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11. Dezember 2019

Liebe Leser,

die Meldungen rund um den Welthandel überschlugen sich gestern, Ende dieser Woche drohen neue US-Zölle gegen China, und Halbleiterherstellern könnten die Entwicklungen in der Automobilbranche zugutekommen.
Meldungen zum Welthandel überschlagen sich
Zunächst verkündete Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador gestern, seine Regierung habe sich mit den USA und Kanada auf die von der Trump-Administration vorangetriebenen Änderungen am Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) geeinigt. Das „USMCA“ müsse nun nur noch von den gesetzgebenden Organen ratifiziert werden. Zudem berichtete das Wall Street Journal unter Bezug auf anonyme chinesische und amerikanische Offizielle, die USA könnten angesichts positiver Gespräche im Handelsstreit die für Sonntag terminierten weiteren Strafzölle auf chinesische Konsumgüterimporte verschieben. Die Börsen erholten sich daraufhin zwar von ihren Tagestiefs. Wegen der Aussagen von US-Handelsminister Wilbur Ross, je näher man der Zollfrist komme, desto besser werde die Verhandlungsposition der USA, sowie der des Chef-Wirtschaftsberaters Larry Kudlow, er könne die Verschiebung der Zölle nicht bestätigen, hielt sich die Euphorie auf dem Parkett jedoch in Grenzen.
Ausblick 2020 – wie sich Anleger aufstellen sollten
Zum Podcast bei Podigee
Die Weltkonjunktur dürfte sich im kommenden Jahr erholen, die Aktienkurse moderat steigen. Welche Regionen und Sektoren stehen dabei im Fokus? Welche Anlageklassen sollten Anleger im nächsten Jahr suchen oder meiden? Darüber diskutieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und Chef-Anlagestratege Dr. Ulrich Stephan in der aktuellen Folge von Perspektiven To Go.
Chinas Geste des guten Willens im Handelsstreit
Morgen geht die „Central Economic Work Conference“ in Peking zu Ende. Bei dem jährlichen Treffen der Parteispitze wird der Kurs der chinesischen Wirtschaft für das kommende Jahr festgelegt. Details werden erst beim Nationalen Volkskongress im Frühjahr bekannt gegeben. Ich rechne mit einem Ziel für das Wirtschaftswachstum in 2020 von etwa sechs Prozent. Fiskalpolitische Maßnahmen werden dazu beitragen, die Vorgaben zu erreichen. Die im November erneut gestiegenen Verbraucherpreise stehen einer Lockerung der Geldpolitik derzeit jedoch entgegen. Mit 4,5 Prozent im Vorjahresvergleich ist die Inflation so hoch wie zuletzt 2012, Hauptgrund sind die wegen der grassierenden Schweinepest gestiegenen Fleischpreise.
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Die Entscheidung, die Strafzölle auf amerikanische Sojabohnen, Schweinefleisch und einige andere landwirtschaftliche Produkte auszusetzen, ist daher auch nicht ganz uneigennützig. Eine Geste des guten Willens im Handelsstreit, die gleichzeitig den Preisdruck daheim mildern könnte. Wie gestern zu beobachten, reagieren die Aktienkurse derzeit auf kleinste Entwicklungen bei den Verhandlungen mit den USA. Längerfristig spielt das Wirtschaftswachstum eine entscheidende Rolle, für das ich im kommenden Jahr mit einer Erholung rechne.
Wie gut wird das US-Aktienjahr 2019?
Die Ende der Woche drohenden neuen US-Strafzölle gegenüber China könnten für das US-Aktienjahr 2019 das Zünglein an der Waage sein. Aber auch die zahlreichen noch ausstehenden Entscheidungen im US-Repräsentantenhaus bergen das Risiko eines holprigen Jahresendes. So treibt viele Unternehmen die Sorge um, dass der US-Präsident das bisherige NAFTA-Abkommen aufkündigen könnte, wenn das Haus dem Nachfolgeabkommen für eine nordamerikanische Freihandelszone (USMCA) nicht zustimmt. Als wäre dies noch nicht genug, endet die vorläufige Vereinbarung über den laufenden US-Haushalt am 20. Dezember. Hingegen dürfte ein Ja-Votum des Repräsentantenhauses für eine Amtsenthebung Donald Trumps wegen der geringen Erfolgswahrscheinlichkeit im Senat weniger ins Gewicht fallen. In drei Wochen wissen wir mehr. Im bisherigen Jahresverlauf liegt der S&P 500 rund 25 Prozent im Plus und steuert damit auf das beste Jahresergebnis seit 2013 zu. Werden Lösungen gefunden, könnte meiner Ansicht nach eine Jahresendrally dem Jahr 2019 noch das Sahnehäubchen aufsetzen.
Gute Aussichten für Chiphersteller
Hersteller von Halbleitern für die Autobranche könnten 2020 von verschiedenen Entwicklungen profitieren. Neben einer erwarteten Stabilisierung der Automobilproduktion und einem möglichen Abbau von Zöllen zwischen den USA und China dürfte den Chipherstellern der zusehends steigende Anteil von Autos mit Teilautomatisierung wie Einpark- und Spurhalteassistenten zugutekommen. Zudem könnten die ab Januar geltenden CO2-Auflagen der EU am Automarkt zu einer Welle neuer Elektroautos in Europa führen. In diesen werden circa doppelt so viele Halbleiter verbaut wie in Wagen mit Verbrennungsmotor. Daher prognostizieren die Branchenexperten der Deutschen Bank Halbleiterherstellern für das kommende Jahr ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum von neun Prozent. Dies dürfte sich an den Börsen in steigenden Aktienkursen widerspiegeln.
Zahl des Tages: 20
Kaffeehäutchen, die beim Rösten der Bohnen anfallen, lassen sich als Dünger oder Viehfutter verwenden – oder, wenn es nach Ford und McDonald’s geht, zum Autobau. Die beiden Konzerne wollen die Häutchen als Material für Scheinwerfergehäuse nutzen, die 20 Prozent leichter sind als herkömmliche Komponenten. So wird die Energieeffizienz des Fahrzeugs (ein wenig) verbessert. Es ist noch ein weiter Weg, aber: Kaffeetrinken für die Zukunft, das würde mir gefallen.

Bleiben Sie heute hellwach.

Herzlichst,
Unterschrift: Dr. Ulrich Stephan
Ihr Ulrich Stephan
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden

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