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Tägliche Kapitalmarkteinschätzungen von Dr. Ulrich Stephan,
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21. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen steigen weiter, japanische Konzerne vermelden robuste Gewinne, und in Großbritannien erreicht die jährliche Inflationsrate den niedrigsten Stand seit gut einem Jahr.

US-Renditen steigen: Rückenwind oder Risiko für Aktienmärkte?

Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind zuletzt weiter gestiegen und gewinnen damit auch für die Aktienmärkte an Bedeutung. Mit derzeit rund 4,65 Prozent liegen sie auf einem Niveau, ab dem Aktien in den vergangenen Jahren häufig unter Bewertungsdruck gerieten und sich die Korrelation zwischen Renditen und Aktien ins Negative drehte.

Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen in Prozent von 2021 bis 2026.

Belastend wirkt ein solcher Renditeanstieg in der Regel insbesondere dann, wenn er durch Inflations- oder Wachstumssorgen getrieben ist und sprunghaft geschieht – dies war beispielsweise am vergangenen Freitag zu beobachten. Steigen die Renditen indes aufgrund verbesserter Wachstumsaussichten, legen Aktienmärkte in der Regel zu. Im aktuellen Umfeld können weiter steigende Renditen entsprechend durchaus für einen Rücksetzer am US-Aktienmarkt sorgen. Mittelfristig sollte der Druck jedoch nachlassen – dann dürfte die Gewinnentwicklung wieder stärker in den Fokus treten. Das erwartete Gewinnwachstum für den S&P 500 liegt für das Jahr 2026 nun bei rund 23 Prozent. Vor diesem Hintergrund bleibe ich für US-Aktien mittelfristig konstruktiv.

TOPIX-Unternehmen mit robustem Gewinnwachstum

Die japanische Berichtssaison ist abgeschlossen: Unternehmen verzeichneten im vergangenen Quartal einen Umsatz- und Nettogewinnanstieg von rund sieben und 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das gesamte japanische Geschäftsjahr 2025 stiegen die Umsätze und Nettogewinne um etwas über drei und fünf Prozent. Technologieunternehmen erzielten ein signifikantes Gewinnwachstum, das durch Investitionen in Künstliche Intelligenz und Infrastruktur unterstützt wurde. Gleichzeitig profitieren Banken von der Normalisierung der Geldpolitik, wodurch sich ihre Nettozinsmarge erhöht. US-Zölle, hohe Energiekosten und geopolitische Spannungen belasteten dagegen export- und energieintensive Branchen. Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Treiber. Für das japanische Geschäftsjahr 2026 erwartet die Analystengemeinde ein Gewinnwachstum von rund 13 Prozent für die im TOPIX gelisteten Unternehmen. Zudem bleiben Dividenden und Aktienrückkäufe weiterhin auf sehr hohem Niveau. Damit bleibt der mittelfristige Ausblick für japanische Aktien konstruktiv.

Inflation in Großbritannien sinkt stärker als erwartet

In Großbritannien sank die jährliche Inflationsrate im April mit 2,8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit gut einem Jahr. Der Rückgang kam aufgrund angekündigter Preissenkungen der staatlichen Regulierungsbehörde für Gas und Strom sowie im Jahresvergleich günstiger Basiseffekte nicht überraschend, fiel aber stärker aus als vom Analystenkonsens und der Bank of England erwartet. Entsprechend hat der unmittelbare Druck für eine Leitzinserhöhung zunächst nachgelassen. Zudem haben die zuletzt deutlich gestiegenen Kapitalmarktzinsen bereits zu einer gewissen geldpolitischen Straffung beigetragen. Die Marktreaktion auf den deutlicher als erwartet ausgefallenen Inflationsrückgang fiel positiv aus: Renditen britischer Staatsanleihen gaben gestern im globalen Trend überdurchschnittlich nach, während das Pfund Sterling gegenüber US-Dollar und Euro aufwertete. Gleichwohl sind mögliche Zinsanhebungen keineswegs vom Tisch. In den kommenden Monaten werden die disinflationären statistischen Effekte auslaufen und der durch die anhaltende Golfkrise ausgelöste Energieschock stärker auf die Preise durchschlagen. Dies spiegelt sich auch an den Zinsmärkten wider: Eine Zinsanhebung von 3,75 auf 4,0 Prozent wird für September eingepreist, eine weitere könnte bis zum ersten Quartal 2027 folgen.

Logistikbranche zeigt sich robust: Private-Equity-Investitionen stabil

Der globale Logistiksektor zeigt sich trotz des Irankrieges und der damit verbundenen Schließung der Straße von Hormus als robust, was neue Investitionen mittels privatem Eigenkapital betrifft. Diese lagen im ersten Quartal dieses Jahres mit rund zehn Milliarden US-Dollar weitgehend unverändert zum Vorquartal. Das größte Segment mit etwa der Hälfte aller Investitionen stellt der Lkw-Sektor dar. Sektorübergreifend fließt privates Eigenkapital zunehmend vermehrt in Vermögenswerte mit nachhaltigen Cashflows und klaren Hebeln zur operativen Wertsteigerung, zum Beispiel durch Effizienzsteigerung bei der Beschaffung und Produktion oder Automatisierung von Prozessen – insbesondere in der Industrie und anderen Sektoren der „Realwirtschaft“. Investitionen in den Logistiksektor könnten für langfristige, risikobewusste Anleger in diesem Kontext als Schnittstelle zur Transportinfrastruktur sowie als Ergänzung zu eher wachstumsgetriebenen Investmentnarrativen, zum Beispiel im Bereich der Künstlichen Intelligenz, Chancen bieten.

Trump in China – Märkte zwischen Ölschock und KI-Boom

Trump in Peking, steigende Spannungen im Nahen Osten – und die Märkte reagieren zunehmend sensibel. Während Ölpreise und Zinsen nach oben ziehen, sorgt der Boom im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) in Asien weiter für Rückenwind. Worauf Anleger jetzt achten sollten, analysieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuelle Folge unseres Börsenpodcasts.

Zahl des Tages: 1.500

Ein Wanderer hat in der Nähe von Austrått in Südwest-Norwegen einen aufsehenerregenden Fund gemacht: In einer Felsspalte unter einem umgestürzten Baum entdeckte er einen reich verzierten goldenen Gegenstand. Archäologen der Universität Stavanger identifizierten das Objekt als eine seltene, rund 1.500 Jahre alte Schwertscheide. Die Scheide und das zugehörige Schwert dürften im 6. Jahrhundert einem bedeutenden lokalen Häuptling gehört und, wie Abnutzungsspuren zeigen, nicht nur repräsentativen Zwecken gedient haben. Dass man das kostbare Objekt sorgfältig in einer Felsspalte platzierte, spricht aus Sicht der Experten dafür, dass es sich um eine Opfergabe handelte – um die Götter günstig zu stimmen.

Ich wünsche Ihnen einen glänzenden Tag.


Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden

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