Liquidität

Wie erwartet hob die Europäische Zentralbank (EZB) im Oktober ihren Leitzins abermals um 75 Basispunkte an, um der hohen Verbraucherpreisinflation entgegenzuwirken – deren Höhepunkt wird in der Eurozone jedoch erst für Anfang 2023 erwartet. Sollte die Inflation in den USA zwischenzeitlich stagnieren bzw. rückläufig sein, könnte die Fed deutlich vor der EZB das Ende ihres Zinsanhebungszyklus erreichen. Dennoch dürften die Schwankungen am Anleihemarkt inflationsbedingt vorerst hoch bleiben, weshalb eine Liquiditätsposition weiterhin nur im Hinblick auf kommende Kurskorrekturen interessant erscheint.

Immobilien

Die aktuelle Konjunkturschwäche sorgt für Gegenwind am Immobilienmarkt. US-Immobilien sind zudem einem hohen Zinsdruck ausgesetzt – steigende Finanzierungskosten dürften die ohnehin geringen Renditen belasten. Vergleichsweise gut entwickeln sich weiterhin Industrie- und Wohnimmobilien. Chancen könnten durch den anhaltenden strukturellen Wandel zudem Gewerbeimmobilien bieten; Logistikimmobilien in guter Lage sollten gefragt bleiben. Im aktuellen inflationären Umfeld bzw. auch im Falle einer möglichen Rezession könnten Immobilien eine gewisse Stabilität ins Portfolio bringen und möglicherweise als Inflationsschutz dienen.

Anleihen

Trotz getrübter Wachstumsaussichten zeigt der Renditetrend von Staatsanleihen guter Bonität weiterhin nach oben. Zwar könnten in den kommenden Monaten in den USA die Inflation sinken und die Fed zurückhaltender agieren, allerdings sollte bis dahin das Umfeld am Anleihemarkt angespannt bleiben. In Europa dürfte der Inflationshöhepunkt noch auf sich warten lassen, doch die EZB könnte im Zuge einer weiteren quantitativen Straffung und weiterer Zinsanhebungen für Bewegung sorgen. Bei europäischen Staatsanleihen ist daher auch zukünftig mit Schwankungen zu rechnen.

Aktien

Die Gewinnschätzungen der Analysten im Vorfeld der laufenden Berichtssaisons in den USA und Europa galten einigen Marktteilnehmern als zu optimistisch und als mögliche Auslöser für Kursverluste. Tatsächlich haben Finanzunternehmen besser berichtet als erwartet, während einige große Techunternehmen enttäuschten. Insgesamt konnten die Indexkurse leicht zulegen. Weiteres Kurspotenzial könnte sich ergeben, falls die sich abzeichnende Rezession einen milderen Verlauf nimmt als eingepreist. Dank fiskalischer Unterstützung, vor allem in Europa, erscheint eine Stimmungsaufhellung zum Frühjahr hin möglich. Eventuelle Kursrücksetzer könnten Einstiegsgelegenheiten für risikobewusste Anleger bieten.

Rohstoffe

Skala gelb

Steigende Zinsen aufgrund weltweiter Leitzinsanhebungen haben den Druck auf den Goldpreis aufrechterhalten. Das anziehende Zinsniveau in den USA stärkte außerdem abermals den US-Dollar. Mittelfristig dürfte eine Abwertung des US-Dollar gegenüber anderen Währungen den Goldpreis jedoch stützen. Die Ölpreise könnten sich im Zuge einer möglichen Verbesserung des wirtschaftlichen Ausblicks in den kommenden Monaten nach oben bewegen, zumal die Förderländer mit ihrer Mengensteuerung weiter versuchen dürften, die Notierungen zu stützen.

Legende

Quelle: Deutsche Bank AG; Stand: 01.11.2022. Detailinformationen zu einzelnen Anlageklassen sowie deren Chancen und Risiken gibt Ihnen gerne Ihr Berater.

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Redaktionsschluss: 04.11.2022, 18 Uhr;