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Tägliche Kapitalmarkteinschätzungen von Dr. Ulrich Stephan,
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26. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Chinas Neujahrsdaten deuten auf eine erste Erholung der Binnennachfrage hin, geopolitische Risiken rund um die Straße von Hormus sorgen trotz steigender Ölpreise für Zurückhaltung an den Golfbörsen, und in Europa schließen kapitalintensive Aktien ihre Bewertungslücke gegenüber kapitalarmen Werten.

China: Neujahrsdaten signalisieren erste Erholung der Binnennachfrage

Während des diesjährigen chinesischen Neujahrs stiegen die täglichen Einzelhandels- und Gastronomieumsätze um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der inländische und internationale Reiseverkehr nahm ebenfalls deutlich zu; die Einnahmen touristischer Attraktionen stiegen um 18 Prozent. Als wichtigstes Fest des Landes gilt das chinesische Neujahr als zentraler Indikator für die Konsumstimmung. Die Ausgaben wurden in diesem Jahr durch Maßnahmen lokaler Regierungen gestützt, die umgerechnet rund 300 Millionen Euro in Form von Verbrauchsgutscheinen, direkten Zuschüssen und Anreizen für langlebige Güter wie intelligente Technologie bereitstellten. Die Daten deuten auf erste Anzeichen einer Erholung der Binnennachfrage hin, begünstigt durch fiskalische Impulse. Für Anleger könnten diese Entwicklungen Einstiegsmöglichkeiten im chinesischen Dienstleistungs- und Reisesegment sowie bei hochwertigen Internetplattformen eröffnen, die von einer allmählichen Belebung der Inlandsnachfrage und möglichen politischen Unterstützungsmaßnahmen profitieren dürften, insbesondere wenn der Nationale Volkskongress am 5. März weitere konsumfreundliche Signale setzt.

Geopolitische Risiken bremsen Aktienmärkte der Golfstaaten

Die wichtigsten Aktienindizes der Golfstaaten legen derzeit eine Verschnaufpause ein – trotz steigender Ölpreise. Vor der für Donnerstag angesetzten dritten Runde der US–Iran-Atomgespräche positionieren sich Anleger zunehmend vorsichtig. Ein möglicher Konflikt zwischen beiden Ländern könnte im Eskalationsfall zu Unterbrechungen von Flüssiggas- und Rohöltransporten aus der Golfregion durch die Straße von Hormus führen. Obwohl die geopolitischen Spannungen zuletzt zugenommen haben, messen die Finanzmärkte dem Risiko einer tatsächlichen Disruption der Straße von Hormus aktuell lediglich eine moderate Wahrscheinlichkeit bei. Ungeachtet der jüngsten Seitwärtsbewegungen verzeichnet der MSCI United Arab Emirates Index seit Jahresbeginn einen überdurchschnittlichen Zuwachs von rund 15 Prozent, während der MSCI Saudi Arabia Index im gleichen Zeitraum um etwa sechs Prozent zulegte.

Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse emiratischer und saudischer Aktien liegen weiterhin bis zu neun Prozent unter ihrem jeweiligen Zehn-Jahres-Durchschnitt und deuten damit auf eine vergleichsweise günstige Bewertung hin. Gleichwohl könnte die Volatilität in den kommenden Tagen angesichts der geopolitischen Risiken spürbar zunehmen.

Aktien Europa: Kapitalintensive Titel schließen Bewertungslücke

Aktien von Unternehmen mit hohem Kapitaleinsatz, etwa aus den Bereichen Versorgung, Telekommunikation und Energie, haben zuletzt besser abgeschnitten als Titel kapitalarmer Geschäftsmodelle. Ein wesentlicher Treiber ist die steigende geopolitische Unsicherheit, die realen Vermögenswerten zusätzliche Attraktivität verleiht. Gleichzeitig stellt der rasche Fortschritt der Künstlichen Intelligenz (KI) den langfristigen Wert vieler traditionell kapitalarmer Modelle wie Software und Dienstleistungen zunehmend infrage. Während kapitalarme Unternehmen früher mit deutlichen Bewertungsaufschlägen gegenüber kapitalintensiven Geschäftsmodellen gehandelt wurden, liegen die Bewertungsniveaus in Europa – gemessen am erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis der nächsten zwölf Monate – mittlerweile auf einem ähnlichen Niveau. Solange KI‑bedingte Disruptionssorgen anhalten und die geopolitische Lage angespannt bleibt, dürfte sich daran wenig ändern. Gleichzeitig bieten die aktuellen Bewertungen jedoch selektive Einstiegsmöglichkeiten: Kapitalarme Unternehmen mit klaren Wettbewerbsvorteilen und überzeugenden KI‑Investitionen erscheinen langfristig attraktiv.

US Tax Refunds: hohe Rückzahlungen, moderater Markteffekt

In den USA erhalten Haushalte im Februar und März Steuerrückzahlungen – das führt traditionell zu erhöhten Zuflüssen in US-Aktienfonds. Das Maßnahmenpaket „One Big Beautiful Bill Act“ sorgt in diesem Jahr für außergewöhnlich hohe Rückzahlungen von 50 bis 100 Milliarden US-Dollar. Dennoch erwarte ich lediglich eine moderate Unterstützung für den US-Aktienmarkt statt eines signifikanten Impulses. Selbst im Corona-Jahr 2021, als alternative Ausgaben kaum möglich waren, wurden nur etwa 35 bis 40 Prozent der Zahlungen in Finanzanlagen investiert – und davon wiederum nur ein Teil in US-Aktien. Daher könnten in den kommenden Wochen maximal rund 40 Milliarden US-Dollar in den Markt fließen – eine hohe Summe, jedoch nicht ausreichend für signifikante Kursbewegungen. Letztlich werden vor allem die Entwicklung der Unternehmensgewinne und die politischen Rahmenbedingungen den weiteren Kurs des US-Aktienmarktes bestimmen.

Indische Aktien: Hoch bewertet – lohnt sich der Einstieg?

Indiens Aktienmarkt gilt traditionell als teuer, teils sogar teurer als der US-Markt – während Indien vom KI-Hype weniger profitiert. Gleichzeitig sind Indiens Wachstumsperspektiven stark. Lohnt sich vor diesem Spannungsfeld der Einstieg nach der jüngst schwächeren Performance – oder ist Abwarten die bessere Strategie? Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich ordnen Bewertung, Erwartungen und mögliche Vorgehensweisen für Anleger ein.

Zahl des Tages: 100

Blei, das sich im Körper ansammelt, kann schon in kleinen Mengen die Gesundheit ruinieren. Dennoch war das Schwermetall lange Zeit aus Benzin, Farben und anderen Produkten nicht wegzudenken. Mit welchen Folgen, das haben Forscher um Ken Smith von der University of Utah demonstriert. Das Team sammelte menschliche Haarproben aus dem US-Bundesstaat, die bis in das Jahr 1916 zurückgingen, und bestimmten den Bleigehalt. Frühe Proben enthielten bis zu 100 ppm (millionstel Anteile) Blei. Dieser Wert ging bis 1990 auf rund zehn ppm und bis 2024 auf weniger als ein ppm zurück. Die Ursache sehen die Wissenschaftler in der Regulierung durch die US-Umweltbehörde EPA: Die hatte in den 1970er-Jahren begonnen, den erlaubten Bleigehalt von Konsumgütern zu reduzieren. 

Achten Sie heute auf Ihre Gesundheit. 

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden

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