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Tägliche Kapitalmarkteinschätzungen von Dr. Ulrich Stephan,
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25. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die Stimmung unter den deutschen Unternehmen verbessert sich, Fragen zur fiskalischen Tragfähigkeit der USA rücken erneut in den Fokus, und in keiner Region der Welt zeigt sich der gesellschaftliche Alterungsprozess deutlicher als in Teilen Asiens.

Verbessertes Geschäftsklima stärkt Ausblick für den MDAX

Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen hat sich im Februar stärker verbessert als erwartet. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg von 87,6 auf 88,6 Punkte – den höchsten Stand seit sechs Monaten. Analysten hatten im Schnitt mit 88,3 Punkten gerechnet. Das Vertrauen legte besonders im Verarbeitenden Gewerbe, in der Logistik und im Bau zu. Diese Sektoren dürften zudem von dem umfangreichen Konjunkturpaket der Bundesregierung profitieren. Davon sollen im laufenden Jahr die knapp 60 Milliarden Euro in vollem Umfang abgerufen werden, nachdem die Ausgaben im vergangenen Jahr das Ziel um 33 Milliarden Euro verfehlt hatten. Die aktuellen ifo-Daten deuten auf eine zunehmende Dynamik der deutschen Wirtschaft hin. Das gilt vor allem für binnenorientierte Unternehmen, deren Kurs-Gewinn-Verhältnisse meist niedriger sind als die größerer, international ausgerichteter Firmen. 

Vor diesem Hintergrund erwarten Analysten vom MDAX ein Gewinnwachstum je Aktie von 8,9 Prozent im Jahr 2026 und einen weiteren Anstieg auf 19,2 Prozent im Jahr 2027.

Nach Gerichtsurteil: US-Defizitrisiken rücken wieder in den Fokus

Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA gegen die auf den Notstand von 2025 gestützten Importzölle könnten bereits vereinnahmte Zolleinnahmen durch mögliche Rückforderungen teilweise ausfallen und den Haushalt belasten. Damit rücken erneut Fragen zur fiskalischen Tragfähigkeit der USA in den Fokus. Ein Großteil der Finanzmarktanalysten rechnet damit, dass sich das US‑Haushaltsdefizit im Jahr 2026 auf 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausweiten wird. Zudem hat die Staatsverschuldungsquote – bezogen auf die vom Markt gehaltenen Staatsschulden im Verhältnis zum BIP – bereits die 100‑Prozent‑Marke überschritten und dürfte laut Prognosen des US‑Kongresses bis 2036 auf etwa 120 Prozent steigen. In der Theorie gilt die Staatsverschuldung als tragfähig, wenn die nominale Wachstumsrate des BIP dauerhaft über dem Zinssatz der Staatsanleihen liegt. Diese Bedingung ist für die USA weiterhin erfüllt – das nominale BIP‑Wachstum lag 2025 bei über vier Prozent, während die Renditen zehnjähriger US‑Staatsanleihen aktuell knapp über vier Prozent notieren. Analysten erwarten für 2026 und 2027 nominale Wachstumsraten von über vier Prozent. Die Annahme eines anhaltenden Wachstums könnte die Schuldentragfähigkeit unterstützen, ist jedoch mit erheblichen Risiken verbunden.

Goldpreis erholt sich deutlich: Geopolitik und Optionsmärkte stützen den Preis

Der Goldpreis eroberte nach der scharfen Korrektur von knapp 5.600 auf rund 4.400 US-Dollar je Feinunze Anfang Februar zuletzt die Marke von 5.000 US-Dollar zurück – ein Zugewinn in Höhe von circa 20 Prozent seit Jahresbeginn. Gestützt wurden die Notierungen zuletzt durch die nach dem Urteil des Supreme Courts in den USA wieder wachsenden Unsicherheiten bezüglich der US-Zoll- und Handelspolitik. Zudem dürfte im Umfeld der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über das iranische Atomprogramm eine geopolitische Risikoprämie in den aktuellen Kursen enthalten sein. Auch an den Options- und Terminmärkten scheint die Stimmung in der vergangenen Woche wieder optimistischer geworden zu sein: Spekulativ orientierte Marktakteure erhöhten die Nettokaufpositionen sowohl in Goldtermingeschäften als auch in stärkerem Ausmaß in Kaufoptionen. Hier waren insbesondere Optionen mit Basiswerten weit über dem aktuellen Kursniveau gefragt. Sollte auch die Nachfrage aus China nach der Feiertagswoche aufgrund der Neujahrsfeierlichkeiten wieder anziehen, könnten sich die Goldpreise kurzfristig weiter auf hohem Niveau stabilisieren.

Demografie als Kurstreiber in Asien: Automatisierung, Halbleiter, Healthcare

In keiner Region der Welt zeigt sich der gesellschaftliche Alterungsprozess deutlicher als in Teilen Asiens. Japan ist mit einem Anteil von 28 Prozent der über 65-Jährigen bereits heute das Land mit der ältesten Bevölkerung weltweit. Südkorea dürfte bis 2050 mit 38 Prozent den globalen Höchstwert erreichen und auch China verzeichnet eine rapide alternde Bevölkerung bei gleichzeitig schrumpfender Gesamtbevölkerung. Der demografische Wandel dürfte sich auch auf die mittelfristige Entwicklung der dortigen Aktienmärkte auswirken. Asiens Exporteure werden zunehmend auf Automatisierung und Robotik angewiesen sein, um das sinkende Angebot an Arbeitskräften und den zunehmenden Lohndruck auszugleichen. Ausgeprägte regionale Stärken in den Bereichen Halbleiter, Technikhardware und Präzisionsmaschinen beschleunigen die Einführung KI-gestützter Anwendungen. Gleichzeitig dürften regionale Unternehmen des Gesundheitswesens sowie Versicherungen und Vermögensverwalter vom strukturellen Rückenwind der demografischen Alterung profitieren. Auch deshalb traue ich dem IT- und finanzlastigen MSCI Emerging Markets Index, der die nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen asiatischer Schwellenländer abbildet, mittelfristig einiges an Kurspotenzial zu.

Indische Aktien: Hoch bewertet – lohnt sich der Einstieg?

Indiens Aktienmarkt gilt traditionell als teuer, teils sogar teurer als der US-Markt – während Indien vom KI-Hype weniger profitiert. Gleichzeitig sind Indiens Wachstumsperspektiven stark. Lohnt sich vor diesem Spannungsfeld der Einstieg nach der jüngst schwächeren Performance – oder ist Abwarten die bessere Strategie? Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich ordnen Bewertung, Erwartungen und mögliche Vorgehensweisen für Anleger ein.

Zahl des Tages: 1,98

Daten langfristig zu speichern ist eine Herausforderung. Herkömmliche Festplatten und Magnetbänder halten höchstens ein paar Jahrzehnte, dann droht der „Bit Rot“ – der schleichende Datenverlust. Paul Mayrhofer von der TU Wien und seine Kollegen haben jetzt eine innovative Lösung gefunden: Die Forscher produzierten den kleinsten QR-Code der Welt mit einer Fläche von 1,98 Quadratmikrometern. Auf einem einzigen DIN-A4-Blatt lassen sich so über zwei Terabyte Daten unterbringen, lesbar mit einem Elektronenmikroskop. Noch wichtiger: Weil der QR-Code in einen keramischen Film gefräst wird, sollte er ohne Kühlung oder Energiezufuhr jahrhundertelang haltbar sein – und immer wieder ausgelesen werden können.

Ich wünsche Ihnen einen beständigen Tag.

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden

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