Fassade der Börse in New York mit Straßenschild Wall Street und US-amerikanischen Fahnen

Bildquelle: oben901 / Adobe Stock

Die globalen Aktienmärkte wurden im Frühjahr von einem kurzen, aber intensiven geopolitischen Schock geprägt. Der Konflikt im Nahen Osten löste vorübergehende Kursrücksetzer aus, wobei vor allem höhere Ölpreise, erhöhte Unsicherheit und restriktivere Signale der Zentralbanken die Stimmung belasteten – insbesondere in Regionen mit hoher Abhängigkeit von Ölimporten. Signale einer Deeskalation und robuste Gewinne stützten anschließend eine rasche Erholung und unterstrichen damit die Stärke globaler Aktien.

In den USA wurde die Erholung dadurch getragen, dass die Gewinne die Erwartungen weiterhin übertrafen, was das Vertrauen in die Robustheit der Unternehmen stärkte. Allerdings wurde diese Entwicklung nur von einer relativ kleinen Gruppe von Aktien angeführt, insbesondere von Titeln mit Bezug zu KI und anderen strukturellen Wachstumsthemen. Daher bleibt die Marktbreite des S&P 500 gering: Die durchschnittliche Aktie hinkt dem Index seit Ende Februar hinterher. Mit Blick nach vorn erwarten wir, dass ein hohes Gewinnwachstum den US-Aktienmarkt weiter nach oben treiben wird, auch wenn die Wahrscheinlichkeit steigender Bewertungen vor dem Hintergrund einer anziehenden Inflation und eines nachlassenden Wirtschaftswachstums abgenommen hat. Wir erhöhen unser 12-Monats-Ziel für den S&P 500 auf 8.200 Punkte.

Auch europäische Aktien haben sich nach dem geopolitisch bedingten Rücksetzer erholt, wenngleich der STOXX Europe 600 weiterhin unter dem Niveau von vor dem Konflikt liegt. Die Berichtssaison lieferte robuste Gewinne, wobei die Erwartungen an das Gewinnwachstum auf Gesamtmarktebene zunehmend vom Energiesektor getrieben werden. Während die kommenden Berichtssaisons für mehr Klarheit sorgen werden, dürften die Gewinnmargen der Unternehmen durch die gestiegenen Energiepreise zeitweilig weiter unter Druck geraten, was energiepreisabhängige und konsumnahe Sektoren besonders stark belasten dürfte. Dennoch sehen wir in Erwartung nachlassender geopolitischer Risiken und sinkender Energiepreise in den nächsten zwölf Monaten Aufwärtspotenzial für den STOXX Europe 600 auf 650 Punkte.

Der MSCI Japan wird von starken Unternehmensgewinnen gestützt, die vor allem von Technologiewerten und der hohen Nachfrage nach KI- und Halbleiter-bezogenen Produkten getragen werden. Darüber hinaus profitieren japanische Banken weiterhin von der Normalisierung der Geldpolitik und steigenden Nettozinsmargen. Wir bleiben für japanische Aktien positiv gestimmt und erhöhen unser Ziel für den MSCI Japan auf 2.660 Punkte.

Aktien aus den Schwellenländern werden derzeit vor allem von der Nachfrage nach KI-Hardware getrieben. Koreanische und taiwanesische Speicherchip- und Chipfertigungswerte – beide essenziell für den Ausbau der KI-Infrastruktur – spielen weltweit eine führende Rolle. Die starke Gewinndynamik in diesem Bereich verbunden mit dessen hoher Marktkapitalisierung und Indexgewichtung treibt den MSCI EM nach oben. Neben einem anhaltend hohen Gewinnwachstum könnten niedrigere Energiepreise sowie ein schwächerer USD Aktien der Region kurzfristig weiter unterstützen. Wir behalten einen konstruktiven Ausblick bei und erwarten, dass der MSCI EM in den nächsten zwölf Monaten die Marke von 1.870 Punkten erreicht.

Ausblick Aktien: Erwartungen an robuste Gewinne und geopolitische Deeskalation treiben die Indexprognosen nach oben.  

Aktuelle Marktkommentare erhalten Sie im täglichen Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“.

Redaktionsschluss: 11.06.2026, 15.00 Uhr

Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden das Video und die Verbindung zu YouTube erst nach einem Klick aktiv. Bereits beim Aktivieren des Videos werden personenbezogene Daten (IP-Adresse) an YouTube bzw. Google gesendet und gegebenenfalls auch dort gespeichert. Wenn Sie den Button "Video aktivieren" anklicken, wird ein Cookie auf Ihrem Computer gesetzt, sodass die Website weiß, dass Sie dem Anzeigen von eingebetteten Videos in Ihrem Browser zugestimmt haben. Weitere Details zu den von Google erhobenen Daten finden Sie unter https://policies.google.com/privacy.