PERSPEKTIVEN am Morgen

Starten Sie gut informiert
in den Tag

Tägliche Kapitalmarkteinschätzungen von Dr. Ulrich Stephan,
Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden.
Jeden Morgen um 7.00 Uhr in Ihrem E-Mail-Postfach.

27. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

US-Hyperscaler rücken in den Mittelpunkt der Berichtssaison, Island profitiert zunehmend von der globalen Investitionswelle in Künstliche Intelligenz (KI), und institutionelle Unsicherheiten hemmen die Investitionstätigkeit in Mexiko.

Berichtssaison rückt KI-Monetarisierung der US-Hyperscaler in den Fokus

US-Hyperscaler dürften in den Mittelpunkt der laufenden Berichtssaison rücken, insbesondere deren Investitionen in KI-Infrastruktur sowie konkrete Belege für die Monetarisierung, gemessen am Umsatzwachstum im Cloud-Geschäft. Entscheidend ist, ob zusätzliche KI-Erlöse die Infrastrukturkosten übertreffen und die Nettomittelzuflüsse (Free Cash Flow) mittelfristig wieder stärken. Analysten erwarten ab dem Jahr 2028 wieder steigende Nettomittelzuflüsse und zeigen sich zuversichtlich, dass die derzeit erhöhten Investitionsausgaben sich mittelfristig in höheren Umsätzen und stärkeren Margen auszahlen dürften. Analysten erwarten bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von etwa 17 Prozent, nach rund 15 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. Die Nettomarge dürfte mit mehr als 25 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt von rund 20 Prozent liegen. Zudem erscheinen US-Hyperscaler attraktiv bewertet: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate von knapp 22 werden sie nahe ihrem Zehnjahrestief von knapp 21 sowie rund 23 Prozent unter ihrem Zehnjahresdurchschnitt gehandelt. US-Hyperscaler bleiben daher mittelfristig interessant.

Europäische Berichtssaison startet stärker als erwartet

Die ersten Ergebnisse der europäischen Berichtssaison fallen insgesamt positiv aus. Nachdem rund ein Drittel der Marktkapitalisierung des STOXX 600 berichtet hat, zeichnet sich ein Gewinnwachstum von mehr als 17 Prozent ab – gut zwei Prozentpunkte über den Erwartungen zu Beginn der Saison. Zwar wurden negative Überraschungen bislang überdurchschnittlich stark abgestraft, dies ist zu Beginn einer Berichtssaison jedoch nicht untypisch und verdeutlicht die hohe Bedeutung der Unternehmenszahlen für die Märkte. Besonders positiv präsentiert sich bislang der Technologiesektor, wobei Halbleiterunternehmen einen wesentlichen Beitrag leisten. Die bislang veröffentlichten Ergebnisse des Sektors übertrafen die Schätzungen im Durchschnitt um knapp neun Prozent. Konjunktursensitive Sektoren lieferten bislang ein eher gemischtes Bild. Angesichts der zuletzt wieder steigenden Energiepreise dürften insbesondere die Ausblicke dieser Branchen im Fokus stehen. Die Berichtssaison erreicht in dieser Woche ihren Höhepunkt und dürfte damit weitere wichtige Einblicke in die Lage der Unternehmen und der europäischen Wirtschaft geben.

Island profitiert von KI-Rechenzentren: Investitionsboom stützt die Krone

Island entwickelt sich zunehmend zu einem unerwarteten Profiteur der globalen Investitionswelle im KI-Bereich. Die Importe von Investitionsgütern stiegen im Juni gegenüber dem Vorjahr um 165 Prozent, da ausländische Unternehmen ihre KI-bezogenen Rechenzentrumskapazitäten ausbauten. Begünstigt wird dies durch ein reichliches Angebot an Erneuerbarer Energie, ein kühles Klima, eine geringe Bevölkerungsdichte sowie ausreichend verfügbare Flächen. Die Investitionswelle hat zwar das Handelsbilanzdefizit ausgeweitet, zugleich jedoch Beschäftigung und Inflation erhöht sowie als Nebeneffekt zur Straffung der Geldpolitik beigetragen. Mit der Inbetriebnahme neuer Rechenzentren stiegen die Exporte von KI-Rechenkapazitäten im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent. Die Kombination aus hohen Direktinvestitionen aus dem Ausland, steigenden Exporterlösen und einem restriktiveren geldpolitischen Umfeld hat die Isländische Krone gestützt.

Wechselkurs EUR/ISK von 2021 bis 2026

Solange die Investitionstätigkeit auf hohem Niveau bleibt und damit sowohl die Lohnentwicklung als auch das erhöhte Zinsniveau unterstützt, dürfte die Isländische Krone stark bleiben.

Mexikos Wirtschaft wächst nur verhalten: Investitionen bleiben Schwachpunkt

Die mexikanische Wirtschaft wächst derzeit nur verhalten. Für 2026 prognostizieren Analysten im Schnitt nur plus 1,1 Prozent, vor allem belastet durch schwache Investitionen. Für 2026 wird ein Investitionswachstum von nur rund einem Prozent erwartet – der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre beträgt etwa zwei Prozent. Die zurückhaltende Investitionsdynamik spiegelt unter anderem institutionelle Unsicherheiten wider. Jüngste Verfassungsreformen haben die Rolle unabhängiger Regulierungsbehörden geschwächt und Zweifel an der Unabhängigkeit des Justizsystems verstärkt. Hinzu kommt die starke Rolle des Staates in der Wirtschaft. Insbesondere der staatlich dominierte Ölsektor gilt aufgrund veralteter Infrastruktur, steigender Betriebskosten und hoher Verschuldung als reformbedürftig und belastet die öffentlichen Finanzen. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die Neuverhandlungen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA. Für den mexikanischen Aktienmarkt dürften diese kurzfristig wichtiger sein als die strukturellen Schwächen der Wirtschaft. Da viele Index-Schwergewichte exportorientiert sind, reagieren sie stärker auf die US-Handelspolitik als auf die Binnenwirtschaft.

Gewinnboom an der Wall Street: Warum die Rally trotzdem stockt

Starke Gewinne an der Wall Street, aber die Börsenrally gerät ins Stocken. Während die Berichtssaison bislang überraschend stark ausfällt, wachsen die Zweifel an der nächsten Phase des Booms im Bereich Künstliche Intelligenz. Hinzu kommen Unsicherheiten rund um den Nahostkonflikt, Ölpreis, Inflation und Geldpolitik. Wie Anlegerinnen und Anleger die aktuelle Marktlage einordnen sollten, diskutieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuellen Folge unseres Börsenpodcasts.

Zahl des Tages: 23

Dass der prähistorische Riesenhai Megalodon die Fantasie von Forschern und vielen Laien anregt, geht maßgeblich auf eine Entdeckung aus dem Jahr 1978 zurück: Paläontologen hatten in Dänemark Fossilien gefunden, aus denen eine gigantische Körperlänge von bis zu 24 Metern berechnet wurde. Nachprüfen ließ sich das lange nicht mehr – die Funde galten nach einem Umzug als verschollen. Doch dann stieß Bent Erik Kramer Lindow, Kurator am Dänischen Naturgeschichtlichen Museum, auf eine vergessene Schachtel mit Fossilien, darunter ein Wirbelknochen mit 23 Zentimetern Durchmesser. Das Fossil stammt von Megalodon und bestätigt die ursprüngliche Größenschätzung. Wissenschaftler konnten jetzt auch weitere Wirbel aus dem Fund identifizieren: Sie stammen von Haien, die wahrscheinlich von Megalodon gefressen wurden – obwohl sie selbst mehrere Meter lang waren.

Ich wünsche Ihnen einen fantasievollen Tag.

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden

"PERSPEKTIVEN am Morgen" - Newsletter

Erhalten Sie den Marktkommentar von Dr. Stephan jeden Morgen als E-Mail direkt in Ihren Postkorb.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Anrede

Mit der Registrierung habe ich die Datenschutzbestimmungen der Deutschen Bank zur Kenntnis genommen.

Dr. Ulrich Stephan

Sie erhalten nach der Registrierung eine E-Mail an die von Ihnen angegebene Adresse. Bitte bestätigen Sie Ihre Anmeldung mit dem dort enthaltenen Link.

Sie können sich jeder Zeit, zum Beispiel in jeder E-Mail-Ausgabe von "PERSPEKTIVEN am Morgen", wieder abmelden. Es besteht kein Rechtsanspruch auf den täglichen Erhalt des Newsletters.

Das könnte Sie auch interessieren

Perspektiven Newsletter

PERSPEKTIVEN im Fokus

Fundierte Einschätzungen zu relevanten Ereignissen für die Kapitalmärkte

Perspektiven Podcast

PERSPEKTIVEN To Go

Aktuelle Marktentwicklungen im Podcast

WICHTIGE HINWEISE:
Bei diesen Informationen handelt es sich um Werbung. Diese Texte genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlage- und Anlagestrategieempfehlungen oder Finanzanalysen. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor beziehungsweise nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die in diesem Text gemachten Angaben stellen keine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Handlungsempfehlung dar, sondern dienen ausschließlich der werblichen Information. Die Angaben ersetzen nicht eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestimmte Beratung. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen.

Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden.

Die vollständigen Angaben zum jeweiligen Fonds sind dem Basisinformationsblatt und dem Verkaufsprospekt, ergänzt durch den jeweiligen letzten geprüften Jahresbericht und den jeweiligen Halbjahresbericht, falls ein solcher jüngeren Datums als der letzte Jahresbericht vorliegt, zu entnehmen. Diese Unterlagen stellen die allein verbindliche Grundlage des Kaufs von Anteilen des jeweiligen Fonds dar. Sie sind in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich. Weitere ausführliche allgemeine Informationen zu Investmentfonds enthält zudem die Broschüre „Basisinformation über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“, welche ebenso kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich ist.

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT:
Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.

Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.

© Deutsche Bank AG 2026

Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden das Video und die Verbindung zu YouTube erst nach einem Klick aktiv. Bereits beim Aktivieren des Videos werden personenbezogene Daten (IP-Adresse) an YouTube bzw. Google gesendet und gegebenenfalls auch dort gespeichert. Wenn Sie den Button "Video aktivieren" anklicken, wird ein Cookie auf Ihrem Computer gesetzt, sodass die Website weiß, dass Sie dem Anzeigen von eingebetteten Videos in Ihrem Browser zugestimmt haben. Weitere Details zu den von Google erhobenen Daten finden Sie unter https://policies.google.com/privacy.