Die wichtigsten Fakten:

  • Die EZB kauft wieder Anleihen und bereitet die Investoren auf anhaltend niedrige Zinsen vor.
  • Die Fed hält an ihrem Kurs fest und setzt die Lockerung ihrer Geldpolitik fort.

Im Anschluss an das Treffen des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden Erinnerungen an die Eurokrise 2012 wach. Damals hatte EZB-Präsident Mario Draghi angekündigt, „alles zu tun, was nötig ist“, um die Gemeinschaftswährung zu stabilisieren – kurz darauf startete das EZB-Anleihekaufprogramm. Ähnlich drastisch erklärte er nun, dass das neue Anleihekaufprogramm in Höhe von monatlich 20 Milliarden Euro am 1. November beginnen und „so lange wie nötig“ fortgesetzt werde.

Auch mit dem restlichen Maßnahmenpaket übertraf die EZB die Markterwartungen. Die Senkung des Einlagesatzes um 10 Basispunkte auf -0,5 Prozent war keine Überraschung – wohl aber die geänderte Forward Guidance, also die Prognose zur eigenen Geldpolitik, die den Märkten Klarheit über den Kurs der Notenbanker gibt. Die EZB plant, das Zinsniveau so lange niedrig zu halten, bis sich ein nachhaltiger Anstieg der Inflation in Richtung der Zielmarke von knapp 2 Prozent abzeichnet.

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Weitere Schritte

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) setzt ihren Kurs konsequent fort – und senkte den Zinssatz auf 1,75 bis 2 Prozent. Begründung: Unsicherheit bei Unternehmen und Investoren sowie globale Wachstumsschwäche. Für die US-Wirtschaft zeigt sich die Fed kurzfristig aber sogar optimistischer. Die Deutsche Bank erwartet dennoch auch für Oktober, Dezember und
Januar Zinsschritte. Die Absenkung des Leitzinsbandes um dann weitere 75 Basispunkte könnte 0,6 Prozentpunkte zum US-Wachstum beitragen.



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Anlagewissen

Redaktionsschluss: 04.10.2019