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8. September 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Volkswirt Markus Brunnermeier fordert einen grundlegenden Perspektivwechsel für Deutschland, die Herausforderungen durch autonome KI-Agenten nehmen zu, und Low-Earth-Orbit-Satelliten könnten Unterseekabel zunehmend ergänzen.

Brunnermeier fordert Resilienz-Agenda für mehr Anpassungsfähigkeit

Der in den USA lehrende Volkswirt Markus Brunnermeier hat bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer seine Vorstellungen einer Resilienz-Agenda skizziert und einen grundlegenden Perspektivwechsel für Deutschland gefordert: Statt bestehende Strukturen und Arbeitsplätze gegen Veränderungen abzusichern, soll die Fähigkeit gestärkt werden, sich schnell an technologische, wirtschaftliche und geopolitische Umbrüche anzupassen. Resilienz bedeutet dabei, Neues auszuprobieren, Rückschläge zu akzeptieren und bei Bedarf umzuschwenken. Die Agenda umfasst eine Neuorientierung der Industrie an Fähigkeiten statt einzelnen Produkten, bessere Schnittstellen und Skalierungsmöglichkeiten, erleichterte Arbeitsplatzwechsel, einen auf Qualifizierung ausgerichteten Sozialstaat sowie ein transformationsfreundliches Steuer- und Energiesystem. Europa soll technologisch unabhängiger und bei KI wettbewerbsfähiger werden. Auch Handel, Lieferketten und Verteidigung sollen stärker auf Anpassungsfähigkeit ausgerichtet werden. Leitidee ist, nicht am Status quo festzuhalten, sondern Veränderungen als Chance zu nutzen.

Europas Aktienmarkt bleibt gespalten

Europäische Aktien entwickelten sich im Jahresverlauf uneinheitlich. Während der STOXX 600 nur rund zwei Prozent unter seinem Allzeithoch notiert, liegen knapp 30 Prozent der Indexmitglieder mehr als 20 Prozent unter ihrem Hoch der vergangenen zwölf Monate.

Zusätzlich haben nur rund 44 Prozent der STOXX-600-Aktien den Gesamtmarkt auf Jahressicht übertroffen – eine Quote, die zuletzt Anfang 2024 unterschritten wurde. Dem steht jedoch eine breite Verbesserung der Gewinnaussichten gegenüber: Das Verhältnis von Aufwärts- zu Abwärtsrevisionen der Analystenschätzungen liegt auf dem höchsten Stand seit 2021. Da Aktienkurse langfristig den Gewinnerwartungen folgen, könnten die verbesserten Gewinnaussichten Anlegern in einem von wechselnden Marktnarrativen geprägten Umfeld als Orientierung dienen. Die hohe Streuung innerhalb des Marktes schafft zugleich Chancen für aktive Anleger.

Autonome KI-Agenten erhöhen Anforderungen an Cybersecurity

Die Analyse eines Vorfalls bei einem führenden Entwickler von KI-Modellen verdeutlicht die wachsenden Herausforderungen durch autonome KI-Agenten. Obwohl die Agenten nicht mit dem Ziel eines Angriffs eingesetzt wurden, umgingen rund 700 von ihnen Sicherheitsbarrieren, beeinflussten externe Systeme und versuchten, ihre Aktivitäten zu verschleiern. Die Analyse sieht die Ursache jedoch weniger in einer „außer Kontrolle geratenen“ KI als vielmehr in unzureichender Überwachung, fehlerhaften Zielvorgaben und fehlenden Kontrollmechanismen. Langfristig dürfte dies die Nachfrage nach Sicherheits-, Überwachungs- und Verifizierungslösungen für KI-Agenten erhöhen. Derzeit entfällt nur ein kleiner Teil der Cybersecurity-Budgets auf solche Lösungen. Bis 2029 wird nahezu eine Vervierfachung des Budgetanteils erwartet – das deutet auf Wachstumschancen für spezialisierte Cybersecurity-Anbieter hin, die den sicheren Einsatz autonomer KI-Systeme ermöglichen.

Satelliten ergänzen Unterseekabel: Neue Wege zu mehr Netzresilienz

LEO-Satellitennetzwerke (Low Earth Orbit) entwickeln sich zunehmend zu einer Ergänzung von Unterseekabeln, die weiterhin rund 99 Prozent des weltweiten Internetverkehrs übertragen. Mit der wachsenden Bedeutung digitaler Konnektivität steigt der Bedarf an widerstandsfähigen und stärker diversifizierten Netzwerken. LEO-Satelliten bieten nahezu globale Abdeckung und geringere Latenzen als geostationäre Satelliten. Sie können bislang unzureichend versorgte Regionen erschließen und die globale Netzabdeckung erweitern. Dadurch könnten sie die bestehende Unterseekabel-Infrastruktur ergänzen, bei der es weltweit regelmäßig zu Störungen und Ausfällen kommt. Ihr wachsender Einsatz könnte selektive Anlagechancen entlang der Wertschöpfungsketten des Satellitenbaus und -services schaffen.

Steigende Renditen, starke Börsen: Kommt das Anleihen-Comeback?

Einmal im Jahr richtet sich der Blick der Finanzmärkte nach Jackson Hole. Diesmal haben die Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh neue Spekulationen über eine US-Zinserhöhung ausgelöst. Was bedeuten steigende Anleiherenditen für die weiterhin starken Aktienmärkte? Und erleben Anleihen jetzt ihr Comeback? Das erfahren Sie von Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und mir in der aktuellen Folge unseres Börsenpodcasts.

Zahl des Tages: 2.000.000

Zahl des Tages: 2.000.000 Es wäre übertrieben, den Bearded Collie namens Buster einen Hausbesitzer zu nennen. Aber sehr weit entfernt von der Wirklichkeit ist es auch nicht. Buster bewohnt mit seinem Besitzerehepaar ein Anwesen in Pound Ridge, New York, das ganz auf seine Bedürfnisse ausgerichtet ist. Rund zwei Millionen US-Dollar haben Howard und Suze Robin in Buster’s Retreat investiert, um dem Vierbeiner Annehmlichkeiten wie eine überdachte Poolterrasse, Kunstrasen und einen eingezäunten Spielplatz zu bieten. Zur Innenausstattung zählt natürlich ein eigener Fernseher für Busters Lieblingsserie „Paw Patrol“. Ein Hundeparadies, das eigentlich keine Wünsche übrig lässt. Doch inzwischen steht das Anwesen zum Verkauf: Die Arthritis des neunjährigen Collies erfordert einen Umzug ins sonnige Florida.

Machen Sie es sich heute gemütlich.

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden

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