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07. August 2020

Liebe Leser,

in Deutschland haben die Industrieaufträge unerwartet stark zugelegt, Stahl- und Minenaktien locken mit günstiger Bewertung, und Chinas Verbraucher kaufen mehr Kraftfahrzeuge als vor einem Jahr


Industrie und Verbraucher auf dem Weg zur Normalität  

Daten aus der deutschen Industrie sorgten gestern für eine echte Überraschung. Demnach sind die Aufträge im Juni um fast 28 Prozent nach oben geschnellt – das ist der stärkste jemals gemessene monatliche Anstieg. Die Orders haben sich dem Vorkrisenniveau damit stark angenähert, die Inländer bestellen inzwischen sogar wieder mehr als vor Beginn der Pandemie. Erfreulich ist vor allem der sprunghafte Anstieg der Kapitalgüteraufträge um knapp 46 Prozent, deutet dies doch auf eine wachsende Zuversicht der Unternehmen und eine Belebung der Investitionen hin. Nicht nur in der Industrie, auch bei den Konsumenten scheint sich die Lage nach dem Ende des Lockdowns rasch zu normalisieren. Nach einem kräftigen Anstieg lagen die Einzelhandelsumsätze in Deutschland und im gesamten Euroraum schon im Juni wieder oberhalb des Vorkrisenniveaus. Die Anzeichen für eine schnelle V-förmige Erholung der Konjunktur verdichten sich immer mehr.


Stahl- und Minenaktien trotz Hausse nicht zu teuer  

Der Sektor Stahl und Minen hat sich in den vergangenen drei Monaten so gut entwickelt wie kein anderer europäischer Sektor. Zum Gesamtmarkt beträgt die Outperformance rund 20 Prozent. Maßgeblich dazu beigetragen hat der starke Preisanstieg von Industriemetallen aufgrund der anziehenden Nachfrage aus China. Zudem zeigte sich der Markt erfreut darüber, dass die Analysten ihre Dividendenprognosen für die kommenden zwölf Monate zuletzt wieder für mehr Unternehmen angehoben als gesenkt haben. Der Sektor ist für seine hohen Ausschüttungen bekannt, die Dividendenrendite von knapp fünf Prozent ist europäischer Spitzenwert. Entsprechend kommt bei Ankündigungen von Dividendenkürzungen größerer Unternehmen – so wie gestern – häufig der gesamte Sektor unter Druck. Dies sollte Investoren jedoch nicht abschrecken. Trotz der Hausse der letzten Monate ist der Sektor nicht hoch bewertet. Das Bewertungsniveau lag gemessen an KGV, KBV und Dividendenrendite an zwei Dritteln aller Handelstage der letzten zehn Börsenjahre höher als aktuell.


Chinesen kaufen wieder Autos  

Der größte Pkw-Absatzmarkt der Welt, China, ist zurück in der Wachstumsspur. Im Juli wurden sowohl an Privat- als auch an Firmenkunden mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahresmonat. Bei Privatkunden betrug der Zuwachs sechs und bei Firmenkunden vier Prozent. China schüttelt immer mehr die Belastungen durch die Coronavirus-Krise ab. Zugleich zeigen die wöchentlichen Verkaufszahlen an Privatkunden aber auch, wie fragil die Lage immer noch ist. In den ersten beiden Juli-Wochen gaben die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr unter dem Eindruck steigender Neuinfektionen um 15 bzw. fünf Prozent nach. Als sich die Lage wieder beruhigte, kamen die Kunden in die Geschäfte zurück. Dass die Pkw-Verkäufe in China wieder anziehen, sind auch gute Nachrichten für die deutschen Autobauer, die einen erheblichen Teil ihrer Produktion in China absetzen.


Weltwirtschaft erholt sich schneller als gedacht  

Der Coronavirus-bedingte Einbruch der Weltwirtschaft im zweiten Quartal fiel nicht nur glimpflicher aus als im Frühjahr befürchtet – der Anstieg des globalen Einkaufsmanagerindex über die Expansionsschwelle von 50 Punkten im Juli signalisiert auch eine kräftigere Erholung. Die Volkswirte der Deutschen Bank haben dies zum Anlass für ein Update ihres globalen Konjunkturausblicks genommen: Das BIP der Eurozone dürfte 2020 nur noch um 8,6 und das der USA um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen (zuvor: −12,0 bzw. −7,1 Prozent). Die erwartete Expansion im laufenden Quartal könnte die Wirtschaftsleistung auf rund 90 Prozent ihres Vorkrisenniveaus anheben. Danach dürfte das Wachstum naturgemäß etwas abflachen und erst im zweiten Halbjahr 2021 wieder Fahrt aufnehmen, wenn bis dahin ein Virus-Impfstoff zur Verfügung steht. 2021 erwarten die Kollegen Wachstumsraten von 4,6 bzw. 3,1 Prozent für die Währungsunion bzw. die USA. Diese Entwicklung sollten die Märkte auf Indexebene mittlerweile eingepreist haben. Die voranschreitende Konjunktur sollte allerdings zu einer Outperformance preiswerter Zykliker gegenüber defensiven Wachstumsaktien führen.


Trump oder Biden - wer ist besser für die Börse?

Wahlkampf in der Coronavirus-Krise, Wahlkampf in der Rezession - US-Präsident Donald Trump will im November unbedingt wiedergewählt werden. Sein Herausforderer Joe Biden will das verhindern. Trump oder Biden - was bedeutet das für die Wirtschaft, was für die Aktienmärkte? Darüber diskutieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuellen Folge von PERSPEKTIVEN To Go.


Zahl des Tages:  600.000

Wenn der Mars-Rover Perseverance im nächsten Jahr auf dem Roten Planeten landet, bringt er ein münzgroßes Stück Marsgestein zurück nach Hause. Das Bruchstück war als Teil eines Meteoriten rund 600.000 Jahre lang durchs Weltall geflogen, bevor es vor ein paar Jahren auf die Erde fiel. Warum jetzt die Rückreise? Nun, nach der Ankunft soll das Steinchen helfen, die Messgeräte des Rovers zu kalibrieren. Eulen nach Athen tragen war gestern: Im 21. Jahrhundert fliegen wir Marsgestein zum Mars. 

Legen Sie heute eine Punktlandung hin.

Herzlichst,

Ihr Ulrich Stephan
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden


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