20. Mai 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
Italiens Aktienmarkt zeigt 2026 bisher Stärke, Goldproduzenten erwarten überwiegend steigende Preise, und Japans Wirtschaft wächst deutlich stärker als erwartet.
Starke Sektoren treiben Italiens Börse über den europäischen Durchschnitt
Italienische Aktien haben in diesem Jahr ihre europäischen Pendants übertroffen, wobei die Gesamterträge des FTSE MIB rund 4,9 Prozentpunkte über denen des STOXX 600 lagen. Die starke Entwicklung wurde vor allem von den Sektoren Energie, Technologie, Industrie und Versorger getragen, während Zyklischer Konsum und Banken zurückblieben. Energie- und Versorgungsunternehmen profitierten von höheren Energiepreisen, während Industrieunternehmen von einer verbesserten industriellen Dynamik getragen wurden, mit einem Anstieg der Produktion um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat im März.
Analysten bleiben für den Index konstruktiv und erwarten ein Gewinnwachstum je Aktie von rund 76 Prozent im Jahr 2026 und 10,8 Prozent im Jahr 2027. Vor diesem Hintergrund könnten sich selektive Einstiegsmöglichkeiten über verschiedene Sektoren hinweg ergeben.
Aufhellung in New York: Industrie zeigt sich trotz Kostenanstieg robust
Die Empire-State-Umfrage für Mai zeigt eine deutliche Aufhellung der Geschäftslage im Bundesstaat New York: Der Index stieg trotz höherer Inputkosten und längerer Lieferzeiten von 11,0 auf ein Vier-Jahres-Hoch von 19,6. Aufträge und Auslieferungen legten den zweiten Monat in Folge zu und signalisieren anhaltende Dynamik. Dies steht im Einklang mit den robusten landesweiten April-Daten für die USA, wonach die Industrieproduktion beziehungsweise das Verarbeitende Gewerbe gegenüber dem Vorjahr um 1,4 beziehungsweise 1,3 Prozent zulegte. Vor diesem Hintergrund könnten sich selektive Einstiegsmöglichkeiten bei US-Industriewerten (S&P 500 Industrials) ergeben: Analysten erwarten ein Gewinnwachstum je Aktie von rund 16 Prozent im Jahr 2026 und 18 Prozent im Jahr 2027. Weitere Hinweise zur konjunkturellen Lage der USA dürfte der S&P Global Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Mai liefern, der morgen veröffentlicht wird – dies besonders vor dem Hintergrund anhaltend hoher Energiepreise. Der Marktkonsens erwartet derzeit, dass die zusammengesetzten Einkaufsmanagerindizes im expansiven Bereich bei 51,7 Punkten verharren.
Goldproduzenten rechnen mit steigenden Preisen
Goldproduzenten erwarten überwiegend steigende Preise – darauf weisen Daten der Analysten von Metals Focus hin: 2025 bauten viele Unternehmen ihre Absicherung über Termingeschäfte weiter ab. Zum Jahresende waren nur noch 137 Tonnen abgesichert, so wenig wie seit dem zweiten Quartal 2014 nicht mehr. Für die größten Produzenten lagen die durchschnittlichen Herstellungskosten im vierten Quartal 2025 bei 1.706 US-Dollar je Feinunze, die durchschnittliche Marge bei rund 2.430 US-Dollar. Auch zu Beginn des Jahres 2026 gingen die Absicherungen weiter zurück. Statt auf langfristige Vorverkäufe setzen die Produzenten zunehmend auf Put-Optionen: Gegen eine Prämie begrenzen sie Verluste bei Rücksetzern, lassen aber weitere Kursgewinne zu. Zuletzt bewegte sich der Goldpreis seit drei Wochen in einer Spanne von etwa 4.500 bis 4.750 US-Dollar je Feinunze. Sollte der Konflikt im Nahen Osten deeskalieren und sollten Ölpreise sowie Renditen mittelfristig sinken, könnte das den Goldpreis erneut stützen.
Robustes Wachstum in Japan: Geldpolitik dürfte weiter normalisiert werden
Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 laut erster Schätzung deutlich stärker gewachsen als erwartet. Das reale Bruttoinlandsprodukt legte auf das Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu – eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Schlussquartal 2025. Getrieben wurde dies von einer robusten privaten Inlandsnachfrage mit anhaltender Stärke bei Privatkonsum und Unternehmensinvestitionen sowie einem größeren Beitrag des Außenhandels. Das Wachstum der Reallöhne verlor zwar an Tempo, blieb jedoch das vierte Quartal in Folge positiv. Allerdings dürften die wirtschaftlichen Folgen des Energieschocks erst in den kommenden Quartalen voll sichtbar werden. Frühindikatoren deuten auf Lageraufbau in der Industrie hin, um Lieferengpässen vorzubeugen, sowie auf steigende Einkaufs- und Absatzpreise. Die Bank of Japan hat ihre kurzfristige Prognose für die Kerninflation zuletzt von 1,9 auf 2,8 Prozent angehoben. Robustes Wachstum und zunehmender Preisdruck sprechen für eine Fortsetzung der geldpolitischen Normalisierung. Entsprechend preisen die Märkte für die Sitzung Mitte Juni eine Zinserhöhung von 0,75 auf 1,0 Prozent mit mehr als 75 Prozent ein sowie einen weiteren solchen Schritt im vierten Quartal.
Trump in China – Märkte zwischen Ölschock und KI-Boom
Trump in Peking, steigende Spannungen im Nahen Osten – und die Märkte reagieren zunehmend sensibel. Während Ölpreise und Zinsen nach oben ziehen, sorgt der Boom im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) in Asien weiter für Rückenwind. Worauf Anleger jetzt achten sollten, analysieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuelle Folge unseres Börsenpodcasts.
Zahl des Tages: 10.001.966
Dass der Meter (fast) auf der ganzen Welt als Längenmaß genutzt wird, verdanken wir dem französischen Nationalkonvent: Er definierte 1793 den Meter als Zehnmillionstel der Länge einer gedachten Linie, die vom Nordpol über Paris bis zum Äquator verläuft. Tatsächlich ergaben spätere Messungen, dass die betreffende Strecke 10.001.966 Meter beträgt – der Urmeter ist laut der ursprünglichen Definition also um eine Winzigkeit zu kurz. Doch das ist Geschichte. Heute gilt der Meter als die Strecke, die das Licht im Vakuum in einer 299.792.458stel Sekunde zurücklegt. Ein Meilenstein seiner Verbreitung war die internationale Meterkonvention, die am 20. Mai 1875 unterzeichnet wurde – ein Datum, das heute als World Metrology Day gefeiert wird.
Setzen Sie heute Maßstäbe.
Herzlichst
Ihr Ulrich Stephan
Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden
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