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10. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

der LDP-Wahlsieg treibt japanische Aktien auf Rekordhöhen, europäische Versorgeraktien bauen ihren Vorsprung gegenüber US-Titeln aus, und der deutsche Venture-Capital-Markt behauptet sich als zweitgrößter in Europa.

LDP-Erdrutschsieg beflügelt Börse: TOPIX erreicht neue Rekorde

Der TOPIX erreichte nach dem deutlichen Wahlsieg der LDP von Premierministerin Sanae Takaichi Rekordstände. Mit einer Zweidrittelmehrheit im Unterhaus verfügt die Regierung nun über eine sehr starke Position, um ihre konjunkturfreundlichen Vorhaben umzusetzen. Inländische Infrastruktur- und Industrieunternehmen verzeichneten deutliche Kursgewinne, da mit höheren staatlichen Investitionen und Verteidigungsausgaben gerechnet wird. Die Wettbewerbsfähigkeit von Exportsektoren profitiert von einem aktuell schwachen Yen. Banken profitieren von der expansiven Fiskalpolitik und einer steileren Zinskurve, da dies die Kreditnachfrage und Zinsmargen erhöht. Auch wenn Risiken wie eine übermäßige fiskalische Expansion bestehen bleiben, sorgen politische Stabilität und solide Fundamentaldaten für einen positiven Ausblick auf japanische Aktien. Obwohl das Kurs-Gewinn-Verhältnis mit 16,6 bereits jetzt rund 20 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegt, scheint aufgrund der Gewinnaussichten von plus 11,5 Prozent in den kommenden zwölf Monaten eine weitere Bewertungsausdehnung möglich – besonders, weil aufgrund des Wahlergebnisses die Gewinnerwartungen weiter erhöht werden könnten.

US-Aktienmarkt gewinnt an Breite

Die Performance des US-Marktes wird derzeit geprägt von verbesserter Aktienentwicklung in der Breite. Nachdem in den vergangenen Jahren die Indexschwergewichte – allen voran die Technologiekonzerne – maßgeblich zur positiven Entwicklung beigetragen haben, lässt sich derzeit eine breitere Marktteilnahme erkennen: Seit November schlägt die durchschnittliche Aktie des S&P 500 den nach Marktkapitalisierung gewichteten Index. Gestützt wird die Entwicklung von einer Verbesserung der Fundamentaldaten in der Breite. Für 2026 rechnen Analysten mit Gewinnanstiegen in sämtlichen Sektoren, und die Kluft beim Gewinnwachstum zwischen Tech‑Schwergewichten und dem übrigen Markt dürfte sich weiter verringern. Zudem sprechen die jüngsten positiven US‑Konjunkturdaten – darunter der deutliche Anstieg des ISM‑Frühindikators für das Verarbeitende Gewerbe – für ein robustes wirtschaftliches Umfeld, in dem mehr Branchen am Wachstum teilhaben. Dies dürfte die breite Marktentwicklung in den kommenden Monaten weiter unterstützen.

Europäische Versorgeraktien bauen Vorsprung gegenüber US-Konkurrenz aus

Europäische Versorger könnten ihre Outperformance gegenüber US-Versorgern weiter ausbauen. 2025 haben sie klar besser abgeschnitten, begünstigt durch niedrige Ausgangsbewertungen und Kapitalzuflüsse nach Europa.

Ein Diagramm zeigt die Wertentwicklung US-amerikanischer und europäischer Versorgeraktien in Euro und inklusive Dividenden.

Trotz der Rally handeln europäische Versorger auf Basis des erwarteten Zwölf-Monats-Kurs-Gewinn-Verhältnisses mit rund 13 Prozent Abschlag zum US-Sektor. Zwar ist das Gewinnwachstum in Europa moderater, mehrere Faktoren sprechen jedoch für anhaltende relative Stärke: In den USA treiben steigende Strompreise die politische Debatte über Bezahlbarkeit und erhöhen im Wahljahr 2026 den regulatorischen Gegenwind. In Europa hingegen nimmt die Unsicherheit ab. Viele Überprüfungen der Netzentgelte, etwa in Spanien, Frankreich und Großbritannien, wurden 2025 abgeschlossen, sodass sich der Blick nun stärker auf die Wachstumsperspektiven richtet. Zudem haben viele langfristig orientierte Fondsmanager den europäischen Versorgersektor noch immer in ihren Portfolios untergewichtet, was zusätzliches Aufholpotenzial eröffnet. Darüber hinaus dürften strukturelle Treiber wie Netzausbau, Elektrifizierung und wachsende Stromnachfrage – einschließlich des Nachholbedarfs beim Ausbau von Rechenzentren – den europäischen Versorgersektor weiter unterstützen.

Deutscher Venture-Capital-Markt behauptet Platz zwei in Europa

Europa verfügt über eine Vielzahl von aufstrebenden Wachstumsunternehmen in unterschiedlichen Ländern und Sektoren. Investoren, die Wagniskapital („Venture Capital“, VC) in diese Unternehmen einbringen, sehen die Vielfalt des Marktes als positiv, da sie seine Widerstandsfähigkeit gegenüber konjunkturellen Herausforderungen erhöht. Der deutsche VC-Markt ist gemessen am Investitionsvolumen der zweitgrößte in Europa – nach dem britischen und vor dem französischen. Im vergangenen Jahr fanden große Investitionen von jeweils mehr als 100 Millionen US-Dollar in den Sektoren FinTech, HealthTech, DefenseTech, CleanTech und Robotik statt. In Deutschland waren daneben auch Unternehmen aus den Bereichen Quantencomputing, Halbleiter, Batteriespeicherung und Batterieinfrastruktur interessant für nationale und internationale VC-Investoren. Nach einer längeren Durststrecke gab es im vierten Quartal 2025 auch wieder Bewegung beim Einsammeln von Kapitalzusagen für weitere Investitionen in Deutschland, da mehrere VC-Firmen begannen, neue Fonds aufzulegen. Für Anleger mit einem Investitionshorizont von sechs Jahren oder länger und Fokus auf Vermögenszuwachs könnte ein gut diversifizierter, europäischer VC-Fonds eine Ergänzung im Portfolio sein, wobei ein erhöhtes Risiko bestehen kann, wenn diese jungen Unternehmen noch nicht profitabel arbeiten.

Warsh-Nominierung überrascht, Rohstoffe schwanken

Die Märkte sind nervös: Kevin Warshs Nominierung als nächsten Fed-Chef sorgt für neue Zinserwartungen. Zudem liefert die Berichtssaison unterschiedliche Signale, KI trennt Hardware‑ und Software‑Titel, und die Rohstoffpreise schwanken deutlich. Die aktuelle Lage an den Märkten ordnen Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuellen Folge unseres Börsenpodcasts ein.

Zahl des Tages: 121

In den Starterlisten der Winterspiele wird man Mahé Freydier vergeblich suchen. Dabei ist der französische Skisportler aktueller Weltrekordhalter im Abfahrtslauf – allerdings nicht auf einer Schneepiste. Freydier raste den Abhang der Toro-Mata-Düne in Peru mit 121 Stundenkilometern hinunter und stellte damit eine neue Bestleistung im Sandskifahren auf. Vielleicht wäre sogar noch ein höherer Rekord drin gewesen, aber Freydier musste seine Fahrt vorzeitig abbrechen: Die reibungsbedingte Hitze hatte ein Loch in seine Skier gebrannt. 

Machen Sie heute Tempo. 

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden

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