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25. November 2020

Liebe Leser,

der DAX wird um zehn Mitglieder erweitert, die Goldpreise fallen auf den tiefsten Stand seit vier Monaten, und die Gaming-Branche dürfte zu den Profiteuren des zweiten Shutdowns in Europa zählen.


Was der DAX 40 für Anleger bedeutet

Der DAX sticht unter den europäischen Indizes durch seine vergleichsweise hohe Konjunktursensitivität und seine starke Abhängigkeit von der Auslandsnachfrage sowie eine recht günstige Bewertung hervor. Vor dem Hintergrund einer anziehenden Weltwirtschaft sollte sich der DAX 2021 daher überdurchschnittlich entwickeln. Obwohl selbstverständlich noch nicht feststeht, welche zehn MDAX-Unternehmen im September 2021 in den DAX aufsteigen, ist absehbar, dass sich das Profil des Index nicht signifikant ändern wird. Selbst bei gehöriger Kursentwicklung dürfte die Marktkapitalisierung der Kandidaten zu klein sein, um das Verhältnis der Sektorengewichtung im DAX entscheidend zu verschieben. Im MDAX dürften die Veränderungen hingegen deutlich größer ausfallen. Ich bedauere es, dass darauf verzichtet wurde, Mindestanforderungen zu ökologischen, sozialen und Governance-Aspekten einzuführen. Europa ist beim Thema ESG Vorreiter und entsprechende Kriterien sind zu einem wichtigen Risikosteuerungselement geworden.


US-Kommunal- und Landesanleihen stabil

Die Nachricht, dass das Notfallkreditprogramm der Fed für US-Bundesstaaten und Städte im Gesamtvolumen von 250 Milliarden US-Dollar nicht wie erwartet Ende des Jahres verlängert wird, belastete Kommunal- und Landesanleihen kaum. Seit den März-Tiefständen haben diese sogar US-Staatsanleihen um rund vier Prozentpunkte outperformt. Dabei rechnen Experten mit Pandemie-bedingten Einnahmeausfällen der Bundesstaaten und Städte in Höhe von 180 Milliarden US-Dollar. Zudem sind eine Einigung auf ein neues US-Fiskalpaket und damit zusätzliche finanzielle Unterstützungen durch die Bundesregierung weiterhin nicht in Sicht. Am Markt überwiegt jedoch die optimistische Erwartung, dass Impfstoffe die Erholung der Konjunktur und damit die Steuereinnahmen der Lokalregierungen stärken werden. Auch die vergleichsweise hohe Rendite stützt die Nachfrage. Denn während Anleihen im Rekordvolumen von 17,5 Billionen US-Dollar weltweit eine negative Rendite aufweisen, liegt diese bei zehnjährigen Anleihen von US-Kommunen und Bundesstaaten im Schnitt bei über einem Prozent.


Warum die Goldpreise nachgeben

Nachdem die Goldpreise drei Monate lang zwischen 1.850 und 1.950 US-Dollar je Feinunze gehandelt wurden, verließen sie nun diese Handelsspanne und fielen auf den tiefsten Stand seit vier Monaten.

Auslöser hierfür waren die ermunternden Nachrichten über Impfstoffe gegen COVID-19 und überraschend robuste Konjunkturdaten aus den USA. Diese wurden von den Marktakteuren so interpretiert, dass in Zukunft geringere geld- und fiskalpolitische Unterstützung nötig sein werde als noch vor kurzer Zeit vermutet. Von diesen Hilfsmaßnahmen hätten die Goldpreise als vermeintlicher Inflationsschutz profitieren können. Bereits in den Tagen zuvor waren die Preise unter Druck geraten, da insbesondere in den USA Investoren knapp zwei Millionen der insgesamt 26,6 Millionen Feinunzen, die in diesem Jahr in börsengehandelten Goldprodukten neu angelegt wurden, verkauften. Da aktuell Potenzial für weitere Verkäufe besteht und die physische Nachfrage erst im Vorfeld des chinesischen Neujahrsfestes Anfang Februar zunehmen dürfte, sollte es Sinn ergeben, mit Käufen noch etwas abzuwarten.


Gaming-Branche wächst

Die Gaming-Branche dürfte zu den Profiteuren des zweiten Shutdowns in Europa zählen. Schon im Frühjahr, als die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen das erste Mal verschärft wurden, stieg die Nutzung von Computerspielen an. Analysten hoben zuletzt ihre diesjährige globale Gewinnprognose für die Branche um knapp 16 Milliarden US-Dollar auf 175 Milliarden US-Dollar an. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 20 Prozent. Zwar könnten die Gaming-Aktivitäten nach einer Lockerung der Coronavirus-Maßnahmen wieder etwas nachlassen; insgesamt wird aber damit gerechnet, dass die Pandemie das Wachstum der Branche auch langfristig stützen wird. Bis 2023 wird mit einem Anstieg der jährlichen globalen Gewinne auf 200 Milliarden US-Dollar gerechnet. Gespielt wird auf PCs, Spielekonsolen und zunehmend auch auf Smartphones. Handyspiele generieren mittlerweile fast die Hälfte der Gewinne in der Branche und verzeichnen weiterhin die höchsten Wachstumsraten.


Optimismus zum Jahresende?

Gute Nachrichten über einen möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus haben den Kursen an den Aktienmärkten einen ordentlichen Schub verpasst. Jahresendrally oder kurzfristiger Kurssprung? Darüber diskutieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuellen Folge von PERSPEKTIVEN To Go.


Zahl des Tages: 185.000.000

Bei der Produktion von Zucker aus Zuckerrohr bleiben rund 90 Prozent des Rohstoffs als Pressrückstand zurück, die sogenannte Bagasse. Das führt bei einer weltweiten Produktion von 185 Millionen Tonnen Rohrzucker jährlich zu reichlich Abfall, der meist verbrannt wird. Zhu Hongli von der Northeastern University in Boston hat eine bessere Idee: Sie vermischt die Bagasse mit Bambusfasern und formt daraus stabile, biologisch abbaubare Trinkgefäße. Die Bagasse-Becher sollen auch für heiße Getränke geeignet sein – und sind kaum teurer als Plastikbecher. 

Ich wünsche Ihnen einen nachhaltigen Tag. 

Herzlichst

Ihr
Ulrich Stephan

Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden


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