3. November 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
heute finden die US-Zwischenwahlen statt, die positive Dynamik im Verarbeitenden Gewerbe der USA setzte sich im Oktober fort, und der CSI 300 Index erholt sich etwas.
US-Zwischenwahlen: Anleger schauen über Washington hinaus
Heute finden in den USA die Zwischenwahlen statt. Diese dürften weniger einen politischen Umbruch als eine neue Phase geteilter Macht bringen. Umfragen sprechen für eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus, während der Senat deutlich offener ist. Selbst bei demokratischen Mehrheiten begrenzt Präsident Donald Trumps Vetorecht größere Kurswechsel bei Steuern, Regulierung oder KI. Abgesehen davon hat die Administration bei der Auslegung von Gesetzen einen erheblichen Freiheitsraum. Für Anleger rücken daher konkrete Themen in den Vordergrund: Bei KI und Rechenzentren wächst der politische Druck, doch entscheidender als Washington sind Vorgaben der Bundesstaaten und Kommunen. Im Gesundheitswesen, beim Wohnen und bei Studienkrediten drohen vor allem Bewertungsrisiken durch die Debatte um die Bezahlbarkeit. Republikanische Mehrheiten wären dagegen günstiger für Verteidigung, Stromnetze und elektrische Ausrüstung. Historisch waren Zwischenwahlen für Aktien eher positiv: In 21 der vergangenen 23 Wahljahre stieg der Markt im vierten Quartal, im Schnitt um sieben Prozent. Entscheidend bleibt aber weniger die Wahl selbst als die Entwicklung der Unternehmensgewinne.
ISM-Index untermauert robuste US-Industrie
Die positive Dynamik im Verarbeitenden Gewerbe der USA setzte sich im Oktober fort. Der ISM-Einkaufsmanagerindex stieg von 54,5 Punkten im September auf 55,5 Punkte im Oktober und lag damit den zehnten Monat in Folge über der Expansionsschwelle von 50 Punkten sowie über der Markterwartung von 54,5 Punkten. Der Produktionsindex stieg von 56,7 auf 59,0 Punkte, während auch die Auftragseingänge von 55,3 auf 55,5 Punkte zulegten. Gleichzeitig ließ der Preisdruck nach: Die Preiskomponente sank von 77,9 auf 75,2 Punkte. Insgesamt unterstreicht der ISM-Index die robuste Verfassung der US-Wirtschaft. Dies spiegelt sich auch in der guten Entwicklung des S&P 500 Equal Weight, in dem alle Unternehmen gleich hoch gewichtet sind, wider. In den vergangenen zwölf Monaten hat der gleichgewichtige Index den kapitalgewichteten S&P 500 – unter deutlichen Schwankungen und trotz hoher Energiepreise und Zinsen – um rund sechs Prozentpunkte übertroffen, wobei ein Großteil dieser Outperformance im Oktober realisiert wurde.
Japans Banken profitieren von der Zinswende
Japanische Bankaktien haben in den vergangenen zwölf Monaten rund 52 Prozent zugelegt, der breite Markt rund 22 Prozent. Haupttreiber sind die Zinserhöhungen der japanischen Notenbank: Kreditzinsen passen sich schneller an als Einlagenzinsen; der Zinsüberschuss der großen Banken stieg im vergangenen Geschäftsjahr um fast ein Fünftel. Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr seit Frühjahr um rund zwölf Prozent angehoben. Höhere Dividenden und Aktienrückkäufe stützen zusätzlich. Allerdings notiert der Sektor mit dem 1,4-Fachen des erwarteten Buchwerts mehr als doppelt so hoch wie im Zehn-Jahres-Schnitt. Weitere Kursgewinne dürften daher eher aus Gewinnen und Ausschüttungen kommen als aus einer höheren Bewertung.
Chinas Börsen: Peking erwägt weitere Stützungsmaßnahmen
Der CSI 300 Index, der die größten börsennotierten Unternehmen des chinesischen Festlands abbildet, erholte sich am Montag etwas von seinem tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr.
Für Auftrieb sorgten auch Berichte über neue Stützungsmaßnahmen: Demnach beraten Finanzaufsichtsbehörden mit Großbanken über zusätzliche Kredite zur Finanzierung von Aktienrückkäufen chinesischer Unternehmen. Zudem sollen zwei staatliche Investmentgesellschaften einen zusätzlichen zweckgebundenen Finanzierungsrahmen von bis zu 200 Milliarden Renminbi – umgerechnet rund 27 Milliarden Euro – erhalten, um chinesische Aktien und börsengehandelte Indexfonds zu kaufen. Aus Anlegersicht signalisieren die Maßnahmen Pekings Bemühungen, den Abwärtsdruck an den Festlandbörsen zu begrenzen. Für eine breite und nachhaltige Erholung sind neben der tatsächlichen Inanspruchnahme der Kreditlinien und dem Zeitpunkt möglicher Aktienkäufe jedoch vor allem bessere Konjunktur- und Gewinnaussichten entscheidend.
US-Zwischenwahlen: Startschuss für die nächste Börsenrally?
Die US-Zwischenwahlen rücken näher und könnten auch an den Börsen für Bewegung sorgen. Die Vergangenheit zeigt: Nach den Midterms liefen US-Aktien oftmals besonders gut. Gleichzeitig liefern starke Unternehmensgewinne Rückenwind. Auch die Aussichten rund um Künstliche Intelligenz bleiben vielversprechend, werden angesichts hoher Investitionen aber zunehmend kritisch hinterfragt. Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten bleiben ebenfalls bestehen. Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich ordnen ein, was die Wahl für die Märkte bedeutet – und ob die Voraussetzungen für eine weitere Börsenrally stimmen.
Zahl des Tages: 35
In einer Shanghaier Werft entsteht gerade ein ungewöhnliches Frachtschiff. Die Spirit of Toulouse wird mit sechs säulenartigen Rotorsegeln ausgerüstet, die wie ein Hilfsmotor funktionieren und den Kraftstoffverbrauch (und damit die Emissionen) spürbar senken sollen. Mit ihren 35 Meter hohen Rotoren ist die Spirit of Toulouse nach Angaben der Reederei das weltweit größte RoRo-Schiff mit Windantrieb. Nach Fertigstellung soll der Frachter für einen großen Flugzeugbauer zwischen Europa und Nordamerika pendeln. Dabei ist seine umweltschonende Technologie eigentlich ein alter Hut: Die ersten Rotorsegel, auch Flettner-Rotoren genannt, wurden vom deutschen Ingenieur Anton Flettner schon vor rund hundert Jahren entwickelt.
Kommen Sie heute gut voran.
Herzlichst
Ihr Ulrich Stephan
Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden
Das könnte Sie auch interessieren
PERSPEKTIVEN im Fokus
Fundierte Einschätzungen zu relevanten Ereignissen für die Kapitalmärkte
PERSPEKTIVEN To Go
Aktuelle Marktentwicklungen im Podcast
WICHTIGE HINWEISE:
Bei diesen Informationen handelt es sich um Werbung. Diese Texte genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlage- und Anlagestrategieempfehlungen oder Finanzanalysen. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor beziehungsweise nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die in diesem Text gemachten Angaben stellen keine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Handlungsempfehlung dar, sondern dienen ausschließlich der werblichen Information. Die Angaben ersetzen nicht eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestimmte Beratung. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen.
Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden.
Die vollständigen Angaben zum jeweiligen Fonds sind dem Basisinformationsblatt und dem Verkaufsprospekt, ergänzt durch den jeweiligen letzten geprüften Jahresbericht und den jeweiligen Halbjahresbericht, falls ein solcher jüngeren Datums als der letzte Jahresbericht vorliegt, zu entnehmen. Diese Unterlagen stellen die allein verbindliche Grundlage des Kaufs von Anteilen des jeweiligen Fonds dar. Sie sind in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich. Weitere ausführliche allgemeine Informationen zu Investmentfonds enthält zudem die Broschüre „Basisinformation über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“, welche ebenso kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich ist.
Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.
ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT:
Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.
Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.
© Deutsche Bank AG 2026