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18. Mai 2018

Liebe Leser,

in der Eurozone ist das politische Risiko zurück. Der Zinsunterschied zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen vergrößerte sich daher in dieser Woche deutlich. Schuld sind die Pläne der Parteien Fünf-Sterne-Bewegung und Lega Nord, die sich momentan in Koalitionsverhandlungen befinden: Zur Diskussion stehen Schuldenerlass, Möglichkeiten zum Euro-Ausstieg und das Ende der Maastricht-Kriterien. Werden zudem alle Wahlversprechen umgesetzt, dürfte sich das Haushaltsdefizit um bis zu sechs Prozentpunkte erhöhen. Profiteure der politischen Risiken könnten einmal mehr die sogenannten „sicheren Häfen“ sein, etwa der Schweizer Franken.

Brasiliens Zentralbank sorgte gestern für eine Überraschung: Entgegen den Erwartungen beließ sie den Leitzins bei 6,5 Prozent. Damit reagierte sie auf die Aufwertung des US-Dollars und den daraus resultierenden Druck auf viele Schwellenländerwährungen, von dem auch der brasilianische Real nicht verschont geblieben war. In Brasilien war die Inflation mit 2,6 Prozent im April deutlich niedriger als in Argentinien oder der Türkei. Auch das Leistungsbilanzdefizit dürfte mit 0,8 Prozent des BIP 2018 gering ausfallen. Die Zentralbank tut aber gut daran, nach Leitzinssenkungen Zurückhaltung zu signalisieren. Glätten sich die Wogen, rechne ich mit einer Erholung des Real.

Erinnern Sie sich noch an Janet Yellen? Sie führte die fürsorgliche US-Geldpolitik ein. Klare Kommunikation zukünftiger geldpolitischer Schritte und Datenabhängigkeit sorgten für angenehme Ruhe an den Geld-, Renten- und Aktienmärkten. Das könnte nun der Vergangenheit angehören: John Williams, designierter Chef der Fed von New York, spricht von der Selbstständigkeit der Märkte und einer deutlich unabhängigeren Geldpolitik – „Händchenhalten“ sei nicht mehr nötig. Bis jetzt konnten sich die US-Aktienmärkte trotz Verlusten am Rentenmarkt und der Dollarstärke, die auf den Unternehmensgewinnen lastet, gut behaupten. Vielleicht wird die Fed auch deshalb mutiger. Bei den Anlegern steigt jedoch die Nervosität.

Asiens Stahlmarkt hat in den letzten Monaten entscheidende Veränderungen durchlaufen. Dank der chinesischen Angebotsreformen ist die Kapazitätsauslastung von 68 Prozent 2015 auf 78 Prozent 2017 gestiegen. Dieses Jahr könnte sie sogar 86 Prozent erreichen – und für zwei oder drei Jahre auf diesem Niveau verharren. Das dürfte die Profitabilität der im Markt verbliebenen Unternehmen stärken. Und auch von der Nachfrageseite gibt es Rückenwind: Für Südostasien rechne ich bis 2020 mit einem Nachfragewachstum von sechs bis sieben Prozent im Jahr. Die Olympischen Spiele in Tokio stellen einen zusätzlichen Treiber dar, von dem die Stahlkocher in Asien profitieren könnten.

Zahl des Tages: 1066
Bruce Campbell hat sich seinen Lebenstraum erfüllt: Der pensionierte Flugzeugingenieur hat sich in der Nähe von Portland, Oregon, in einer ausrangierten Boeing 727-200 häuslich eingerichtet – auf 1066 Quadratfuß oder knapp 100 Quadratmetern Fläche. Damit dürfte er sich auf absehbare Zeit auch ausreichend Beinfreiheit gesichert haben.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames verlängertes Pfingstwochenende!

Herzlichst,
Unterschrift: Dr. Ulrich Stephan
Ihr Ulrich Stephan
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden

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