Euro-und US-Dollar-Scheine auf einem Tisch

Bildquelle: PeJo / Adobe Stock

Zuletzt wurde der EUR/USD-Kurs vor allem von wechselnden Erwartungen an die Geldpolitik der Fed und der EZB bestimmt. Während die Märkte eine weitere EZB-Zinserhöhung am 10. September seit Längerem einpreisen, schwankten die Erwartungen hinsichtlich des Zeitpunkts der nächsten Zinserhöhung der Fed erheblich zwischen der September- und der Dezember-Sitzung. Hohe Energiepreise und Kapitalzuflüsse infolge des KI-Booms stützen derzeit den USD. Zugleich übertrifft die Widerstandskraft des Euroraums viele Erwartungen – trotz hoher Energiekosten und geopolitischer Spannungen – und könnte der EZB mehr Spielraum für eine restriktive Haltung geben. Mittelfristig sprechen vor allem wachsende Zweifel an der Tragfähigkeit des US-Staatshaushalts für einen schwächeren USD, denn sie haben die Debatte über eine Diversifizierung USD-denominierter Anleiheportfolios neu belebt. Wir erwarten dennoch nur eine moderate USD-Schwäche. Mögliche Interventionen der US-Regierung beziehungsweise der Fed an den Devisen- und Zinsmärkten würden zwar Gegenwind für den Greenback bedeuten, doch robuste Unternehmensgewinne und die Attraktivität des US-KI-Ökosystems dürften ausländische Portfoliozuflüsse stützen. Unser 12-Monats-Ziel für den EUR/USD-Wechselkurs liegt daher bei 1,20.

USD: kurzfristig gestützt, mittelfristig Gegenwind durch Defizitdebatte und Diversifizierung. EUR/GBP fester.

Die Ernennungen von Andy Burnham zum britischen Premierminister und John Healey zum Schatzkanzler trugen dazu bei, die Sorgen der Märkte zu beruhigen und das britische Pfund zu stabilisieren. Auch im Vorfeld des Herbsthaushalts am 28. Oktober dürfte die Marktstimmung konstruktiv bleiben. Die implizite Volatilität am GBP-Optionsmarkt für dieses Ereignis liegt deutlich unter der früherer Jahre. Geldpolitisch rechnen Anleger kurzfristig weitgehend mit unveränderten Leitzinsen der Bank of England. Die robuste britische Konjunktur dürfte das GBP gegenüber dem USD moderat stärken – ähnlich den Erwartungen für den EUR. Für den GBP/USD-Wechselkurs erwarten wir in den kommenden zwölf Monaten einen Anstieg auf 1,42.

Trotz der schrittweisen geldpolitischen Normalisierung in Japan, als Reaktion auf den herrschenden Inflationsdruck, erwarten wir in den kommenden zwölf Monaten nur eine moderate JPY-Aufwertung. Das anhaltend große Zinsgefälle zwischen den USA und Japan, negative japanische Realzinsen, niedrige Repatriierungsflows von japanischen Anlegern und die Erwartung einer lockeren Fiskalpolitik dürften Gewinne des JPY begrenzen. Der USD/JPY-Wechselkurs dürfte daher in zwölf Monaten bei rund 150 notieren.

Chinas Exportsektor erzielt weiter Rekordumsätze. Jüngste Produktionsdaten sprechen für eine solide inländische Industrieaktivität. Der private Konsum dagegen bleibt gedämpft und der Immobiliensektor unter Druck. Steigende Kapitalrückführungen und die Bereitschaft der PBoC, eine schrittweise CNY-Aufwertung gegenüber dem USD zuzulassen und zu unterstützen, untermauern unsere Erwartung hinsichtlich einer weiteren CNY-Stärke. Das Währungspaar USD/CNY dürfte in den kommenden zwölf Monaten einen Kurs von 6,60 erreichen.

Aktuelle Marktkommentare erhalten Sie im täglichen Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“.

Redaktionsschluss: 09.09.2026, 15.00 Uhr

Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden das Video und die Verbindung zu YouTube erst nach einem Klick aktiv. Bereits beim Aktivieren des Videos werden personenbezogene Daten (IP-Adresse) an YouTube bzw. Google gesendet und gegebenenfalls auch dort gespeichert. Wenn Sie den Button "Video aktivieren" anklicken, wird ein Cookie auf Ihrem Computer gesetzt, sodass die Website weiß, dass Sie dem Anzeigen von eingebetteten Videos in Ihrem Browser zugestimmt haben. Weitere Details zu den von Google erhobenen Daten finden Sie unter https://policies.google.com/privacy.