Übergreifendes – 03.06.22

Übergreifendes – 03.06.22

Kapitalmarktausblick Juni

Kapitalmarktausblick Juni

Der monatliche Kapitalmarktausblick gibt Ihnen einen umfassenden Überblick darüber, wie die Deutsche Bank die Entwicklung der Wirtschaft und einzelner Anlageklassen einschätzt.

Der monatliche Kapitalmarktausblick gibt Ihnen einen umfassenden Überblick darüber, wie die Deutsche Bank die Entwicklung der Wirtschaft und einzelner Anlageklassen einschätzt.

Liquidität

Skala orange

Das globale Wirtschaftswachstum wird durch gestörte Lieferketten und hohe Energiepreise gehemmt. Es ist davon auszugehen, dass die US-Notenbank Fed im Laufe des Jahres noch mehrere Leitzinsschritte vollziehen wird. Die Europäische Zentralbank könnte sich in den kommenden Monaten angesichts eines möglichen weiteren Anstiegs der Inflationszahlen ebenfalls zu ersten Zinsschritten gezwungen sehen. Nichtsdestotrotz dürfte die Nominalverzinsung in der Eurozone auf absehbare Zeit niedrig bleiben – wie auch die Attraktivität von Liquidität für Anleger.

Immobilien

Trotz Leitzinserhöhungen liegen die Kapitalmarktzinsen nach wie vor auf moderaten Niveaus. Auch wenn sich die weitere Zinsentwicklung langfristig nachteilig auswirken könnte, erwartet die Deutsche Bank auf absehbare Zeit eine anhaltend hohe Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeimmobilien, die auf ein knappes Angebot trifft – das gilt vor allem für Logistikimmobilien. Zudem dürften das insgesamt intakte Wirtschaftswachstum und die zunehmende Anzahl von Bürorückkehrern die Nachfrage nach Büroflächen trotz Homeoffice-Trend stützen. Immobilien dürften somit für entsprechend risikobereite Anleger interessant bleiben.

Renten

Das US-Wirtschaftswachstum dürfte sich abschwächen und die US-Inflation in den kommenden zwölf Monaten deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed verharren. US-Staatsanleiherenditen sollten sich auf dem aktuell erhöhten Niveau einpendeln. Aus der EZB sind angesichts hoher Inflationsraten vermehrt Signale für eine erste Zinserhöhung im Juli wahrzunehmen – der Aufwärtsdruck auf die Renditen europäischer Staatsanleihen dürfte anhalten. Insgesamt ist bei Anleihen mit hoher Volatilität zu rechnen. Erhöhte Renditeniveaus sorgen jedoch inzwischen auch für einzelne Anlagechancen.

Aktien

Aufgrund von steigenden Renditen, geldpolitischen Straffungen und geopolitischen Risiken sowie anhaltenden Lieferkettenproblemen sollte die Volatilität an den Aktienmärkten der Industrieländer anhalten. Viele Risiken dürften jedoch bereits eingepreist sein. Insgesamt erscheint der Ausblick für den globalen Aktienmarkt auf die kommenden zwölf Monate verhalten positiv. Schwellenländeraktien sind zu einem gewissen Grad ebenfalls von den negativen Marktfaktoren betroffen. In der aktuellen Situation könnten „Rohstoffmärkte“, etwa in Lateinamerika, interessant sein. Mögliche Konjunkturimpulse aus China könnten sich auch auf andere asiatische Volkswirtschaften positiv auswirken und Schwellenländeraktien Auftrieb verleihen.

Rohstoffe

Skala gelb

Die positiven US-Realrenditen setzen zinslose Goldanlagen weiterhin unter Druck. Allerdings hat die jüngste Aussage der Fed, eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte sei keine Option, die Anlegersorgen bezüglich einer strafferen Geldpolitik geschmälert. Insgesamt könnten die Unsicherheiten rund um den Russland-Ukraine-Krieg und die Sorgen um das Wirtschaftswachstum dem Goldpreis wieder Auftrieb verleihen. Bei den Ölpreisen sind anhaltend hohe Niveaus zu erwarten, da der Nachfrageüberhang bestehen bleiben dürfte.

Legende

Quelle: Deutsche Bank, CIO Privat- und Firmenkunden; Stand: 30. Mai 2022. Detailinformationen zu einzelnen Anlageklassen sowie deren Chancen und Risiken gibt Ihnen gerne Ihr Berater.

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Redaktionsschluss: 30.05.2022, 15 Uhr