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Tägliche Kapitalmarkteinschätzungen von Dr. Ulrich Stephan,
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15. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Wahlhoffnungen treiben den TOPIX auf ein Rekordhoch, Taiwans Wachstum bleibt dank Halbleitern stark trotz steigender Risiken, und die Kupferpreise setzen aufgrund knappen Angebots und möglicher US‑Zölle ihre Rekordserie fort.

TOPIX erreicht Rekordhoch: Erwartungen an Takaichi-Wahl treiben Aktien

Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen erreichte gestern bei 2,17 Prozent den höchsten Stand seit 1999. Zugleich verringerte sich die Renditedifferenz zu ihren US-amerikanischen Pendants weiter. Dennoch notierte die japanische Währung mit 159 Yen pro US-Dollar so schwach wie zuletzt im Juli 2024. Japanische Aktien legten um mehr als ein Prozent zu und trieben den TOPIX auf ein Rekordhoch. Die Märkte reagierten damit auf Medienberichte, Premierministerin Sanae Takaichi könnte für Anfang Februar vorgezogene Neuwahlen ausrufen. Das Kalkül der Anleger: Sollte Takaichis Regierungskoalition einen Erdrutschsieg erringen – worauf Umfragen hindeuten –, könnte dies die Umsetzung des vom Kabinett beschlossenen, aber noch nicht ratifizierten Fiskalprogramms beschleunigen. Für den Fall einer künftigen Erweiterung der aktuellen Zwei-Parteien-Koalition wäre gar eine schuldenfinanzierte Ausweitung möglich. Hinsichtlich der Geldpolitik preisen die Märkte nach der letzten Leitzinserhöhung von 0,5 auf 0,75 Prozent im Dezember einen weiteren solchen Schritt für Juli 2026 ein. Sollte sich die Yen-Schwäche fortsetzen oder gar zunehmen, dürfte der Druck auf die Bank of Japan wachsen, die Zinsen möglicherweise schon früher anzuheben und/oder an den Devisenmärkten zu intervenieren.

Halbleiter beflügeln Taiwan – doch die Risiken nehmen zu

Taiwans Wirtschaft verzeichnete 2025 ein außergewöhnlich hohes Wachstum, maßgeblich getragen durch die weltweit stark gestiegene Nachfrage nach Halbleitern für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Das reale Bruttoinlandsprodukt soll laut Regierung um rund 7,4 Prozent gewachsen sein, womit Taiwan andere entwickelte Volkswirtschaften weit übertraf. Die Exportdynamik war besonders ausgeprägt, wobei technologieintensive Güter inzwischen fast drei Viertel der Ausfuhren ausmachen. Auch die Kapitalmärkte entwickelten sich sehr positiv. Der TAIEX legte im vergangenen Jahr um rund 19 Prozent inklusive Dividenden zu.

Ein Diagramm zeigt die Wertentwicklung taiwanischer Aktien in Euro inklusive Dividenden von 2021 bis 2026.

Auch dieses Jahr sollen die Gewinne laut Analystenschätzungen um über 22 Prozent steigen. Der Aufschwung geht jedoch mit einer zunehmenden sektoralen Konzentration einher. Die hohe Abhängigkeit von der Halbleiterindustrie erhöht die konjunkturelle Anfälligkeit für Nachfragerückgänge, während traditionelle Industriezweige an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Vor diesem Hintergrund erwartet die Regierung für 2026 eine Abschwächung des Wachstums auf 3,5 Prozent, was immer noch frühere Prognosen von 2,8 Prozent übertrifft. Parallel bestehen erhebliche geopolitische Risiken durch Spannungen mit der Volksrepublik China, die Taiwans außenwirtschaftliche Verwundbarkeit erhöhen und den Abschluss von Handelsabkommen erschweren. Trotz guter ökonomischer Kennzahlen bleibt der gesellschaftliche Nutzen des Booms jedoch begrenzt. Die wachstumsstarken Industriesektoren beschäftigen nur einen kleinen Teil der Erwerbstätigen, weisen jedoch überdurchschnittliche Einkommen auf. Dadurch verschärft sich die Einkommensungleichheit. Gleichzeitig stagnieren die Reallöhne seit Jahren, wodurch der Anteil der Arbeitseinkommen am Volkseinkommen rückläufig ist. Dies dämpft das Konsumvertrauen trotz hoher Pro-Kopf-Einkommen.

Rekordserie am Kupfermarkt

Die Kupferpreise setzen ihre Rekordserie fort: Kupfer zur Lieferung in drei Monaten wurde an der Londoner Metallbörse LME mit rund 13.400 US-Dollar je Tonne gehandelt. Die Gründe:

  • eine anhaltende Angebotsverknappung aufgrund von Produktionsunterbrechungen infolge von Naturkatastrophen und Streiks beziehungsweise in indonesischen oder chilenischen Minen.
  • eine kräftig gestiegene Nachfrage, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, bis Ende dieses Jahres Importzölle auch auf Kupfererze zu prüfen. Um diesen potenziellen Zöllen zuvorzukommen, wurden zuletzt hohe Mengen an Kupfer in die USA importiert. Die Bestände an der Terminbörse Comex sind aktuell fünfmal höher als im Vorjahr.

Sollte die US-Regierung entscheiden, entgegen der Markterwartung doch keine Zölle zu erheben, könnte es einen starken Preisrücksetzer geben. Auch sollten im zweiten Halbjahr einige derzeit stillgelegte Minen wieder produzieren können. Mittel- bis langfristig dürfte die Nachfrage nach Kupfer weiter robust zulegen: Elektrofahrzeuge benötigen im Schnitt dreimal mehr Kupfer als ein Auto mit Verbrennermotor. Zudem ist Kupfer ein wesentlicher Bestandteil von Servern, Kühlsystemen, Stromanschlüssen etc. Analysten schätzen, dass der Verbrauch im Basisszenario bis 2035 um mehr als ein Drittel steigen könnte.

Gold und Silber 2026: „sicherer Hafen“ oder überhitzte Kurse?

Gold und Silber haben 2025 stark zugelegt – getrieben von Notenbankkäufen, geopolitischen Spannungen und einer hohen industriellen Nachfrage bei Silber. Wie geht es 2026 weiter? Und welche Entwicklungen sind bei Minenaktien und Seltenen Erden zu erwarten? Das ordnen Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuellen Folge unseres Börsenpodcasts ein.

Zahl des Tages: 1.000

Das bekannte Universum ist um ein atemberaubendes Objekt reicher. Forscher entdeckten mithilfe des James-Webb-Teleskops ein Schwarzes Loch, das über acht Milliarden Lichtjahre von uns entfernt durch die Infinity-Galaxie rast. Das Schwarze Loch bewegt sich mit 1.000 Kilometern pro Sekunde durch den Raum – es ist damit eines der schnellsten Objekte, die wir kennen. Hinter sich her zieht es eine 200.000 Lichtjahre lange Schleppe aus Gas, in der sich neue Sterne bilden. Die Infinity-Galaxie besteht aus zwei kollidierenden Galaxien, die von der Erde aus wie ein Unendlichkeitszeichen aussehen – und die beim Zusammenstoß vielleicht das Schwarze Loch ins All geschleudert haben.

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Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden

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