Tagesgeld, Spar- und Festgeldanlagen bringen kaum mehr Zinsen. Sparer sollten umdenken, wenn sie Geld etwa für die Altersvorsorge zurücklegen möchten. Neben dem traditionellen Sparbuch gibt es weitere Anlagemöglichkeiten:

Deutschland ist Sparweltmeister. In kaum einem anderen Land der Welt legen die Menschen so viel Geld auf die hohe Kante. Ob für die Rente, die Ausbildung der Kinder oder das neue Auto – rund zwei Billionen Euro haben die Deutschen laut Bundesbank etwa in Form von Girokonten oder Spar- und Termineinlagen geparkt. Leider gibt es dafür derzeit so gut wie keine Zinsen mehr.

Umdenken heißt das Gebot der Stunde – und neue Wege gehen. Aber was konkret kann man tun? Fünf Beispiele zeigen Möglichkeiten auf, wie man auf die aktuell niedrigen Zinsen reagieren kann.

1. Festgeldanlage für überschaubare Zeiträume

Eigentlich gehört ein hoher Bargeldbestand nur noch zum Zwischenparken aufs Tagesgeldkonto – wenn man weiß, dass das Geld in absehbarer Zeit benötigt wird. Andernfalls können bessere Renditen erzielt werden, wenn man bereit ist, die Risikoleiter zu besteigen. Eine niedrige Sprosse bildet das Festgeldkonto mit einem festen Zins und einer Laufzeit von zwei bis drei Jahren. Festgeldanlagen gelten allgemein als sicher und bieten zumindest eine leicht höhere Verzinsung als das Sparbuch oder das Tagesgeldkonto.

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2. Anleihen mit höherer Rendite suchen

Anleihen werden zum Beispiel von Staaten oder Unternehmen ausgegeben, die Fremdkapital benötigen – den Emittenten. Wer eine Anleihe kauft, vergibt damit einen Kredit und hat Anspruch auf eine laufende Verzinsung.
Anleihen bieten sichere planbare Erträge, solange der Emittent zahlungsfähig ist.. Ihr Risiko hängt deshalb wesentlich von der Kreditwürdigkeit des Emittenten ab (Emittentenrisiko). Anleihen mitim Investment Grade, d.h. Wertpapiere von Staaten oder Unternehmen, die eine hohe Bonität aufweisen, gelten als relativ sicher. . Bei Hochzinsanleihen ist das Ausfallrisiko größer und die Verzinsung entsprechend höher.

Anleihen gibt es in vielen Formen. Staatsanleihen sind Anleihen, die von der öffentlichen Hand oder anderen staatlichen Körperschaften ausgegeben werden. Bei Unternehmensanleihen sind die Schuldner dagegen Unternehmen.
Staatsanleihen der Industrieländer stammen zum Beispiel aus Deutschland oder den USA. Sie gelten im Vergleich zu Schwellenländeranleihen meist als sicher, bieten aber aktuell nur sehr niedrige Zinsen. Schwellenländer-Anleihen sind oft deutlich höher verzinst, jedoch bei entsprechendem höherem Risiko. Für Anleger, die nicht direkt in Anleihen investieren wollen, können Rentenfonds interessant sein.

Ob und welche Anleihen 2019 Potenzial bieten, erfahren Sie hier.

Sichere Zinsen waren gestern. Zum Glück gibt es Alternativen zum Sparbuch – von Anleihen bis Multi-Asset-Fonds.

3. Kombi-Angebote: Fonds plus planbare Zinsen

Als Einstieg in eine Fondsanlage können Kombi-Angebote interessant sein: Sie kombinieren eine planbare Zinsanlage über einen bestimmten Zeitraum mit der Investition in einen Investmentfonds. Die Zinsen sind dabei in der Regel höher als bei herkömmlichen Sparangeboten. Kombi-Angebote gibt es in verschiedenen Varianten. Möglich wäre zum Beispiel, die Hälfte des gewünschten Anlagebetrags für sechs Monate auf ein Festgeldkonto zu legen und für die andere Hälfte Fondsanteile zu kaufen. Nach einem halben Jahr können Anleger dann über ihren Festgeldbetrag inklusive der Verzinsung frei verfügen.

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4. Interessante Möglichkeiten mit Aktien- und Multi-Asset-Fonds

Rund neun Millionen Anleger in Deutschland sind laut Deutschem Aktieninstitut derzeit in Aktien- und Multi-Asset-Fonds investiert. Hier suchen die Fondsmanager aktiv nach interessanten Anlagen und erreichen durch eine Mischung verschiedener Anlageklassen, Regionen und Wertpapiere eine Verteilung des Anlagerisikos.

Multi-Asset-Fonds oder Mischfonds können in mehrere verschiedene Anlageklassen investieren, in der einfachsten Form zum Beispiel in Aktien und Anleihen. Es gibt aber auch Fonds, die zusätzlich Rohstoffe oder andere alternative Anlagen berücksichtigen. Durch eine besonders breite Risikostreuung sollen Schwankungen einzelner Anlageklassen ausgeglichen werden.

Wer nicht gleich mit großen Beträgen in die Fondsanlage einsteigen möchte, für den könnte sich ein Fondssparplan anbieten. Dabei zahlen Anleger regelmäßig – zum Beispiel monatlich – einen festen Betrag in einen Investmentfonds ein und bauen so schrittweise Kapital auf. Da das Kapital nicht mit einem Schlag investiert wird, können Anleger zusätzlich vom vom so genannten Durchschnittskosteneffekt profitieren.

5. Dividendenwerte - Aktieninvestments mit Ausschüttungen

Dividenden sind freiwillige Ausschüttungen, mit denen ein Unternehmen seine Aktionäre an den Gewinnen und damit am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen kann. Aktien mit hohen Ausschüttungen, auch Dividendenwerte genannt, können daher gerade in Zeiten niedriger Zinsen für viele Anleger einen Blick wert sein. Doch nicht immer sind hohe Dividenden automatisch interessant: Die Geschäftsentwicklung des Unternehmens muss die Ausschüttung auch rechtfertigen. Anleger, die sich nicht selbst mit den Geschäftszahlen der Unternehmen beschäftigen möchten, können z.B. auf Fonds mit einem Schwerpunkt auf Dividendenaktien zurückgreifen. Dabei sollten Anleger aber natürlich auch die Risiken eines solchen Investments im Blick behalten.

6. An modernen Versicherungskonzepten partizipieren

Moderne Versicherungskonzepte bieten Anlegern deutlich mehr Flexibilität als früher: Sind sie bereit, auf einen Garantiezins zu verzichten und das Sicherheitsnetz etwas tiefer zu hängen, haben sie Chancen auf eine höhere Rendite bei entsprechend mehr Risiko. Ein Teil der Beiträge wird dann in Fonds oder gemanagte Depotmodelle investiert, die der Kunde selbst auswählt. Die bewährten Vorteile einer kapitalbildenden Lebensversicherung bleiben erhalten: Während der Laufzeit fällt keine Abgeltungsteuer an, es gibt keine Ausgabeaufschläge für Fondskauf und Fondswechsel – und auch in der Verfügungsphase profitiert der Versicherungsnehmer in der Regel von Steuervorteilen.

7. Immobilienanlagen berücksichtigen

Die eigenen vier Wände spielen beim Vermögensaufbau vieler Bundesbürger eine wichtige Rolle – und das mit Recht. Aber auch als Anlageklasse können Immobilien interessant sein: Investments in „Betongold“ bieten im Schnitt eine höhere Verzinsung als Bundesanleihen und können deshalb auch für konservativ ausgerichtete Anleger eine interessante Alternative sein. Immobilienanlagen sind nicht frei von Risiken: Zum Beispiel können die Mieteinnahmen eines Bürohauses bei schwacher Konjunktur niedriger ausfallen als erwartet. Offene Immobilienfonds guter Qualität bieten jedoch meist eine breite Risikostreuung über mehrere Regionen und Nutzungsarten hinweg. Außerdem ermöglichen sie Anlegern den Einstieg schon mit wenig Kapital.

Ob Immobilien 2019 eine Alternative zum Festzins sein könnten, lesen Sie hier.

Fazit:

Neben Sparbuch & Co. gibt es weitere interessante Anlagemöglichkeiten. Welches Produkt geeignet sein kann, hängt mit der individuellen Lebenssituation, dem Sparziel und der persönlichen Risikoneigung zusammen. Deshalb lohnt sich eine professionelle Beratung bei einem Finanzexperten.

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