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Tägliche Kapitalmarkteinschätzungen von Dr. Ulrich Stephan,
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16. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die USA erwägen neue Strafzölle gegen zahlreiche Handelspartner, Chinas Exportwirtschaft startet mit kräftigem Wachstum ins Jahr, und fallende Kakaopreise spiegeln bessere Ernten und gedämpfte Nachfrage wider.

USA erwägen neue Strafzölle gegen China, die Eurozone und weitere Handelspartner

Nach dem Urteil des Supreme Court und der Annullierung der „reziproken“ Zölle kündigte die US‑Zollbehörde an, ab Mitte April rund 166 Milliarden US‑Dollar an Importeure zurückzuzahlen. Mehrere US‑Bundesstaaten fechten die Nutzung von Paragraph 122 des Handelsgesetzes als Grundlage der neuen, auf 150 Tage befristeten, Ersatzzölle an – was weitere Rückzahlungen nach sich ziehen könnte. Parallel prüft die US‑Regierung, China den „Meistbegünstigtenstatus“ nach Paragraph 332 zu entziehen und neue Strafzölle gegen China, die Eurozone, Japan und 13 weitere Handelspartner auf Basis von Paragraph 301 zu verhängen. Im Zentrum der Untersuchungen stehen staatliche Praktiken der genannten Länder, die nach Auffassung Washingtons strukturelle Überkapazitäten erzeugen, US‑Unternehmen benachteiligen und somit Strafzölle rechtfertigen. Die breite Auslegung von Paragraph 301, der bisher vor allem für produktspezifische Zölle genutzt wurde, soll das Verfahren beschleunigen, erhöht aber das Risiko weiterer Klagen. Die Zeit drängt, denn die Ersatzzölle laufen am 24. Juli aus. Neben der aktuellen Dominanz der Iran‑Krise bleibt die US‑Handelspolitik ein zentraler Unsicherheitsfaktor für viele Unternehmen und den Welthandel – und damit auch für die Märkte.

US-Inflation leicht höher: Zinssenkung weiter erst im Schlussquartal eingepreist

Der am Freitag veröffentlichte Kernindex der persönlichen Konsumausgaben bestätigte die Markterwartung, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins am Mittwoch unverändert im Korridor von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen wird. Der Index stieg erwartungsgemäß von 3,0 Prozent im Vormonat auf 3,1 Prozent im Januar und entfernte sich somit weiter von dem Inflationsziel der Fed von 2,0 Prozent. Da die Daten die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf die Preise noch nicht widerspiegeln, dürfte der Fokus der Märkte auf den aktualisierten Projektionen der Währungshüter liegen, die Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs geben sollten. Die Terminmärkte preisen weiterhin eine Zinssenkung im Schlussquartal ein. Die Stimmung der US-Verbraucher trübte sich derweil zuletzt ein: Der Index der University of Michigan für März sank moderat. Die Daten hatten insgesamt keine starke Marktreaktion zur Folge – der US-Dollar legte leicht zu, die US-Aktienindizes eröffneten etwas fester. Insgesamt liegt der Marktfokus weiter auf den geopolitischen Entwicklungen.

Chinas Exportwirtschaft überrascht mit kräftigem Jahresauftakt

Chinas Exportwirtschaft hat einen fulminanten Jahresstart hingelegt. Die für Januar und Februar zusammengefassten Daten zeigen einen Anstieg der Ausfuhren um 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr – deutlich über den erwarteten sieben Prozent. Wachstumstreiber waren neben Auto- und Schiffbauern vor allem Hersteller hochwertiger Industriegüter und Halbleiter. Ein Blick auf die Handelsströme offenbart interessante Veränderungen: Während die hohen US-Zölle die Lieferungen in die USA um elf Prozent reduzierten, bauten Chinas Exporteure ihre Anteile nicht nur in wichtigen bestehenden Absatzmärkten aus, sondern intensivierten auch ihre Handelsbeziehungen zu Kunden aus Afrika und Lateinamerika. Möglicherweise länger erhöhte globale Öl- und Gaspreise würden zwar die Auslandsnachfrage dämpfen und auch die Margen chinesischer Exporteure belasten. Ihre komparativen Kostenvorteile gegenüber regionalen Konkurrenten aus Südkorea, Japan oder Indien könnten Dank des deutlich weniger von diesen Energieträgern abhängigen Energiemixes jedoch sogar noch zunehmen. Vor diesem Hintergrund könnte Chinas Exportwirtschaft auch künftig ein wichtiger Motor für Wachstum und Beschäftigung bleiben und damit auch zur Stabilisierung an Chinas Aktienmärkten beitragen.

Bessere Ernteaussichten drücken Kakaopreise deutlich

Die Kakaopreise sind in den vergangenen Monaten deutlich gefallen, nachdem sie sich 2024 bis auf rund 12.900 US-Dollar je Tonne verdreifacht hatten – aktuell notieren sie bei rund 3.300 US-Dollar pro Tonne.

Hauptgründe sind verbesserte Ernteaussichten in Westafrika – das dürfte dazu führen, dass die Angebotsdefizite der Vorjahre nun in Angebotsüberschüsse übergehen. Die hohen Preise haben zudem die Nachfrage stark gedämpft, weshalb die Lagerbestände in den vergangenen Monaten kräftig anstiegen. Aufgrund der infolge des Nahost-Konfliktes erwartbaren höheren Transportkosten könnten die Kakaopreise zwar in nächster Zeit wieder etwas zulegen – das sollte aber nur eine kurzzeitige Gegenbewegung sein. Viele Analysten gehen jedoch davon aus, dass die für den Preisanstieg 2024 verantwortlichen Faktoren wie Starkregen sowie Pflanzenkrankheiten auch zukünftig Perioden kräftiger Kursanstiege zur Folge haben dürften.

Nebenwerte: zwischen Zöllen und Nahost-Volatilität

Nebenwerte sind nach zwei schwachen Jahren zurück – doch Zölle und Nahost‑Volatilität sorgen für ein anspruchsvolles Umfeld. Warum SDAX/MDAX profitieren, welche Branchen treiben und wie Anleger Nebenwerte beimischen können, analysieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuellen Folge unseres Börsenpodcasts.

Zahl des Tages: 35

Die Sammelleidenschaft ist keine moderne Erfindung. Laut der Studie eines Teams um Lucía Villaescusa Fernández von der spanischen Universität Alcalá waren die ersten Sammler vielleicht sogar älter als der moderne Mensch. Die Archäologen fanden in einer einst von Neandertalern bewohnten Höhle nördlich von Madrid insgesamt 35 Schädel großer gehörnter Säugetiere wie Steppenbison und Auerochse. Nachdem die Forscher die geologischen Veränderungen vor Ort berücksichtigt hatten, wurde klar, dass die Schädel einst gezielt an bestimmten Stellen der Höhle aufgestellt worden waren. Nicht auszuschließen, dass die Neandertaler hier vor mindestens 43.000 Jahren schon eine Art Trophäensammlung angelegt haben. 

Tun Sie heute etwas mit Leidenschaft. 

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden

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