Mythen und Fakten aus dem Immobilienbereich

Vie­le Men­schen, die ein Haus kau­fen, bau­en oder ei­ne en­er­ge­ti­sche Sa­nie­rung an ih­rem Ge­bäu­de durch­füh­ren wol­len, sind heu­te ver­un­si­chert. Grund da­für sind et­li­che My­then wie et­wa:

Aber stimmt das ei­gent­lich? In die­sem Ar­ti­kel ma­chen wir den Fak­ten­check: Wie viel Wahr­heit steckt in den My­then und wie viel ist frei er­fun­den oder ver­al­te­tes Wis­sen.

Ob die Flut­ka­ta­stro­phe im Ahr­tal oder im­mer hef­ti­ge­re Wald­brän­de: Ex­tre­me Wet­ter- und Kli­ma­er­eig­nis­se häu­fen sich auch hier­zu­lan­de und ver­lan­gen wirk­sa­me Ver­än­de­run­gen. Der schnells­te und ein­fachs­te Weg, das Kli­ma nach­hal­tig zu schüt­zen, ist es, En­er­gie zu spa­ren.1 Das ist gut für die Um­welt und senkt an­ge­sichts lang­fris­tig stei­gen­der En­er­gie­prei­se auch die Kos­ten. Den En­er­gie­ver­brauchs zu re­du­zie­ren, be­schäf­tigt da­her vie­le Men­schen.

Die En­er­gie­wen­de er­for­dert ne­ben dem Aus­bau Er­neu­er­ba­rer auch die ef­fi­zi­en­te Nut­zung der En­er­gie. In Deutsch­land ver­braucht al­lein der Ge­bäu­de­sek­tor rund 35 % der En­er­gie und ist für 30 bis 35 % der CO₂-Emis­sio­nen ver­ant­wort­lich.2 Laut Um­welt­bun­des­amt ver­fehl­te der Ge­bäu­de­be­reich 2022 wie­der­holt die ge­setz­lich fest­ge­leg­ten Kli­ma­zie­le3 – trotz ho­her En­er­gie­kos­ten und mil­der Wit­te­rung.

Ein Grund: Rund 70 %4 al­ler Wohn­ge­bäu­de in Deutsch­land wur­den vor 1979 er­rich­tet. Da­mals gab es kei­ner­lei ge­setz­li­che Vor­ga­ben für Wär­me­schutz und en­er­gie­spa­ren­de An­la­gen­tech­nik. Das ist heu­te an­ders: Für Neu­bau­ten ist der zu be­rück­sich­ti­gen­de Ef­fi­zi­enz­stan­dard fest vor­ge­schrie­ben. Aber über 75 % der in Haus­hal­ten ver­brauch­te Wär­me wird im­mer noch fos­sil5 er­zeugt. Die Auf­ga­ben sind al­so rie­sig.

Ob­wohl im Be­stand über ei­ne en­er­ge­ti­sche Sa­nie­rung viel ein­ge­spart wer­den kann, geht es in Deutsch­land schlep­pend vor­an. Um die ge­steck­ten Kli­ma­zie­le bis 2045 zu er­rei­chen, müss­te die en­er­ge­ti­sche Sa­nie­rungs­ra­te des Wohn­ge­bäu­de­be­stands von rund 1 %6 auf 2,5 % bis 2030 und bis 2050 auf 3,9 %7 stei­gen. Was hin­dert Men­schen dar­an, ak­tiv zu wer­den? Un­ter an­de­rem ver­stel­len di­ver­se My­then im Be­reich der en­er­ge­ti­schen Ge­bäu­de­sa­nie­rung den Blick auf die Vor­tei­le. Das ver­un­si­chert vie­le Ei­gen­tü­mer*in­nen oder führt so­gar zu kom­plet­ter Ab­leh­nung. Um mög­li­che Un­klar­hei­ten oder Vor­be­hal­te aus dem Weg zu räu­men, wer­den auf den kom­men­den Sei­ten vier aus­ge­wähl­te My­then ei­nem Fak­ten­check un­ter­zo­gen.

Die En­er­gie­wen­de im Ge­bäu­de-Sek­tor ist ei­ne fun­da­men­ta­le Her­aus­for­de­rung, die In­ves­ti­tio­nen und Aus­dau­er er­for­dert. Da­mit Deutsch­land spä­tes­tens 2045 kli­ma­neu­tral ist, müs­sen im Ge­bäu­de­be­reich vie­le Wei­chen neu ge­stellt wer­den. Dass sich es lohnt, nicht nur für das Kli­ma, son­dern auch für Haus­be­sit­zer*in­nen, zeigt die­ser Ar­ti­kel.


Mythos 1

Energetische Sanierung lohnt sich finanziell nicht

Kurz­fas­sung

Wie schnell En­er­gie­prei­se stei­gen kön­nen, hat das Jahr 2023 be­wie­sen. In sol­chen Zei­ten den­ken be­son­ders vie­le Men­schen über die en­er­ge­ti­sche Sa­nie­rung ih­rer Im­mo­bi­lie nach. Aber ei­ne en­er­ge­ti­sche Sa­nie­rung lohnt sich fast im­mer. Je hö­her die En­er­gie­prei­se, des­to schnel­ler zahlt sich die Maß­nah­me aus. Häu­fig ge­nügt heu­te ei­ne De­ka­de, um die In­ves­ti­ti­ons­kos­ten durch En­er­gie-Ein­spa­run­gen ge­gen­zu­fi­nan­zie­ren. Die en­er­ge­ti­sche Ge­bäu­de­sa­nie­rung ist ei­ne der wich­tigs­ten Stell­schrau­ben der En­er­gie­wen­de. Sie bie­tet die Mög­lich­keit, den Wert ei­ner Im­mo­bi­lie zu stei­gern und gleich­zei­tig die En­er­gie­kos­ten zu mi­ni­mie­ren. Vor 1979 ge­bau­te Ge­bäu­de ver­brau­chen im Schnitt fünf­mal mehr En­er­gie als Häu­ser, die nach 2000 er­rich­tet wur­den.8 Doch auch bei Alt­bau­ten las­sen sich mit ei­ner en­er­ge­ti­schen Sa­nie­rung sehr gu­te Ef­fi­zi­enz­stan­dards er­rei­chen. Die In­ves­ti­ti­ons­kos­ten re­fi­nan­zie­ren sich mit­tel- und lang­fris­tig durch ver­rin­ger­te En­er­gie­kos­ten.

Sinn­vol­les Sa­nie­ren zahlt sich aus

Ob Fas­sa­den­däm­mung, Pho­to­vol­ta­ik, Fens­ter mit Wär­me­schutz­ver­gla­sung oder der Tausch der Hei­zungs­an­la­ge – erst ein­mal ent­ste­hen na­tür­lich Kos­ten. Doch En­er­ge­ti­sche Sa­nie­run­gen ren­tie­ren sich. So un­ter­schied­lich die ein­zel­nen Häu­ser, so ver­schie­den sind die Mög­lich­kei­ten ei­ner en­er­ge­ti­schen Sa­nie­rung: von der Ein­zel­maß­nah­me bis hin zur Kom­plett­sa­nie­rung. Wie schnel­l sich ei­ne Sa­nie­rung aus­zah­len kann, schät­zen ver­sier­te En­er­gie­be­ra­ter*in­nen. Sie füh­ren vor Ort en­er­ge­ti­sche Be­rech­nun­gen durch, zei­gen För­der­mög­lich­kei­ten auf und er­stel­len bei Be­darf ei­nen ge­staf­fel­ten Fahr­plan für die Sa­nie­rung. Als Faust­re­gel gilt: Je äl­ter das zu sa­nie­ren­de Bau­teil, des­to grö­ßer ist die zu er­war­ten­de En­er­gie­ein­spa­rung. Ide­al ist es, wenn sich en­er­ge­ti­sche Maß­nah­men mit oh­ne­hin not­wen­di­gen Mo­der­ni­sie­rungs- oder Re­pa­ra­tur­ar­bei­ten kom­bi­nie­ren las­sen. Kos­ten zum Bei­spiel für Ge­rüs­te, tei­len sich so auf die ein­zel­nen Maß­nah­men auf.

Kurz erklärt: Wie dämmen den Geldbeutel schont

Ein Haus mit dem Ef­fi­zi­enz­haus-Stan­dard EH55 be­nö­tigt nur noch 55 % der Pri­mär­ener­gie des Re­fe­renz­hau­ses. Um die­ses Ziel zu er­rei­chen, braucht ein äl­te­res Haus et­wa ei­ne Fas­sa­den­däm­mung von 16 – 18 cm. Bei ei­nem an­ge­nom­me­nen mitt­le­ren En­er­gie­preis von 14 Cent je Ki­lo­watt­stun­de wür­de sich die­se In­ves­ti­ti­on be­reits in­ner­halb von zwölf Jah­ren loh­nen. Zur Ein­ord­nung: im Herbst 2022 lag der Preis für ei­ne Ki­lo­watt­stun­de Erd­gas be­reits bei 40 Cent. Für die Däm­mung rech­net man mit ei­ner Nut­zungs­zeit von rund 40 Jah­ren.9

Im­mo­bi­lie auf­wer­ten und Kos­ten spa­ren

Gut iso­lier­te Ge­bäu­de spa­ren nicht nur Geld wäh­rend der Nut­zung, son­dern sind auch deut­lich at­trak­ti­ver im Fal­le ei­nes Ver­kaufs. Das er­gab 2022 ei­ne Ana­ly­se des Im­mo­bi­li­en­spe­zia­lis­ten Jo­nes Lang La­Sal­le (JLL), die rund 5.000 An­ge­bots­da­ten von Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern aus­wer­te­te.10 Das Er­geb­nis: Die an­ge­bo­te­nen Kauf­prei­se für Ge­bäu­de der bes­ten En­er­gie­klas­sen A so­wie A+ la­gen ein Drit­tel (28 %) über de­nen der schlech­tes­ten En­er­gie­klas­sen G und H. Die Woh­nat­las Stu­die der Post­bank stellt eben­falls den ho­hen Ein­fluss der En­er­gie­ef­fi­zi­enz auf Kauf­prei­se fest.

Nie­mand kann heu­te si­cher vor­her­sa­gen, wie sich die En­er­gie­prei­se in Zu­kunft ent­wi­ckeln. Das be­weist schon ein Blick ins Jahr 2022: Da­mals sind die Heiz­kos­ten um durch­schnitt­lich 80 % ge­stie­gen.11 In­zwi­schen hat sich die La­ge et­was ent­spannt. Den­noch sind sich die Fach­leu­te ei­nig: En­er­gie bleibt teu­er. Die Grün­de da­für lie­gen im Krieg in der Ukrai­ne, im wach­sen­den Res­sour­cen­man­gel so­wie in der stei­gen­den  CO₂-Be­prei­sung. Es lohnt sich al­so, durch en­er­ge­ti­sches Sa­nie­ren lang­fris­tig En­er­gie zu spa­ren und auf er­neu­er­ba­re En­er­gi­en um­zu­stei­gen.


Mythos 2

Wasserstoff und Biogas werden wichtige Säulen unserer Energieversorgung

Kurz­fas­sung

Was­ser­stoff und Bio­ga­se wer­den al­len Er­kennt­nis­sen nach für pri­va­te Hei­zungs­an­la­gen kei­ne Rol­le spie­len. Aus zwei ein­fa­chen Grün­den: Sie sind zu teu­er und nicht in aus­rei­chen­der Men­ge ver­füg­bar. Um Grü­nen Was­ser­stoff zu pro­du­zie­ren, be­nö­tigt man die dop­pel­te Men­ge an Strom aus Er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en. Da ist es deut­lich ef­fi­zi­en­ter den Strom di­rekt zu nut­zen, um mit ei­ner Wär­me­pum­pe das Haus zu hei­zen. Auf lan­ge Sicht wird Was­ser­stoff über­wie­gend in­dus­tri­el­len An­wen­dun­gen vor­be­hal­ten sein, für die es kei­ne an­de­re CO₂-freie Lö­sung gibt. Klas­si­sche Bran­chen hier­für sind die Stahl­pro­duk­ti­on oder die Schiff­fahrt. Für ei­nen hö­he­ren An­teil an Bio­ga­sen feh­len die land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen. Auch bie­tet ei­ne Pho­to­vol­ta­ik-An­la­ge auf der glei­chen Flä­che ei­nen deut­lich grö­ße­ren En­er­gie­er­trag.

Bei der En­er­gie­ver­sor­gung der Zu­kunft den­ken vie­le di­rekt an Was­ser­stoff und Bio­ga­se. Aber wer­den wir künf­tig un­se­re Häu­ser mit Was­ser­stoff oder Bio­gas hei­zen? Laut Stu­di­en­la­ge12 kön­nen die­se En­er­gie­trä­ger nur in we­ni­gen Sek­to­ren ein­ge­setzt wer­den: et­wa in der che­mi­schen In­dus­trie, in der Schiff- und Luft­fahrt oder zur kli­ma­neu­tra­len Her­stel­lung von Stahl. In all die­sen Fel­dern gibt es bis­lang kei­ne oder kaum di­rek­t­e­lek­tri­sche Lö­sungs­al­ter­na­ti­ven. Im Ge­bäu­de­be­reich sieht das an­ders aus. Hier ist die Wär­me­pum­pe Was­ser­stoff oder Bio­gas aus vie­len Grün­den über­le­gen:

  • Nied­ri­ge Ef­fi­zi­enz: Wär­me­pum­pen sind viel ef­fi­zi­en­ter als zum Bei­spiel Was­ser­stoff­hei­zun­gen (Brenn­stoff­zel­len­hei­zung & Brenn­wert­kes­sel).
  • Star­ke Nach­fra­ge: Bio­ga­se und kli­ma­neu­tra­ler Was­ser­stoff sind und blei­ben knapp. Des­halb wer­den sie per­spek­ti­visch spe­zi­ell dort ein­ge­setzt, wo es am ef­fi­zi­en­tes­ten ist und bes­se­re Lö­sun­gen feh­len.
  • Ho­her Preis: Was­ser­stoff und Bio­ga­se sind rar, stark nach­ge­fragt und we­nig ef­fi­zi­ent. Das treibt den Preis. Ei­ne Nut­zung im Ge­bäu­de­be­reich wür­de da­her deut­lich teu­rer als an­de­re Lö­sun­gen.
Grafik zur Veranschaulichung der Wirtschaftlichkeit von Wasserstoff

Quelle: Illustration Policy Paper von WWF, NABU, DHU, Wasserstoff und grüne Gase im Gebäudesektor? Keine gute Lösung.

Was­ser­stoff im Erd­gas­netz

Dis­ku­tiert wird auch die Mög­lich­keit, 20 Vo­lu­men-Pro­zent des Erd­ga­ses durch grü­nen Was­ser­stoff zu er­set­zen. Da sich Erd­gas und Was­ser­stoff stark in ih­ren phy­si­ka­li­schen und che­mi­schen Ei­gen­schaf­ten un­ter­schei­den, wür­de dies ei­ne teu­re und tech­nisch auf­wen­di­ge Um­rüs­tung des Gas­net­zes er­for­dern. Gleich­zei­tig ver­rin­gern sich durch die Maß­nah­me die Treib­haus­gas­emis­sio­nen nur ge­ring­fü­gig. Die er­for­der­li­chen, tech­ni­schen An­pas­sungs­maß­nah­men wür­den die Kos­ten für in­dus­tri­el­le End­ver­brau­cher um bis zu 43 % er­hö­hen, für Haus­hal­te im­mer­hin noch um bis zu 16 %.13

Kurz erklärt: Grüner Wasserstoff oder blauer?

Was­ser­stoff kann auf ver­schie­de­nen We­gen her­ge­stellt wer­den. Grü­ner Was­ser­stoff wird durch Elek­tro­ly­se ge­won­nen. Der En­er­gie­be­darf für die Elek­tro­ly­se wird hier kom­plett durch er­neu­er­ba­re En­er­gi­en wie z. B. Wind­kraft oder So­lar­ener­gie ab­ge­deckt. Nur die­ser Was­ser­stoff bie­tet ei­nen Vor­teil im Hin­blick auf un­se­re CO₂-Emis­sio­nen. Blau­er Was­ser­stoff hin­ge­gen re­sul­tiert aus der Dampf­re­du­zie­rung von fos­si­lem Erd­gas. Das da­bei frei­ge­setz­te Koh­len­stoff­di­oxid wird dann mit­tels Car­bon Cap­tu­re ab­ge­schie­den und un­ter­ir­disch ver­presst. Die Pro­ble­me: Das ab­ge­schie­de­ne CO₂ kann nicht kom­plett ver­presst wer­den. Das Ver­pres­sen er­for­dert so viel En­er­gie, dass die ent­ste­hen­den Emis­sio­nen in der Sum­me grö­ßer sein könn­ten, als wenn man di­rekt Koh­le oder Erd­gas heizt. Kurz: Blau­er Was­ser­stoff ist we­der ei­ne er­neu­er­ba­re En­er­gie noch ei­ne un­ver­meid­ba­re Ab­wär­me im Sin­ne des Ge­set­zes. Er hilft da­her nicht die ge­steck­ten Kli­ma­zie­le zu er­rei­chen.

Gas­hei­zun­gen um­rüs­ten? Oder Bio­ga­se nut­zen?

Wer plant, ei­ne neue Gas­hei­zung zu in­stal­lie­ren und die­se spä­ter auf Was­ser­stoff um­zu­rüs­ten, läuft Ge­fahr, in ei­ner Kos­ten­fal­le zu lan­den. Noch ist es nicht mög­lich, ei­ne Gas­hei­zung zu 100% auf Was­ser­stoff um­zu­stel­len. Als „H2-re­a­dy" de­kla­rier­te An­la­gen ar­bei­ten bis­lang mit ei­nen Was­ser­stoff­an­teil von ma­xi­mal 30 %. Laut Ge­bäu­de­ener­gie­ge­setz (GEG) müs­sen aber ab 2024 bei ei­nem Hei­zungs­tausch bis zu 65 % der Heiz­ener­gie aus er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en kom­men. Ak­tu­ell ist es eher un­wahr­schein­lich, dass ei­ne Um­stel­lung der Gas­net­ze in der er­for­der­li­chen Brei­te ge­lingt.14 Das Re­sul­tat: Ver­brau­cher*in­nen sind wei­ter­hin an fos­si­le En­er­gie­trä­ger und de­ren ho­he Prei­se ge­bun­den, was we­der öko­no­misch noch öko­lo­gisch sinn­voll ist. Setzt man mit­tel- und lang­fris­tig auf Was­ser­stoff oder Bio­me­than statt auf ei­ne Wär­me­pum­pe mit Pho­to­vol­ta­ik-An­la­ge wer­den die Kos­ten fast un­kal­ku­lier­bar. Im schlimms­ten Fal­le könn­te durch die An­for­de­run­gen für 100 % Was­ser­stoff so­gar ein er­neu­ter Hei­zungs­tausch not­wen­dig wer­den.

Auch das Po­ten­zi­al ei­ner brei­ten und nach­hal­ti­gen en­er­ge­ti­schen Nut­zung von Bio­gas ist sehr be­grenzt. Grund ist die be­schränk­te Ver­füg­bar­keit und die pro­ble­ma­ti­sche Flä­chen­nut­zung. Et­wa 77 % des Bio­ga­ses wer­den aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen wie Mais er­zeugt.15 Da­für wer­den 14 % der deut­schen Acker­flä­che16 be­legt. Fel­der auf de­nen sonst Nah­rungs­mit­tel an­ge­baut oder auch PV-An­la­gen er­rich­tet wer­den könn­ten. Pho­to­vol­ta­ik-An­la­gen wür­den auf die­ser Flä­che et­wa 40-mal mehr En­er­gie er­zeu­gen, als es ak­tu­ell über Bio­mas­se mög­lich ist.17 Laut Na­tio­na­ler Bio­mass­estra­te­gie (NA­BIS) soll sich die en­er­ge­ti­sche Bio­mas­sen­ut­zung auf an­fal­len­de Rest- und Ab­fall­stof­fe kon­zen­trie­ren. Die­se sind aber so be­grenzt, dass sie den Mais­an­bau nicht er­set­zen kön­nen. Ei­ne brei­te Nut­zung von Bio­ga­sen für die Wär­me­ver­sor­gung im Ge­bäu­de­sek­tor ist da­her auch in Zu­kunft un­wahr­schein­lich.

Vor­tei­le ei­ner Wär­me­pum­pe ver­gli­chen mit Grü­nem Was­ser­stoff

Wär­me­pum­pen ar­bei­ten deut­lich ef­fi­zi­en­ter als mit Was­ser­stoff be­trie­be­ne Heiz­kes­sel. Je nach Ge­bäu­de er­zeugt ei­ne Wär­me­pum­pe aus 1 kWh Strom durch­schnitt­lich zwi­schen 2,6 bis 4,6 kWh Wär­me. Ein H₂-Brenn­wert­kes­sel pro­du­ziert mit der glei­chen Strom­men­ge da­ge­gen nur 0,64 kWh Wär­me.18 Der Strom­be­darf zur Her­stel­lung des grü­nen Was­ser­stoffs ist deut­lich hö­her als die letzt­lich be­reit­ge­stell­te Wär­me. Heizt man ein un­sa­nier­tes Ein­fa­mi­li­en­haus mit grü­nem Was­ser­stoff oder ei­ner mo­der­nen Wär­me­pum­pe zeigt sich: Für die Ge­win­nung des grü­nen Was­ser­stof­fes braucht man fünf­mal so viel Strom wie für den Be­trieb ei­ner mo­der­nen Wär­me­pum­pe.19 Laut Mo­dell­be­rech­nun­gen wä­re das Hei­zen auf Was­ser­stoff­ba­sis nach heu­ti­gem Stand dop­pelt bis drei­mal so teu­er wie das Hei­zen mit ei­ner Wär­me­pum­pe.20

Grafik zur Veranschaulichung der Kosten verschiedener Heizsysteme

Quelle: Illustration Faktenpapier von WWF, BUND & DUH, H2-ready: Die Kostenfalle im Gebäude / Prognos AG anhand eines Beispielgebäude der deutschen Gebäudetypologie für Wohngebäude nach dem Institut Wohnen und Umwelt (IWU)


Mythos 3

Wärmepumpen lohnen sich im Altbau nicht

Kurz­fas­sung

Der Wech­sel von fos­si­len Brenn­stof­fen hin zu Er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en zahlt sich auch im Be­stand aus. Durch die CO₂-Ab­ga­be wer­den Gas und Erd­öl un­ab­hän­gig von Markt­prei­sen künf­tig im­mer teu­rer. Gleich­zei­tig spart die Ef­fi­zi­enz ei­ner Wär­me­pum­pe be­reits heu­te je­den Mo­nat En­er­gie­kos­ten. Je nach den ak­tu­el­len En­er­gie­prei­sen hat sich die In­ves­ti­ti­on in ei­ne Wär­me­pum­pe schon in we­ni­ger als 10 Jah­ren aus­ge­zahlt. Wer den Strom für die Wär­me­pum­pe über ei­ne Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge selbst er­zeugt, spart zu­sätz­lich. Auch im Be­stand ist der Ein­satz von Wär­me­pum­pen meist oh­ne Kom­plett­sa­nie­rung ein at­trak­ti­ves In­vest­ment.

Wär­me­pum­pen ha­ben das Po­ten­zi­al, die Stan­dard­tech­no­lo­gie der Zu­kunft zu wer­den. Aus gu­tem Grund: Wär­me­pum­pen sind kli­ma­scho­nend und be­hei­zen Ge­bäu­de be­son­ders ef­fi­zi­ent – auch Alt­bau­ten. Mit dem Ein­satz ei­ner Ki­lo­watt­stun­de Strom kön­nen sie drei und mehr Ki­lo­watt­stun­den Wär­me be­reit­stel­len.21 Über die Hälf­te der 2022 neu ge­bau­ten Wohn­häu­ser hei­zen mit Wär­me­pum­pen.22 Bei Be­stands­ge­bäu­den ist der An­teil der leis­tungs­star­ken Heiz­tech­no­lo­gie ak­tu­ell noch ge­ring. Da­bei lohnt sich meist auch im Be­stand fos­si­le Hei­zun­gen ge­gen ei­ne Wär­me­pum­pe aus­zu­tau­schen. Schlie­ß­lich sind die Be­triebs­kos­ten deut­lich nied­ri­ger. In Deutsch­land ei­ge­nen sich 75 % der Wohn­ge­bäu­de für ei­ne Um­rüs­tung auf Wär­me­pum­pen.23

Wär­me­pum­pen punk­ten auch bei Alt­bau­ten

Wie sehr sich der Ein­satz ei­ner Wär­me­pum­pe im Be­stand lohnt, hängt von bau­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten ab. Häu­fig ge­lingt ein ren­ta­bler Be­trieb auch oh­ne Voll­sa­nie­rung oder neue Heiz­kör­per. Laut ei­ner Ana­ly­se des Fraun­ho­fer ISE funk­tio­nie­ren Wär­me­pum­pen auch im Be­stand zu­ver­läs­sig und die Leis­tungs­un­ter­schie­de sind nicht si­gni­fi­kant groß.24 Den­noch gilt: Je bes­ser der Ge­bäu­de­ener­gie­stan­dard ist, des­to ef­fi­zi­en­ter ar­bei­tet auch die Wär­me­pum­pe. Ein­zel­ne, klei­ne­re Sa­nie­rungs­maß­nah­men wie Fens­ter­tausch oder Däm­mung der obe­ren Ge­schoss­de­cke kön­nen be­reits hel­fen, die Vor­lauf­tem­pe­ra­tur ab­zu­sen­ken und die Leis­tung der Wär­me­pum­pe zu stei­gern. Denn auch in Be­stands­ge­bäu­den gilt: Für ei­nen sehr ef­fi­zi­en­ten Be­trieb soll­te die Vor­lauf­tem­pe­ra­tur mög­lichst bei un­ter 45 Grad lie­gen.25

Kurz erklärt: Was ist die Vorlauftemperatur?

Als Vor­lauf­tem­pe­ra­tur be­zeich­net man die Tem­pe­ra­tur des Heiz­was­sers, das den Heiz­kör­pern oder der Flä­chen­hei­zung zu­ge­führt wird. Die­se Tem­pe­ra­tur wird am Ther­mo­me­ter im Vor­lauf ge­mes­sen. Ver­ein­facht: Ist ein Haus schlecht ge­dämmt, ist die Vor­lauf­tem­pe­ra­tur in der Re­gel hoch, da viel Wär­me­en­er­gie ver­lo­ren geht. Ist das Haus gut ge­dämmt und ver­fügt über mo­der­ne Fens­ter und Tü­ren, ist der Wär­me­ver­lust ge­rin­ger. Das Re­sul­tat: Die Hei­zung muss we­ni­ger leis­ten und die Vor­lauf­tem­pe­ra­tur lässt sich nied­ri­ger ein­stel­len.

Energetische Sanierung statt Energiearmut

Welt­wei­ter Res­sour­cen­man­gel, schwer zu kal­ku­lie­ren­de En­er­gie­prei­se und die Kli­ma­zie­le er­for­dern es, lang­fris­tig mehr Ge­bäu­de en­er­ge­tisch zu sa­nie­ren. Gleich­zei­tig ist ein nied­ri­ger En­er­gie­ver­brauch die bes­te Mög­lich­keit En­er­gie-Ar­mut zu re­du­zie­ren. 2022 be­traf En­er­gie-Ar­mut rund ein Vier­tel der deut­schen Be­völ­ke­rung.26 Be­rech­nun­gen des Fraun­ho­fer ISE zei­gen: Wär­me­pum­pen sind selbst in den meis­ten Be­stands­ge­bäu­den lang­fris­tig güns­ti­ger als neue Gas­hei­zun­gen. Zwar sind die An­schaf­fungs­kos­ten für ei­ne Wär­me­pum­pe hö­her als bei ei­ner Gas­hei­zung. Doch dank nied­ri­ger Be­triebs­kos­ten zahlt sich die Heiz­tech­no­lo­gie aus. In­stal­liert man in ein Ein­fa­mi­li­en­haus heu­te ei­ne Wär­me­pum­pe statt ei­ner neu­en Gas­hei­zung, so spart man ak­tu­ell un­ter Be­rück­sich­ti­gung der In­ves­ti­ti­ons­kos­ten rund 12 % der En­er­gie­kos­ten pro Jahr, bei Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern so­gar knapp 15 %.27 Mo­dell­rech­nun­gen für ein un­sa­nier­tes Ge­bäu­de zei­gen: Nach rund acht Jah­ren et­wa lie­gen die En­er­gie- und In­ves­ti­ti­ons­kos­ten für ei­ne Gas­ther­me und ei­ne Wär­me­pum­pe auf dem­sel­ben Ni­veau. Ab die­sem Zeit­punkt kann sich ei­ne Wär­me­pum­pe be­reits rech­nen, so­gar wenn von ei­nem re­la­tiv nied­ri­gen Gas­preis von 12 Cent/kWh aus­ge­gan­gen wird. Ab dem neun­ten Jahr wird sie güns­ti­ger als die Gas­ther­me.28 Ein Grund: Im Ver­gleich zu an­de­ren Heiz­tech­no­lo­gi­en ha­ben Wär­me­pum­pen ei­nen deut­lich hö­he­ren Wir­kungs­grad.

Grafik zur Veranschaulichung der Wirkungsgrade verschiedener Heizungen

Auch an­ge­sichts des Emis­si­ons­han­dels lohnt es sich, auf CO₂-neu­tra­le Heiz­tech­no­lo­gi­en um­zu­stei­gen. Nach neu­es­ten Er­kennt­nis­sen sum­mie­ren sich al­lein durch die CO₂-Ab­ga­ben für ei­ne Fa­mi­lie mit Ein­fa­mi­li­en­haus über die nächs­ten 20 Jah­ren Zu­satz­kos­ten in Hö­he von ca. 16.000 Eu­ro für ei­ne Gas­hei­zung und ca. 23.000 Eu­ro für Öl­hei­zung.29

Kurz erklärt: Der PV-Vorteil bei Wärmepumpen

Wär­me­pum­pen nut­zen zur Wär­me­er­zeu­gung Strom. Hier­zu kann na­tür­lich auch So­lar­strom vom ei­ge­nen Dach ge­nutzt wer­den. Ver­knüpft man die Wär­me­pum­pe mit der ei­ge­nen Pho­to­vol­ta­ik-An­la­ge, re­du­ziert das die Kos­ten für Wär­me­pum­pen-Strom und stei­gert so die Wirt­schaft­lich­keit der ge­sam­ten An­la­ge.

Preisentwicklung und staatliche Vorgaben begünstigen den Umstieg

An­ge­sichts schwer vor­her­zu­sa­gen­der Gas­prei­se wird ein Um­rüs­ten auf ei­ne Wär­me­pum­pe noch lu­kra­ti­ver. Fi­nan­zi­el­le An­rei­ze für den Wär­me­pum­pen-Ein­stieg schafft auch der Staat: So wer­den der Kauf und der Ein­bau ei­ner Wär­me­pum­pe ak­tu­ell mit bis zu 40 % ge­för­dert. Ei­ne Er­hö­hung der För­der­sät­ze auf bis zu 70 % wird von der Bun­des­re­gie­rung ab dem Jahr 2024 an­ge­strebt.30 Denn Wär­me­pum­pen sind ei­ne tra­gen­de Säu­le für die CO₂-Neu­tra­li­tät im Ge­bäu­de­sek­tor. Aus­ge­legt auf ei­ne ho­he Nut­zungs­dau­er stei­gern Wär­me­pum­pen lang­fris­tig den Wert ei­nes Hau­ses.31 Zu­dem ist man für die Zu­kunft ge­rüs­tet. Die vor kur­zem ver­ab­schie­de­te No­vel­le des Ge­bäu­de­ener­gie­ge­setz (GEG) schreibt vor, dass un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen ab 2024 nur noch Hei­zun­gen ein­ge­baut wer­den, die bis zu 65 % aus er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en be­trie­ben wer­den. Der Trend ist al­so klar. Es lohnt sich da­her, zeit­nah von fos­si­len Brenn­stof­fen zu Er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en zu wech­seln – auch in Alt­bau­ten.


Mythos 4

Kreislaufgerechtes Sanieren wird nie marktfähig

Kurz­fas­sung

Ab­rei­ßen und neu bau­en ist heu­te viel­leicht noch Stan­dard, aus kli­ma-po­li­ti­scher Sicht aber ein Aus­lauf­mo­dell. Denn auch Bau­ma­te­ria­li­en ha­ben ei­nen CO₂-Fu­ß­ab­druck. Je län­ger ein Bau­ma­te­ri­al ver­wen­det wird des­to bes­ser. Ak­tu­ell drän­gen Kon­zep­te wie Kreis­lauf-Wirt­schaft, zir­ku­lä­res oder auch se­ri­el­les Bau­en im­mer stär­ker in den Markt und in das Be­wusst­sein vie­ler Men­schen. Das hat, wenn man den ge­sam­ten Le­bens­zy­klus ei­nen Ge­bäu­des be­trach­tet, Um­welt- aber auch Kos­ten­vor­tei­le. Denn vie­le Bau­ma­te­ria­li­en kön­nen am En­de des Ge­bäu­de­le­bens nur noch ent­sorgt wer­den. Sind es Kunst- oder Ver­bund­stof­fe ist meist auch ein Re­cy­cling un­mög­lich. Das kos­tet. Wer an­ders baut, sieht in sei­nem Ei­gen­tum Roh­stof­fe, die spä­ter wei­ter ge­nutzt wer­den kön­nen. Ein wei­te­rer Vor­teil: Spä­ter lässt sich so ein Ge­bäu­de mit deut­lich ge­rin­ge­ren Kos­ten an ei­ne ver­än­der­te Nut­zung an­pas­sen.

Will Deutsch­land sei­ne am­bi­tio­nier­ten Kli­ma­schutz­zie­le32 im Bau­sek­tor er­rei­chen, sind weit­grei­fen­de Än­de­run­gen not­wen­dig. Das be­trifft ne­ben der Wär­me­ver­sor­gung auch den res­sour­cen­scho­nen­den Ein­satz von Bau­stof­fen. Noch steht die Kreis­lauf­wirt­schaft im Ge­bäu­de­sek­tor erst am An­fang. Den­noch ha­ben zir­ku­lä­re Maß­nah­men im Be­stand wie im Neu­bau gro­ßes Po­ten­zi­al, Kli­ma- und Öko­sys­te­me nach­hal­tig zu schüt­zen und gleich­zei­tig den Wert ei­ner Im­mo­bi­lie zu stei­gern. So er­mög­licht zir­ku­lä­res oder auch mo­du­la­res Bau­en spä­ter die güns­ti­ge und fle­xi­ble Um­nut­zung von Ge­bäu­den. Zu­sätz­lich ent­fal­len ho­he Ent­sor­gungs- oder Ma­te­ri­al­kos­ten.

Die EU-Vor­ga­ben in Sa­chen Nach­hal­tig­keitsper­for­mance, En­er­gie­ef­fi­zi­enz und Fi­nan­zier­bar­keit von Ge­bäu­den stei­gen kon­ti­nu­ier­lich. Zu­gleich muss der Ge­bäu­de­sek­tor laut Bun­des-Kli­ma­schutz­ge­setz (KSG) sei­ne Ge­sam­te­mis­sio­nen bis 2030 auf 67 Mil­lio­nen Ton­nen CO₂-Äqui­va­len­te pro Jahr na­he­zu hal­bie­ren.33 Ge­lin­gen kann das, wenn man künf­tig den Res­sour­cen­ein­satz mi­ni­miert und die ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en mög­lichst lan­ge im Wirt­schafts­pro­zess hält. Das spart En­er­gie und Roh­stof­fe. Be­rech­nun­gen zei­gen, durch zir­ku­lä­re Bau­wei­se – et­wa bei Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern – be­tra­gen die Treib­haus­gas­emis­sio­nen nur et­wa 37 % ver­gli­chen mit ei­ner her­kömm­li­chen Bau­tech­nik.35 Noch um­welt­freund­li­cher als ein Neu­bau ist je­doch der Be­stands­er­halt per Sa­nie­rung. Hier kön­nen bis zu 70 % der CO₂-Emis­sio­nen ge­gen­über ei­nem Ab­riss plus Neu­bau ein­ge­spart wer­den.35

Kurz erklärt: Zirkuläre Bauweise

Un­ter zir­ku­lä­rem Bau­en ver­steht man die Kreis­lauf­wirt­schaft im Bau­sek­tor. Sie ver­folgt das Ziel, Bau­ma­te­ria­li­en mög­lichst lan­ge in ge­schlos­se­nen Ma­te­ri­al-Kreis­läu­fen zu hal­ten, um Res­sour­cen zu scho­nen und Ab­fäl­le, Kos­ten zu mi­ni­mie­ren und den CO₂-Aus­stoss zu sen­ken. Das hei­ßt, schon bei der Er­rich­tung der Ge­bäu­de wer­den Ma­te­ria­li­en ver­wen­det, die be­reits re­cy­celt sind oder zur Her­stel­lung kei­ne fos­si­len En­er­gie­quel­len be­nö­ti­gen wie et­wa Holz oder Lehm. Zu­dem sol­len die ver­wen­de­ten Bau­tei­le spä­ter nicht als Ab­fall en­den, son­dern zu­rück­ge­won­nen und wie­der ge­nutzt wer­den. Das er­mög­licht un­ter an­de­rem ei­ne mo­du­la­re Bau­wei­se, bei ihr wer­den Bau­tei­le nicht ver­klebt, son­dern zu­sam­men­ge­steckt. Das er­leich­tert spä­ter – im Fal­le ei­ner not­wen­di­gen Sa­nie­rung – den Aus­tausch und ver­ein­facht den Rück- bzw. Um­bau des Ge­bäu­des.

Baukosten reduzieren, generationsübergreifend planen

Sind die Kin­der aus dem Haus, reicht oft auch we­ni­ger Platz zum Le­ben oder es braucht zu­sätz­li­chen Wohn­raum et­wa für pfle­ge­be­dürf­ti­ge El­tern. Das Mo­du­la­re Bau­en in der Kreis­lauf­wirt­schaft er­mög­licht es, ein Ein­fa­mi­li­en­haus ein­fach und zü­gig zu er­wei­tern – oder auch zu­rück­zu­bau­en. Denn Mo­du­la­res Bau­en er­öff­net fle­xi­ble Um­nut­zungs­op­tio­nen oh­ne gro­ßen, neu­en Ma­te­ri­al­auf­wand. Durch die Wie­der­ver­wend­bar­keit be­reits vor­han­de­ner Bau­ma­te­ria­li­en, kön­nen Pri­mär­roh­stof­fe ge­spart und ho­he Re­cy­cling­kos­ten ver­mie­den wer­den. Rund ein Fünf­tel der Bau­kos­ten ent­fal­len durch­schnitt­lich auf Ma­te­ria­li­en.36 An­ge­sichts stei­gen­der Roh­stoff­prei­se und un­si­che­rer Lie­fer­ket­ten ist der Wert­er­halt von Ma­te­ri­al und Bau­tei­len heu­te so kos­ten­spa­rend wie um­welt­scho­nend. Al­lein Bau­ma­te­ria­li­en hin­ter­las­sen pro Jahr ei­nen CO₂-Fuß­ab­druck von rund 250 Mil­lio­nen Ton­nen CO₂.37

Im Ver­gleich zum Vor­jahr sind 2022 die Prei­se für Bau­stof­fe noch­mals stark ge­stie­gen. Grund sind un­ter an­de­rem die ho­he En­er­gie­kos­ten, die sich be­son­ders auf die Prei­se von Stahl, Glas, Bi­tu­men und Kunst­stof­fe aus­wir­ken.38 Über Bau­stoff­bör­sen für so­ge­nann­te Se­kun­där­roh­stof­fe kön­nen hoch­wer­ti­ge Bau­ma­te­ria­li­en schnell und güns­tig be­zo­gen wer­den. Je we­ni­ger pri­mä­re Roh­stof­fe in Zu­kunft zum Ein­satz kom­men, des­to eher kön­nen sich die Öko­sys­te­me sta­bi­li­sie­ren und re­ge­ne­rie­ren.

Kreis­lauf­wirt­schaft wirkt lang­fris­tig

Da­mit Bau­stof­fe lang­le­big und wie­der­ver­wend­bar sind, müs­sen sie ge­wis­se An­sprü­che er­fül­len. Be­rech­nun­gen zei­gen, ein kreis­lauf­fä­hi­ger Haus­bau kos­tet zu­nächst ein­mal mehr, da die re­cy­cling­fä­hi­gen Ma­te­ria­li­en in der Re­gel teu­rer und die Pla­nung auf­wen­di­ger ist.39 Bei ei­ner Re­no­vie­rung von zir­ku­lä­ren Ge­bäu­den kann man dann aber Kos­ten spa­ren, da sich ein­zel­ne Bau­tei­le dank der leicht lös­ba­ren Steck­ver­bin­dun­gen ein­fa­cher aus­tau­schen und wei­ter ver­wen­den las­sen. Zu­dem hal­ten re­cy­cling­fä­hi­ge Ma­te­ria­li­en län­ger und müs­sen sel­te­ner er­neu­ert wer­den. De­fi­ni­tiv güns­ti­ger ist vor al­lem der Rück­bau ei­ner zir­ku­lä­ren Kon­struk­ti­on. Denn an­stel­le ho­her Ent­sor­gungs­kos­ten las­sen sich Ge­win­ne aus den Roh­stof­fen er­zie­len, die wei­ter ge­nutzt wer­den kön­nen. Be­trach­tet man den ge­sam­ten Le­bens­zy­klus ei­nes Hau­ses, ren­tie­ren sich die an­fäng­li­chen Mehr­kos­ten. Ins­be­son­de­re, wenn man das Ge­bäu­de spä­ter fle­xi­bel um­ge­stal­ten will oder es nach der Nut­zungs­zeit zum Ma­te­ri­al­la­ger macht.

Zir­ku­lä­res Bau­en kann den Wert ei­ner Im­mo­bi­lie stei­gern und ist lang­fris­tig ge­se­hen wirt­schaft­lich ren­ta­bel: Bau­tei­le und Roh­stof­fe kön­nen wie­der ver­kauft und De­po­nie­kos­ten ge­spart wer­den. Be­zo­gen auf den ge­sam­ten Le­bens­zy­klus des Ge­bäu­des bringt ei­ne re­cy­cling­ge­rech­te Kon­struk­ti­on bei ei­nem Ein­fa­mi­li­en­haus ei­ne Ge­samt­kos­ten­er­spar­nis von 22,1 % ge­gen­über ei­ner her­kömm­li­chen Bau­wei­se. Bei an­de­ren Nut­zungs­mo­del­len ist der Kos­ten­vor­teil so­gar noch grö­ßer. Di­gi­ta­li­sie­rung treibt die zir­ku­lä­re Bau­bran­che wei­ter vor­an: So kön­nen schon wäh­rend der Pla­nung Ma­te­ria­li­en, die ver­baut und spä­ter wei­ter ge­nutzt wer­den kön­nen, di­gi­tal und über­sicht­lich er­fasst wer­den. In der Pra­xis gibt es be­reits ers­te weg­wei­sen­de Bei­spie­le für ei­ne ge­lun­ge­ne Kreis­lauf­wirt­schaft.

Kurz erklärt:
Das wohl nachhaltigste Gebäude Hamburgs

Das wohl nachhaltigste Gebäude Hamburgs: das Moringa-Haus

In Ham­burg ent­steht der­zeit das wohl nach­hal­tigs­te Ge­bäu­de der Ha­fen­stadt: Der Na­me „Mo­rin­ga“. Mehr als 50 % des Ge­bäu­des be­ste­hen aus ge­sun­den und re­cy­cle­ba­ren Ma­te­ria­li­en wie Lehm­bau­plat­ten, Voll­holz­wän­den oder Re­cy­cling-Be­ton. Die­se sind so kon­zi­piert, dass sie im bio­lo­gi­schen oder tech­ni­schen Kreis­lauf wie­der­ver­wen­det wer­den kön­nen. Roh­stof­f­e­in­nah­men statt Ent­sor­gungs­kos­ten: Al­le Bau­tei­le sind de­mon­tier­bar und die ein­ge­setz­ten Ma­te­ria­li­en sor­ten­rein trenn­bar, rück­bau­bar und wie­der­ver­wert­bar.

Kreislaufwirtschaft wird gefördert

Auch staat­li­che För­de­run­gen wer­den sich künf­tig stär­ker an zir­ku­lä­ren Richt­li­ni­en ori­en­tie­ren. Seit März 2023 gibt es vom Bun­des­bau­mi­nis­te­ri­um ei­ne För­de­rung, die den kli­ma­freund­li­chen Neu­bau (KFN) von Ge­bäu­den un­ter­stützt und erst­mals den gan­zen Le­bens­zy­klus ei­nes Ge­bäu­des be­rück­sich­tigt: vom Bau über den Be­trieb bis zum po­ten­zi­el­len Rück­bau.40 Die Deut­sche Ge­sell­schaft für Nach­hal­ti­ges Bau­en (DGNB) hat kürz­lich ihr Zer­ti­fi­zie­rungs­sys­tem für Neu­bau­ten über­ar­bei­tet und um Kri­te­ri­en wie et­wa „Zir­ku­lä­res Bau­en" er­wei­tert. Da­mit ist nun auch die An­schluss­fä­hig­keit an an­de­re Be­wer­tungs­sys­te­ma­ti­ken wie die EU-Ta­xo­no­mie oder das Qua­li­täts­sie­gel Nach­hal­ti­ges Ge­bäu­de (QNG) ge­ge­ben.

Ein wei­te­rer Trend: Se­ri­el­les Sa­nie­ren

Ak­tu­ell wird noch über die Ein­füh­rung von Min­destef­fi­zi­enz­stan­dards dis­ku­tiert. Wird dar­aus Rea­li­tät, müs­sen Ei­gen­tü­mer*in­nen ih­re Ge­bäu­de frist­ge­recht en­er­ge­tisch sa­nie­ren. Wer aber glaubt, ab­rei­ßen und neu bau­en sei bil­li­ger oder um­welt­freund­li­cher, der irrt. Ei­ne Sa­nie­rung spart bis zu bis zu 75 % der Kos­ten und bis 70 % der CO₂-Emis­sio­nen ge­gen­über ei­nem Ab­riss plus Neu­bau.41 Ein Neu­bau ist res­sour­cen­in­ten­siv und ver­braucht zu­sätz­lich „grau­e“ En­er­gie – al­so En­er­gie, die für die Her­stel­lung, den Trans­port so­wie die Ver­ar­bei­tung der neu­en Bau­tei­le auf­ge­bracht wer­den muss. Bei ei­ner Sa­nie­rung ver­mei­det man ei­nen Gro­ß­teil die­ser grau­en En­er­gie und ver­hin­dert zu­dem wei­te­re ne­ga­ti­ve Ne­ben­ef­fek­te wie ir­re­ver­si­ble Bo­den­schä­den und ggf. den Ver­lust von bio­lo­gi­scher Viel­falt auf­grund von zu­sätz­li­cher Flä­chen­ver­sie­ge­lung.

Ei­ne se­ri­el­le Sa­nie­rung lohnt sich be­son­ders bei gro­ßen Wohn­ge­bäu­den. Hier­bei wer­den die ge­dämm­ten Dä­cher und Fas­sa­den­ele­men­te (in­klu­si­ve Lüf­tungs­sys­tem und Ver­ka­be­lung) kom­plett beim Her­stel­ler vor­ge­fer­tigt und an­schlie­ßend nur noch ans Ge­bäu­de mon­tiert. Das geht schnell, ist güns­tig, res­sour­cen­ef­fi­zi­ent und da­mit emis­si­ons­är­mer.42 En­er­gie­ef­fi­zi­en­te Häu­ser sind heu­te ein Schlüs­sel für mehr Kli­ma­schutz, En­er­gie­si­cher­heit und Be­zahl­bar­keit. Aus die­sem Grund bie­tet der Staat ei­ne Viel­zahl an För­der­pro­gram­men, die den Weg zum en­er­gie­ef­fi­zi­en­ten Ge­bäu­de fi­nan­zi­ell er­leich­tern. Ob Wär­me­däm­mung, neue Fens­ter oder Hei­zungs­tausch: Fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung bei en­er­ge­ti­schen Sa­nie­rungs­maß­nah­men gibt es un­ter an­de­rem durch die Bun­des­för­de­run­g ­für ef­fi­zi­en­te Ge­bäu­de (BEG) so­wie di­ver­se KfW-För­der­pro­gram­me.


Quellenangaben

1 Umweltbundesamt, https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen/energiesparende-gebaeude#gebaude-wichtig-fur-den-klimaschutz
2 Umweltbundesamt 2023: Umwelt und Klima schützen – Wohnraum schaffen – Lebensqualität verbessern, https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2023_uba_pos_wohnraumschaffung_bf_2auflage.pdf
Ergänzung: Je nach Bilanzgrenze ist der Anteil an den THG-Emissionen unterschiedlich hoch: Die direkten Emissionen machen nur 15 % aus, der Gebäudebetrieb inklusive indirekter Emissionen 22 %, Gebäudebetrieb und Herstellung der Baustoffe im Inland 30 %. Würde man die Baustoffproduktion im Ausland einbeziehen, stiege der Anteil auf 35%.
3 Die deutschen Klimaziele bzw. Treibhausgasminderungsziele sind im Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG) verankert. Laut diesem sollen die Emissionen bis 2030 um mind. 65 % und bis 2040 um mind. 88 % gesenkt werden (gegenüber 1990). Dabei gelten für einzelne Sektoren – wie etwa der Gebäudebereich – bis 2030 zulässige Jahresemissionsmengen. 2045 will Deutschland Klimaneutralität erreichen. Mehr zum KSG: https://www.bmuv.de/gesetz/bundes-klimaschutzgesetz/
4 Deutsche Umwelthilfe e.V., Energetische Gebäudesanierung, 2017
5 https://de.statista.com/infografik/28242/anteil-der-energietraeger-am-energieverbrauch-fuer-wohnen-in-deutschland/
6 Deutsche Energie-Agentur, 2019, Statistiken und Analysen zur Energieeffizienz im Gebäudebestand, dena-GEBÄUDEREPORT KOMPAKT 2019, https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2019/dena-GEBAEUDEREPORT_KOMPAKT_2019.pdf
7 Umweltbundesamt, Wie ist der Stand der energetischen Gebäudesanierung in Deutschland?, https://www.umweltbundesamt.de/umweltatlas/bauen-wohnen/verursacher/energetischer-gebaeudezustand/wie-ist-der-stand-der-energetischen
8 Deutsche Energie-Agentur, „Keine Energiewende ohne Wärmewende“, https://www.dena.de/themen-projekte/energieeffizienz/gebaeude/
9 https://www.focus.de/finanzen/deutliche-studien-daemmen-nur-die-dummen-neuer-streit-ueber-energiesparsame-gebaeude_id_194210607.html
10 Jones Lang LaSalle, https://www.jll.de/de/presse/Wohnhaeuser-mit-schlechter-Energiebilanz-leiden-unter-Preisabschlaegen
11 Tagesschau 26.09.2023, https://staging.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/heizkosten-energie-preise-winter-100.html
12 Vgl. die sogenannten “Big 5” Klimaneutralitätsstudien sowie Rosenow (2022): Is heating homes with hydrogen all but a pipe dream? An evidence review; http://www.janrosenow.com/uploads/4/7/1/2/4712328/is_heating_homes_with_hydrogen_all_but_a_pipe_dream_final.pdf
13 Fraunhofer IEE (2022): The Limitations of Hydrogen Blending in the European Gas Grid - A Study on the Use, Limitations and Cost of Hydrogen Blending in the European Gas Grid at the Transport and Distribution Level; https://www.iee.fraunhofer.de/content/dam/iee/energiesystemtechnik/en/documents/StudiesReports/FINAL_FraunhoferIEE_ShortStudy_H2_Blending_EU_ECF_Jan22.pdf.
14 WWF, BUND, DUH (2023): H²-ready: Die Kostenfalle im Gebäude; h-2-ready-die-kostenfalle-im-gebaeude.pdf (wwf.de). DENA (2022): Marktmonitoring Bioenergie 2022 Teil 2;
15 https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2022/ANALYSE_Marktmonitoring_Bioenergie_2022_Teil_2.pdf.
16 FNR (2022): Basisdaten Bioenergie Deutschland 2022; https://www.fnr.de/fileadmin/Projekte/2022/Mediathek/broschuere_basisdaten_bioenergie_2022_06_web.pdf.
17 UBA (2022): Bioenergie; https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/bioenergie.
18 ifeu im Auftrag des BMWK, https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/221005-rv-geg-endbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=1.
19 HAW Hamburg: Potentiale, Grenzen und Prioritäten. Grüner Wasserstoff für die Energiewende. Teil 2: Der Gebäudesektor (2023), https://norddeutsches-reallabor.de/presse/#studien.
20 Rosenow, Jan: “Is heating homes with hydrogen all but a pipe dream? An evidence review” Joule, Volume 6, Issue 10, 2225– 2228. Weidner, Guillén-Gosálbez. ETH Zürich (2023) in: Energy Conversion and Management https://www.sciencedirect.com/science/article.
21 FIW, ifeu (2023): Wärmeschutz und Wärmepumpe – warum beides zusammengehört, https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/pdf/2023_FIW_ifeu_Wärmeschutz_und_Wärmepumpe.pdf
22 Statistisches Bundesamt (2023): Pressemitteilung Nr. N034 vom 12. Juni 2023, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_N034_31121.html
23 https://www.ffe.de/projekte/waermepumpen-ampel/ Bei der Eignungsbewertung wurden unter anderem der Abstand zu Nachbargebäuden, die Grundstücksfläche und die Dachfläche berücksichtigt.
24 Fraunhofer ISE, https://www.ise.fraunhofer.de/de/forschungsprojekte/wpsmart-im-bestand.html
25 Deutsche Umwelthilfe, Faktenpapier Wärmepumpe (2023), https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Energieeffizienz/W%C3%A4rmepumpen/230412_Faktenpapier_W%C3%A4rmepumpe_final.pdf
26 Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (2022): Energiearmut. Wenn das Heizen arm macht, https://www.iwd.de/artikel/wenn-das-heizen-arm-macht-553150/.
27 Deutsche Umwelthilfe, Faktenpapier Wärmepumpe (2023),
28 https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Energieeffizienz/W%C3%A4rmepumpen/230412_Faktenpapier_W%C3%A4rmepumpe_final.pdf.
29 https://www.vattenfall.de/infowelt-energie/waermepumpe-amortisation https://www.mcc-berlin.net/fileadmin/data/C18_MCC_Publications/2023_MCC_CO2-Bepreisung_Klimaneutralität_Verkehr_Gebäude.pdf
30 https://www.energie-experten.org/news/habeck-deckelt-waermepumpen-strompreis-auf-28-cents-pro-kwh
31 Nature Energy, 2020, Estimation of change in house sales prices in the United States after heat pump adoption, https://www.nature.com/articles/s41560-020-00706-4.
32 Die deutschen Klimaziele bzw. Treibhausgasminderungsziele sind im Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG) verankert. Laut diesem sollen die Emissionen bis 2030 um mind. 65 % und bis 2040 um mind. 88 % gesenkt werden (gegenüber 1990). Dabei gelten für einzelne Sektoren – wie etwa der Gebäudebereich – bis 2030 zulässige Jahresemissionsmengen. 2045 will Deutschland Klimaneutralität erreichen. Mehr zum KSG: https://www.bmuv.de/gesetz/bundes-klimaschutzgesetz/
33 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, 2021, „Das neue Klimaschutzgesetz - Jahresemissionsmengen nach Bereichen bis 2030“, https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Bilder_Sharepics/mehrklimaschutz/sektorziele_emissionen.pdf
34 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, 2019, Energieaufwand für Gebäudekonzepte im gesamten Lebenszyklus, https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Forschungsdatenbank/fkz_3715_41_111_energieaufwand_gebaeudekonzepte_bf.pdf
35 Arup, 2020, Transform & Reuse: Low Carbon Futures for Existing Buildings, https://www.arup.com/perspectives/publications/promotional-materials/section/transform-and-resuse-low-carbon-futures-for-existing-buildings.
36 https://www.bauindustrie.de/zahlen-fakten/auf-den-punkt-gebracht/preisentwicklung-im-bauhaupt-gewerbe
37 Material Economics, 2018, The Circular Economy - a Powerful Force for Climate Mitigation - Executive Summary https://materialeconomics.com/publications/the-circular-economy & Verein Deutscher Zementwerke, 2020, Zementindustrie im Überblick 2020/2021, https://www.vdz-online.de/fileadmin/wissensportal/publikationen/zementindustrie/VDZ-Zementindustrie_im_Ueberblick_2020_2021.pdf
38 Statistisches Bundesamt, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/02/PD23_N006_61.html
39 Hillebrandt, A. et al., 2021, Atlas Recycling: Gebäude als Materialressource (Detail Atlas), 2. Aufl., München, Deutschland: DETAIL.
40 https://www.qng.info/service/neubaufoerderung-kfn/
41 Arup, 2020, Transform & Reuse: Low Carbon Futures for Existing Buildings, https://www.arup.com/perspectives/publications/promotional-materials/section/transform-and-resuse-low-carbon-futures-for-existing-buildings
42 Deutsche Energie-Agentur, 2022, Das Energiesprong-Prinzip, https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikatio-nen/PDFs/2020/dena-FACTSHEET_Das_Energiesprong-Prinzip.pdf