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07. April 2020

Liebe Leser,

mit weniger neuen Coronavirus-Fällen in Europa und vor allem aber in den USA schaltet der Markt auf „Risiko“ um. Obwohl es sicherlich zu früh ist, einen Trend auszumachen, stieg der Dow Jones gestern um fast acht Prozent oder 1.627,5 Punkte. Auch die Risikoaufschläge auf Unternehmensanleihen sind gefallen. Dass der Goldpreis ebenfalls anzog sollte eine Mahnung sein, dass die Krise noch nicht überwunden ist.
„Growth“ gegenüber „Value“ langfristig vorn
Unter Faktor-Investoren – also Anleger, die sich bei der Aktienauswahl an quantifizierbaren Merkmalen orientieren – kommt neuer Schwung in die Debatte über eine sich möglicherweise anbahnende Rotation von „Growth“- in „Value“-Titel. Denn nach dem Coronavirus-Crash werden US-„Value“-Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von durchschnittlich 7,6 gehandelt. Nur in fünf Prozent aller Handelstage der vergangenen 40 Jahre war der Abschlag zu „Growth“ größer. Solch extreme Niveaus haben in der Vergangenheit häufig eine Outperformancephase von „Value“-Titeln angekündigt. Entsprechend halte ich eine kurzfristige „Value“-Rallye für möglich. Langfristig sehe ich jedoch weiter „Growth“-Aktien vorne.
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Rezessionen beschleunigen in der Regel bereits bestehende Trends, wie zum Beispiel die vermehrte Nutzung des Homeoffice oder des Onlineshoppings. Dies sollte traditionelle Geschäftsmodelle – häufig „Value“-Titel – zunehmend infrage stellen. Innovative Unternehmen, die technologische Lösungen anbieten, dürften indes profitieren und Anlegern eine Prämie wert sein.
Das Quartal der schlechten Nachrichten
Zum Podcast bei Podigee
Die Bilanz für das erste Quartal macht keine Freude: Kaum eine Anlageklasse konnte sich dem Absturz entziehen. In welchen Branchen sind die Einschläge besonders heftig? Und wer erholt sich zuerst? Wie sich Anleger jetzt aufstellen sollten, diskutieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuellen Folge von PERSPEKTIVEN To Go.


US-Konzerne dürften „Buybacks“ aussetzen
Auch in den USA werden in diesem Jahr die Dividendenzahlungen deutlich geringer ausfallen. Obwohl seit Anfang März noch nicht einmal 20 Unternehmen des Russell 1000 Dividendenkürzungen beziehungsweise -streichungen angekündigt haben, würde mich ein Rückgang der Dividenden um rund 25 Prozent nicht überraschen. Zusätzlich dürften zahlreiche US-Konzerne ihre Aktienrückkaufprogramme aussetzen. Eine Halbierung der „Buybacks“ auf 400 Milliarden US-Dollar scheint realistisch. Dies wird dazu führen, dass rechnerisch das Gewinnwachstum je Aktie weiter zurückgeht. Bisher waren rund zwei Prozentpunkte auf Aktienrückkäufe zurückzuführen. Angesichts des ohnehin erwarteten massiven Gewinneinbruchs erscheint mir dieser Effekt für den Gesamtmarkt jedoch vernachlässigbar. Allerdings dürften die Schwankungsbreiten am US-Markt zukünftig höher liegen als in den letzten Jahren, in denen Unternehmen des S&P 500 stetig eigene Aktien aufgekauft und so die Kurse in Marktschwächephasen gestützt haben.
Zunehmende Kapitalabflüsse aus den Emerging Markets
Um die heimische Konjunktur zu stützen, senken auch die Notenbanken der Schwellenländer reihenweise ihre Leitzinsen. In vielen Ländern kompensieren die sinkenden Zinsen hierdurch nicht einmal mehr die Inflationsrate – Kapitalabflüsse sind die Folge.
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Seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie Ende Januar zogen ausländische Investoren umgerechnet knapp 85 Milliarden Euro aus den Schwellenländern ab. Schwächere Schwellenländerwährungen, die die Rückzahlung von Dollar-Schulden erschweren, sind die Folge. China, das weiterhin von Kapitalzuflüssen wegen der Öffnung des heimischen Anleihenmarktes für ausländische Investoren profitiert, ist eine Ausnahme. Zudem verzeichnet auch der dortige Aktienmarkt Zuflüsse, der sich wegen rückläufiger Coronavirus-Fälle und der Erholung der Wirtschaft besser entwickelt als in anderen Schwellenländern. Während die Börse in Hongkong im ersten Quartal in Euro lediglich 14 Prozent verlor, gaben Aktien aus den restlichen Schwellenländern 29 Prozent nach.
Krise belastet Rohstoffpreise
Die Rezession infolge des Coronavirus hinterlässt kräftige Spuren an den Rohstoffmärkten. Am schlimmsten hat es den Energiesektor getroffen, mit Verlusten von 47 bis 55 Prozent seit Jahresbeginn bei Öl, Gas und Benzin in den USA. Neben dem Coronavirus schlägt hier der Ölstreit zwischen Saudi-Arabien und Russland zu Buche. Die Metalle schneiden besser ab, mit Silber, Kupfer, Aluminium und Nickel bei maximal minus 20 Prozent. Highlights sind mit Gewinnen von gut sieben beziehungsweise 13,5 Prozent Gold und Palladium. Nach dem Coronavirus-Schock könnten jedoch viele Rohstoffe wieder interessant werden. Denn der Aufschwung wird staatlich gefördert werden, und Infrastrukturmaßnahmen sind ein probates Mittel. Aber auch die Rückkehr der Industrie zu Produktionsniveaus von vor der Krise wird die Rohstoffnachfrage über die Zeit weltweit ankurbeln. Allerdings werden für ein paar Monate gut gefüllte Läger die nächste Rohstoff-Bonanza noch im Zaum halten.
Zahl des Tages: 30–50
Bleiben die Leute in diesen Tagen wirklich zu Hause? Man könnte dazu einen Seismologen befragen. Denn tatsächlich hat sich das „seismische Rauschen“ – feine Bodenvibrationen, die zum Beispiel durch Straßenverkehr entstehen – vielerorts spürbar verringert. So konnte Thomas Lecocq vom Königlichen Observatorium in Brüssel einen Rückgang der Vibrationen um 30 bis 50 Prozent seit Mitte März feststellen. Nebeneffekt: Die Brüsseler Erdbebenwarte registriert wieder kleinere Erdbeben, die zuvor im Grundrauschen untergegangen waren.

Hören Sie heute genauer hin.

Herzlichst,
Unterschrift: Dr. Ulrich Stephan
Ihr Ulrich Stephan
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden

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