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Tägliche Kapitalmarkteinschätzungen von Dr. Ulrich Stephan,
Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden.
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29. November 2023

Liebe Leserinnen und Leser,

US-Aktien könnten noch weiter steigen, die Entwicklung des portugiesischen Leitindex hängt maßgeblich von drei Unternehmen ab, und europäische Bankaktien könnten sich auch 2024 robust entwickeln.


Gute Aussichten für US-Aktien

Der S&P 500 Index hat 2023 in Euro um 18 Prozent zugelegt – das Ende der Fahnenstange scheint aber noch nicht erreicht. Bleibt eine tiefere Rezession der US-Wirtschaft aus – wofür die Zeichen derzeit gut stehen –, dürften die US-Standardwerte im kommenden Jahr weiteres Potenzial haben. Die Reallöhne werden voraussichtlich weiter steigen und den Konsum ankurbeln. Zudem verfügen die US-Amerikaner über ein beträchtliches Vermögen; allein das Vermögen der Babyboomer wird auf rund 80 Billionen US-Dollar geschätzt. Mit sinkender Inflation dürfte die Konsumneigung weiter zunehmen. Davon dürften nicht nur die Umsätze, sondern auch die Gewinnmargen vieler Unternehmen profitieren – Letztere aufgrund einer größeren Preissetzungsmacht und sinkender Produktionsstückkosten. Mit Blick auf das Jahr 2025 könnten auch die Kapitalmarktzinsen wieder sinken, was einen niedrigeren Abzinsungsfaktor für künftige Aktiengewinne bedeuten würde. Das dürfte sich positiv auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 auswirken, das derzeit bei rund 19 liegt. Die Aussichten für US-Aktien halte ich daher für recht robust.


Portugiesische Aktien glänzen – noch

Der portugiesische Leitindex PSI 20 hat sich schon 2022 besser entwickelt als der europäische Gesamtmarkt und ist auf gutem Weg, dies im laufenden Jahr zu wiederholen. Mit einem Plus von rund 15 Prozent liegt er aktuell knapp vier Prozentpunkte vorn. 

Ich denke jedoch, dass die Erfolgssträhne des PSI 20 im kommenden Jahr reißen wird. Denn drei Unternehmen – ein Versorger, ein Energieunternehmen und ein Produzent von Basiskonsum – stehen für 70 Prozent der Marktkapitalisierung. Deshalb entwickelt sich der PSI 20 in der Regel überdurchschnittlich gut, wenn die europäische Konjunktur schwächelt. In der ersten Jahreshälfte 2024 könnte sich der portugiesische Leitindex daher noch gut halten. Während der von mir erwarteten Wirtschaftserholung im zweiten Halbjahr sollte er dann jedoch Federn lassen.


Europäische Banken: Rückenwind könnte nachlassen

Die europäischen Banken haben sich das dritte Jahr in Folge besser entwickelt als der breite Markt und als ihre US-Pendants. Seit Anfang 2021 haben die Aktien der hiesigen Kreditinstitute eine Rendite von 75 Prozent erzielt – 48 Prozentpunkte mehr als der STOXX 600 und 56 mehr als die Banken des S&P 500. Die robuste Entwicklung könnte sich im Jahr 2024 fortsetzen, obgleich der Rückenwind etwas nachlassen könnte. Die Zinserträge – die fast 60 Prozent der Umsätze ausmachen – dürften ihren Gipfel erreicht haben und infolge möglicher Leitzinssenkungen ab Mitte 2024 nachgeben. Einen stärkeren Rückgang sollten jedoch Absicherungen vermeiden. Das Gebührengeschäft – das knapp ein Viertel der Umsätze ausmacht – könnte sich auf niedrigem Niveau leicht erholen. Insgesamt machen die Banken in der Eurozone einen widerstandsfähigen Eindruck. Die Eigenkapitalquoten sind zuletzt weiter gestiegen und die Liquidität ist trotz der Rückzahlung langfristiger Kredite an die Europäische Zentralbank (TLTRO) solide. Analysten erwarten für 2024 ein Gewinnplus pro Aktie von 2,9 Prozent. Aber selbst wenn die Gewinne der Banken im Jahr 2024 sinken, sollten die Aktien angesichts des niedrigen erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,1 robuste Renditen erzielen.


US-Wohnimmobilienpreise erreichen Rekordstand

Die Wohnimmobilienpreise in den USA steigen auf ein Rekordhoch: Der S&P-CoreLogic-Case-Shiller-Hauspreisindex misst die Preisentwicklung von 20 Städten und stieg im September 2023 im Jahresvergleich um 3,9 Prozent – der stärkste Anstieg seit Dezember 2022. Auch der Hauspreisindex der Federal Housing Finance Agency (FHFA) erreichte ein Rekordhoch; er stieg im September sogar um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Während 30-jährige Hypothekenzinsen von über sieben Prozent und gestiegene Baukosten sowohl die Nachfrage als auch das Angebot auf dem US-Immobilienmarkt merklich abgekühlt haben, stehen Kaufinteressenten im zunehmenden Wettbewerb um das knappe Immobilienangebot am Markt. Die anhaltende Angebotsknappheit hat die Preise seit dem zwischenzeitlichen Tiefpunkt im Januar in die Höhe getrieben. Angesichts des wohl bereits erreichten Zinsgipfels und der stabilen konjunkturellen Entwicklung ist vorerst nicht mit starken Nachfragedämpfern zu rechnen. Die Immobilienpreise dürften entsprechend auch in den kommenden Monaten weiter anziehen.


Ausblick 2024: Das sind die Favoriten

Wirtschaftliche, klimatische und geopolitische Risiken dürften auch das kommende Anlagejahr prägen. Trotzdem glaube ich, dass 2024 ein gutes Anlagejahr werden wird. Welches Potenzial ich den einzelnen Anlageklassen zutraue, habe ich im Gespräch mit Finanzjournalistin Jessica Schwarzer zusammengefasst.


Was diese Woche wichtig wird

Montag, Indien | Feiertag. Die Börse bleibt geschlossen. 

Donnerstag

  • China | Einkaufsmanagerindizes für November. Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe dürfte sich von 49,5 auf 49,6 Punkte und im Dienstleistungssektor von 50,6 auf 51,1 Punkte verbessert haben. Robuste Konjunkturlagen könnten den chinesischen Aktienmärkten Auftrieb geben.
  • Eurozone | Verbraucherpreise im November. Die Gesamtinflation dürfte sich von 2,9 auf 2,7 Prozent, die Kernrate von 4,2 auf 3,9 Prozent verlangsamt haben. Bei höherem Preisdruck könnten die Anleiherenditen in der Eurozone sowie der Euro steigen.

Freitag

  • Dubai | Beginn der UN-Klimakonferenz COP 28. Bis zum 12. Dezember treffen sich hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung, um über Klimaziele und wie sie erreicht werden können zu diskutieren.
  • USA | ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im November. Die Aktivität dürfte weiter zurückgegangen sein, wenngleich sich die Abwärtsdynamik verlangsamt haben könnte. Sollten die Daten besser ausfallen als erwartet, könnten die Kurse von Staatsanleihen fallen und die von Aktien steigen.


          Zahl des Tages: 51.705.000

          Liebhaber vergleichen ihn mit einem Gemälde von Van Gogh, und es existieren weltweit nur 39 Exemplare: Der Ferrari 250 GTO gilt als eines der begehrtesten Autos der Welt. Das schlägt sich auch in den Sammlerpreisen nieder. Ein knallrotes Exemplar des Rennwagens, Baujahr 1962, wurde jetzt in New York für das Rekordergebnis von 51.705.000 US-Dollar versteigert. Der neue Besitzer kann sich über ein Fahrzeug freuen, das einst auf dem Nürburgring und in Le Mans an Rennen teilgenommen hat. Der teuerste Ferrari aller Zeiten ist es aber nicht: Ein anderer 250 GTO brachte bei einem Privatverkauf vor fünf Jahren sogar 70 Millionen US-Dollar ein.

          Drücken Sie heute aufs Tempo.

          Herzlichst

          Ihr Ulrich Stephan

          Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden


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