Frankfurter Mittelfeld-Motor
Seit zwei Jahren kickt Ellyes Skhiri im zentralen Mittelfeld der Eintracht und hat es in dieser Zeit auf 57 Liga-Einsätze gebracht. Der gebürtige Franzose und Nationalspieler Tunesiens mit der Rückennummer 15 steht vor seiner dritten Saison in Frankfurt. Durch Platz drei in der Meisterschaft und die Qualifikation für die Königsklasse steht er mit dem Team vor großen Aufgaben.

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Die letzte Saison war bärenstark: Platz 3 für die Eintracht. Was ist in der neuen Spielzeit drin?
Letztes Jahr haben wir als Team sehr stark funktioniert. Platz 3 war ein großartiger Erfolg. Natürlich wollen wir uns auch in dieser Saison wieder erfolgreichen Fußball spielen. Es wird wichtig sein, das zu bestätigen und unsere Ziele zu erreichen – auch in der Champions League wollen wir eine gute Rolle spielen. Ich glaube, wir haben eine sehr gute Mannschaft und sind absolut in der Lage, konstant starke Leistungen zu zeigen.
Eintracht Frankfurt hat sich erstmals über die Liga für die Königsklasse qualifiziert. Was bedeutet dieser Erfolg für das Team – und Dich persönlich?
Das war natürlich ein historischer Moment für Eintracht Frankfurt und ein großer Schritt für den Verein. Wir wollen uns in diesem Wettbewerb gut präsentieren. Ich denke, wir haben die nötige Qualität und eine junge Mannschaft, die sich weiterentwickeln wird. Wir alle freuen uns sehr auf diesen Wettbewerb und wollen dort starke Leistungen zeigen.

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Die internationalen Wettbewerbe werden nun zum zweiten Mal in einem neuen Modus ausgetragen. Wie gefällt Dir persönlich dieser neue Modus? Kommt der Eintracht dieser Modus entgegen? Oder würdest Du klassische Gruppenspiele bevorzugen?
Der neue Modus bietet viele Möglichkeiten. In der vergangenen Saison konnten sich auch vermeintlich kleinere Teams für die nächste Runde qualifizieren. Es ist wirklich alles möglich. Natürlich gibt es auch Gegner, die historisch oder qualitativ stärker einzuschätzen sind, aber genau das macht den Wettbewerb so interessant..
Für mich ist der neue Modus attraktiv, weil es viele spannende Spiele gibt – sowohl zu Hause als auch auswärts. Natürlich ist das körperlich fordernd, aber die Möglichkeit, sich mit vielen Topteams zu messen, macht diesen Wettbewerb besonders.
Wolltest Du schon immer Profifußballer werden? Oder hattest Du als Kind einen anderen Berufswunsch?
Ich habe schon sehr früh mit dem Fußball angefangen. Es war immer mein großer Traum, Profi zu werden. Ich bin sehr dankbar, dass ich das geschafft habe. Natürlich braucht man auf diesem Weg auch ein wenig Glück. Ich bin sehr stolz darauf, denn nur wenige Spieler schaffen es tatsächlich, diesen Traum zu verwirklichen.
Was war für Dich als junges Talent das Wichtigste: Leidenschaft, Talent, Fleiß, keine Verletzungen zu haben – oder das Quäntchen Glück?
Leidenschaft ist das Wichtigste. Fußball muss im Mittelpunkt stehen. Wenn man mit Hingabe dabei ist, kommen die Leistungen mit der Zeit von selbst. Neben der Leidenschaft ist vor allem auch harte Arbeit entscheidend.
Was würdest Du jungen Spielerinnen und Spielern heute gerne mit auf den Weg geben?
Es ist wichtig, dranzubleiben und hart zu arbeiten. Ohne Einsatz erreicht man seine Ziele nicht. Man braucht Leidenschaft und den Willen, über sich hinauszuwachsen. Wer bereit ist, für seine Träume zu kämpfen – natürlich immer mit der notwendigen Entschlossenheit – für den ist alles möglich.
Du gehst in Deine siebte Bundesligasaison. Was magst Du besonders an Deutschland und dem Fußball hier?
Ich bin jetzt seit sieben Jahren in Deutschland. Zu Beginn musste ich die Liga erst einmal kennenlernen, aber ich habe sie immer sehr geschätzt. Die Atmosphäre in den Stadien, die Leidenschaft der Fans und die Intensität der Spiele sind beeindruckend. Die Bundesliga ist eine tolle Liga.
Du hast zuvor in Köln gespielt: Welche Unterschiede bemerkst Du zwischen den beiden Städten in der Mentalität und (Fußball-) Kultur?
Ich war vier Jahre in Köln, das war eine schöne und sportlich erfolgreiche Zeit. Auch der FC ist ein ambitionierter Verein und die Leidenschaft der Fans ist ähnlich wie in Frankfurt. Beide Clubs haben eine große Tradition. Frankfurt ist vielleicht noch etwas internationaler aufgestellt und hat mehr Sichtbarkeit auf dem internationalen Markt.
Du bist in Frankreich geboren, spielst für Tunesien und lebst seit sechs Jahren in Deutschland. Wie viele Herzen schlagen in Deiner Brust?
Ich habe das Glück, die doppelte Staatsbürgerschaft zu besitzen. Sowohl Frankreich als auch Tunesien sind kulturell und und daher persönlich sehr wichtig für mich. Es macht mich stolz, für Tunesien spielen zu dürfen. Gleichzeitig bin ich stolz auf meine Wurzeln in Frankreich – zumal ein Großteil meiner Familie dort lebt.
Welche Spielerinnen oder Spieler hat Dich in Deiner Karriere besonders inspiriert oder beeinflusst? Gibt es das eine große Vorbild?
Es gab natürlich mehrere Vorbilder, aber mein größtes Vorbild war immer mein Vater. Er hatte selbst eine kleine Karriere im Amateurbereich und ich war bei fast allen Spielen im Stadion. Er hat mich früh trainiert und mir viel mitgegeben.
Gibt es ein bestimmtes Ritual, das Du vor jedem Spiel ausübst?
Ich habe kein spezielles Ritual, aber ich bin sehr strukturiert und bereite mich detailliert auf jedes Spiel vor. Ich mache ein intensives Aufwärmprogramm und eine ausführliche Aktivierung für mich selbst – so fühle ich mich optimal vorbereitet.
Hast Du eine bestimmte Rolle in der Mannschaft? Bist Du eher der extrovertierte Typ oder der Ruhepol?
Ich bin grundsätzlich eher ruhig, arbeite hart und achte auf eine gute Vorbereitung. Gleichzeitig bin ich nicht schüchtern, wenn es darum geht, das Wort zu ergreifen – sei es, um Mitspieler zu motivieren oder um Feedback zu geben, wenn etwas gut oder eben auch mal nicht so gut lief. So bringe ich auf meine eigene Art und Weise Disziplin in die Mannschaft.
Was war das wichtigste Erlebnis in Deiner bisherigen Karriere?
Ich habe das Glück, schon an vielen Wettbewerben teilgenommen zu haben – aber die Champions League wird definitiv etwas ganz Besonderes für mich. Unvergesslich war auch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft mit Tunesien. Das ist das Größte, was es im Fußball gibt.
Welches Ziel würdest Du als Fußballer gerne noch erreichen?
Ich würde gerne noch einen Titel auf Mannschaftsebene gewinnen. Das wäre wirklich ein Traum. Solche Erfolge gemeinsam zu feiern, ist etwas ganz Besonderes.