Systemrelevanz der Finanzinstitute misst, aufsteigen und müssten dann größere Kapitalpuffer vorhalten. Des Weiteren sollten Ende des zweiten Quartals die Ergebnisse des alljährlichen CCAR-Stresstests veröffentlicht werden, was ebenfalls zu schärferen Kapitalanforderungen führen könnte. In der zweiten Jahreshälfte sollte die Unsicherheit um die Kapitalanforderungen aber abnehmen und steigende Ausschüttungsquoten begünstigen. Schätzungen zufolge könnten die Ausschüttungen in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um etwa 35 Prozent steigen – angetrieben durch Aktienrückkäufe. Ein Aufbau von Positionen könnte daher interessant erscheinen.


US-Immobilienmarkt: teure Objekte im Trend

Auf das Jahr hochgerechnet wurden in den USA im April 4,14 Millionen bestehende Häuser verkauft. Dies entspricht einem Rückgang von 1,9 Prozent gegenüber dem März. Analysten hatten hingegen mit einem 0,8-prozentigen Zuwachs gerechnet, was sich in Anbetracht des steigenden 30-jährigen Hypothekenzinses, der im April zwischenzeitlich von 6,9 auf 7,3 Prozent kletterte, als zu optimistisch entpuppte. Nichtsdestotrotz stieg der mittlere Verkaufspreis für Bestandsimmobilien auf 407.600 US-Dollar – ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotz der Rekordpreise wurden 28 Prozent der Transaktionen bar bezahlt. Ein Teil der Preissteigerungen dürfte allerdings darauf zurückzuführen sein, dass besonders der Markt für teure Immobilien anzieht. Zudem stieg der Bestand an zum Verkauf stehenden Häusern im Jahresvergleich um 16,3 Prozent. Beim aktuellen Verkaufstempo reicht dieser Bestand aber nur für 3,5 Monate. Hält der Trend hin zu einem höheren Angebot an, könnte dies für etwas Entspannung bei der Preisdynamik sorgen.


Sell in May and go away?

„Sell in May and go away, but remember to come back in September“, rät eine bekannte Börsenweisheit. Wie erfolgreich war sie in der Vergangenheit – und wie erfolgversprechend in diesem Jahr? Das erfahren Sie von mir im Gespräch mit Finanzjournalistin Jessica Schwarzer.


Was diese Woche wichtig wird

Im Laufe der Woche, Berichtssaison

  • Europa | 24 STOXX-600-Unternehmen legen Zahlen zum ersten Quartal vor, unter anderem Evotec und Ryanair Holdings.
  • USA | 17 S&P-500-Konzerne berichten, darunter Intuit, Ralph Lauren Corporation, Nvidia, Palo Alto Networks, Synopsys und Target Corporation.
  • Asien | Aus Hong Kong melden sich Xiaomi, NetEase und Meituan-Dianping, aus Indien ITC.


              Zahl des Tages: 133,46

              Die riesige Skiflugschanze im norwegischen Vikersund, der Monsterbakken, ist für Weiten von über 250 Metern gut. Aber auch kleinere Sprünge bieten in Vikersund Raum für Nervenkitzel, wie Anders Backe gezeigt hat. Der Norweger drehte sich nach dem Absprung um 180 Grad in der Luft, landete rückwärts und raste den Zielhang hinab. Mit 133,46 Stundenkilometern holte sich Backe so seinen Geschwindigkeitsrekord im Rückwärts-Skifahren zurück. Der Pistenprofi macht auch sonst mit Stunts auf sich aufmerksam: zum Beispiel, als er für Filmaufnahmen über den großen Stahlglobus am Nordkap flog. 

              Haben Sie heute die Nase vorn. 

              Herzlichst

              Ihr Ulrich Stephan

              Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden


              "PERSPEKTIVEN am Morgen" - Newsletter

              Erhalten Sie den Marktkommentar von Dr. Stephan jeden Morgen als E-Mail direkt in Ihren Postkorb.

              Anrede

              Mit der Registrierung habe ich die Datenschutzbestimmungen der Deutschen Bank zur Kenntnis genommen.

              Dr. Ulrich Stephan

              Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

              Sie erhalten nach der Registrierung eine E-Mail an die von Ihnen angegebene Adresse. Bitte bestätigen Sie Ihre Anmeldung mit dem dort enthaltenen Link.

              Sie können sich jeder Zeit, zum Beispiel in jeder E-Mail-Ausgabe von "PERSPEKTIVEN am Morgen", wieder abmelden. Es besteht kein Rechtsanspruch auf den täglichen Erhalt des Newsletters.



              Soweit hier von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Angebote der Deutsche Bank AG. Wir weisen darauf hin, dass die in dieser Publikation enthaltenen Angaben keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung darstellen, sondern ausschließlich der Information dienen. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen. Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden. Aus der Wertentwicklung in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erträge geschlossen werden.

              HINWEIS: BEI DIESEN INFORMATIONEN HANDELT ES SICH UM WERBUNG. Die Texte sind nicht nach den Vorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen (vormals Finanzanalysen) erstellt. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor bzw. nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die Deutsche Bank AG unterliegt der Aufsicht der Europäischen Zentralbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)