PERSPEKTIVEN am Morgen

Starten Sie gut informiert
in den Tag

Tägliche Kapitalmarkteinschätzungen von Dr. Ulrich Stephan,
Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden.
Jeden Morgen um 7.00 Uhr in Ihrem E-Mail-Postfach.

21. September 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

zwei große Indexanbieter stufen Griechenland ab heute wieder als entwickelten Markt ein, die jüngste Anpassung des Schweizer Aktienleitindex stärkt den Gesundheitssektor und die defensive Ausrichtung, und die Bank of England überrascht bei der Bilanzpolitik.

Griechenland steigt auf: neun neue Aktien im STOXX Europe 600

Ab heute stufen zwei große Indexanbieter Griechenland wieder als entwickelten Markt ein. Neun griechische Unternehmen werden damit in den STOXX Europe 600 aufgenommen. Passive Fonds, die entsprechende europäische Industrieländerindizes abbilden, müssen die Titel kaufen, während an Schwellenländerindizes orientierte Fonds sie abgeben. Schätzungen zufolge könnten die Umschichtungen Nettozuflüsse in Milliardenhöhe auslösen. Der Athener Markt hat den Wechsel bereits über Monate vorweggenommen, weshalb die Höherstufung nur begrenzte zusätzliche Kursimpulse liefern dürfte.

Eine weitere Indexumstellung eines anderen Indexanbieters im Mai 2027 könnte dagegen Abflüsse von rund 200 Millionen Euro auslösen. Langfristig dürfte der neue Status den griechischen Aktienmarkt vor allem durch eine breitere Anlegerbasis stützen, weniger durch regelgebundene Zuflüsse.

SMI-Umbau stärkt Gesundheitssektor und defensive Ausrichtung

Heute wird die jüngste Anpassung des Schweizer Aktienleitindex SMI wirksam. Nun stellt der Gesundheitssektor sechs der 20 Indexmitglieder und sein Gewicht steigt auf rund 40 Prozent – zulasten von Telekommunikation und Industrie. Damit verstärkt sich, was den Markt ohnehin schon prägt: ein defensiver Zuschnitt aus Gesundheitswesen und Basiskonsumgütern, der in Abschwungphasen die Ausschläge dämpft. Zugleich wächst die Abhängigkeit von einem einzigen Regulierungsumfeld: Preisvorgaben, Zulassungen und Zollfragen im Arzneimittelhandel treffen nun einen größeren Teil des Index. Insgesamt dürfte der Index weiterhin stabiles Gewinnwachstum bieten: Analysten erwarten durchgehend ein jährliches Gewinnwachstum von 9,5 bis 10,0 Prozent von 2026 bis 2028.

Bank of England überrascht mit Kurswechsel bei Anleiheverkäufen

Die Bank of England (BoE) beließ ihren Leitzins vergangenen Donnerstag erwartungsgemäß bei 3,75 Prozent. Die eigentliche Überraschung lieferte die Bilanzpolitik: Aktive Anleiheverkäufe werden bis April 2027 ausgesetzt, während lang laufende Staatsanleihen (Gilts) bei Fälligkeit ersetzt werden sollen. Dadurch entfällt ein erheblicher Teil des künftigen Angebotsdrucks am Gilt-Markt. Die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen fiel daraufhin um 0,12 Prozentpunkte auf 5,74 Prozent. Mit Blick auf den weiteren BoE-Zinspfad preisen die Märkte bis Ende des ersten Quartals drei weitere Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte ein. Das erscheint auch angesichts der sich stabilisierenden Kerninflation sowie einer sich beruhigenden Lohndynamik ambitioniert. Sollten die Marktteilnehmer ihre Erwartungen in den kommenden Monaten teilweise zurücknehmen, könnte dies Spielraum für sinkende Renditen am kurzen Ende schaffen.

Yen trotz Zinsanhebung unter Druck

Der japanische Yen wertete am Freitag gegenüber dem US-Dollar um rund zwei Prozent ab – obwohl die Bank of Japan ihren Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 31 Jahren anhob. Die Entscheidung unterstrich zwar das Bekenntnis der Währungshüter zur Fortführung der geldpolitischen Normalisierung, konkrete Hinweise zum Tempo weiterer Zinserhöhungen blieben jedoch aus. Wenngleich Gouverneur Kazuo Ueda auf der anschließenden Pressekonferenz einen restriktiven Ton anschlug, reichte dies nicht aus, um den Yen zu stützen. Der Yen wertete sogar weiter ab. Nach der Sitzung preisten die Terminmärkte die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im Dezember 2026 als geringer ein. Ohne einen entschlosseneren und dynamischeren Straffungskurs dürfte eine nachhaltige Yen-Aufwertung auf kurze Sicht ausbleiben.

Abverkauf am Anleihemarkt: Warnsignal oder Normalisierung?

Die Anleihemärkte sorgen für Unruhe: Renditen nähern sich den Niveaus der Finanzkrise und die Debatte über Inflation, Geldpolitik und Staatsverschuldung gewinnt neue Brisanz. Droht eine neue Krise oder erleben wir die Rückkehr zu einem normalen Zinsumfeld? Darüber spricht Dr. Dirk Steffen, Leiter Kapitalmarktstrategie der Deutschen Bank, mit Finanzjournalistin Jessica Schwarzer.

Zahl des Tages: 200–400

Der Mars ist ein Himmelskörper mit zwei Gesichtern: Im Süden dominieren Gebirge und Krater, während sich über die Nordhälfte weite Ebenen erstrecken. Diese Zweiteilung setzt sich offenbar tief im Inneren des Planeten fort, wie ein Team um Alexander Berne von der University of Arizona entdeckt hat. Die Forscher maßen winzige Abweichungen in der Geschwindigkeit von Marssonden, um daraus Rückschlüsse auf das Schwerefeld und schließlich die Temperatur des Mars zu ziehen. Die Daten zeigen, dass der Marsmantel im Süden um 200 bis 400 Grad Celsius heißer sein muss als im Norden. Die Gründe für diese thermische Anomalie sind unklar. Möglicherweise geht sie auf den gigantischen Einschlag eines anderen Himmelskörpers vor Milliarden Jahren zurück – eine solche Kollision könnte die ganze Nordhälfte des Planeten aufgerissen und in der Folge abgekühlt haben.

Bleiben Sie heute cool.

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden

"PERSPEKTIVEN am Morgen" - Newsletter

Erhalten Sie den Marktkommentar von Dr. Stephan jeden Morgen als E-Mail direkt in Ihren Postkorb.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Anrede

Mit der Registrierung habe ich die Datenschutzbestimmungen der Deutschen Bank zur Kenntnis genommen.

Dr. Ulrich Stephan

Sie erhalten nach der Registrierung eine E-Mail an die von Ihnen angegebene Adresse. Bitte bestätigen Sie Ihre Anmeldung mit dem dort enthaltenen Link.

Sie können sich jeder Zeit, zum Beispiel in jeder E-Mail-Ausgabe von "PERSPEKTIVEN am Morgen", wieder abmelden. Es besteht kein Rechtsanspruch auf den täglichen Erhalt des Newsletters.

Das könnte Sie auch interessieren

Perspektiven Newsletter

PERSPEKTIVEN im Fokus

Fundierte Einschätzungen zu relevanten Ereignissen für die Kapitalmärkte

Perspektiven Podcast

PERSPEKTIVEN To Go

Aktuelle Marktentwicklungen im Podcast

WICHTIGE HINWEISE:
Bei diesen Informationen handelt es sich um Werbung. Diese Texte genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlage- und Anlagestrategieempfehlungen oder Finanzanalysen. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor beziehungsweise nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die in diesem Text gemachten Angaben stellen keine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Handlungsempfehlung dar, sondern dienen ausschließlich der werblichen Information. Die Angaben ersetzen nicht eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestimmte Beratung. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen.

Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden.

Die vollständigen Angaben zum jeweiligen Fonds sind dem Basisinformationsblatt und dem Verkaufsprospekt, ergänzt durch den jeweiligen letzten geprüften Jahresbericht und den jeweiligen Halbjahresbericht, falls ein solcher jüngeren Datums als der letzte Jahresbericht vorliegt, zu entnehmen. Diese Unterlagen stellen die allein verbindliche Grundlage des Kaufs von Anteilen des jeweiligen Fonds dar. Sie sind in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich. Weitere ausführliche allgemeine Informationen zu Investmentfonds enthält zudem die Broschüre „Basisinformation über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“, welche ebenso kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich ist.

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT:
Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.

Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.

© Deutsche Bank AG 2026

Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden das Video und die Verbindung zu YouTube erst nach einem Klick aktiv. Bereits beim Aktivieren des Videos werden personenbezogene Daten (IP-Adresse) an YouTube bzw. Google gesendet und gegebenenfalls auch dort gespeichert. Wenn Sie den Button "Video aktivieren" anklicken, wird ein Cookie auf Ihrem Computer gesetzt, sodass die Website weiß, dass Sie dem Anzeigen von eingebetteten Videos in Ihrem Browser zugestimmt haben. Weitere Details zu den von Google erhobenen Daten finden Sie unter https://policies.google.com/privacy.