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04. Mai 2021

Liebe Leser,

der Aufschwung in den USA kann noch länger anhalten, China ist führend am globalen Solarmarkt, und Südkorea erlaubt wieder Leerverkäufe an der Börse.  


Was ist dran an „Sell in May …“?

„Sell in May and come back on St. Leger Day“ in Großbritannien bzw. „on Labor Day“ in den USA ist eine der gehaltvolleren Börsenweisheiten. Beide genannten Tage liegen im September. Eine Analyse der monatlichen Kursentwicklung der Wall Street seit 1928 ergibt, dass US-Aktien in der Periode Mai bis Oktober die geringsten Kursgewinne aller Sechs-Monats-Zeitfenster erzielen. Im Durchschnitt geht es nur 2,2 Prozent hinauf, während November bis April mit 5,3 Prozent empirisch die beste Anlagesaison ist. Festzuhalten gilt also, dass im Börsensommer nicht wie im Sprichwort suggeriert Verluste drohen, sondern vielmehr Zugewinne winken. Langfristige Anleger sollten deshalb auch in den Sommermonaten investiert bleiben. Ich halte es jedoch für wahrscheinlich, dass sich in den kommenden Monaten Aktien aus anderen Regionen besser entwickeln werden als US-Titel. Der S&P 500 ist vor dem Hintergrund der starken US-Konjunkturerholung gut gelaufen und inzwischen recht teuer bewertet. STOXX 600 und TOPIX bieten hingegen noch Aufholpotenzial.


US-Konjunktur: langer Aufschwung trotz Boom

Obwohl die Erholung bald in einen Boom münden könnte, dürfte der Aufschwung in den USA noch einige Zeit anhalten. In den 13 Konjunkturzyklen seit Ende des Zweiten Weltkriegs dauerte die Aufwärtsbewegung im Durchschnitt fünfeinhalb Jahre. Auch das hohe Niveau des Einkaufsmanagerindex spricht für einen längeren Aufschwung. Liegt dieser wie im Moment über 60 Punkte, bleibt das wichtige Stimmungsbarometer in der Regel noch für mindestens ein weiteres Jahr oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Ich sehe daher keinen Grund, warum der aktuelle Aufschwung bald enden sollte. Im Gegenteil: Die Geldpolitik wird länger als sonst expansiv bleiben, während die Fiskalpolitik mit einem Infrastrukturpaket über 2,2 Billionen US-Dollar und einem Familienförderplan über 1,8 Billionen US-Dollar für viele Jahre Wachstumsimpulse setzen könnte.Dementsprechend halte ich hohe Gewinnzuwächse vor allem bei den stärker auf den Heimatmarkt ausgerichteten US-Nebenwerten in den kommenden Jahren für realistisch. Diese sollten den Markt trotz der bereits hohen Kursniveaus stützen.


China macht Tempo bei der Solarenergie  

Im letzten Quartal 2020 hat China seine Fotovoltaik-Kapazitäten um 29,5 Gigawatt ausgebaut. Das entspricht etwa der Leistung von 21 mittelgroßen Atomkraftwerken. Experten schätzen, dass das Reich der Mitte in diesem Jahr weitere 60 bis 75 Gigawatt zubauen wird. Dabei kommt das Land quasi ohne ausländische Hilfe aus. Chinesische Unternehmen kontrollieren über 60 Prozent des Solarweltmarkts. Zudem produzieren sie essenzielle Grundstoffe. Beispielsweise werden 80 Prozent des weltweiten Polysiliziums in China hergestellt. Vor diesem Hintergrund halte ich die Kurse chinesischer Solaraktien fundamental für gut unterstützt. Anleger sollten jedoch über ein starkes Nervenkostüm verfügen. Denn im Westen werden die Rufe lauter, den Import chinesischer Solarpanels zu reduzieren, da diese mutmaßlich auch von Zwangsarbeitern gefertigt werden. Da der Kampf gegen den Klimawandel aktuell ganz oben auf der politischen Agenda steht und es im Weltmarkt zu wenige Alternativen zu chinesischen Produkten gibt, rechne ich damit, dass die Rufe letztendlich nur wenig Widerhall finden werden. Stärkere Marktschwankungen sind aber keinesfalls auszuschließen.


Südkorea: Chemie- und Finanzaktien gefragt

Der KOSPI-Aktienleitindex Südkoreas hat seit Jahresbeginn um knapp neun Prozent zugelegt und sich seit den Tiefs im März 2020 mehr als verdoppelt. Besonders gefragt sind aktuell Titel aus dem Sektor Chemie, der von starker Nachfrage nach Batterien für Elektrofahrzeuge profitiert. Ausländische Investoren haben seit Jahresanfang rund 1,3 Milliarden US-Dollar in den Sektor investiert. Noch gefragter waren die Finanzdienstleister, die auch in Korea von höheren Renditen an den Anleihemärkten profitieren, mit gut drei Milliarden US-Dollar an ausländischen Anlagegeldern. Bei der Quartalsberichterstattung konnten bis dato 72 Prozent der im KOSPI gelisteten Firmen die Erwartungen übertreffen. Intuitiv betrachtet könnte die Aufhebung des Verbots, Aktien leer zu verkaufen, nun zwar Rücksetzer zur Folge haben; in der Vergangenheit legte der KOSPI-Index allerdings in den drei Monaten nach Aufhebung von Leerverkaufsverboten elf Prozent (nach der Eurokrise 2011) bzw. 16 Prozent (nach der Weltfinanzkrise 2009) zu. Aufgrund der guten Fundamentaldaten Südkoreas halte ich auch diesmal weitere Kursgewinne für möglich.


Japan: großer Aktienmarkt, großes Potenzial?

Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Trotzdem investieren nur wenige Privatanleger in japanische Unternehmen. Woran das liegt und ob japanische Aktien ins Portfolio gehören, diskutieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und Chef-Anlagestratege Dr. Ulrich Stephan in der aktuellen Folge von PERSPEKTIVEN To Go.


Zahl des Tages: 32

Viele würden gern mal wieder unter Menschen gehen – Mauro Morandi wäre lieber länger allein geblieben. Der Italiener lebt nach einem missglückten Segeltörn seit 32 Jahren als einziger Bewohner und Inselwächter auf der kleinen Insel Budelli im Norden Sardiniens. Jetzt muss er auf Drängen der Nationalparkverwaltung seine Einsiedelei verlassen und auf die Hauptinsel umziehen, wo eine richtige Wohnung auf ihn wartet. Und, als kleiner Trost: ein funktionierender Kühlschrank. 

Verlassen Sie heute mal Ihre Komfortzone.

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden


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