Aktien, Makro- und Anlageklassenausblick – 06.03.2026
Aktien: Stärke verbreitert sich
Die wichtigsten Fakten:
- Aktienindizes bleiben robust – trotz Stilrotationen unter der Oberfläche.
- Aktien profitieren global von einem starken Gewinnwachstumsausblick.
- Rücksetzer im Technologiesektor, EM‑Halbleiter sowie Reformen in Japan bieten selektives Aufwärtspotenzial.
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Die Aktienmärkte sind mit einem starken Jahresbeginn gestartet, einhergehend mit robusten Gesamtindizes, obgleich sich unter der Oberfläche deutliche Stilrotationen vollzogen haben. Unsere Einschätzung, dass Disziplin wichtiger ist als Drama, hat sich bisher bestätigt. Trotz wechselnder Marktthemen und lokaler Volatilität bleiben wir positiv für den Gewinnausblick 2026, gestützt von einem soliden wirtschaftlichen Wachstum und günstigen finanziellen Rahmenbedingungen. In den USA übertraf die Q4‑Berichtssaison erneut die Erwartungen und bestätigte, dass der Gewinnzyklus intakt bleibt. Die Ergebnisse haben sich über mehrere Sektoren hinweg verbreitert, und diese Dynamik beginnt der Markt widerzuspiegeln. Seit Oktober hat die durchschnittliche S&P‑500‑Aktie den marktkapitalisierungsgewichteten Index übertroffen. Güterproduzierende Sektoren wie Energie, Materialien und Basiskonsumgüter führten zuletzt die Performance an. Die Schwäche im Technologiesektor ist auf Sorgen über steigende KI‑Investitionen und erneute Diskussionen über Disruptionsrisiken zurückzuführen. Für langfristig orientierte Anleger ergeben sich hieraus Einstiegsmöglichkeiten in ausgewählte Einzeltitel. US-Softwareunternehmen werden derzeit unterhalb der Bewertungen von Basiskonsumgütern gehandelt – ein historischer Ausnahmefall. Angesichts eines starken erwarteten Gewinnwachstums und Bewertungen, die nahe an ihrem aktuellen Niveau bleiben, halten wir an unserem S&P‑500‑Ziel von 7.500 Punkten fest.
Ausblick Aktien: Solides wirtschaftliches Wachstum stützt Gewinnausblick.
Die europäischen Aktienmärkte starteten ebenfalls stark ins Jahr, getragen von wieder einsetzenden Kapitalzuflüssen und einem verbesserten makroökonomischen Umfeld. Zum ersten Mal seit drei Jahren zeichnet sich für Europa ein spürbares Gewinnwachstum ab, unterstützt durch ein solides BIP‑Momentum, sinkende Zinsen und höhere staatliche Ausgaben. Die Gewinne im Automobilsektor erholen sich von einer niedrigen Basis, und Finanz- sowie Industrieunternehmen tragen zusätzlich zum Wachstum bei. Da der Großteil der Bewertungsanpassung bereits erfolgt ist, dürften nun die Gewinne maßgeblich die weitere Entwicklung bestimmen. Wir erhöhen unser Ziel für den STOXX Europe 600 auf 685 Punkte.
Der japanische Aktienmarkt ist ein klarer Outperformer. Die Anleger begrüßten die Mehrheit der LDP im Unterhaus, die der Premierministerin Takaichi ermöglicht, ihre Agenda aus fiskalischem Stimulus, Investitionen in die nationale Sicherheit und wachstumsorientierten Reformen voranzutreiben. Die Gewinnentwicklung der japanischen Unternehmen bleibt stark, mit erwarteten zweistelligen Gewinnzuwächsen in den kommenden Jahren. Die Bewertungen – historisch erhöht – sind im internationalen Vergleich moderat und werden durch steigende Eigenkapitalrenditen und anhaltende Corporate‑Governance‑Reformen weiter gestützt. Wir sehen weiteres Aufwärtspotenzial für den MSCI Japan und erhöhen unser Ziel auf 2.570 Punkte.
Aktien der Emerging Markets (EM) haben sich ebenfalls gut entwickelt und profitieren vom anhaltenden KI‑Trend, insbesondere durch die Dominanz der Halbleiterindustrie im IT‑Sektor. Koreanische Hersteller befinden sich in einem Superzyklus, der starkes Gewinnwachstum unterstützt. Zusätzliche Rückenwinde ergeben sich aus Diversifikationsströmen, einem schwächeren USD, höheren Metallpreisen und der Aussicht auf Zinssenkungen von vielen EM‑Zentralbanken im Jahr 2026. All dies spricht für weiteres Aufwärtspotenzial, insbesondere in Märkten, die eng mit dem Halbleiter‑ und KI‑Investitionszyklus verbunden sind. Wir erhöhen daher unser MSCI‑Emerging‑Markets‑Ziel auf 1.710 Punkte.
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Redaktionsschluss: 05.03.2026, 15.00 Uhr