Börsenweisheiten gibt es viele - ganz zu schweigen von kryptischen Kennzahlen oder sperrigen Fachbegriffen, die viele Börsenneulinge abschrecken. Dabei können schon fünf einfache Grundregeln genügen, die jeder Anleger für sein Aktiendepot beherzigen sollte.

Aktien können langfristig eine interessante Anlagemöglichkeit bieten. Trotzdem meiden viele Deutsche Investments am Aktienmarkt und setzen lieber auf festverzinste Papiere, obwohl diese in der Niedrigzinsphase nur noch geringe Erträge abwerfen. Beim Umgang mit Aktien und der Börse helfen einige Regeln, die den Aufbau und die Pflege eines eigenen Depots erleichtern können.

Regel 1: Nur kaufen, was man versteht
Was einleuchtend klingt, wird immer wieder vergessen. Dabei kann das Risiko eines Wertpapiers nur bewerten, wer auch versteht, was mit seinem Geld geschieht. Der Investor sollte zum Beispiel die Frage beantworten können, in welchem Sektor und in welchen Ländern ein Unternehmen aktiv ist. Denn genau daraus ergeben sich die möglichen Gefahren für ein Investment, aber auch dessen Chancen. Und nur, wer beides kennt, kann auch beurteilen, ob die Aktie wirklich zu ihm und seinen Vorstellungen passt.

Diese Mahnung gilt für jeden Anleger an der Börse. Denn so mancher Hype baute sich auf, weil Investoren Aktien kauften, ohne das Geschäftsmodell des Unternehmens und damit auch die Risiken ihres Investments verstanden zu haben. Und so mancher Hype endete deswegen auch mit Verlusten. Die Konsequenz daraus lautet: Nur kaufen, was man versteht.

Regel 2: Nur Geld investieren, auf das man mindestens mittelfristig verzichten kann
Die Börse bringt es mit sich, dass Aktien kurzfristig an Wert verlieren können. Diese Phasen muss der Anleger aushalten können.

Um beide Möglichkeiten – die hohen potentiellen Erträge, aber auch die möglichen Risiken aus Kursschwankungen oder sogar dem Totalverlust des angelegten Geldes - muss der Anleger wissen. Und beides muss zu seiner finanziellen Zukunftsplanung passen. Geld, das in naher Zukunft benötigt wird, sollte nicht in Aktien investiert werden. Sonst könnte es passieren, dass die Kurse genau dann niedrig sind, wenn der Anleger das Geld verfügbar haben muss - und deshalb mit Verlust verkaufen muss.

In Aktien investiert werden sollte stattdessen jenes Geld, das der Anleger zumindest mittelfristig nicht verplant hat. Denn so kann er an der Wertentwicklung der Kurse langfristig teilhaben. Eine gute Finanzplanung ist daher unerlässlich.

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Regel 3: Kopf an, Bauch aus
Es passiert jeden Tag – Investoren agieren an der Börse mit Emotionen. Gier lässt von immer höheren Renditen träumen, Angst lässt den Verlust von Vermögen befürchten. Beides kann den Blick auf die Realitäten verstellen. Deswegen heißt es immer kühlen Kopf bewahren und realistisch bleiben. So kann vermieden werden, zu schnell in einen bereits überhitzten Markt ein- oder am Ende eines Kursrutsches auszusteigen. Beides würde die Wertentwicklung eines Depots deutlich verschlechtern: Der überhastete Einstieg schadet, weil der Anleger seine Aktie möglicherweise zu einem überteuerten Kurs kauft. Und der vorschnelle Ausstieg aus dem Investment schmälert die Ertragschance, weil die Kurserholung möglicherweise kurz bevorsteht und die Aktie so unnötig mit Verlust verkauft wird. Deswegen gilt: Kopf an, Bauch aus.

Regel 4: Hin und Her macht Taschen leer
Jede Transaktion an der Börse kostet Geld. Dies bedeutet für den Investor, dass unnötige Umstellungen des Depots und damit Kosten vermieden werden sollten. Oft zahlt es sich für Privatanleger nicht aus, auf Börsenachrichten vorschnell zu reagieren und das Depot kurzfristig umzustellen. Besser ist es, zusammen mit dem Bankberater eine Anlagestrategie zu entwickeln und diese längerfristig beizubehalten.

Regel 5: Breit streuen
Nicht alle Eier in einen Korb legen, klingt banal? Ist es eigentlich auch. Aber in der Praxis ist es eine der wichtigsten Regeln der Geldanlage. Denn ohne Streuung gerät ein Depot schnell in die Schieflage. Verliert zum Beispiel die einzige Aktie eines Anlegers an Wert, steht für ihn schnell ein Minus unter dem Strich. In einem diversifizierten Depot dagegen kann der mögliche Verlust der einen Aktie durch die möglichen Gewinne der anderen Papiere eventuell aufgefangen werden. Eine solche Streuung kann sowohl über breit anlegende Fonds als auch über unterschiedliche Direktinvestments realisiert werden.

Fazit: Aktien können langfristig interessante Wertentwicklungsmöglichkeiten bieten, auch im Vergleich zu anderen Anlageklassen. Die Anlage in diese Papiere ist zwar eine komplexe Angelegenheit, die eine gute Einschätzung der eigenen Risikobereitschaft sowie Wissen über Unternehmen, Sektoren, Konjunktur und Länder voraussetzt. Aber die skizzierten Grundregeln liefern eine Orientierungshilfe. Einen Einblick in die Geldanlage mit Aktien finden Sie auch auf unserer Webseite „Basiswissen“ und in unserem Börsenlexikon. Detaillierte Informationen liefert die professionelle Beratung durch einen Finanzexperten.

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