Nach den Steigerungen in den vergangenen zwölf Monaten scheint das Aufwärtspotenzial am Ölmarkt im Jahr 2017 begrenzt. Zwar könnten die Ölnotierungen unter anderem durch den jüngsten Beschluss der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) gestützt werden: Diese wollen ihre tägliche Fördermenge ab Januar 2017 von 33,8 auf 32,5 Millionen Barrel kürzen. Zudem haben auch einige Nicht-OPEC-Länder angekündigt, ihre Produktion zu deckeln.

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Gleichzeitig jedoch dürfte die gestiegene Marktmacht der US-Förderer einen möglichen Preisanstieg dämpfen: Ab einem Ölpreis von rund 50 US-Dollar würden diese nach Einschätzung der Deutschen Bank ihre Produktion hochfahren und damit die Förderkürzung der OPEC kompensieren. Dafür stehen zahlreiche Fracking-Bohrlöcher bereit, die vergleichsweise kurzfristig aktiviert werden könnten. Abzuwarten bleibt, wie Trump mit dem Iran-Abkommen umgehen wird. Die von ihm ins Spiel gebrachte Aufkündigung könnte durchaus zu einer Angebotsreduktion beitragen. Das erscheint derzeit zwar wenig wahrscheinlich, verdeutlicht aber die große Unsicherheit am Ölmarkt.

Das Nachfragewachstum sollte sowohl durch den Umbau der chinesischen Wirtschaft weg von energieintensiver Schwerindustrie als auch durch den weltweiten Ausbau alternativer Energien sowie steigende Energieeffizienz langfristig begrenzt bleiben. Die Deutsche Bank rechnet in diesem Umfeld mit einem Ölpreis von 57 US-Dollar pro Barrel für die Sorte Brent zum Jahresende 2017.

Große Schwankungen am Goldmarkt erwartet

Beim Goldpreis sieht die Deutsche Bank mit einer Jahresendprognose von 1.230 US-Dollar pro Feinunze ebenfalls moderates Aufwärtspotenzial. Allerdings ist auch diese Einschätzung mit großen Unwägbarkeiten behaftet. Für einen steigenden Goldpreis etwa dürften die politischen Unsicherheiten insbesondere in Europa sprechen. Dagegen spricht das zuletzt gestiegene Zinsniveau in den USA. Denn im Vergleich zu US-Staatsanleihen erzielt Gold keine laufenden Renditen – steigende Zinsen führen so zu höheren Opportunitätskosten für Goldanleger und drücken gegebenenfalls die Nachfrage.

Belasten dürfte den Goldpreis auch die erwartete US-Dollar-Stärke. Da Gold in der US-Währung gehandelt wird, würden Investments in das Edelmetall für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer und damit weniger interessant werden. Insgesamt handelt es sich beim Goldmarkt zudem um einen vergleichsweise kleinen Markt, an dem bereits geringe Mengenveränderungen zu großen Preiseffekten führen können. Für Anleger auf der Suche nach einem Investment mit ausgewogenem Rendite-Risiko-Profil dürfte Gold daher 2017 kaum in Betracht kommen.

Trotz möglicher Fiskalimpulse: Kaum Potenzial bei Industriemetallen

Ähnliches gilt für Industriemetalle wie Aluminium, Kupfer oder Stahl. Zwar ist auch im kommenden Jahr mit umfangreichen fiskalpolitischen Maßnahmen im Hauptabnehmerland China zu rechnen. Jedoch scheinen die Erwartungen hinsichtlich einer steigenden Nachfrage bereits in den Notierungen berücksichtigt. Das Preispotenzial fällt aufgrund mangelnder weiterer wirtschaftlicher Impulse daher eher moderat aus.

Insgesamt dürften Rohstoffinvestments insbesondere aufgrund der Vielzahl von Unsicherheitsfaktoren für die meisten Anleger auch im Jahr 2017 kaum interessant sein.

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