PERSPEKTIVEN am Morgen

Starten Sie gut informiert
in den Tag

Aktuelle Einschätzungen zu Märkten und Branchen.
Jetzt lesen oder jeden Morgen um 7.00 Uhr in Ihrem E-Mail-Postfach.

01. Oktober 2020

Liebe Leser,

in Deutschland ist die Inflationsrate im September auf minus 0,2 Prozent gesunken, die Erholung der chinesischen Wirtschaft schreitet weiter voran, und die „Make in India“-Initiative erhält durch die Coronavirus-Krise neuen Schwung.


Inflation nur zeitweise negativ 

Inflation nur zeitweise negativ In Deutschland ist die Inflationsrate im September auf minus 0,2 Prozent gesunken – der tiefste Stand seit Anfang 2015. Auch in anderen Euroländern lag die Preissteigerungsrate zuletzt wieder im negativen Bereich; eine echte Deflation erwarte ich aber nicht. Die rückläufige Inflation ist vor allem eine Folge niedriger Energiepreise, die im September gut sieben Prozent unter Vorjahresniveau lagen. In Deutschland dämpft zudem die im Juli in Kraft getretene temporäre Mehrwertsteuersenkung die Preise. Spätestens nach dem Auslaufen der Steuervergünstigung Ende dieses Jahrs wird die Inflation wieder anziehen. Die Europäische Zentralbank sollte sich von den aktuellen Bewegungen bei den Verbraucherpreisen nicht beeindrucken lassen und an ihrem Kurs vorerst festhalten. Bei einem anhaltend niedrigen Zinsniveau und einer perspektivisch wieder höheren Inflation dürften die kurzfristigen Realzinsen im Euroraum tendenziell sinken, so dass zinstragende Anlageformen weniger interessant werden.


Kurserholung von Airline-Aktien rückt in die Ferne

vielen Wirtschaftsbereichen ihre Geschäfte wieder ohne größere Einschränkungen tätigen. Da viele Menschen aber nach wie vor versuchen die Abstandsregeln einzuhalten und für viele Regionen weiterhin Reisewarnungen bestehen, liegen die Passagierzahlen der Luftfahrtbranche noch immer am Boden.

Laut der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) liegen die Flugbuchungen für das vierte Quartal derzeit 78 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Während die Aktienkurse von Industrieunternehmen im September in Euro um drei Prozent zulegen konnten, verloren Titel von Fluglinien knapp zwei Prozent. Erneut steigende Infektionszahlen in Europa lassen eine Kurserholung weiter in die Ferne rücken. Laut IATA reichen die Cashbestände der Fluggesellschaften im Schnitt nur noch für ein halbes Jahr, mit einer Normalisierung des Luftverkehrs rechnet der Dachverband der Fluggesellschaften aber nicht vor 2024.


China: Golden Week mit glänzenden Aussichten

Die Erholung der chinesischen Wirtschaft schreitet weiter voran. Die Gewinne der Industrieunternehmen stiegen im August um 19,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gestern wurde zudem vermeldet, dass sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe im September weiter aufgehellt hat. Gestützt wurde die chinesische Industrie von einem Aufschwung im Exportgeschäft. Auch die Aktivität im Dienstleistungssektor zog weiter an. Der Hang Seng Index quittierte die guten Nachrichten gestern mit einem Plus von einem Prozent in Euro und notiert somit nahezu auf dem gleichen Niveau wie Anfang September. Der chinesische Tourismussektor könnte durch die heute beginnende „Golden Week“ Rückenwind erhalten; die Festwoche wird verstärkt für Reisen im Inland genutzt. Nach Monaten der Einschränkungen wird mit Nachholeffekten gerechnet. Nachdem die Hotelbelegungen bereits Mitte September wieder das Niveau vom Januar erreicht hatten, werden die Feiertage für zusätzliche Nachfrage sorgen. Analysten rechnen mit 600 Millionen Reisenden.


„Make in India“

„Make in India“ Die „Make in India“-Initiative wurde vom indischen Premierminister Narendra Modi bereits 2014 verkündet. Durch die Coronavirus-Krise hat der Plan, Indien in ein globales Fertigungszentrum zu verwandeln, neuen Schwung erhalten. Im Mai wurde ein Konjunkturpaket in Höhe von umgerechnet 245 Milliarden Euro verabschiedet, das dazu beitragen soll, ein „selbstständiges Indien“ aufzubauen. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes soll hierzu von derzeit 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 25 Prozent im Jahr 2022 ausgeweitet werden; 100 Millionen neue Jobs sollen entstehen. Zur Umsetzung der Pläne tragen neben einer Senkung der Unternehmenssteuer die geplante Erhöhung von Einfuhrzöllen und die Subvention einzelner Produktionszweige bei. Zwar könnten sich die gesetzten Ziele als etwas überambitioniert erweisen, insgesamt rechne ich jedoch durch „Make in India“ mit einem anhaltenden Rückenwind für indische Unternehmen aus den Bereichen IT, Pharmazie, Autos und Textil.


Das Signal der Notenbanken ist klar: Die Geldpolitik bleibt auf absehbare Zeit sehr expansiv. Rettet das die Wirtschaft? Darüber diskutieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuellen Folge von PERSPEKTIVEN To Go.


Zahl des Tages: 53

Spätestens mit Ende 30 denken die meisten Fußballprofis an den sportlichen Ruhestand. Das hat Kazuyoshi Myura lange hinter sich: Der japanische Stürmer und Ex-Nationalspieler stand mit 53 Jahren, sechs Monaten und 28 Tagen in der Startelf seines Klubs FC Yokohama und ist damit der älteste aktive Profikicker aller Zeiten. Nach einer knappen Stunde wurde „King Kazu“ ausgewechselt – im gleichen Stadion, in dem er 1993 sein erstes Erstligator geschossen hatte. 

Ich wünsche Ihnen einen ausdauernden Tag. 

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden


"PERSPEKTIVEN am Morgen" - Newsletter

Erhalten Sie jeden Morgen den Marktkommentar als E-Mail direkt in Ihren Postkorb.

Anrede

Mit der Registrierung habe ich die Datenschutzbestimmungen der Deutschen Bank zur Kenntnis genommen.

xvcv

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Sie erhalten nach der Registrierung eine E-Mail an die von Ihnen angegebene Adresse. Bitte bestätigen Sie Ihre Anmeldung mit dem dort enthaltenen Link.

Sie können sich jeder Zeit, zum Beispiel in jeder E-Mail-Ausgabe von "PERSPEKTIVEN am Morgen", wieder abmelden. Es besteht kein Rechtsanspruch auf den täglichen Erhalt des Newsletters.

Soweit hier von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Angebote der Deutsche Bank AG. Wir weisen darauf hin, dass die in dieser Publikation enthaltenen Angaben keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung darstellen, sondern ausschließlich der Information dienen. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen. Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden. Aus der Wertentwicklung in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erträge geschlossen werden.

HINWEIS: BEI DIESEN INFORMATIONEN HANDELT ES SICH UM WERBUNG. Die Texte sind nicht nach den Vorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen (vormals Finanzanalysen) erstellt. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor bzw. nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die Deutsche Bank AG unterliegt der Aufsicht der Europäischen Zentralbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)