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26. Februar 2021

Liebe Leser,

Joe Biden könnte nächsten Monat seinen Plan für ein billionenschweres US-Infrastrukturpaket vorstellen, US-Dollar-Anleihen aus Asien zählen in den vergangenen Wochen zu den Outperformern unter den Schwellenländern, und das Haushaltsdefizit Südafrikas fällt im laufenden Fiskaljahr geringer aus, als erwartet worden war.


Billionenschweres US-Infrastrukturpaket erwartet

Seit der Weltfinanzkrise 2009 liegen die Investitionen der US-Regierung in die Infrastruktur deutlich unter dem Trend der vorangegangenen Jahrzehnte. Experten schätzen den Investitionsbedarf in Brücken, Straßen und Tunnel inzwischen auf rund drei Billionen US-Dollar. Doch bereits nächsten Monat, in seiner ersten Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses, könnte US-Präsident Joe Biden seinen Plan für ein Infrastrukturpaket im Volumen von zwei Billionen US-Dollar vorstellen. Der Plan ist unabhängig vom neuesten Corona-Stimuluspaket im Wert von 1,9 Billionen US-Dollar, an dessen Verabschiedung aktuell noch mit Hochdruck gearbeitet wird. Die massiven Investitionen könnten den Baumaterialsektor in einen Superzyklus katapultieren, wovon unter anderem Zementhersteller profitieren sollten. Denn aktuell operiert die US-Zementindustrie unter einer 90-prozentigen Auslastung ihrer Produktionskapazitäten. Durch das geringe Potenzial zur Ausweitung des Produktionsvolumens könnten die Zementpreise um bis zu 20 Prozent steigen und sich die Gewinne der Zementhersteller sogar verdoppeln.


5G-Auktion in den USA

In den USA wurden vergangenes Jahr Nutzungslizenzen für 5G-Mobilfunkfrequenzen versteigert. Der Gesamterlös belief sich auf gut 81 Milliarden US-Dollar – fast doppelt so viel wie 2015, als die 4G-Frequenzen auktioniert wurden. Nun wurde bekannt gegeben, dass die drei großen US-Mobilfunk-Platzhirsche für insgesamt rund 78 Milliarden US-Dollar 85 Prozent aller Lizenzen ersteigert haben. Ihr Bekenntnis zu 5G als zukünftiges Kerngeschäft hätte nicht größer ausfallen können. Zunächst müssen die Unternehmen jedoch weitere Milliarden in den Netzausbau investieren – vermutlich schuldenfinanziert; die Betreiber von Telekommunikationsnetzen und Sendemasten dürften jedoch auf Jahre hinaus profitieren. Aktien entsprechender Unternehmen halte ich deshalb für eine interessante Möglichkeit, um langfristig am Übergang zu 5G zu partizipieren


Anleihen aus Asien bleiben interessant

US-Dollar-Anleihen aus Asien zählten in den vergangenen Wochen zu den Outperformern unter den Schwellenländern. Der Risikoaufschlag von Bonds aus dem Unternehmenssektor hat sich seit Jahresbeginn um 0,3 Prozentpunkte eingeengt, der von Staatsanleihen um 0,18 Prozentpunkte. Asien profitiert wegen seiner engen Handelsverflechtungen in besonderem Maße von der Aussicht auf eine globale konjunkturelle Erholung nach dem Abflauen der Pandemie. Auch haben Staaten wie China und Singapur bei den Covid-19-Impfungen im Vergleich zu anderen Schwellenländern die Nase vorn. Gleichzeitig weisen viele Länder aus der Region gute Fundamentaldaten wie einen Leistungsbilanzüberschuss oder eine niedrige Verschuldung auf, was die Bonität stützt und für relativ stabile Ratings sorgt. Obwohl sich die Risikoaufschläge auf dem tiefsten Stand seit etwa einem Jahr befinden, halte ich Staats- und Unternehmensanleihen aus Asien wegen ihrer vergleichsweise hohen Verzinsung weiterhin für interessant.


Fiskalische Disziplin in Südafrika

Das Haushaltsdefizit Südafrikas fällt im laufenden Fiskaljahr geringer aus, als noch vor wenigen Wochen erwartet worden war, obwohl das Land stark von der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie getroffen wurde. Die Staatseinnahmen waren höher als zuvor prognostiziert, die Ausgaben bleiben hingegen im Rahmen der Vorhersagen. Um die Staatsverschuldung weiterhin auf einem beherrschbaren Niveau zu halten, plant die Regierung eine Erhöhung der Alkohol-, Tabak- und Benzinsteuern. Die Anleger honorieren die fiskalische Disziplin Südafrikas ebenso, wie sie auf ein Wiederaufleben des Tourismus im Laufe des Jahres setzen. Gestützt zudem durch Kursgewinne der von den haussierenden Metallpreisen profitierenden Minengesellschaften – die am südafrikanischen Aktienmarkt mit rund 20 Prozent gewichtet sind –, legte der FTSE/JSE All-Share Index seit Jahresbeginn bereits 14 Prozent zu.

Zudem stiegen die Realzinsen – also die aktuellen Marktrenditen im Verhältnis zu den Inflationserwartungen – insbesondere in den USA von ihren Tiefs deutlich an. Die Goldpreise erholten sich jedoch schnell, da der US-Dollar auf neue zyklische Tiefstände fiel und somit den Goldkauf außerhalb der USA verbilligte. Zudem dürfte die Geldpolitik der Zentralbanken weltweit auf längere Sicht sehr expansiv bleiben, weshalb einige Investoren Gold nun wieder vermehrt als „Inflationsschutz“ nachfragen. Eine starke Konjunkturbelebung insbesondere in Schwellenländern könnte zur Jahresmitte 2021 auch die Kauflaune der physischen Investoren wiederbeleben, allerdings zuvor für weitere Umschichtungen von Gold in Aktienmärkte sorgen. Kurspotenzial für Gold könnte somit eher mittelfristig bestehen.

Von einer Erholung der globalen Konjunktur profitiert Südafrika als Rohstoffexporteur in hohem Maße, weshalb die dortigen Märkte für risikobewusste Anleger einen Blick wert sein könnten.


Was Anleger 2021 wissen sollten

Die Coronavirus-Pandemie prägte 2020 und dürfte uns auch im neuen Jahr begleiten. Welche Richtung die Kapitalmärkte einschlagen, wird in hohem Maße auch von der Politik abhängen. Hier sind 10 Prognosen von Chef-Anlagestratege Dr. Ulrich Stephan für 2021, die Anleger kennen sollten.


Zahl des Tages: 200.000.000

Die buddhistischen Mönche des Tempels Daigo-ji in Kyoto gehen mit der Zeit: Sie planen, einen Minitempel auf eine Erdumlaufbahn zu bringen. Das Objekt von der Größe einer Schmuckschatulle soll unter anderem eine kleine Buddha-Statue enthalten. Rund 200 Millionen Yen (gut 1,5 Millionen Euro) wird der Satellit voraussichtlich kosten. Finden sich genügend finanzielle Unterstützer, wollen die Mönche schon ab 2023 ihre Gebete in den Weltraum schicken.
 

Ich wünsche Ihnen einen himmlischen Tag. 

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden


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