Die wichtigsten Fakten

  • Rohstoffpreise zuletzt spürbar gestiegen
  • 2018 dürften sich die Notierungen stabilisieren
  • Für Anleger scheinen direkte Rohstoffinvestments weiterhin uninteressant

Im Zuge der globalen Konjunkturerholung nahm die Nachfrage nach Rohstoffen in den vergangenen Jahren allen voran aus China zu. Da die Angebotsausweitung zuletzt nicht immer Schritt hielt, zogen auch die Notierungen zum Teil spürbar an. Eine Fortsetzung dieses positiven Preistrends ist zumindest fraglich. Vielmehr dürften sich etwa am Erdölmarkt die Preise im Bereich der aktuellen Niveaus stabilisieren oder sogar nachgeben. Die kürzlich beschlossene Verlängerung des Förderlimits der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und anderer Produzenten wie Russland sollten insbesondere die US-Schieferölproduzenten durch Produktionsausweitungen kurzfristig kompensieren können. Darüber hinaus könnten politische Faktoren zunehmend in den Marktfokus rücken: Spannungen im Nahen Osten und damit zusammenhängende Produktionsausfälle hätten durchaus das Potenzial, den Ölpreis zeitweise nach oben zu treiben. Solche Preissteigerungen dürften jedoch nicht nachhaltig sein: Zum Jahresende 2018 erwartet die Deutsche Bank bei einem stabilen Nachfragewachstum einen Barrelpreis für die Öl-Sorte Brent von rund 55 US-Dollar.

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Verlierer und Gewinner

Im Bereich der Industriemetalle sollte China das Maß der Dinge bleiben – bei der Nachfrage wie auch beim Angebot. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt steht beispielsweise für mehr als die Hälfte des jährlichen Aluminium- und rund 47 Prozent des weltweiten Kupferbedarfs. Die Deutsche Bank erwartet, dass die chinesische Nachfrage nach Industrierohstoffen über die kommenden fünf Jahre weiter steigen und die Preise langfristig stabilisieren dürfte. Gleichzeitig fördert und produziert China einen Großteil dieser Schlüsselrohstoffe selbst. Und zwar in einem Maß, das die Nachfrage übersteigt. Diesen ineffizienten Produktionsniveaus – die obendrein die Umwelt belasten – begegnet die Regierung seit einiger Zeit mit einer rigorosen Angebotsreform. Der konsequent vorangetriebene Abbau von Überkapazitäten in der Schwerindustrie – etwa durch die Schließung illegaler Hochöfen – könnte sich 2018 in geringeren Produktionsmengen niederschlagen und stützend auf die Notierungen etwa von Aluminium und Stahl auswirken. Die Preise für Grundstoffe wie Bauxit oder Eisenerz dürften unter Druck bleiben.

Weniger von der chinesischen Angebotsreform betroffen ist der Kupfermarkt. Hier könnten sich in erster Linie die in den vergangenen Jahren zurückgefahrenen Investitionen der internationalen Rohstoffunternehmen bemerkbar machen: Da in Zeiten niedriger Rohstoffpreise weniger in neue Produktionskapazitäten investiert wurde, könnte es im kommenden Jahr bei einer gleichbleibend hohen Nachfrage sogar zu Angebotsdefiziten kommen. Das gilt neben Kupfer auch für zum Beispiel Nickel, Zink oder Zinn, für die stabile Preise erwartet werden.

Für Gold rechnet die Deutsche Bank in den kommenden Monaten mit wenig Preispotenzial. Denn durch den erwarteten Zinsanstieg in den USA müssen Anleger im Vergleich zu US-Staatsanleihen höhere hypothetisch entgangene Zinsverluste befürchten. Das wirkt sich in der Regel negativ auf die Nachfrage und den Preis aus, da Gold als zinsloses Investment an relativer Attraktivität verlieren würde.

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Unsicherheiten bleiben hoch

Insgesamt erwartet die Deutsche Bank für Schlüsselrohstoffe wie Öl, Aluminium oder Kupfer im Umfeld einer weltweit hohen konjunkturellen Dynamik in den kommenden Jahren einen weiteren Anstieg der Nachfrage und eine Stabilisierung der Preise. Deutliche Preissteigerungen wie seit den Tiefständen von Anfang und Mitte 2016 werden jedoch nicht erwartet. Aufgrund politischer Risikofaktoren und vielerorts schwer prognostizierbarer Angebotsmengen sind kurzfristig auch größere Preisschwankungen möglich – wodurch Rohstoffinvestments für die meisten Anleger nach wie vor kaum interessant sein dürften.

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Redaktionsschluss: 12.12.2017

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