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6. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die Inflation im Euroraum zieht im Februar leicht an, der südkoreanische Aktienmarkt erholt sich nach geopolitisch bedingtem Abverkauf, und China bestätigt sein Wachstumsziel.

Euroraum: Inflation zieht an, bleibt aber unter EZB-Ziel

Die Inflation im Euroraum stieg im Februar auf 1,9 Prozent, nachdem sie im Januar mit 1,7 Prozent auf den niedrigsten Wert seit September 2024 gesunken war. Verantwortlich für den Anstieg waren vor allem höhere Preise für Dienstleistungen und Industriegüter, während die Energiepreise nachgaben. Obwohl die Gesamtinflation die Erwartungen leicht übertraf, blieb sie unter dem mittelfristigen Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Auf ihrer nächsten Sitzung am 19. März werden die Währungshüter neben den jüngsten Inflationsdaten vor allem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die europäischen Energiemärkte bewerten. Der Euroraum ist nach wie vor stark von Energieimporten abhängig, die 2024 rund 15 Prozent der gesamten Importe ausmachten. Im Zuge dessen haben die Märkte ihre Zinserwartungen für den Euroraum bis Jahresende zuletzt nach oben angepasst. Zunächst dürfte die EZB jedoch abwarten und gemäß ihrem datenbasierten Ansatz den Einlagensatz bei zwei Prozent belassen. Eine zeitnahe Anpassung der Leitzinsen in die eine oder andere Richtung dürfte entweder einen deutlichen Anstieg der Inflation und der Inflationserwartungen oder eine spürbare Abkühlung der Konjunktur erfordern.

Südkoreanischer Aktienmarkt erholt sich nach Abverkauf

Der südkoreanische Aktienmarkt erholte sich deutlich, nachdem der Markt infolge der Angriffe auf den Iran zu Wochenbeginn seinen größten Ein- und Zwei-Tages-Verlust jemals verzeichnete. Die hohen Kursausschläge von über zehn Prozent waren zum einen auf die steigenden Ölpreise zurückzuführen – rund 70 Prozent der südkoreanischen Ölimporte kommen aus dem Nahen Osten. Ein weiterer Faktor waren Gewinnmitnahmen nach einer enormen Aktienrally; der KOSPI stieg seit Jahresbeginn bis vor den Angriffen in Euro um knapp 50 Prozent.

Präsident Lee Jae-myung ist nun bemüht, Anleger zu beruhigen, und bestätigte, dass die Regierung bei Bedarf einen Marktstabilisierungsfonds in Höhe von umgerechnet etwa 58 Milliarden Euro einsetzen wird. Die im KOSPI gelisteten Unternehmen haben ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,2 und liegen damit im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren im untersten Perzentil sowie unter dem Zehn-Jahres-Median von 10,2. Der Markt zählt weltweit zu den günstigsten Aktienmärkten. Stabile Gewinnrevisionen und starke Exporte machen das aktuelle Kursniveau interessant. Zudem werden Governance-Reformen vorangetrieben, um eine effizientere Kapitalallokation zu erreichen, Aktionärsrechte zu stärken und Anlegerrenditen zu erhöhen. Ziel ist es, so eine Grundlage für ein höheres Bewertungsniveau zu schaffen. Aufgrund der Abhängigkeiten sollte jedoch die weitere Entwicklung im Nahen Osten genau beobachtet werden.

Nationaler Volkskongress: Peking bestätigt Wachstumsziel und signalisiert Konjunkturimpulse

Auf dem gestern eröffneten Nationalen Volkskongress verkündete Chinas Premier Li Qiang das Wachstumsziel für 2026 von 4,5 bis 5,0 Prozent. Unter anderem betonte er die Notwendigkeit zusätzlicher Stimuli, um die nach wie vor schwache Preisdynamik im Jahresverlauf bei dem Inflationsziel von zwei Prozent zu verankern. Die häufige Verwendung von Schlüsselbegriffen wie Innovation, Technologie, Sicherheit und Risikokontrolle signalisiert die zunehmende Relevanz strategisch wichtiger Sektoren. Der parallel vorgelegte Entwurf des 15. Fünf-Jahres-Plans unterstreicht dies. Zur Stärkung der nationalen Sicherheit, der technologischen Souveränität, der gesellschaftlichen Stabilisierung und der ökologischen Transformation will Peking mittelfristig auf Digitalisierung und Technologisierung, die Stärkung des Binnenmarkts sowie eine „kontrollierte“ außenwirtschaftliche Öffnung setzen. Ich erwarte weiterhin signifikante Investitionen zur Stärkung des eigenen High-Tech-Ökosystems, darunter in Forschung und Entwicklung, Künstliche Intelligenz sowie die Fertigung von Halbleitern und KI-basierten Anwendungen. Getragen von einem global konstruktiveren Umfeld, reagierten Chinas Aktienmärkte auf die insgesamt erwarteten Ankündigungen verhalten positiv.

US-Frühindikatoren signalisieren robustes Wachstum

Jüngste US‑Frühindikatoren zeichnen insgesamt einen weiterhin robusten Wachstumsausblick der US‑Wirtschaft. Bereits zu Wochenbeginn überraschte der vom ISM ermittelte Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe im Februar positiv und stieg auf 52,4 Punkte – lediglich 51,5 waren erwartet worden. Zusätzliche Unterstützung für den positiven Wachstumsausblick lieferte im Wochenverlauf der Dienstleistungs-PMI: Mit einem Anstieg auf 56,1 Punkte markierte er den höchsten Wert seit 2022 und übertraf die Konsenserwartungen von 53,5 Punkten deutlich. Treiber waren insbesondere die Neuaufträge, die ein 17‑Monats-Hoch erreichten, während die Preiseingangskomponente auf ein 11‑Monats-Tief fiel. Das Beige Book der US-Notenbank – ein Lagebericht auf Basis regionaler Unternehmensrückmeldungen – zeichnete hingegen ein verhalteneres Bild mit moderatem Wirtschaftswachstum, stagnierender Beschäftigung und zunehmendem zollbedingtem Kostendruck. Die Abweichungen zwischen Frühindikatoren und Beige Book lassen sich erklären: Während die Frühindikatoren weiterhin eine solide wirtschaftliche Aktivität signalisieren, zeigt das Beige Book steigenden Kostendruck, der die Dynamik zwar abschwächt, aber nicht grundsätzlich infragestellt.

Gold auf Rekord, Aktien unter Druck: Märkte im Risk-off-Modus

Gold markiert Rekorde, während Aktien unter Druck geraten – besonders Software-Werte, die zusätzlich durch KI-Disruption und Finanzierungsfragen belastet sind. Der Nahostkonflikt, steigende Öl- und Gaspreise und die hohe Unsicherheit treiben die Märkte in den Risk-off-Modus. Wie sollten sich Anleger jetzt positionieren? Das analysieren Finanzjournalistin Jessica Schwarzer und ich in der aktuellen Folge ihres Börsenpodcasts.

Zahl des Tages: 3.973

Sophie Kalkowski-Pope und ihre Mutter Jan Pope tauchen regelmäßig im australischen Great Barrier Reef, um Daten über den Zustand des über 2.000 Kilometer langen Riffs zu sammeln. Dabei machten sie jetzt den Fund ihres Lebens: die größte bekannte Korallenkolonie der Welt, lang wie ein Fußballplatz und mit einer Fläche von 3.973 Quadratmetern. Die Entdeckung ist umso bedeutsamer, da die Korallen in großen Teilen des Riffs stark gefährdet sind. Die florierende Kolonie könnte damit Anhaltspunkte geben, unter welchen Bedingungen Korallen auch in erhitzten Weltmeeren überleben können.

Ich wünsche Ihnen einen resilienten Tag.

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden

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